Schlagwort-Archive: Bejagung

Niedersachsen: CDU fordert strikte Begrenzung der Wolfspopulation

Oesterhelweg: „Wolf gehört nicht ins Cuxland“

Nach Gesprächen mit zahlreichen Weidetierhaltern und Deich-Verantwortlichen aus dem Cuxland wirft der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Frank Oesterhelweg, Umweltminister Wenzel vor, die Sorgen der Menschen im Zusammenhang mit den zunehmenden Wolfsrissen noch immer nicht ernst zu nehmen. „Mittlerweile macht der Wolf auch vor tragenden Rindern nicht mehr Halt. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen an den Deichen verhallen wirkungslos, und Nutztierrisse werden auch nach mehreren Monaten nicht entschädigt. Das Versprechen der rot-grünen Landesregierung, den Betroffenen schnell und unbürokratisch helfen zu wollen, ist eine politische Mär. Während Minister Wenzel das Problem klein redet, gehen Frauen und Kinder aus Angst vor Wölfen nicht mehr allein in die Gemarkung – das ist die Realität im Cuxland.“

Weiterlesen

Frankfurt: Tierrechtler zeigen Nilgans-Jäger an

+++ Niedersachsen: Goldenstedter Wölfe reißen zwei Kälber und vier Stück Damwild in gesicherten Gehegen +++

Die militante Tierrechtler-Organisation Peta hat Anzeige gegen einen Jäger erstattet, der im Auftrag der Behörden und mit einer amtlichen Sondergenehmigung versehen Nilgänse im Frankfurter Brentano-Bad bejagt. Die Gänsepopulation in dem Freizeitbad verkotet Wiesen und Gewässer. Weil Salmonellen im Kot der Tiere nachgewiesen wurden, Gesundheitsgefahren befürchtet wurden und andere Vergrämungsmethoden erfolglos waren, wurde die Bejagung beschlossen. Peta meint jedoch, dass es einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle, Gänse zu töten, weil sie zu viel Kot hinterließen, wie die hessenschau.de berichtet. Dies stelle keinen „vernünftigen Grund“ dar, der nach dem Tierschutzgesetz zur Tötung eines Wirbeltiers erforderlich sei. Nicht nur gegen den Jäger, sondern auch gegen die zuständige Jagdbehörde wurde Anzeige erstattet. Der betroffene Jäger sagte gegenüber hessenschau.de, dass er von der Anzeige aus den Medien erfahren habe und die Sache gelassen sehe: Jagd produziere hochwertiges Wildbret, die im Brentanobad erlegten Gänse habe er zum Teil selbst verspeist. SE

Beitragsbild: Gänse – es gibt mehr als genug davon. Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: CDU und SPD fordern Obergrenze – für Wölfe

+++ Brandenburg: Elch in Templin narkotisiert +++ Zu einem – angesichts der Konflikte erstaunlichen – Ergebnis kommt eine WWF-Umfrage: Österreicher sehen Wolf angeblich positiv +++

Die Landtagsfraktionen von CDU und SPD in Mecklenburg-Vorpommern werden diese Woche einen Antrag im Landtag einbringen, der eine Begrenzung der Wolfspopulation in dem Bundesland fordert. Außerdem soll der Abschuss von Problemwölfen erleichtert werden. Die Landtagsabgeordnete Beate Schlupp (CDU) sagte gegenüber der Ostsee-Zeitung, es sei nötig, die Wolfspopulationen in Deutschland, Polen und dem Baltikum „zusammen zu betrachten“. Es sei davon auszugehen, dass diese Populationen „mittlerweile verschmolzen“ seien. Damit wäre hohe Schutzstatus nicht mehr erforderlich und eine Regulierung des Wolfsbestandes möglich. Es brauche 250 Wölfe in Deutschland, um von einem gesicherten Bestand auszugehen, erklärte Schlupp, alle „über diese Obergrenze hinausgehenden Tiere könnten zur Bejagung freigegeben werden.“ Eine Sprecherin des Naturschutzvereins BUND wies die Forderung nach einer Obergrenze gegenüber der Ostseezeitung zurück: Man müsse lernen, mit dem Wolf zu leben. SE

Beitragsbild: Beate Schlupp (CDU). Quelle: CDU MV

LJVB: „Der Wolf darf nicht das „goldene Kalb“ sein“

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) geht mit klaren Forderungen in die Fachgespräche zum Wolfsmanagement.

