Schlagwort-Archive: Brandenburg

Brandenburg: Rekordstrecke beim Rotwild – Tiefstand beim Muffelwild

In Brandenburg hat die Oberste Jagdbehörde im Brandenburger Agrarministerium die Streckenstatistik für das Jagdjahr 2016 / 2017 veröffentlicht. Das Jagdjahr endet jeweils am 30. März und beginnt demzufolge am 1. April. Im Land wurden im zurückliegenden Jagdjahr insgesamt 168.756 Stück Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) erlegt. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr und die dritthöchste bislang in Brandenburg erfasste Schalenwildstrecke. Sie liegt mit 6 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jagdjahre. Beim Rotwild konnte ein neuer Höchstwert erreicht werden, nie zuvor wurden 10.667 Stück Rotwild erlegt. Die Streckensteigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt 4 Prozent. Hohe Streckenanteile erreichten die Landkreise Oder-Spree (15 Prozent), Ostprignitz-Ruppin (14 Prozent) sowie die Uckermark (10 Prozent).

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Brandenburg: Trichinen bei Wildschwein im Landkreis Uckermark

Bei einem in der Umgebung von Neurochlitz (Landkreis Uckermark) erlegten Wildschwein sind bei der vorgeschriebenen Untersuchung Trichinellen nachgewiesen worden. Das teilt der Amtstierarzt des Landkreises mit. Das Stück wurde als genussuntauglich eingestuft und unschädlich beseitigt. PM

Beitragsbild: Beitragsbild: Trichinenlarve. Quelle: Wikipedia

Brandenburg: Bauernbund fordert Aufnahme von Biber und Wolf ins Jagdrecht

In einer Stellungnahme zur anstehenden Neufassung der Brandenburgischen Jagddurchführungsverordnung hat der Bauernbund Brandenburg, Vertretung der bäuerlichen Familienbetriebe im Land, die Aufnahme von Biber und Wolf in die Liste der jagdbaren Tiere gefordert. „Auch wenn eine solche Aufnahme vorerst noch unter dem Vorbehalt des strengen europäischen Schutzes für beide Arten steht, schafft sie Rechtssicherheit für unsere Jäger und bereitet die von der Landesregierung angestrebte Anpassung des Schutzstatus vor“, sagte Bauernbund-Vorstand Marcus Schilka, Biobauer aus Guhrow im Spreewald.

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Brandenburg: Rehwildstrecke in Wolfsgebiet auf „historischem Tiefstand“

Jäger befürchten das „Verschwinden der Rehe“, der Umweltausschusses des Landkreises Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs diskutiert, inwieweit der Wolf die Tierwelt in der Lausitz verändert. Anlass ist der dramatische Rückgang der Streckenergebnisse: Wie die Lausitzer Rundschau berichtet, werden seit dem Jahr 2010 weit weniger Rehe erlegt als zuvor. Bis zum Jahr 2010 wurden im Kreisgebiet stets zwischen 4000 und 4500 Stück Rehwild erlegt. Im vergangenen Jagdjahr 2016/17 waren es nur noch 2821 Stück – ein „historischer Tiefstand“ sei das.

Die Diskussion rief umgehend Kritik hervor: Der Kreistagsabgeordnete Sascha Fussan der für Die Linke im Umweltausschuss sitzt, monierte gegenüber der Lausitzer Rundschau, die Jäger würden behaupten, das Gleichgewicht in der Natur erhalten zu wollen. Rehe hätten sich aber in der Vergangenheit „vor allem deshalb so stark vermehrt“, weil der Mensch natürliche Fressfeinde wie den Wolf ausgerottet habe. Der für seine – vorsichtig ausgedrückt – schalenwildkritische Position bekannte Privatwaldbesitzer Sebastian von Rotenhan stieß in das selbe Horn:

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Brandenburg: Kritik an Wisentabschuss

+++ 1a Öffentlichkeitsarbeit: „Revierservice“ berechnet 75 Euro für Entsorgung zweier toter Waschbären +++ Mecklenburg-Vorpommern: Elch an der A20 +++ Baden-Württemberg: Audi RS6 überfährt Schwarzwild-Rotte – sieben tote Sauen, 60.000 Euro Totalschaden +++ Schweiz: Wolf tötet acht Schafe im Kanton Bern +++ Brandenburg: Polterabend im Dorf hält Wolf nicht von Schafsrissen ab +++ Niederösterreich: Jäger fordern Regulierung der Wölfe +++

Nach dem Abschuss eines vermutlich aus Polen eingewanderten Wisents bei Lebus (Landkreis Märkisch-Oderland) hagelt es Kritik an dem Leiter des Ordnungsamts, der den Abschuss angeordnet hatte. Der WWF hat Strafanzeige gestellt, das Landesumweltministerium ließ durch einen Sprecher verlauten, dass man „entsetzt und empört“ sei.  Weder das Ministerium noch das Landesumweltamt seien in das Vorgehen des Amtsdirektors von Lebus eingebunden gewesen. Minister Vogelsänger habe sich nach Bekanntwerden des Berichts an den zuständigen Landrat gewandt mit der Bitte um eine Sachstandsdarstellung.

