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Verbände veröffentlichen Eckpunktepapier zu Wolf und Weidetierhaltung

+++ Neue Osnabrücker Zeitung: Wölfe haben seit ihrer Rückkehr nach Deutschland mehr als 3500 Nutztiere gerissen +++

Am Donnerstag haben acht Verbände in Berlin ein gemeinsames Eckpunktepapier zum Wolf veröffentlicht: Bundesverband Berufsschäfer, der Deutsche Tierschutzbund, die Umweltverbände NABU, IFAW, WWF und BUND sowie der Deutsche Grünlandverband und der sog. Ökologische Jagdverband. „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und der Erhalt von artenreichen, extensiv bewirtschafteten Grünland-Biotopen sind zwei Seiten derselben Medaille. Es ist an der Zeit zusammen zu arbeiten, im gemeinsamen Interesse von Weidetierhaltern, Tierschützern, Jägern und Naturschützern. Unser Papier ist der Beginn dieser Zusammenarbeit“, erklärten die Verbandsspitzen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.

Im Interesse des Artenschutzes und der Weidetierhaltung sehen die unterzeichnenden Verbände die Prävention und Kompensation von Wolfsübergriffen auf Weidetiere als eine zentrale Aufgabe des Wolfsmanagements. Sie erkennen den Schutzstatus des Wolfes im geltenden Recht an. Außerdem unterstreichen sie, dass die Akzeptanz des Wolfes durch die Bevölkerung der ländlichen Regionen unabdingbar für seine erfolgreiche Rückkehr ist. Aus Sicht der Verbände kann daher die begründete Entnahme von Einzelwölfen durch Experten notwendig werden, insbesondere zum Erhalt der Weidetierhaltung und ihrer ökologischen Leistungen, sofern sämtliche zumutbaren Alternativen ausgeschöpft sind.

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„Öko-Pegida“ – Landrat ärgert Naturfreunde

Nabu & Co. sind sauer auf Gernot Schmidt (SPD), den Landrat des Brandenburger Landkreises Märkisch-Oderland: Der hat anlässlich der landesweiten Wolfswachen (JAWINA berichtete) gesagt: „Ländliche Räume dürfen nicht die Spielwiese von Öko-Pegida sein.“ Und weiter: „Ich benutze dieses Wort auch bewusst. Ich sage mal, Medien, Politik, Presse – wir werden alle von extremen Gruppen in die Zange genommen, die uns erklären wollen, wie wir zu leben haben.“ In einer gemeinsamen Presseerklärung machten die Landesvorsitzenden von Nabu und BUND ihrer Empörung Luft: Eine „bewusste Provokation“ und „eine unfassbare Diffamierung“ stelle der Ausspruch Schmidts dar. Dem rbb zufolge machen sich die Landesverbände der Naturschutzorganisationen „für eine Versachlichung in der Wolfsdebatte stark.“ Ach wirklich? Davon ist in der genannten Presseerklärung wenig zu verspüren, in der eher nach der Devise Auge um Auge, Zahn um Zahn zurückgeschossen wird, wenn es heißt, „Landrat Schmidt hat selbst Pegida-Niveau“, oder „Leute wie der Landrat“, versuchten, „den Volkszorn gegen den Wolf zu organisieren, was „populistisches und hetzerisches Niveau“, sei. Mag sein, dass Schmidts Pegida-Vergleich nicht besonders glücklich gewählt war – mit ihrer Entgegnung haben Nabu und Bund jedes Maß und jeglichen politischen Anstand weit hinter sich gelassen.

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Schweiz will Wölfe „präventiv dezimieren“

„Der Wolf ist in die Schweiz zurückgekehrt,“, schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), „und zwar derart erfolgreich, dass sich nun wie bei andern Wildtieren die Regulierung der Bestände aufdrängt.“ In dem Beitrag der NZZ geht es um die Neufassung des Schweizer Bundesjagdrechts. Bis 2004 sah das Schweizer Wolfsmanagement neben anderen Maßnahmen wie Förderung des Herdenschutzes und Ausgleichszahlungen für gerissene Nutztiere vor, dass einzelne Wölfe abgeschossen werden durften, wenn sie massive Schäden angerichtet hatten. Vor dem Hintergrund einer anwachsenden Wolfspopulation und zu erwartender steigender Zuwanderung von Wölfen zum Beispiel aus Italien, hat sich der Bund nun entschlossen, eine Regulierung geschützter Tierarten zu genehmigen. „Erlaubt ist mit dieser Änderung des Jagdgesetzes explizit die Dezimierung von Wolfsrudeln und nicht mehr nur der gezielte Abschuss einzelner problematischer Tiere“, so die NZZ. Auch müssten die Kantone nicht mehr den konkreten Schaden durch ein einzelnes Tier nachweisen. Über Wolfsabschüsse soll künftig nicht mehr das Bundesamt für Umwelt entscheiden, sondern die Kantone. Mit der Neuregelung werde grundsätzlich der präventive Abschuss von Wölfen ermöglicht.