Der Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat für den morgigen Mittwoch zu einem Fachgespräch „Wolfsmanagement“ eingeladen. Auch der LJVB ist als ein Anzuhörender dazu geladen. Der Geschäftsführer des LJVB, Matthias Schannwell, wird den Standpunkt der Jägerinnen und Jäger Brandenburgs vertreten. „Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland. Der Süden ist komplett von Wölfen besiedelt und über die Kyritz-Ruppiner Heide breitet sich Canis lupus weiter unbegrenzt Richtung Norden und Nordwesten aus. Schätzungen besagen, dass sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt.“, so Schannwell. Die damit verbundenen Probleme drohen unbeherrschbar zu werden. Der Wolfsbestand muss reguliert werden. Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen. Das heißt: Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit. Ziel muss es sein, dass die Wölfe wieder eine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen entwickeln, die dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Eine relativ schnell umsetzbare Alternative wären Schutzjagden nach dem skandinavischen Beispiel. Das würde die Tierhalter kurzfristig entlasten.

Weiterlesen

Elche jagen, um Karibus zu schützen?

Ein Team von Wildbiologen von der Universität Alberta in Kanada hat in einem Experiment die Wirksamkeit einer ungewöhnlichen Artenschutz-Taktik unter Beweis gestellt: In dem von Robert Serrouya​, Bruce N. McLellan, Harry van Oort, Garth Mowat, Stan Boutin im Online-Wissenschaftsjournal PeerJ veröffentlichten Aufsatz „Experimental moose reduction lowers wolf density and stops decline of endangered caribou“ geht es um die gefährdete Population von Bergkaribus (Wildren, woodland caribou, Rangifer tarandus) in der kanadischen Provinz British Columbia. Der übliche Ansatz besteht darin, die Wolfspopulation in dem Gebiet zu bekämpfen, da Wölfe, wie andere Studien zeigten, jährlich 10 bis 15 Prozent einer Karibu-Population töten. Doch diese Maßnahmen zeigten jeweils nur einen saisonal und örtlich beschränkten Erfolg, vermutlich weil es gerade in den abgelegenen Regionen im Gebirgsregenwald, in denen das Wildren beheimatet ist, nicht möglich ist, die Wolfspopulation ausreichend stark zu dezimieren. Wolfsmanagement bekämpfe das Symptom, erklärte Studienautor Dr. Robert Serrouya gegenüber der New York Times, „wir haben versucht, die Ursache anzugehen.“

Weiterlesen

Bayern: LBV fordert freiwilligen Verzicht auf Rebhuhn-Bejagung

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) appelliert an die bayerischen Jäger, freiwillig auf eine Bejagung des Rebhuhns zu verzichten. Am 1. September beginnt in Bayern die zweimonatige Jagdzeit auf das Rebhuhn. Die Zahl der früher weit verbreiteten Feldvögel ist in knapp vierzig Jahren europaweit um 94 Prozent gesunken. Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft, wie der LBV feststellt. In Bayern gebe es nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare, so die Vogelschützer. Dennoch würden pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen.

Ein Sprecher des bayerischen Jagdverbands sagte gegenüber der Welt, man teile die Sorge des LBV um das Rebhuhn. Daher verzichteten Jäger seit Jahrzehnten auf die Bejagung in Gebieten, wo es nicht länger nachhaltig sei. Gleichwohl gebe es im Freistaat noch Rebhuhn-Bestände, die eine nachhaltige Nutzung zuließen. Dem Rebhuhn in Ebersberg oder Erding werde es wenig helfen, wenn in Kitzingen oder Würzburg weniger gejagt wird, so der Sprecher des Bayerischen Jagdverbands gegenüber der Zeitung.