Der Ordnungsamtsleiter hat sein Vorgehen gegenüber den Medien verteidigt: Es habe eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bestanden. Er habe „da kein Abwägungsermessen, sondern Leib und Leben geht vor“, sagte der Beamte der Lausitzer Rundschau zufolge. Das Umweltministerium erklärte dazu, das Ordnungsrecht greife nur, wenn unmittelbar Gefahr im Verzug ist und auch dann sei nur das mildeste Mittel zulässig. „Wisente zählen in Deutschland und Polen zu den streng geschützten Tierarten. Von polnischer Seite wird uns vermittelt, dass es sich um einen Bullen handelt, der dort im Gebiet des Nationalparks Warthemündung seit längerem frei herumläuft. Von Gefahr im Verzug ist dort nichts bekannt.

Auch ein „parlamentarisches Nachspiel“ soll der Vorfall haben: Manfred Kürzer, Fraktionschef der größten Stadtverordnetenfaktion „Bürger für Lebus“ hat einen Antrag auf eine Sondersitzung des Parlaments eingereicht, wie die Märkische Online-Zeitung schreibt. Außerdem hat Kürzer die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den Ordnungsamtsleiter beantragt.

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Brandenburg: Elch auf der A12 totgefahren

Bereits gestern früh ist ein junger Elchbulle tot auf dem Standstreifen der A12 in der Nähe der Anschlussstelle Fürstenwalde-West (Landkreis Oder-Spree) gefunden worden. Das Tier ist vermutlich angefahren worden. In den vergangenen Wochen sind mehrfach Elche in Brandenburg gesichtet worden (JAWINA berichtete). Der Kadaver des Elchs wurde ins Naturkundemuseum Potsdam transportiert. Auf der Internetseite des Museums heißt es dazu: „Das gesamte Museumsteam trug den Elch in die Präparationswerkstatt des Museums. Der Präparator Christian Blumenstein vermaß das Tier und zog das Fell ab. Anschließend wurde der Elch und gewogen und untersucht. Das Fell wird später gegerbt und kommt mit dem Schädel in die wissenschaftliche Sammlung des Museums.“ SE

Beitragsbild: Elchbergung an der A12. Quelle: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg

LJVB: „Der Wolf darf nicht das „goldene Kalb“ sein“

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) geht mit klaren Forderungen in die Fachgespräche zum Wolfsmanagement.

Der Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat für den morgigen Mittwoch zu einem Fachgespräch „Wolfsmanagement“ eingeladen. Auch der LJVB ist als ein Anzuhörender dazu geladen. Der Geschäftsführer des LJVB, Matthias Schannwell, wird den Standpunkt der Jägerinnen und Jäger Brandenburgs vertreten. „Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland. Der Süden ist komplett von Wölfen besiedelt und über die Kyritz-Ruppiner Heide breitet sich Canis lupus weiter unbegrenzt Richtung Norden und Nordwesten aus. Schätzungen besagen, dass sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt.“, so Schannwell. Die damit verbundenen Probleme drohen unbeherrschbar zu werden. Der Wolfsbestand muss reguliert werden. Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen. Das heißt: Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit. Ziel muss es sein, dass die Wölfe wieder eine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen entwickeln, die dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Eine relativ schnell umsetzbare Alternative wären Schutzjagden nach dem skandinavischen Beispiel. Das würde die Tierhalter kurzfristig entlasten.

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Brandungen: Elch-Sichtungen online melden

+++ Elch bei Neubrandenburg gesichtet +++

Im laufenden Jahr  sind bis jetzt mehrfach Elchbullen in den Brandenburger Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Barnim und Dahme-Spreewald gesichtet und fotografiert worden, letztmals an der A 13 am  2. September. Diese Beobachtungen können jetzt auch online an das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) gemeldet werden. Dort werden alle Beobachtungen für den Elch-Management-Plan des Landes gesammelt.

Immer wieder ziehen Elche aus Polen in Richtung Westen und verbleiben auch in Brandenburg, bevor sie weiterziehen oder auch wieder über die Oder zurückkehren. Elche können, wie bereits geschehen, auch schwerere Unfälle auf Straßen verursachen. Auch aus diesem Grund sind Kenntnisse über die Wege dieser großen Tiere notwendig.

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Terminhinweis: Kommunalreform, Forstreform, Reformreform – wo bleibt der Wald?

Am Mittwoch den 06.09. 2017 findet in Eberswalde der von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) veranstaltete 4. Walddialog unter dem Thema: „Kommunalreform, Forstreform, Reformreform – wo bleibt der Wald?“ statt. Im Flyer zur Veranstaltung heißt es dazu: „Brandenburg befindet sich derzeit in der Endphase eines langjährigen Prozesses, der ursprünglich zu einer umfassenden Kommunalreform führen sollte. Während sich der Landtag mit dem durch die Landesregierung eingebrachten Kreisneugliederungsgesetz beschäftigt, hat der Verein „Bürgernahes Brandenburg“ ein Volksbegehren gestartet, welches die Sinnhaftigkeit dieses Reformansatzes grundsätzlich infrage stellt.

In dieser Situation ist zuletzt der Eindruck entstanden, dass alles was von der geplanten Reform übrig bleibt eine erneute Forstreform ist. Diese „Reformreform“ könnte allerdings dazu geeignet sein, bewährte und langjährig erprobte forstpolitische Strukturen endgültig zu zerschlagen.

