Schlagwort-Archive: Elefantenjagd

Illegale Elefantenjagd: US-Behörden erheben Anklage gegen südafrikanischen Outfitter

Die Strafverfolgungsbehörde des US-Bundesstaats Colorado hat Anklage gegen den südafrikanischen Berufsjäger (Professional Hunter, PH) und Outfitter Hanno van Rensburg erhoben. Van Rensburg, 44, ist Inhaber des Jagdreiseveranstalters Authentic African Adventures (AAA) und einer der bekanntesten südafrikanischen Jagdführer. Die US-Behörden werfen van Rensburg vor, einen US-Bürger aus Colorado im Jahr 2015 auf eine illegale Elefantenjagd im Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe geführt zu haben und simbabwische Regierungsangestellte mit Summen zwischen 5000 und 8000 US-Dollar bestochen zu haben. Auf diese Weise soll er die Genehmigungen für die Jagd auf kapitale Elefanten und die Tötung eines Elefanten im Gonarezhou-Nationalpark sowie eine Freigabe für das erbeutete Elfenbein widerrechtlich erhalten haben. Bei dem US-amerikanischen Jagdgast soll es sich nach Erkenntnissen der amerikanischen Naturschutzorganisation Mongabay um den ehemaligen Vizepräsidenten des Dallas Safari Clubs handeln. Dieser habe sich Mongabay zufolge bereits schuldig bekannt, gegen den Endangered Species Act verstoßen zu haben. Van Rensburg wird zudem vorgeworfen, einem Jagdgast geholfen zu haben, einen erlegten Elefanten aus Simbabwe auszuführen, indem er fälschlich bescheinigte, dass der Dickhäuter außerhalb des Nationalparks geschossen worden sei.

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AAA in Afrika

Im Neumann-Neudamm-Verlag ist eine deutsche Übersetzung des Afrika-Klassikers „The Last of Old Africa“ von Brian Nicholson unter dem Titel „Großwildjagd im alten Afrika“ erschienen. In dem Buch schildert Nicholson seine Zeit als Berufsjäger und Wildhüter vor allem im Wildreservat Selous in Tansania. Es war, wie Nicholson selbst bekundet, „die große Zeit der Afrikajagd“. Monatelang war Nicholson mit Trägern in dem urwüchsigen, dünn besiedelten und kaum erschlossenen Wildparadies unterwegs. Er schoss Wild und angelte, um sich und seine Leute mit Fleisch zu versorgen, erlegte menschenfressende Löwen und Schadelefanten en masse. Dabei dienten seine Expeditionen auch der Sicherung und dem Erhalt des Selous, er erweiterte die Grenzen des Reservats, bekämpfte Wilderer, schuf eine funktionierende Verwaltung und erschloss mit der Trophäenjagd die wichtigste Geldquelle. „Zu Recht gilt er deshalb als einer der Väter dieses Reservats, das unter seiner Ägide zum größten Naturschutzgebiet in Afrika wurde“, schreibt Herausgeber Rolf Baldus in seinem Vorwort zu dem Werk. Bei allem Idealismus war natürlich auch „die Sucht nach Erleben und Abenteuer“ eine starke Motivation – und es ist ein großes Vergnügen, sich von Schreibtisch und Couch hinwegzuträumen und Nicholson und seine Mannen beim Triple A (Aimlessly Arseing Around) im Busch zu begleiten. Dass man den mit vielen Fotos und Abbildungen opulent ausgestatteten dicken Schmöker gebannt in einem Zug durchliest, dazu trägt entscheidend die hervorragende und sorgfältige Übersetzung bei, die Rolf Baldus (nach einer Arbeitsübersetzung von Gert G. von Harling) erarbeitet hat.

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Thüringen: Im Auge des Shitstorms

Weil er – völlig legal – in Botswana einen Elefanten schoss, ist ein Abteilungsleiter im Thüringer Umweltministerium von einer so erwartbaren wie unreflektierten Empörungswelle überspült worden. Kommentarschreiber fordern unter dem Beifall der Mitforisten, den Beamten wahlweise „abzuknallen“ oder den Löwen zum Fraß vorzuwerfen, Petitionen mahnen berufliche Konsequenzen an (mindestens!), und die Hohenpriester der multimedialen Empörungsmaschinerie – grüne und linke Politiker – grölen mit Volkes Stimme im Entrüstungschor (der immer ungenierter altbekannte Motive wie „Hängt ihn auf!“ und „Tod den Andersdenkenden!“ anklingen lässt) und verlangen die Entlassung des „unzumutbaren“ Beamten.

Bezeichnenderweise sind es nicht die selbsternannten „Qualitätsmedien“ und schon gar nicht die zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunker, die den hochkochenden Volkszorn mit Vernunft und Mäßigung abzukühlen und der Hysterie und selbstgerechten Empörung mit Argumenten beizukommen trachten: Sondern ein Gastautor auf der Internetseite „Die Achse des Guten“, die von einem Zusammenschluss unabhängig denkender Journalisten und Schriftsteller betrieben wird. In seinem brillanten Beitrag „Elefanten-Krawall in Thüringen“ stellt Gunnar Dieling klar, dass legale Elefantenjagd weder gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, noch gegen den Artenschutz verstößt. Und erinnert daran, dass das Konzept „Schutz durch Nutzung“ nicht nur in Afrika weitaus besser funktioniert, als das konkurrierende Modell des Käseglocken-Naturschutzes.

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