Schlagwort-Archive: Biodiversität

Weltbiodiversitätsrat: Verheerende Verluste von Biodiversität

Der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Science- Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES)) schlägt Alarm: In den Zustandsberichten zur Biodiversität, die am Freitag auf einer IPBES-Konferenz in Medellin, Kolumbien, vorgestellt wurden, warnen die Experten vor einem weltweiten verheerenden Rückgang der Biodiversität. Die essenzielle Vielfalt von Lebensformen sei in allen Regionen der Welt weiterhin rückläufig, konstatieren die 550 Experten aus über 100 Ländern. Dieser alarmierende Trend gefährde  Wirtschaftssysteme, Existenzgrundlagen, Lebensmittelsicherheit und die Lebensqualität weltweit.

In allen Regionen – von einigen positiven Ausnahmen abgesehen, von denen man lernen könne – befinde sich die Biodiversität im Rückgang aufgrund der gleichen Ursachen, so das IPBES in einer Pressemitteilung: Habitatzerstörung, Raubbau, nicht nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, Luft-, Boden- und Wasserverschmutzung, Zunahme und Einfluss invasiver Arten und Klimawandel.

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BfN-Report zur biologischen Vielfalt: „Situation in allen Bereichen der Agrarlandschaft alarmierend“

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat einen umfassenden Agrar-Report zur biologischen Vielfalt vorgestellt. Das BfN zeigt in seiner Analyse, dass sich die Situation der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft deutlich verschlechtert hat. „Diese Entwicklung muss für uns alle alarmierend sein“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. „Wir brauchen deshalb dringend eine Kehrtwende in der Agrarpolitik.“

Für seinen Agrar-Report hat das Bundesamt für Naturschutz die Ergebnisse aus verschiedenen Forschungsvorhaben zur Entwicklung der Natur in der Agrarlandschaft zusammengeführt. „Praktisch alle Tier- und Pflanzengruppen in der Agrarlandschaft sind von einem eklatanten Schwund betroffen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei den Vögeln und den Insekten. Die Problematik setzt sich aber leider auch bei der Situation der Lebensraumvielfalt fort“, sagt die BfN-Präsidentin. Die aktuelle Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands sowie das Monitoring von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert verdeutlichen dies eindringlich.

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DJV: 2016 ist Jahr des Rebhuhns

DJV forciert Fokus auf Offenlandarten

Im Jahr 2016 steht für den Deutschen Jagdverband das Rebhuhn (Perdix perdix) im Mittelpunkt. Damit wählen die Jäger eine weitere Niederwildart, um auf die extrem kritische Lage für Vogelarten in der Agrarlandschaft aufmerksam zu machen. Laut einer Datensammlung des European Bird Census Council ist der Bestand des Rebhuhns europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen. Das macht den Hühnervogel zum traurigen Rekordhalter und zum Schutzobjekt Nummer Eins der Jäger in ihren Revieren. Grund für den Rückgang sehen Forscher vor allem im Lebensraumverlust, da das Rebhuhn extensiv genutzte Flächen mit guter Deckung bevorzugt. Damit geht auch ein Mangel an Insekten einher sowie eine gestiegene Population von Prädatoren, maßgeblich des Fuchses.

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Kommentar: Ökodiktatorischer Wahnsinn

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, ursprünglich erschienen als Antwort auf diesen Beitrag in Jawina bzw. diesen in der FAZ.

Es ist verdienstvoll, den ökodiktatorischen Wahnsinn dieser Art von “Energiewende” mal in griffige Zahlen gefasst zu haben. Damit muss auch dem letzten Menschen, der nicht gerade stumpfen Sinnes ist, wie anscheinend viele unserer “Volksvertreter”, nun endlich klar werden, wie absurd und zerstörerisch diese Art von “Energiewende” ist. Zerstörerisch übrigens in doppeltem Sinne. Einmal wird dem privaten Stromverbraucher das Geld in unvorstellbarer Menge aus den Taschen gezogen, was den sozialen Frieden in unserem Lande sicher bald gefährden wird, und andererseits wird das Geld in die Taschen weniger gestopft. Als Betreiber eines Windrades kann man gar nichts dagegen tun, man wird im Verlauf von zwei Jahrzehnten automatisch zum Millionär. Und so ganz nebenbei wird die Biodiversität im ländlichen Raum, die ohnehin unter der intensivierten Landwirtschaft extrem leidet, weiter zerstört. Die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung, wonach das Artensterben bis 2020 gestoppt werden soll, wird aufgehen – wenn auch nicht in der ursprünglich beabsichtigten Weise: Sondern einfach deshalb, weil bis dahin alles ausgestorben ist, was diesen Wahnsinn nicht verträgt.