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Gut angenommen: Brandenburger Grünbrücken

Im Rahmen des im Januar 2009 von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakets zur Stärkung  der Wirtschaft konnte die Straßenbauverwaltung Brandenburg drei Grünbrücken über Autobahnen fertigstellen, die wesentlich das Projekt „Ökologischer Korridor Südbrandenburg“ unterstützen. Seitdem ist das Land auch für zehn Jahre verpflichtet, über ein Monitoringprogramm zu überprüfen, ob und wie die Bauwerke für die Wildtiere Wirkungen entfalten. Aktuell hat das Landekompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) wieder einen Bericht zur „Erfolgskontrolle an den Grünbrücken über die BAB 9, 13, und 12 zum Nachweis der Funktionalität als Wildtierpassage (Monitoring größerer Säugetiere“ vorgelegt, der über die Internetseite das Brandenburger Forstministeriums abrufbar ist.

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Brandenburg: Weiterer Wolf erschossen

+++ Namibia: Elefant tötet Großwildjäger +++

Ein bereits im Juni bei Ratzdorf (Landkreis Oder-Spree) von einem Angler tot aufgefundener Wolf ist erschossen worden, wie der rbb unter Berufung auf eine Mitteilung des Landesumweltamtes berichtet. DIes habe die Untersuchung des Kadavers durch das Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) ergeben. Da die Wölfin am Oderufer gefunden wurde, könne es auch sein, dass sie in Polen geschossen worden sei und dann auf die deutsche Seite getrieben sei. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. SE

Beitragsbild: Deich an der Oder (Symbolbild). Foto: SE

Behörden bereiten sich auf ASP-Ausbruch vor

Maßnahmen-Katalog des FLI veröffentlicht – Jagdverbote und Totalabschuss der Wildschweinpopulation vorgesehen

In einem Rundschreiben an die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter des Landes Brandenburg sowie diverse Verbände warnt das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) vor einem möglichen Ausbruch der ASP in Deutschland. In Anbetracht des erhöhten Risikos (JAWINA berichtete) käme der Früherkennung der ASP eine herausragende Bedeutung zu, so das MdJEV. Das Ministerium weist auf die Schweinepest-Monitoring-Verordnung „und insbesondere auf die Beprobung tot aufgefundener Wildschweine einschließlich Unfallwild und krank erlegter Tiere“ hin. Die Anzahl der bisher eingegangenen Proben sei für eine Früherkennung der ASP nicht ausreichend.

Inzwischen ist der Maßnahmen-Katalog des FLI an die Veterinärämter und andere Behörden versandt worden. Das Dokument liegt der Red. vor. Vorgesehen sind unter anderem die Einrichtung von Sperrbezirken bei einem ASP-Ausbruch unter Wildschweinen, in dem ein mehrwöchiges totales Jagdverbot für alle Tierarten angeordnet wird. Anschließend sollen 80 bis 90 Prozent der gesamten Wildschweinpopulation in dem betroffenen Bezirk erlegt werden.

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Brandenburg: Wolf reißt 18 Schafe im Spreewald

In Klein Wasserburg, einem Ortsteil der Gemeinde Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald), sind in der Nacht auf Mittwoch vier Mutterschafe und 14 Lämmer bei einem Rissvorfall getötet worden. Die toten Schafe wiesen die für Wolfsangriffe typischen Kehlbisse auf, auf einigen sandigen Stellen der Weide haben die Angreifer beeindruckend große Pfotenabdrücke hinterlassen. Der zuständige Rissgutachter wollte sich weisungsgemäß nicht gegenüber der Presse äußern, hatte dem betroffenen Schäfer, Roland Rocher aus Storkow, jedoch bereits signalisiert, dass er Wölfe als Verursacher „für sehr, sehr wahrscheinlich“ halte. Der Rissgutachter nahm zahlreiche DNA-Proben, die in einem Speziallabor auf Spuren wölfischen Erbmaterials untersucht werden.

Warnung: Drastisches Bildmaterial!

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Brandenburg: Wolfsbeauftragte des Landes nehmen Arbeit auf

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger hat heute die beiden Wolfsbeauftragten des Landes vorgestellt. Die zwei Fachfrauen – Giulia Kriegel und Valeska de Pellegrini – wurden im Rahmen eines bundesweiten Auswahlverfahrens ausgewählt und sollen zunächst für die Dauer von zwei Jahren die Öffentlichkeitsarbeit zum Wolf in Brandenburg und die Beratung der Weidetierhalter intensivieren. Die Berufung der Beauftragten ist Teil des Wolfsmanagements in Brandenburg, das in diesem Jahr erweitert, beziehungsweise überarbeitet wird. „Wir möchten die Öffentlichkeit künftig noch schneller und umfassender über Wölfe in Brandenburg informieren und beraten“, erläuterte Vogelsänger. „Die Erfahrung zeigt, dass überall dort, wo Wölfe einwandern, sich Schäden an Nutztieren häufen, weil die Menschen oft noch ungenügend darauf vorbereitet sind.“

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Brandenburger Wolfsverordnung: „Ein bürokratisches Monster, vollkommen praxisuntauglich und ein absoluter Witz“

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – ursprünglich erschienen als Leserkommentar zum JAWINA-Beitrag über einen neuerlichen Wolfsriss in Brandenburg.