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„Rote Listen“: Naturschutzpolitisches Kampfinstrument statt objektive Datenbasis

Der Landesjagdverband Hessen (LJV) weist pauschale Forderung nach einem Jagdverbot für Rote Liste-Arten entschieden zurück. „Die 24.500 hessischen Jägerinnen und Jäger bejagen in ihren rund 3.800 Jagdrevieren nur Wildarten, deren Bestand weder gefährdet noch stark rückläufig ist“, erklärte LJV-Pressesprecher Dr. Klaus Röther am Freitag in Bad Nauheim.  Deshalb werde zum Beispiel der Feldhase nur noch in Regionen erlegt, in denen ein ausreichend hoher Bestand gezählt worden sei.

„Im Gegensatz dazu hat aber keiner der hessischen Naturschutzverbände jemals Wildarten wie Feldhase und Rebhuhn für die „Rote Liste“ wirklich gezählt“, sagte Röther. „Die Aussagen der ,Roten Listen‘ gefährdeter Tier- und Pflanzenarten beruhen lediglich auf Schätzungen und Trends, in die auch massiv das verbandspolitische Interesse von Nabu, BUND und HGON einfließt“.

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DDR 2.0 oder Pegida für Jäger? Ein Streitgespräch.

Es begann mit einer Mail, deren Verfasser sich über tendenziöses Nabu-Lehrmaterial für Grundschüler zum Thema Wolf ärgerte. Daraus entwickelte sich ein so spannender wie leidenschaftlich geführter Mailwechsel über den ewigen Konflikt zwischen Naturschützern und -nutzern, über den Umgang mit problematischen Arten wie Kormoran oder Wolf, über mediale Macht der Naturschutzverbände und deren Missbrauch, über die Verquickung von Ideologie, Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen.

Den Auftakt bildete eine Mail von MH, die zwei Links enthielt: Einen auf die Seite des Vereins „Für Jagd in Deutschland e.V“, auf der sich Dennis Lorenz mit dem Thema „Naturschützer oder Menschenfänger?“ auseinandersetzt. Es geht darin um Unterrichtsmaterialien, die der Nabu für verschiedene Schulfächer im Grundschulunterricht zur Verfügung stellt. Wie könne es sein, fragt der Autor, dass „diese vom Staat bezahlten („Selbstverständlich finanziert durch das Bundesamt für Naturschutz, eine staatliche Behörde!, schreibt Lorenz) “Unterrichtsmaterialien” nicht nur mit fachlichen Fehlern gespickt sind, sondern auch höchst offensiv verschiedene Interessensgruppen in eine Ecke drängen und ihnen bestimmte Positionen unterstellen? Neben dem Schafzüchter und dem verängstigten Anwohner bekommt natürlich auch der Jäger sein Fett weg.“

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Verbände starten Kampagne gegen Jagd

Diverse Verbände in Nordrhein-Westfalen, darunter Nabu, Bund, Peta, der deutsche Tierschutzbund und das „Komitee gegen den Vogelmord“ haben im Vorfeld des Bundesjägertages eine Kampagne gegen die Jagd gestartet. Die Forderungen nach einer „Reform“ des Jagdrechts laufen auf ein Verbot der Jagd mit Ausnahme einer stark eingeschränkten und reglementierten Schadwildbekämpfung hinaus. Nach dem Willen der Kampagnen-Betreiber sollen u.a. Fallenjagd, Fütterung, Beizjagd, Haustierabschuss und die Ausbildung von Jagdhunden an lebendem Wild verboten werden. Außerdem wird eine drastische Kürzung des Katalogs jagdbarer Arten gefordert. Nach Informationen der Bild-Zeitung blieben nur sechs jagdbare Arten – allesamt Schalenwildarten – erhalten. Außerdem wird eine Verkürzung der Jagdzeiten und das generelle Ende der Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft gefordert.

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„Verbot von bleihaltiger Munition nur durch Bundesgesetz“

Bund oder Länder: Wer entscheidet über Verbot von bleihaltiger Munition? / Antworten aus dem BMELV

Für einige Verwirrung in der Jägerschaft hat kürzlich ein Brief des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) an die 16 Bundesländer gesorgt. Hintergrund war die Bemühung einiger Länder, die Jagd mit bleihaltiger Büchsenmunition zu verbieten. Der Bund ist überzeugt, dass die Länder durch ein solches Vorgehen ihre Kompetenz überschreiten. Denn eine entsprechende Regelung falle unter das Waffen- und Sprengstoffgesetz – und das ist Bundessache. Wie aber steht es dann um die Staatsforsten? Dürfen die – wie beispielsweise schon in Brandenburg die Regel – die bleifreie Jagd auf ihren Flächen vorschreiben? Muss der Begehungsscheininhaber Folge leisten? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Niederwildjagd an Gewässern mit bleifreien Schroten? Der DJV hat dazu Dr. Axel Heider vom BMELV befragt.

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Nach Fehlabschuss: NABU fordert Verbot der Gänsejagd

Nach dem Fehlabschuss einer Weißwangengans im Münsterland fordert der NABU Kranenburg (Kreis Kleve) ein Verbot der Gänsejagd. Gegen zwei Jäger aus Nottuln (Kreis Coesfeld) wurde Anzeige wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Artenschutzgesetz und Jagdwilderei erstattet.

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