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Bayern: Jäger wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Im September 2012 hat ein heute 57 Jahre alter Jäger und Büchsenmacher bei Schönwald im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel einen 26jährigen erschossen. Wegen dieser Tat wurde der Mann nun vom Landgericht Hof zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Das Gericht ging davon aus, dass sich der Schuss versehentlich gelöst habe, berichtet die Frankenpost. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Opfer wurde unmittelbar unter dem Hochsitz des Jägers von einer Kugel getroffen. Der Jäger hatte angegeben, dass sich beim Entladen der Waffe ein Schuss gelöst habe, ein Sachverständiger habe bestätigt, dass dies ein mögliches Szenario sei. Im Blut des Opfers war Medienberichten zufolge eine erhebliche Konzentration an Drogen festgestellt worden. Der junge Mann hatte sich wohl in Tschechien ausgiebig amüsiert und wollte dann benebelt die ca. 50 Kilometer bis zu seinem Wohnort laufen. In den Vorinstanzen war der Jäger bereits zu längeren Haftstrafen mit oder ohne Bewährung verurteilt worden. Der Jäger hat das jetzt ergangene Urteil angenommen. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der Frankenpost. (Screenshot)

Ein hartes Urteil

Sylvester 2013. Fünf Freunde paddeln auf einen See im oberbayerischen Geisenfeld, um Enten zu jagen. Einem von den Männern gehören der Teich und das Boot. Es kommt zu einem Unglück, das Boot der Jäger kentert. Drei von ihnen können sich ans Ufer rettern, zwei ertrinken, ein 33 und ein 70 Jahre alter Mann sind tot. Ein tragisches Unglück? Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Sie spricht dem Teichbesitzer die Schuld an dem Tod der Ertrunkenen zu: Er hätte als Jagdveranstalter die Männer mit Schwimmwesten ausrüsten müssen. Dies unterlassen zu haben, bedeute eine schuldhafte Verletzung seiner Sorgfaltspflichten. Die Gefahr, zu kentern und im eisigen Wasser zu ertrinken, hätte ihm bewusst sein müssen. Das Boot sei überladen, der Bootsführer unerfahren gewesen. Ende 2014 verurteilt das Amtsgericht Pfaffenhofen den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und gefährlichem Eingriff in den Schiffsverkehr zu einer Geldstrafe von 19.600 Euro. Der Verurteilte weist die Schuld von sich, akzeptiert die Strafe nicht. Sein Anwalt spricht von einer Tragödie. Es habe keinen eindeutigen Veranstalter gegeben. Man sei halt aufgebrochen und losgerudert.

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