Lieber Herr Hoffmann,

wer wird denn wegen der paar Schafe gleich weinen? Unser Minister Vogelsänger wird es mit seiner in Vorbereitung befindlichen Verordnung schaffen, Ihr Problem zu lösen, oder? Sie müssten vor einer „Entnahme“ aber schon sicher sein, dass es tatsächlich immer derselbe Wolf war, der nach Ihren Schafen geschaut hat.  Und haben Sie denn auch mehrmals versucht, Isegrim zu vergrämen? Nein? Dann wird Ihnen Herr Vogelsänger auch nicht helfen können.

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Brandenburg: Wolf reißt weitere 16 Schafe

Brandenburger Schäfer verliert fast 50 Schafe in nicht einmal drei Wochen durch Wolfsrisse

Der Brandenburger Schäfer Dirk Hoffmann, der bei einem Wolfsangriff im Mai bereits dreißig Schafe eingebüßt hatte, musste in der Nacht auf Mittwoch einen weiteren Verlust hinnehmen: 16 Tiere, zwei Schafe und 14 Lämmer, sind in der Nacht auf Mittwoch auf einer Weide im Landkreis Teltow-Fläming vom Wolf gerissen worden. 94 Schafe hat der Schäfer damit insgesamt durch Wolfsangriffe verloren. Schon nach dem letzten Wolfsriss, hatte Hoffmann von einer existenzbedrohenden Situation gesprochen (siehe verlinkten MAZ-Bericht) und darüber nachgedacht, seinen Job an den Nagel zu hängen. Nach dem neuerlichen Rissvorfall zeigte sich Hoffmann im Gespräch mit JAWINA am Boden zerstört: „Der Anblick der toten Tiere macht mich so fertig, ich kann das nicht in Worte fassen.“ Die Herde ist durch einen Elektrozaun geschützt, der von den Wölfen jedoch immer wieder überwunden wird, indem sie ihn untergraben oder überspringen. SE

Foto: Schaf mit Lämmern. Foto: SE

Brandenburg: Wolfsschutz geht ins Geld

Am 27. Februar 2017 trat die  Richtlinie zur Förderung  von  Präventionsmaßnahmen  zum  Schutz  vor  Schäden  durch  geschützte Tierarten  (Wolf/Biber)  in  Kraft.  Die Richtlinie hat das Ziel, mögliche  Schäden  durch  Wolf  und  Biber zu vermeiden. Deshalb können Schutzmaßnahmen wie wolfssichere Zäune, die Anschaffung von Herdenschutzhunden oder auch Biberschutzmaßnahmen an Teichwirtschaften gefördert werden. Bis zum 28. April gingen 19 Anträge ein, sechs davon sind bisher bearbeitet und allesamt positiv beschieden worden. Die Fördersumme für die sechs genehmigten Anträge beträgt 54.893,62 Euro. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski. Sollten für die noch ausstehenden Anträge ähnlich hohe Fördersummen bewilligt werden, wären die Mittel für die Prävention von Wolfsangriffen in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr bereits erschöpft. Für die Prävention von Biberschäden stehen 150.000 Euro zur Verfügung, bisher sind jedoch keine Anträge von Teichwirten eingegangen.

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Brandenburg: Entwurf der WolfsVO liegt vor

Verordnung soll Vergrämung von Wölfen sowie Tötung von Problemwölfen, Wolfshybriden und verletzten Wölfen regeln

Der Entwurf zur Brandenburger Wolfs-Verordnung (WolfsVO) ist vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) an die Gremien zur Abstimmung übersandt worden. In dem Verordnungsentwurf (der der Red. vorliegt) wird die Vertreibung von Wölfen sowie der Umgang mit Problemwölfen, Wolfshybriden – also Mischlingen von Wölfen und Hunden – und schwerst verletzten Wölfen geregelt. Die beteiligten Verbände und Interessengruppen sind aufgefordert, „Anregungen und Bedenken zu dem vorgelegten Entwurf einer Wolfsverordnung bis zum 30. Juni 2017“ zu übermitteln, wie es im Begleitschreiben heißt.

§ 1 der WolfsVO befasst sich mit dem Vertreiben von Wölfen: Demnach sollen Wölfe, „die sich Weidetierbeständen, die nach den Vorgaben der „Mindeststandards beim Schutz von Weidetierbeständen vor Wolfsübergriffen“ des brandenburgischen Wolfsmanagements geschützt sind, bis auf weniger als 30 Meter annähern, mit dazu geeigneten Methoden und Geräten nach Maßgabe der §§ 3, 4 Absatz 1 und 5 vertrieben werden, sofern die Wölfe hierdurch nicht ernsthaft verletzt werden.“

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Wolfsverordnung für Brandenburg

Brandenburger Umweltministerium legt ersten Entwurf einer Wolfsverordnung vor – Vogelsänger: „Es geht nicht um eine Jagd auf Wölfe […] Wir müssen aber handeln, wenn ein Wolf wie in Rathenow Ende letzten Jahres in Siedlungsbereiche vordringt oder wenn er zum Beispiel besonders geschützte Weidetieranlagen überwindet.“

Brandenburg betritt mit der Erarbeitung einer Wolfsverordnung zum Umgang mit Problemwölfen bundesweit Neuland. Der heute vor Verbandsvertretern aus Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd vorgestellte erste Entwurf einer Brandenburger Wolfsverordnung soll sicherstellen, dass zukünftig die Verwaltungen auf der Ebene der Kommunen, der Kreise und des Landes rechtssicher und schnell auf kritische Situationen mit der streng geschützten Tierart Wolf reagieren können.

