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Selektive Wahrnehmung? Die Grünen und der Artenschwund in der Agrarlandschaft

Auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke (Beitragsbild) hin musste die Bundesregierung gravierende Verluste bei vielen Vogelarten in der Agrarlandschaft einräumen (JAWINA berichtete). Während einzelne Fragen der Kleinen Anfrage gezielt bestimmte Problem ansprechen, z.B. wie sich die Auswirkungen des Einsatzes von Pestiziden (Frage 12) oder speziell Neonikotinoiden (Frage 13) auf die Vogelbestände auswirken, hatten wir den Eindruck, dass ein wichtiges Thema mit Bezug auf die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ausgespart wird: Der zunehmende Anbau nachwachsender Rohstoffe für die Stromerzeugung in Biogasanlagen – der eine unmittelbare Folge der grünen Energiewende ist.

Nach Ansicht vieler Experten ist der Energiepflanzenanbau eines der größten, wenn nicht das größte Problem für viele Tierarten in der Agrarlandschaft: Riesige (Mais-)Monokulturen, Ernte in der Brut- und Setzzeit vieler Tierarten unabhängig von der Reife der angebauten Pflanzen, massiver Düngemittel- und Pestizideinsatz und das umstrittene Ausbringen von Gärsubstrat als Dünger wirken sich verheerend auf die Lebensraumqualität und damit die Artenvielfalt aus. Auch die Verspargelung der Landschaft mit Windrädern bedroht gefährdete Tierarten wie den Rotmilan. Wurden die Folgen der grünen Energiewende bei der Formulierung der Kleinen Anfrage bewusst ausgeblendet? Wir haben nachgefragt.

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