Schlagwort-Archive: Biber

Brandenburg: Ehrenamtliche Biberberater nehmen Arbeit auf

Im Land Brandenburg sollen zukünftig ehrenamtliche Biberberater die Arbeit der Naturschutzbehörden unterstützen, wie das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) mitteilt. Nach Ausbildung durch das Land und erfolgreicher Prüfung können nun 30 mit einem Sachkundenachweis ausgestattete Biberberater durch die Unteren Naturschutzbehörden offiziell für ihr Aufgabengebiet bestellt werden. Sie sollen als direkte Ansprechpartner mit Betroffenen Lösungsvorschläge bei von Bibern verursachten Konfliktfällen entwickeln. Grundlage ist die Brandenburgische Biberverordnung. Eine weitere Aufgabe ist, zusätzliche Daten über die geschützte Tierart zu gewinnen, insbesondere durch Kartierung und Erfassung der Population. Die ehrenamtlich tätigen Berater erhalten dafür eine jährliche Aufwandsentschädigung bis zu 400 Euro, die den Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten durch das Brandenburger Umweltministerium erstattet wird.

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Biber breitet sich in Deutschland aus

Fast ausgerottet, hat sich der Biber in jüngster Zeit wieder stark ausgebreitet: Das zeigen Sichtungen zwischen 2006 und 2015, die Jäger und Wissenschaftler für das WILD-Monitoringprogramm ausgewertet haben. Rekord: In Brandenburg wurde der Pflanzenfresser in 41 Prozent der Reviere angetroffen. Die Umweltministerkonferenz hat jetzt den günstigen Erhaltungszustand für ganz Deutschland bestätigt.

Dem Biber geht es gut in Deutschland. Das zeigen Daten zur Entwicklung des Vorkommens von 2006 bis 2015. Demnach breitet sich der ehemals bedrohte Pflanzenfresser inzwischen bundesweit aus. Spitzenreiter ist das Land Brandenburg: Dort haben Jäger den Biber 2015 in 41 Prozent der Reviere nachgewiesen – eine Steigerung von 27 Prozentpunkten gegenüber 2006. Auch das Saarland (Sichtungen in 35 Prozent der Reviere), Sachsen-Anhalt (33 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (22 Prozent) und Baden-Württemberg (21 Prozent) gehören zu den Top-5-Bundesländern mit häufigen Sichtungen. Ausgewertet haben die Wissenschaftler Zeitreihen aus rund 24.000 Revieren – etwa 40 Prozent der Fläche Deutschlands – für das Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD). Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Zahlen jetzt veröffentlicht.

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Umweltminister: Wolf wird nicht bejagt

Eine alte Lebensweisheit empfiehlt: „Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.“ So geschehen auf der Umweltministerkonferenz (UMK), die am Freitag im brandenburgischen Bad Saarow stattfand. Greifbare Resultate waren bei den Themen Wolf und Biber nicht erzielt worden, was wohl auch keiner ernstlich erwartet hat. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) wiederholte seine Forderung nach beschränkter Abschussfreigabe von Wölfen (JAWINA berichtete), der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) drang, wie auch Bauern- und Schäferverbände, auf eine Obergrenze für die anwachsende Wolfspopulation.

Demgegenüber erteilte der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns Till Backhaus (SPD) allen „radikalen“ Lösungsvorschlägen dieser Art eine Absage: „Der Wolf ist in Deutschland willkommen“, lautete sein auf der UMK vorgetragenes Mantra. Backhaus‘ Brandenburger Amtskollege Jörg Vogelsänger (SPD) pflichtete ihm bei, indem er daran erinnerte, dass der Wolf vor 150 Jahren hierzulande „brutal ausgerottet“ worden sei, wozu die Menschen kein Recht gehabt hätten, wie die Lausitzer Rundschau zitiert, jetzt werde man Wege finden, mit dem Wolf zu leben. In postfaktischer (schließlich wird der Wolf in etlichen europäischen Ländern, darunter den EU-Mitgliedern Schweden, Rumänien und Slowakei regulär bejagt) Alternativlosigkeit postulierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (ebenfalls SPD): „Der Wolf kann nicht zur Jagd freigegeben werden.“ Dem apodiktischen Diktum der Bundesumweltministerin ist natürlich unbedingt zuzustimmen, sofern damit der sächsische Umweltstaatssekretär Herbert Wolf (CDU) gemeint sein sollte.