Vogelsänger: „Mit der Überarbeitung des Brandenburger Wolfmanagementplans haben wir uns vorgenommen, auch eine Wolfsverordnung zur Entnahme von Problemwölfen vorzulegen. Weil Brandenburg hiermit bundesweit Vorreiter ist und weil hier unterschiedliche Interessenlagen aufeinanderstoßen, legen wir großen Wert darauf, unsere hauptsächlich beim Thema Wolf betroffenen Umwelt- und Landnutzerverbände frühzeitig zu beteiligen und ihre Sichtweise und ihre Erfahrungen in den Erarbeitungsprozess einfließen zu lassen.“

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Brandenburg: Ehrenamtliche Biberberater nehmen Arbeit auf

Im Land Brandenburg sollen zukünftig ehrenamtliche Biberberater die Arbeit der Naturschutzbehörden unterstützen, wie das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) mitteilt. Nach Ausbildung durch das Land und erfolgreicher Prüfung können nun 30 mit einem Sachkundenachweis ausgestattete Biberberater durch die Unteren Naturschutzbehörden offiziell für ihr Aufgabengebiet bestellt werden. Sie sollen als direkte Ansprechpartner mit Betroffenen Lösungsvorschläge bei von Bibern verursachten Konfliktfällen entwickeln. Grundlage ist die Brandenburgische Biberverordnung. Eine weitere Aufgabe ist, zusätzliche Daten über die geschützte Tierart zu gewinnen, insbesondere durch Kartierung und Erfassung der Population. Die ehrenamtlich tätigen Berater erhalten dafür eine jährliche Aufwandsentschädigung bis zu 400 Euro, die den Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten durch das Brandenburger Umweltministerium erstattet wird.

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Brandenburg: CDU-Abgeordnete fordert Schutzjagden auf Wölfe

Die brandenburgische CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier hat einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, „Weidetierhaltung mit Schutzjagden auf Problemwölfe“ zu sichern. „Auf der Basis eines aussagekräftigen Wolfsmonitorings im Land Brandenburg ist ein Populationsmodell nach wissenschaftlichen Standards zu erstellen“, heißt es in dem Antrag, „welches auf der Grundlage der Reproduktions-und Mortalitätsraten den tatsächlichen Zuwachs an Wölfen in Brandenburg ermittelt. Auf der Basis dieses Populationsmodelles ist die Zahl von Individuen zu bestimmen, die im Zuge von Schutzjagden aus der Population entnommen werden darf, ohne die positive Bestandsentwicklung hin zu einem günstigen Erhaltungszustand des Wolfes zu gefährden.“ Im Unterschied zu vielen anderen Anträgen der oppositionellen CDU sei der Antrag mit den Stimmen der Regierungskoalition in den Landwirtschaftsausschuss überwiesen worden, berichtet die Lausitzer Rundschau. Demnach habe sogar der Linken-Abgeordnete Thomas Domres den Antrag als „wohltuend sachlichen Diskussionsbeitrag“ gewürdigt. Nach Ansicht von Domres sei „dieser Vorschlag mit dem EU-Recht konform“, wenn er gut gemacht sei.

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Brandenburg: Trichinenbefall bei Wildschwein

Bei einem in der Gegend um Märtensmühle (Landkreis Teltow-Fläming) erlegten Wildschwein wurden bei der Untersuchung von Fleischproben am 27. April 2017 im Labor des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Teltow-Fläming Trichinen gefunden. Die Nachuntersuchung im nationalen Referenzlabor für Trichinella im Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigte den Fund von trichinella spiralis. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt macht aus diesem Anlass noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig eine gründliche und lückenlose Untersuchung von Wild- und Hausschweinen auf Trichinen ist. Trichinen sind kleine Fadenwürmer, die verkapselt in der Muskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien auftreten, sofern diese Fleisch- oder Allesfresser sind.

Die Infektion erfolgt über die Aufnahme von verseuchtem Fleisch. Im Magen wird das Fleisch verdaut und die Trichinen aus den Kapseln freigesetzt. Es folgt für einige Tage eine Vermehrungsphase im Darm, bevor die Larven über Lymph- und Blutgefäße in die Muskulatur gelangen. Dort kapseln sie sich ein, können bis zu 30 Jahre überleben und einen neuen Wirt infizieren.