Weiterlesen

NRW: Kosten für Trichinenuntersuchung werden nur für Frischlinge von max. 20 kg erstattet

Mit einem Pilotprojektes des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) soll eine verstärkte Bejagung von Frischlingen in NRW erreicht werden (JAWINA berichtete). Dieses Projekt soll in der Jägerschaft den Anreiz erhöhen, den Bestand an Schwarzwild in NRW zu verringern. Dies ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen die afrikanische Schweinepest (ASP), die auch über die Wildschweinpopulation eingeschleppt und verbreitet werden kann. Für die Trichinenuntersuchung bei den Kommunen anfallende Gebühren werden mit maximal zehn Euro je untersuchtem Frischling gestützt. Ein entsprechender Erlass vom 11. August 2017 ist am 14. August 2017 an die zuständigen Behörden verschickt worden.

Weiterlesen

Bundesumweltministerin: „Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse“

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei „rechtlich nicht haltbar.“ Zudem helfe „die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden“.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, „dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.“

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks‘ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

Weiterlesen

Bundesagrarminister fordert Abschussquote für Wölfe

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat eine Abschussquote für Wölfe gefordert. In einem Interview mit der Samstagausgabe der Bild-Zeitung erklärte Schmidt, es gehe nicht darum, jeden einzelnen Wolf zu bekämpfen. Er gehöre zu unserem Ökosystem und habe ein Existenzrecht. „Aber wir können nicht warten, bis der Wolf zur Gefahr für  Menschen wird. Wir müssen jetzt handeln“, sagte Schmidt. Erforderlich sei ein Wolfsmanagement, um den Bestand so zu regulieren, dass der Wolf auch langfristig seinen Platz in Deutschland behalten könne.

Schmidt erklärte, „Wir kommen an den Punkt, wo wir im Rahmen der Bestandskontrolle über eine begrenzte Abschussfreigabe für Wölfe reden müssen.“ In anderen Ländern gäbe es bereits Abschussquoten für Wölfe. So etwas brauche Deutschland auch. SE

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Quelle: Christian Schmidt

Dammann-Tamke fordert „Erziehungsplan“ für Wölfe

+++ Erstmals seit 200 Jahren: Wolfsnachwuchs in Dänemark +++ Wolf im Hochschwarzwald gesichtet +++

Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) und agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke hat bei einem Vortrag in Garlstedt einen „Erziehungsplan für Wölfe“ gefordert. Der Bestand sei groß genug, die Wolfspopulation gesichert. Es sei an der Zeit, Regelungen für ein friedliches Zusammenleben zu treffen. Der Wolf müsse lernen, sich vom Menschen, seinen Siedlungen und Nutztieren fernzuhalten. Dem Osterholzer Kreisblatt zufolge sagte Dammann-Tamke, die EU erwarte einen guten Erhaltungszustand der Population, sie verlange nicht, dass dem Wolf kein Haar gekrümmt werde. Den guten Erhaltungszustand sieht Dammann-Tamke bereits als gegeben an, damit dürfe der Wolf auch bejagt werden. Die Unterscheidung der Wolfspopulation in zwei räumlich getrennte Gruppen unterschiedlicher Herkunft – die sogenannte deutsch-westpolnische oder auch mitteleuropäische Flachlandpopulation und die nordosteuropäisch-baltische – die den geforderten günstigen Erhaltungszustand jeweils noch nicht erreicht hätten, wertete Damman-Tamke als „politischen Versuch, den Erhaltungszustand künstlich zu verschleiern.“