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Nabu-Studie: Landwirtschaft ist schuld an Artenschwund

Die Artenvielfalt ist in Deutschland auf landwirtschaftlichen Flächen ernsthaft bedroht. Daran haben bislang weder die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ noch das „Greening“ im Zuge der EU-Agrarförderung etwas ändern können. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Nabu in Auftrag gegebene Studie „Naturschutz in der Agrarlandschaft am Scheideweg – Misserfolge, Erfolge, neue Wege“.  Die Studie analysiert die Verluste biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft am Beispiel von Pflanzen und Vögeln. Demzufolge haben sich beispielsweise die Bestände von 15 der 20 typischen Brutvögel in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen kontinuierlich reduziert, bei drei Arten hat sich der Bestand seit 1980 sogar mehr als halbiert. Mindestens genauso dramatisch stellt sich die Situation der Blütenpflanzen der Agrarlebensräume dar, einzelne Arten haben seit den 1950er Jahren mehr als 99 Prozent ihres Bestands eingebüßt.

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Hauskatzen schmeckt heimische Fauna

Neues Gutachten belegt Einfluss von Katzen/ DJV interviewt Prof. Dr. Klaus Hackländer

Weltweit belegen Studien den Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Tierwelt. In einem neuen Gutachten der Universität für Bodenkultur Wien wurden jetzt annähernd 90 wissenschaftliche Studien ausgewertet. Prof. Dr. Klaus Hackländer hat das Gutachten „Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Fauna und mögliche Managementmaßnahmen“ geleitet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat den Universitätsprofessor für Wildbiologie zu seinen Ergebnissen befragt.

DJV: Sehr geehrter Prof. Dr. Hackländer das Interesse am Einfluss von Hauskatzen auf die Fauna, scheint nicht nur in Deutschland groß zu sein. Zu Ihren Ergebnissen: Welchen Einfluss haben Hauskatzen tatsächlich auf die heimische Tierwelt – sowohl durch das Beutemachen, als auch durch Beunruhigung?

Prof. Dr. Hackländer: Tatsächlich ist das Thema Hauskatze für den Artenschutz und die Jagd auf der ganzen Welt ein wichtiges Thema. Dementsprechend gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die den Einfluss von streunenden oder verwilderten Hauskatzen auf wildlebende Tiere untersucht haben. Darunter finden wir zahlreiche Studien, die lokal einen Rückgang von Arten belegt haben, z.T. sogar zum Aussterben einer Art geführt haben. Neben diesen direkten Effekten, sollten aber auch die indirekten Wirkungen von streunenden Katzen nicht außer Acht gelassen  werden. Die Anwesenheit des Beutegreifers Hauskatze kann zu Verhaltensänderungen bei der potentiellen Beute führen, die mit erhöhten Stresswerten reagieren, weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme haben oder eine geringere Jungenfürsorge zeigen. All dies kann damit auch ohne einen direkten Einfluss der Hauskatze (Tötung der Beute) zu einem Rückgang einer Art führen.

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Höhere Artenvielfalt im Wirtschaftswald

Forscher der Universitäten von Bern und München stellten 2012 nach Vergleichsstudien im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Hainich fest: Wirtschaftswälder weisen mitunter einen höheren Artenreichtum aus als Urwaldflächen. Nicht nur die florale Artenvielfalt ist größer, auch die Zahl der Insekten ist in Wirtschaftswäldern höher. Ursache ist die durch stete forstwirtschaftliche Eingriffe vielfältigere Waldstruktur einerseits, andererseits die durch die naturgemäße Waldwirtschaft erzielte Erhöhung alter Baum- und Totholzanteile, die speziell Insekten und seltene Reliktarten fördern.

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