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Brandenburg: Erlegerprämie für Schwarzwild im Landkreis Barnim

20 Euro pro erlegtem Schwarzkittel

Der Landkreis Barnim nimmt entsprechend einer Vereinbarung mit dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) an der Einführung einer Erlegerprämie für Schwarzwild teil. Mit einem Betrag von 20 Euro kann jedes Stück Schwarzwild (auch Unfall und Fallwild), welches über der Streckenmeldung des Jagdjahres 2015/2016 (Referenzjahr) erlegt wurde, prämiert werden. Das Pilotprojekt ist zunächst für drei Jagdjahre (2016/17, 2017/18, 2018/19) ausgelegt. Damit sollen Schäden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen reduziert, Schäden an Hochwasserschutzanlagen an der Oder und Neiße vermieden und ein positiver Effekt zur Erleichterung der Seuchenbekämpfung (ASP) erreicht werden.

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Brandenburg: Jägerfest auf Schloss Diedersdorf

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) veranstaltet im Rahmen des Landesjägertages am 06./07.05.2017 ein öffentliches Jägerfest mit Hegeschau und Pokalwettbewerb im Jagdhornblasen auf Schloss Diedersdorf. Dazu lädt der LJVB alle Mitglieder und Interessierten mit ihren Familien herzlich ein.

Die Besucher des Jägerfestes erwartet ein interessantes Programm mit Hunde- und Greifvogelvorführungen sowie einem Programm für Kinder. Darüber hinaus präsentieren sich im Innenhof des Schlosses verschiedene Aussteller, die eine Vielzahl attraktiver Produkte anbieten. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Ein Höhepunkt des Festes ist der 15. Pokalwettbewerb im Jagdhornblasen. Beginn ist um 10:00 Uhr (Ende gegen 14:00 Uhr). Die Siegerehrung ist für zirka 15:00 Uhr geplant. Zugelassen sind alle Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen sowie altersmäßig gemischte Gruppen des Landes Brandenburg. Der LJVB erwartet auch Gästegruppen aus anderen Bundesländern und dem europäischen Ausland. Es erklingen alle traditionell eingesetzten Jagdhorninstrumente einschließlich der Oktav-/Parforcehörner in B sowie das Waldhorn. Der Pokalwettbewerb im Jagdhornblasen wird durch Mittel aus der Jagdabgabe des Landes Brandenburg gefördert.

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Brandenburg: Vergrämungsabschüsse von Graureihern und Kolkraben – wirksam aber rechtswidrig?

Die Oberste Jagdbehörde Brandenburgs (OJB) hat in einem Schreiben (das der Red. vorliegt) an die Unteren Naturschutz- und Jagdbehörden mitgeteilt, dass an der seit 2005 gängigen Praxis, Sondergenehmigungen für Vergrämungsabschüsse von Graureihern und Kolkraben auf der Grundlage von § 27 Abs. 1 BJagdG zu erteilen, nicht mehr festgehalten wird. Grund seien Bedenken hinsichtlich der Anwendbarkeit des § 27 BJagdG, auf Grund derer das Ministerium (MLUV) nicht mehr an der vorherigen Rechtsauffassung festhalte.

Graureiher gehören zu den „besonders geschützten“ europäischen Vogelarten, obwohl sie als nicht gefährdet (Einstufung gemäß IUCN als „least concern“) gelten. Sie unterliegen dem Jagdrecht, haben aber in Brandenburg ganzjährig Schonzeit. Graureiher hatten erhebliche wirtschaftliche Schäden an Fischteichen verursacht, Kolkraben bei Rinderzuchtbetrieben, wo sie frisch geborene Kälber attackierten. Die „hilfsweise“ nach § 27 BJagdG genehmigten Vergrämungsabschüsse hatten sich laut OJB als „wirksam“ erwiesen – „im Gegensatz zu anderen Methoden (akustisches Stören, 4 – 6 mal am Tag Kontrollfahrten, Einrichtung besonderer Abkalbestellen etc“, wie es im Schreiben der OJB heißt.

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Brandenburg: Wolfsverordnung soll Abschuss von Problemwölfen regeln

Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde hat in ihrem Grußwort anlässlich des 4. Wolfplenums, das gestern in Potsdam stattfand, die Erarbeitung einer Wolfsverordnung für Brandenburg angekündigt. Diese solle eine schnelle und landeseinheitliche Vorgehensweise beim Auftreten von Wölfen mit einem für den Menschen problematischem Verhalten ermöglichen. Die Wolfsverordnung soll in den kommenden Wochen – unter Beteiligung der  Brandenburger Umwelt- und Landnutzerverbände – weiter qualifiziert werden.

Das Wolfsplenum sein ein Expertengremium, das „als Basis genutzt werden soll, um im Land zu Verabredungen zu kommen, die notwendig sind, um beim Thema Wolf einen vernünftigen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu erzielen“, sagte Schilde. Die drängenden Fragen, die sich aktuell mit der Weiterentwicklung des Brandenburger Wolfsmanagements stellen, und die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen seien der Grund gewesen, warum in diesem Jahr erstmals zwei Wolfsplenen stattfinden.