Weiterlesen

Hessen: Streit um Bejagung von Waschbär und Kormoran im Landtag

In der gestrigen Plenarsitzung des Hessischen Landtags haben die Regierungskoalition aus CDU und Grünen und die Opposition heftig um die Bejagung von Waschbär und Kormoran gestritten. Einige SPD-Abgeordnete hatten einen Antrag eingebracht, in dem gefordert wird, die Bejagung des Waschbären in Hessen „ohne Einschränkungen“ zuzulassen. Die Schonzeit vom 1. März bis 31. Juli solle aufgehoben werden. Die FDP unterstützte den Antrag der SPD. Der jagdpolitische Sprecher der hessischen FDP-Fraktion, Jürgen Lenders, erklärte, man wolle eine Regelung, die es unter Wahrung des Schutzes der Elterntiere erlaube, Waschbären ganzjährig zu bejagen. Ministerpräsident Bouffier habe beim Landesjägertag erklärt, dass er die Auffassung der Jäger teile, dass Waschbären gejagt werden sollten, wenn sie zur Bedrohung anderer Tierarten werden. Leider habe sich die CDU nun dem Druck der Grünen gebeugt und der Ministerpräsident sein Wort gebrochen, da die Koalition einen Antrag vorgelegt habe, der an den unsinnigen Regelungen der Jagdverordnung festhalte.

Weiterlesen

Rheinland-Pfalz: Handlungsprogramm zur Intensivierung der Schwarzwildbejagung verabschiedet

Geplant unter anderem: Keine Abschussgebühren für Schwarzwild bei staatlichen Regiejagden – Weitgehende Einschränkungen von Kirrungen – Förderung des Jagdhundewesens

Angesichts ausufernder Wildschäden, weiterhin steigender Schwarzwildbestände und der Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) haben das Forstministerium RLP und involvierte Verbände (s.u.) ein 16 Punkte umfassendes Handlungsprogramm zur Intensivierung der Schwarzwildbejagung verabschiedet. Zur Erklärung der Dringlichkeit dieses Vorhabens heißt es in der Einleitung: „Seit Anfang der 1980er Jahre stiegen die Schwarzwildpopulation sowie die Jagdstrecke dieser Wildart enorm an. Damit einhergehend waren und sind zum Teil sehr hohe Wildschäden in der Landwirtschaft und im Weinbau zu beklagen. Hinzu kommen die Wildseuchenproblematik und die gestiegenen Verkehrsunfallzahlen. Gerade hinsichtlich der in Osteuropa vorkommenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist festzuhalten, dass flächendeckend Wildschweinpopulationen mit hohen Tierdichten vom Baltikum bis nach Deutschland bestehen. Eingeschleppt in nicht infizierte Gebiete besteht die Gefahr, dass sich die ASP dort mit der Tendenz der weiteren Ausbreitung dauerhaft festsetzen wird. Die Folgen sind schwerwiegende Restriktionen für schweinehaltende Betriebe und Jagende. Eine Impfung gegen ASP ist derzeit nicht möglich.

Weiterlesen

„Sicherung der Biodiversität durch einen angemessenen Umgang mit Rotwild“

TU Dresden und Hegegemeinschaft entwickeln Managementkonzept für Rotwild im Erzgebirge

An der Technischen Universität Dresden läuft ein Projekt, dass sich der „Entwicklung eines integrierten Wildtiermanagementkonzeptes auf wildbiologischer Grundlage am Beispiel der Hegegemeinschaft Erzgebirge“ widmet. Das Forschungsvorhaben wird im Wesentlichen aus Mitteln der Jagdabgabe finanziert, einen großen Beitrag leisten aber auch die zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen aller Beteiligten. Am 10. Juni wurde der erste Workshop mit den Mitgliedern der Hegegemeinschaft abgeschlossen.

Mittelfristig soll  zusammen mit der Hegegemeinschaft ein Wildmanagementkonzept erarbeitet werden, welches den Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, des Tierschutzes, des Tourismus und der Jagd gerecht wird und welches in der vorliegenden Konfliktlage zwischen forstlichen, jagdlichen und Artenschutzinteressen eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung darstellt.

Weiterlesen

Invasive Arten: Tierschutz-Forderungen realitätsfern

In einem Positionspapier haben sechs Tierschutzverbände die EU-Verordnung zum Umgang mit invasiven Arten kommentiert. Darin lehnen sie jegliche Tötung als „nicht tierschutzgerecht“ ab und plädieren für eine „Unfruchtbarmachung“ von Waschbär, Mink und Co. Mit ihren Forderungen verfehlen sie jede Form der Praktikabilität auf Kosten der Artenvielfalt.