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Backhaus: Aufnahme von Wolf und Biber ins Jagdrecht hebt Schutzstatus nicht auf

Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wurde heute auf Antrag der AfD die Aufnahme des Wolfes und des Bibers in die Liste des jagdbaren Wildes diskutiert. Dazu nahm Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus wie folgt Stellung: „Eine Aufnahme in das Jagdrecht würde am Schutzstatus einer geschützten Art nichts ändern. Das gilt für den Wolf genauso wie für den Biber. Ändern und verkomplizieren würden sich nur die Zuständigkeiten. Der Wolf unterstünde dann der Hege und Pflege der Jägerschaft und dürfte aufgrund seiner ganzjährigen Schonzeit trotzdem nicht bejagt werden. Vor diesem Hintergrund frage ich mich ernsthaft, worin der Mehrwert einer Aufnahme in das Jagdrecht liegt.“

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Baden-Württemberg: Biber ins Jagdrecht?

Nachdem der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) im SWR vor einem Überhandnehmen des Biberstands im Ländle und den dadurch verursachten gravierenden Schäden gewarnt sowie mittelfristig Managementmaßnahmen bzw. eine Bejagung angedacht hatte, schlägt der LJV Baden-Württemberg eine „ergebnisoffene Prüfung“ vor: In einer Pressemitteilung des LJV heißt es dazu: „Die regelmäßige und wissensbasierte Prüfung der Aufnahme neuer wildlebender Tierarten unter den zusätzlichen Schutz des Jagd und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) sei zentraler Ansatz des neuen Gesetzes, so Landesjägermeister Jörg Friedmann heute in Stuttgart. Wenn der erstmals für 2018 vorzulegende landesweite Wildtierbericht zum Ergebnis komme, dass ein stark gestiegener Biberbestand zu enormen Schäden in Landwirtschaft und Wasserbau führe, müsse die Aufnahme des Bibers ins Jagdrecht ergebnisoffen geprüft werden. Mit dem Schutzmanagement des Gesetzes existiert auch ein Instrumentarium, mit dem sich naturschutz- und jagdrechtliche Belange gut vereinbaren lassen.“ PM LJV BaWü/SE

Beitragsbild: Von Bibern geschädigte Bäume im Spreewald. Foto: SE

Überraschung beim Abendansitz

Vorgestern Abend: Ich laufe zwischen Kanal und Pferdeweide zur Paddlerkanzel. Dann höre ich es links im dicht bewachsenen Uferstreifen sehr vernehmlich knacken und brechen. Sollten die Sauen, die uns seit Wochen zum Narren halten, mir tatsächlich den Gefallen tun, bei bestem Büchsenlicht eine Strandparty zu feiern? Also in den Pirschmodus umgeswitcht – ihr wisst schon: leicht vornüber gebeugt, Kanone in der Hand, vorsichtig und so leise wie möglich einen Fuß vor den andern setzend, Ruhepuls und Adrenalinausstoß leicht erhöht – und langsam an den Ort des Geschehens herangeschlichen. Deutlich sind braune Borsten durch das Grün zu erkennen.

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Weidmannsheil! Brandenburger Jäger erlegen zehn Biber

Erstmals seit Inkrafttreten der Brandenburger Biber-Verordnung im Mai 2015 haben Jäger im Landkreis Märkisch-Oderland zehn zum Abschuss freigegebene Biber erlegt. Biber haben sich in Brandenburg wieder stark ausgebreitet und sind an vielen Gewässern heimisch. Die possierlichen Nager richten durch das Unterwühlen von Deichen, Straßen und Bahngleisen, das Aufstauen von Gewässern und die daraus resultierende Flutung landwirtschaftlicher Flächen und das Annagen und Fällen auch starker Bäume gravierende Schäden an. Wenn die Schäden untragbar werden, ist nach der Biber-Verordnung auch die „Entnahme“ von Tieren vorgesehen. Bei der jetzt zu vermeldenden Jagd-Premiere auf Meister Bockert hatte der Gewässer- und Deichverband die Weidmänner beauftragt.

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Königs Wusterhausen: Buben böllern Biber tot

Am 21.12 fand eine ortsansässige Jägerfamilie einen toten Biber im Schlosspark Königs-Wusterhausen bei Berlin. Das äußerlich unversehrte Tier wurde im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht. Dabei wurden neben routinemäßigen pathologischen Untersuchungen auch die Trommelfelle des Bibers genauer betrachtet, da die Finder mitgeteilt hatten, dass Kinder Silvesterböller zwischen die auf dem Wasser schwimmenden Stockenten geworfen hatten. „Der gefundene Biber ist ein etwa sechs Monate altes weibliches Jungtier. Es wies beidseits zerstörte, gerissene Trommelfelle auf. Leber und Gehirn zeigten eine schockbedingte Stauung der Blutgefäße. Die Todesursache ist Ertrinken, da sich in der Lunge und im Magen viel Wasser befanden“, berichtet Gudrun Wibbelt, Veterinär-Pathologin und Wissenschaftlerin am IZW.