Schilde: „Wir können davon ausgehen, dass alle Beteiligten erkannt haben, dass der Wolf in Brandenburg fortdauernd eine Existenz haben wird. Es kommt darauf an, die damit verbundenen Konflikte zu lösen. Dies geht nur im Dialog zwischen Naturschützern, den Landnutzern und der Verwaltung.“

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LJV Brandenburg fordert Notwehrrecht und Entschädigung bei Wolfsangriffen auf Jagdhunde

Vor der bevorstehenden Überarbeitung des Wolfsmanagementplans Brandenburg (WMP) hat der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) einen Forderungskatalog zur zukünftigen Ausgestaltung des Wolfsmanagements veröffentlicht. Der LJVB fordert unter anderem eine Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfs, ein Notwehrrecht bei Wolfsangriffen auf Jagdhunde sowie die „rechtssichere Entnahme“ kranker Wölfe.

Im folgenden die Forderungen des LJVB im Wortlaut:

Der aktuelle, bis einschließlich 2017 befristete WMP des Landes Brandenburg soll fortgeschrieben werden. Um dem Anspruch eines WMP dahingehend gerecht zu werden, das Konflikte zwischen Mensch und Wolf nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen bzw. weitestgehend entschärft werden, fordert der Landesjagdverband Brandenburg e.V. im Zuge der Evaluierung des Wolfsmanagementplans:

1. Allgemein

  • Befristung des WMP auf maximal 3 Jahre
  • halbjährliche öffentliche Auswertung zu: Bestandsentwicklung des Wolfes, Schäden, Konflikten mit dem Wolf und bei Notwendigkeit Nachsteuerung im WMP
  • Konkrete Initiative des Landes Brandenburg zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie

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„Öko-Pegida“ – Landrat ärgert Naturfreunde

Nabu & Co. sind sauer auf Gernot Schmidt (SPD), den Landrat des Brandenburger Landkreises Märkisch-Oderland: Der hat anlässlich der landesweiten Wolfswachen (JAWINA berichtete) gesagt: „Ländliche Räume dürfen nicht die Spielwiese von Öko-Pegida sein.“ Und weiter: „Ich benutze dieses Wort auch bewusst. Ich sage mal, Medien, Politik, Presse – wir werden alle von extremen Gruppen in die Zange genommen, die uns erklären wollen, wie wir zu leben haben.“ In einer gemeinsamen Presseerklärung machten die Landesvorsitzenden von Nabu und BUND ihrer Empörung Luft: Eine „bewusste Provokation“ und „eine unfassbare Diffamierung“ stelle der Ausspruch Schmidts dar. Dem rbb zufolge machen sich die Landesverbände der Naturschutzorganisationen „für eine Versachlichung in der Wolfsdebatte stark.“ Ach wirklich? Davon ist in der genannten Presseerklärung wenig zu verspüren, in der eher nach der Devise Auge um Auge, Zahn um Zahn zurückgeschossen wird, wenn es heißt, „Landrat Schmidt hat selbst Pegida-Niveau“, oder „Leute wie der Landrat“, versuchten, „den Volkszorn gegen den Wolf zu organisieren, was „populistisches und hetzerisches Niveau“, sei. Mag sein, dass Schmidts Pegida-Vergleich nicht besonders glücklich gewählt war – mit ihrer Entgegnung haben Nabu und Bund jedes Maß und jeglichen politischen Anstand weit hinter sich gelassen.

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Brandenburg: 800 Menschen nehmen an landesweiten Wolfswachen teil

Nach Auffassung der veranstaltenden Verbände sind die ersten landesweiten Wolfswachen in Brandenburg ein voller Erfolg. Landbevölkerung, Jäger und Landnutzer hätten ein „Signal der Solidarität mit den Weidetierhaltern“ gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung des Forums Natur Brandenburg. An neun Standorten im Land verteilt hätten sich rund 800 Menschen beteiligt, heißt es weiter: „Diese gigantische Resonanz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind die Probleme deutlich zu thematisieren und dabei auf den Dialog mit der Politik und den betroffenen Menschen zu setzen“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes.

Dass durch den Wolf nach den Schäfern, zwischenzeitlich auch die Rinderhalter massiv und neuerdings auch immer häufiger die Pferdehalter betroffen seien mache deutlich, dass nunmehr die Solidarität aller Landnutzer gefragt sei. „Besonders freut es uns zu hören, dass Minister Vogelsänger einen Antrag Brandenburgs in der Konferenz der Agrarminister (s.u.)durchsetzen konnte, der nunmehr zu einer zeitnahen Überprüfung des günstigen Erhaltungszustandes der Wolfspopulation führen wird“, verleiht Wendorff der Hoffnung Ausdruck, dass nunmehr Bewegung in diese lange überfällige Debatte zum Schutzstatus des Wolfes kommt.

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Brandenburg: Minister und Staatssekretärin bei Wolfswachen

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger wird sich am kommenden Freitag (31. März) an der ersten landesweiten Wolfswacht beteiligen. Das teilt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium mit. Vogelsänger wird in Dolgelin in Märkisch-Oderland mit Landrat Gernot Schmidt – hier in seiner Funktion als Vorsitzender des Forums Natur – und mit dem Präsidenten des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, ebenfalls Vorsitzender des Forums Natur, am Wachfeuer das Gespräch mit Weidetierhaltern und interessierten Bürgern suchen.
Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde trifft in Krielow im Landkreis Potsdam-Mittelmark auf den Präsidenten des Bauernbunds Brandenburg, Marco Hintze, sowie Dirk Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbands, und Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands.