Sechs Tierschutzverbände, darunter der Deutsche Tierschutzbund (DTB) haben sich kürzlich in einem Positionspapier zur Umsetzung der EU-Verordnung für den Umgang mit invasiven Arten (Nr. 1143/2014) geäußert. Im Kern lehnen sie die Tötung von Tieren ab und plädieren für eine „Unfruchtbarmachung“. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hält dies vor dem Hintergrund der starken Ausbreitung von Arten wie dem Waschbär für realitätsfern. „Diese Vorschläge mögen sich zwar eignen, um Spenden zu sammeln, sie helfen aber weder dem Tier- noch dem Artenschutz, weil sie keine praktikable Lösung darstellen“, sagt Professor Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied. „Eine Unfruchtbarmachung von invasiven Wildtieren ist utopisch.“

Weiterlesen

Finnland: Null Toleranz für Problemwölfe

Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), Helmut Dammann-Tamke hat mit weiteren LJV-Präsidenten eine Bildungsreise nach Finnland unternommen, um sich über das Wolfsmanagement im hohen Norden zu informieren. In der Kreiszeitung beschreibt Dammann-Tamke seine Eindrücke: So hätten die Finnen eine Null-Toleranz-Strategie im Umgang mit „verhaltensauffälligen“ Wölfen und solchen, die durch die Dörfer streiften: Diese würden im Zuge einer sofort anberaumten Polizeijagd von Amts wegen erschossen. Zwar werde das Thema Wolf auch in Finnland kontrovers diskutiert, grundsätzlich sei man sich jedoch einig, dass es eine Obergrenze für einen „verträglichen“ Wolfsbestand gebe. Diese belaufe sich auf 250 Wölfe in 25 Rudeln. In Finnland werde der Wolf regulär bejagt, im Norden Finnlands gehöre es überdies zu den verbrieften Rechten der Lappen und Samen, dass zum Schutz ihrer Rentierherden auf Antrag jeder Wolf geschossen werden dürfe. Trotz der Bejagung wachse die Wolfspopulation – aber eben nicht exponentiell, wie in Deutschland, so Dammann-Tamke.

Weiterlesen

Wölfe: Jagd erhält „natürliche“ Scheu

Mitte der Neunziger Jahre wurden 31 Wölfe aus Kanada im Yellowstone Nationalpark (YNP) ausgewildert, mittlerweile leben auf den 2,2 Millionen Acres (890.308 Hektar) zehn Rudel mit ungefähr 100 Individuen. Damit sei es an der Zeit, ein „Keine Zimmer frei“-Schild aufzuhängen, schreibt Jim Robbins in dem in der New York Times (NYT) erschienenen Artikel „The New Threat to Wolves in and Around Yellowstone„: Experten halten die Biotop-Kapazität für erschöpft. In den US-Bundesstaaten um den YNP ist Zahl frei lebender Wölfe auf 1700 Stück angewachsen. Nutztierrisse nehmen zu und bringen (nicht nur) Farmer gegen Naturschützer auf. Nach Idaho und Montana wird daher nun auch Wyoming im Herbst eine offizielle Jagdzeit für Wölfe einführen. Ziel ist selbstverständlich nicht, die Wölfe wieder auszurotten, sondern durch nachhaltige Bejagung eine angemessene Populationsgröße zu gewährleisten.

Die in PLOSone erschienene Studie „Implications of Harvest on the Boundaries of Protected Areas for Large Carnivore Viewing Opportunities“  beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Bejagung von Wölfen und anderen Großprädatoren auf die Sichtbarkeit der Wölfe in den Nationalparks (neben dem YNP Denali und Grand Teton) auswirkt. Diese ist dort nämlich ausdrücklich erwünscht, da die Möglichkeit, die Raubtiere zu beobachten, scharenweise Touristen – und deren Dollars – in die Nationalparks bringt. Die Ergebnisse der Studie erlauben interessante Rückschlüsse auf die Frage, wie die Sichtbarkeit von Wölfen minimiert werden kann, wo sie nicht erwünscht ist: Im Siedlungsbereichen unserer Kulturlandschaft zum Beispiel. Auch über die Prävention von Nutztierrissen ist hier einiges zu lernen.