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Brandenburg: Bewegung beim Biber

Der Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger hat sich in einem Brief an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks für eine Überprüfung des Schutzstatus‘ des Bibers ausgesprochen. Dies erlaube eine „kontrollierte Jagd“, wie der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) in einer aktuellen Pressemitteilung verlauten lässt. Am 6.7. hatten ca. 150 Bürger, unter ihnen Bauern, Wald- und Grundbesitzer, Fischer und Jäger vor dem Brandenburger Landtag demonstriert, um eine Herabstufung des Schutzstatus des Bibers auf europäischer Ebene zu erreichen (Jawina berichtete).

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Demo Teilnehmer: „Jetzt reicht´s mit den Biberschäden!“

Biber-Demonstration am 6. Juli 2015 vor dem Landtag in Potsdam – ein Bericht von Jawina-Gastautor Dr. Armin Freund.

Eine heilige Kuh des Naturschutzes, der Biber, hat sich in Brandenburg so erfolgreich etabliert und vermehrt, dass Schäden an Dämmen und Deichen, an Gräben und Vegetation manchenorts nicht mehr tolerierbar sind. Das Klagen darüber bei allen Bewohnern im ländlichen Raum muss nun auch Eingang in politisches Handeln finden. Das war die einhellige Meinung der etwa 100 Teilnehmer einer Demonstration vor dem Potsdamer Landtag. Lautstark und beeindruckend meldete sich eine starke Abordnung aus dem besonders betroffenen Oderbruch zu Wort. Das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Demonstration war aber die Geschlossenheit, mit der alle relevanten Gruppen, Landbesitzer, Landnutzer, Jäger und Fischer, sich zu diesem Problem äußerten. Dieser Schulterschluss lässt auch die relativ geringe Teilnehmerzahl in einem anderen Licht erscheinen und gibt Hoffnung, dass man sich mit gleicher Geschlossenheit auch anderen Versuchen von Stadtmenschen und ideologisch motivierten Naturschützern widersetzt, die Bewohner des ländlichen Raum ökodiktatorisch zu beglücken.

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Brandenburg: Biberdemo vor dem Landtag

Zu einer „Biberdemo“ (vielleicht sollte es besser „Anti-Biberdemo“ heißen…), die am Montag, den 6. Juli vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam stattfinden soll, ruft ein Zusammenschluss verschiedener Landnutzer-Verbände auf. In dem vom Landesbauernverband Brandenburg (LBV), Bauernbund Brandenburg, Landesanglerverband, Landesfischereiverband, Wald- und Grundbesitzerverbänden sowie dem Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) unterzeichneten Aufruf zur Demo heißt es, die flächendeckende Vermehrung des Bibers in Brandenburg sei „einerseits erfreulich“, da die Tierart lange verschwunden gewesen sei. Auf der anderen Seite jedoch nähmen die durch die Tierart verursachten Schäden Ausmaße an, „die weit jenseits des Akzeptablen“ lägen. Der Biber sei schon lange keine bedrohte Tierart mehr, werde aber immer noch so behandelt.

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Bayern: Biber fällen 200 Obstbäume

In Aufheim, einem Ortsteil der Stadt Senden (Landkreis Neu-Ulm) haben Biber 200 Obstbäume gefällt. Von der ökologisch wertvollen Obstbaumwiese blieben nur Stummel, wie die Südwest-Presse berichtet. Das zuständige Landratsamt stellte Biberfallen auf dem Gelände auf – und fing und tötete ein Tier der streng geschützten Art. Um den streng geschützten Biber ins Jenseits befördern zu dürfen, bediente sich die Verwaltung eines Tricks: Man ging einfach davon aus, dass es sich bei den in der Obstplantage marodierenden Nagern um die gleiche Biberfamilie handelte, die auch die Uferwege eines nahe gelegenen Grabens so unterhöhlte, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge einzubrechen drohten.

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Lieber ohne Biber?

Wie schön für die Politik, dass es einen Schuldigen gibt, der bestens dafür taugt, von den Versäumnissen im Hochwasserschutz abzulenken. Gemeint ist der Biber, der nach dem Elbhochwasser dem Populismus geopfert werden soll. Der eigentliche Skandal indes ist, dass für Millionen Euro sanierte Deiche nicht grabesicher sind.

Wir veröffentlichen diesen nach dem Oderhochwasser 2010 geschriebenen Beitrag aus aktuellem Anlass – die Reaktionen der Politik sind nach jedem Hochwasser ohnehin die selben.

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Hochwasser: Biber zum Abschuss freigegeben

So schnell kann es gehen: Der Biber, eben noch eine der heiligen Tierarten des deutschen Naturschutzes, ist in den Hochwassergebieten Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern zum Abschuss freigegeben worden. Die Untere Jagdbehörde und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ludwigslust-Parchim haben am Freitag zwei entsprechende Ausnahmegenehmigungen im Hochwassergebiet erteilt. Doch was soll das bringen?

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