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Brandenburg: Erstmalig landesweite Wolfswachen

Wolf im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) überfahren – Almbauern kämpfen gegen Wölfe

Während sich die Wolfspopulationen in Brandenburg weiterhin etablieren, ringt die Landesverwaltung mit der Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes, klagt das Forum Natur Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung: Bis zum Wolfsplenum am 26. April in Potsdam soll ein gangbarer Weg gefunden werden, wie die Akzeptanz für den Wolf gesichert werden kann und dabei gleichzeitig die Weidetierhaltung in unseren Kulturlandschaften erhalten bleibt. Bislang steigen allerdings von Jahr zu Jahr die Verluste an Weidetieren. Gleichzeitig warten die Tierhalter oft monatelang auf zugesagte Entschädigungsleistungen. Die Verbände sehen die Politik daher in der Pflicht, im Rahmen der Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes klare und verlässliche Regelungen zu schaffen. Die brandenburgischen Bauern fordern von der Landesregierung zudem die zügige unbürokratische Entnahme von Problemwölfen sowie mittelfristig eine Anpassung des EU-Schutzstatus, durch den langfristig die Bejagung möglich wird. Außerdem sollen Wolfsrisse komplett entschädigt werden.

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Brandenburg: Wolf reisst Kalb

Auf der Klinkenmühle in Gottsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) ist in der Nacht zu Samstag ein Kalb gerissen worden, wahrscheinlich von einem oder mehreren Wölfen. Die Tiere sind im Winterauslauf in unmittelbarer Nähe von Stall und Wohnhaus untergebracht. Gegen drei Uhr nachts wurden die Bio-Landwirte Kathrin und Andreas Lütteken von der Panik unter den Rindern geweckt. Am Morgen fanden sie die Überreste des vier Tage alten und ca. 40 Kilogramm schweren Bullenkalbs. Gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) berichteten die Landwirte, dass ihre Tochter die Fährten von drei Wölfen auf dem Außengelände des Hofs gesichtet habe. Die Biobauernfamilie befürchtet, dass sich solche Angriffe wiederholen könnten. Die Herde von 70 Mutterkühen und 16 Kälbern solle demnächst auf die Weide, eine wolfssichere Einzäunung des gesamten Geländes könne keiner bezahlen, so Kathrin Lütteken gegenüber der MAZ. SE

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Schnellschüsse und ihre Folgen

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel: Offener Brief an die Mitglieder und Stellvertretenden Mitglieder des Ausschusses für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft

Sehr geehrter …

Anfang Dezember 2014 hatte ich an die Mitglieder des Ausschusses für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft einen Brief geschrieben und darin meine Besorgnis über den Umgang mit Rehwild in unserem Land ausgedrückt. Nachdem die Jagdzeit auf den Rehbock damals vom 1. Mai bis zum 31. Dezember ausgedehnt wurde und der behördlich bestätigte Abschussplan für Rehwild wegfiel, war ein erhöhter Anteil männlichen Rehwildes an der Strecke mit negativen Konsequenzen für das Rehwild zu befürchten. Dazu ein Zitat aus dem letzten Jagdbericht des Landes Brandenburg (Sn. 27 und 28):

„Die Verlängerung der Jagdzeit auf Böcke hat demzufolge nicht zu einer Erhöhung der Rehwildstrecke, aber zu einer Verschiebung des Geschlechterverhältnisses im Abschuss zu Gunsten des männlichen Streckenanteils geführt, der nicht zufrieden stellen kann. ( . . . . . ) Die Anteile von Böcken in der Altersklasse 2 entsprechen mit 39 Prozent besser den Anforderungen als es der Anteil an Ricken mit nur 34 Prozent vermochte (Vorgabe jeweils 40 Prozent) ( . . . . ). Die mancherorts nötige Reduzierung überhöhter Bestände kann nur über den vermehrten Abschuss weiblichen Wildes realisiert werden. Es ist daher zu hoffen, dass die abzeichnende Tendenz zu verstärktem Bockabschuss auch durch eine weitere Steigerung des Rickenabschusses ergänzt wird.“

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Brandenburg: Erlegungsprämie für Schwarzwild

Landkreis Oder-Spree unterzeichnet als erster Landkreis Vereinbarung für Modellprojekt: Prämie für die Erlegung von zusätzlichen Wildschweinen

Der Oder-Spree-Landrat Rolf Lindemann hat am Freitag (10. Februar) mit Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger eine Vereinbarung über die Gewährung einer Erlegungsprämie für zusätzlich erlegtes Schwarzwild unterschrieben. Berechnungsgrundlage für die „Übererfüllung“ der Jagdstrecke ist die Streckenmeldung je Jagdbezirk für das Jagdjahr 2015/2016. Jagdjahre beginnen beziehungsweise enden jeweils am 31. März/ 1. April. Streckenmeldungen erfassen auch tot aufgefundene beziehungsweise durch Unfälle getötete Tiere. Für jedes Stück Schwarzwild, das über die Meldung des Referenzjahres 2015/2016 hinaus im jeweiligen Jagdbezirk erlegt wird, können die Jagdpächter eine Erlegungsprämie in Höhe von 20 Euro beantragen.

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