Weiterlesen

Schweiz: Jäger sollen Gämsen schonen

„Zahlen heute den Preis für eine zu intensive Jagd“

Die Schweizer Gamspopulation ist seit Jahren rückläufig. Die Gamsstrecke hat sich in den letzten zwanzig Jahren nahezu halbiert. Als Gründe werden der Verlust von Lebensräumen infolge von zunehmenden Freizeitaktivitäten und Tourismus genannt, aber auch die verstärkte Konkurrenz durch Rothirsche und Steinwild, die Rückkehr von Großraubtieren sowie Erkrankungen wie Gamsblindheit und Räude. Einer der wichtigsten Faktoren ist nach Ansicht von Reinhard Schnidrig, der beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Wildtiere und Waldbiodiversität zuständig ist, jedoch „die falsche Jagdplanung in einigen Kantonen“, wie das Schweizer Nachrichtenportal FM1Today berichtet. Strenge Winter würden bei der Festsetzung der Abschusspläne unzureichend berücksichtigt: Der Jagddruck hab sich wegen der Förster erhöht,  sagt Schnidrig der Nachrichtenagentur sda: „Viele Regionen in der Schweiz zahlten heute den Preis für eine zu intensive Jagd.“ Die Schweizer Jäger wollen nun ihren Teil zu einer Erholung der Gamspopulation beitragen:

Weiterlesen

Österreich: Vorarlberg für intensivere Kormoran-Bejagung in Baden-Württemberg

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg befürworten Biologen den Vorstoß des baden-württembergischen Ministers für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU), den Kormoran auch in Naturschutzgebieten und EU-Schutzgebieten intensiver zu bejagen JAWINA berichtete). Das berichtet der ORF. Die massive Population des Kormorans am Bodensee und anderen Gewässern bedrohe die Fischebestände, heißt es beim ORF. Vorarlberg grenzt an das südliche Ufer des Bodensees an. Der Fischerei-Biologe Nikolaus Schotzko sagte gegenüber dem ORF, das heimische – also österreichische – Konzept werde von deutschen Kollegen als beispielhaft angesehen. In Vorarlberg werde darauf geachtet, dass sich maximal 30 bis 60 Kormoranpaare im Land ansiedeln und es nicht als 350 Kormorane im Einzugsgebiet gebe. Deshalb werden 100 bis 200 Abschüsse jährlich genehmigt.

Weiterlesen

Niedersachsen: Nabu-„Klarstellung“ zur Waschbär-Bejagung

Der Nabu Niedersachsen hat auf Nachfrage von JAWINA eine Klarstellung übermittelt, in der der Verband von der Forderung nach einer ganzjährigen Waschbärenbejagung (JAWINA berichtete) abrückt. Die Bejagung des Waschbären ohne Rücksicht auf den Schutz von Elterntieren während der Brut- und Setzzeit sei „definitiv keine Forderung des Nabu Niedersachsen“, erklärte der Pressesprecher der niedersächsischen Nabu-Fraktion, Ulrich Thüre, gegenüber JAWINA. Wie es zu der angeblichen Falschmeldung kam, die zuerst durch die Nachrichtenagentur dpa verbreitet wurde, konnte oder wollte Thüre nicht erläutern. „Ohne Medienschelte betreiben zu wollen“, schien er den Medien doch die Schuld daran zu geben, Nabu-Projektmitarbeiter „falsch verstanden“ zu haben. Die „Klarstellung“ des Nabu geben wir im folgenden im Wortlaut wieder:

Weiterlesen

CDU fordert „Regulierung“ des Wolfsbestands

Todesdrohungen gegen Wolfsgeschädigte

Die CDU-Landtagsfraktionen in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern fordern eine Bejagung des Wolfs. Die Agrarexpertin der CDU in MV, Beate Schlupp (Beitragsbild), erklärte gegenüber dem Nordkurier, dass sie eine „wissenschaftlich fundierte Bestandsobergrenze für Wölfe“ für notwendig halte. Angesichts der wachsenden Wolfspopulation sei mit einer Zunahme von Nutztierrissen zu rechnen. Im Hinblick auf die massiven Drohungen von Wolfsfreunden gegen den Sohn eines Damwildhalters, der bei einem Wolfsangriff zehn Tiere verloren hatte, sagte Schlupp, die Auseinandersetzungen zwischen Wolfsfreunden und Geschädigten würden jetzt schon „kaum noch sachlich“ geführt, eine Lösung werde noch schwerer zu finden sein, wenn die Schäden zunähmen.

