Schlagwort-Archive: Erzgebirge

Sachsen: Neues Wolfsrudel in der Region Stolpen/Hohnstein

In der Region Stolpen/Hohnstein (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) konnte aktuell im Rahmen des Wolfsmonitorings ein neues Wolfsrudel bestätigt werden. Das teilt das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ mit Im Herbst des vergangenen Jahres hatte es bereits einzelne Nachweise von Wölfen in der Region gegeben. So konnte z.B. am 30.10.2017 zwischen Stolpen und Stürza (Dürrröhrsdorf-Dittersbach) durch eine Fotofallenaufnahme der Nachweis (C1) von zwei Wölfen erbracht werden (Kontaktbüro berichtete). Es blieb aber offen, ob es sich um ein neues territoriales Vorkommen handelte oder um durchziehende Wölfe. Nun liegt das Ergebnis der genetischen Untersuchung des am 07.11.2017 zwischen Dobra (Dürrröhrsdorf-Dittersbach) und Helmsdorf (Stolpen) überfahrenen männlichen Wolfswelpen vor: Er gehört einem bisher im Monitoring nicht erfassten Rudel an, das im Sommer 2017 im Raum Stolpen/Hohnstein Welpen aufgezogen hat.

Weiterlesen

Sachsen: Petition „Rotwild im Erzgebirge“ übergeben

Gestern wurde die von 4127 Menschen unterzeichnete Petition „Rotwild im Erzgebirge“ im Dresdner Landtag übergeben. Die von einem Zusammenschluss mehrerer Hegegemeinschaften unter Beteiligung von Kreisjagdverbänden und dem Landesjagdverband initiierte Petition mahnt einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Rotwild im Erzgebirge an.

Wir dokumentieren die Übergabe der Petition durch Veröffentlichung der aus diesem Anlass gehaltenen Reden, aus denen sehr gut hervorgeht, worum es den Initiatoren geht:

Rede der IG SSHG zur Petitionsübergabe am 14.12.2017

Sehr geehrte Mitglieder des Sächsischen Landtags, liebe Jäger und Naturschützer, sehr geehrte Damen und Herren,

seit 2015 ist dies nunmehr die zweite Petition zum Thema Rotwild, mit der sich der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages beschäftigen muss.

Auch wenn beide Petitionen verschiedene Petenten und divergente Inhalte haben, so zeigt dieser Umstand doch, dass es offenbar beim Umgang mit dem Wild und bei bestimmten administrativen Regelungen in Sachsen erhebliche Unzufriedenheit gibt.

Die 2015 eingereichte Petition zielte maßgeblich auf die Wildbewirtschaftung durch den SBS ab. Neben der Aufhebung des Fütterungsverbots im Winter, forderte sie die Erhaltung eines reproduktionsfähigen Wildbestandes, Änderungen am Jagdgesetz und zur Senkung der Wildschäden weniger Beunruhigung des Wildes im Landeswald durch ständigen Jagddruck.

Weiterlesen

Bericht des LJV Sachsen zum Rotwild im Erzgebirge

Mit der Situation des Rotwilds im Erzgebirge setzt sich der Bericht des Präsidiums des Landesjagdverbands Sachsen (LJVSN) auseinander. Die von der Interessengemeinschaft südsächsischer Hegegemeinschaften und der Hegegemeinschaft Erzgebirge gestartete Petition „Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe“ (JAWINA berichtete) hat derweil erst etwas über 1000 Unterschriften sammeln können. Im Präsidiumsbericht des LJVSN heißt es zum Thema:

4. Thema Rotwild

„Mit der Verabschiedung des neuen Jagdgesetzes hat ein damals übermächtiger Staatsbetrieb Sachsenforst den Erlass des Gesetzes nach seinem Gutdünken maßgeblich beeinflusst. Böse Zungen behaupten, dass es sich gar um ein Ermächtigungsgesetz handelt. Unser LJVSN muss sich hier zurechnen lassen, nicht genug getan zu haben um ein Gesetz zu schaffen, welches Wald und Wild gleichermaßen wichtet.

In diesem Jahr hat nun der SBSF harte Fakten geschaffen um mit fremden Know-How hohe Strecken erzielt! Nicht nur wir Jäger, nein auch große Teile der Bevölkerung, eingeschlossen die Naturschutzverbände, fragen nach einer Begründung für den massiven Eingriff. Es liegt nahe, dass die sozialen Strukturen des Wildes zerstört sind und der Schaden nur schwer zu reparieren ist. Der SBSF begründet den starken Abschuss mit erheblichen Verbiss-und Schälschäden.

Weiterlesen

Neue Petition für Rotwild im Erzgebirge gestartet

Nachdem der sächsische Landtag im März eine von mehr als 8000 Bürgern gezeichnete Petition abgelehnt hat, in der ein „artgerechter Umgang mit dem Rotwild“ im Erzgebirge gefordert wurde, haben die Initiatoren von der Interessengemeinschaft südsächsischer Hegegemeinschaften und der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine neue Petition gestartet.

Auf der Internetseite openpetition.eu heißt es dazu in der Petitionsbegründung:

Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe

Seit zwei Jahren beschäftigt der Streit um das Rotwild im Erzgebirge die Medien und den Sächsischen Landtag. Dieser „Rotwildstreit“ ist kein Konflikt zwischen Wald und Wild. Es geht vielmehr um den Umgang mit dem heimischen Wild. Wald und Wild sind nicht selbst in den Konflikt involviert, sondern Spielball zwischen wirtschaftlichen Interessen des Menschen und den biologischen Grundbedürfnissen des Wildes. Dieser Konflikt lässt sich nicht allein mit Mitteln der Jagd lösen. Die Lösung liegt in der gemeinsamen Verantwortung aller Menschen, die den Lebensraum von Wildtieren nutzen, insbesondere den Grundeigentümern, den Land- und Forstwirten, den die Landschaft für Freizeitaktivitäten nutzenden Menschen und den Naturschützern. Politik und Wissenschaft müssen dafür Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen. Um den Konflikt zwischen Lebensraum und Nahrungsbedarf der Wildtiere auf der einen und den Nutzungsinteressen der Menschen auf der anderen Seite zu lösen, müssen sich politische Rahmenbedingungen und die Praxis der Landnutzung ändern. Wildtiere, und damit auch das Rotwild, sind integraler Bestandteil des Waldökosystems. Die wirtschaftliche Nutzung des Waldes muss dem öffentlichen Interesse an einem gesunden und artenreichen Wildbestand Rechnung tragen. Neben negativen sind auch positive Auswirkungen von Schalenwild auf die Artenvielfalt anzuerkennen. Rotwild ist Leitwildart für den Biotopverbund. Rotwild-Lebensräume sind großräumig zu vernetzen und eine Behinderung bei der natürlichen Wanderung ist zu unterlassen. Eine diesen Grundsätzen widersprechende Verwaltungsstruktur ist zu korrigieren.

Weiterlesen