Weiterlesen

Remmel-Ministerium fordert Jäger zum Handeln auf

Das von dem Grünen-Politiker Johannes Remmel geführte NRW-Umweltministerium fordert die Jäger angesichts der anwachsenden Schwarzwildpopulation zum Handeln auf, wie die WAZ berichtet. Fragt sich nur, warum sich die Jäger um irgendwelche Forderungen von Herrn Remmel scheren sollten, der den Grünröcken im Land das ideologielastige und allseits verhasste, sogenannte „ökologische“ Jagdgesetz beschert hat. Das fragt die WAZ zwar nicht, dafür hat sie aber drei andere interessante Fragen an das Remmel-Ministerium gerichtet, und zwar:

1. Warum wurde im neuen Jagdgesetz die Jagdzeit für Schwarzwild von 1. August bis 31. Januar auf 1. August bis 15. Januar verkürzt?

2. Warum wurde die zulässige Ködermenge Mais in Kirrungen von 1 l auf 0,5 l halbiert?

3. Warum müssen Kirrungen auf drei Stellen hinterm Komma nach dem Gauß-Krüger-Koordinaten-System der unteren Jagdbehörde angezeigt werden?

Das sind alles Maßnahmen, die Jäger als schikanös empfinden und eine effiziente Bejagung des Schwarzwildes erschweren. Das Remmel-Ministerium ficht das aber nicht an, wie dessen Antworten in der WAZ zeigen. SE

Weiterlesen

Gedanken zum Rotwildsymposium der Deutschen Wildtierstiftung in Baden-Baden

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Vorab zwei Feststellungen, die mir sicher keine dicke Mappe mit Dankschreiben von Seiten der Jägerschaft oder vom Gesetzgeber eintragen werden, deren Wahrheitsgehalt aber in der überwiegenden Mehrheit der Fälle jeder unvoreingenommenen Überprüfung standhält. Es gibt kaum eine andere Wildart, bei der Jagdneid und Revieregoismus in der Jägerschaft so ausgeprägt sind wie beim Rotwild.

1. Der größte Feind des Rotwildes ist der Jäger selbst!

Er

  • pachtet Reviere, deren Größe weit unterhalb der Streifgebietsgröße des Rothirschs liegt und betrachtet das dort vorkommende Rotwild als sein Eigentum.
  • versucht mit allen Mitteln, das Wild im eigenen Revierchen zu halten, damit der dicke Hirsch eben an der eigenen Trophäenwand landet und nicht an der des Nachbarn.
  • scheidet lieber aus einer Rotwild-Hegegemeinschaft oder aus einem Einstandsgebiet aus, damit er dann im „rotwildfreien Gebiet“ jedes Stück Rotwild unter Feuer nehmen kann.
  • sorgt durch die illegale Erlegung sog. „Kofferraumhirsche“ oder durch „Postkartenabschüsse“ weiblichen Wildes für ständig wachsende Populationen, die zudem noch ein extrem in Richtung weiblich verschobenes Geschlechterverhältnis haben.
  • macht die Trophäe männlichen Wildes unter Missachtung wildbiologischer und genetischer Erkenntnisse zum Maß aller Dinge bei der Rotwildbewirtschaftung.
  • lässt Hirsche durch übermäßige Abschüsse junger und mittelalter Stücke nicht in biologisch notwendiger Zahl alt werden.
  • scheucht Rotwild auch noch im Januar durch Bewegungsjagden auf, obwohl es sich bereits im winterlichen Energiesparmodus befindet und wundert sich dann über steigende Schälschäden.

Weiterlesen

Kreis VG: Bachenabschuss und Abschussprämie für Frischlinge

„Alte jagdliche Zöpfe abschneiden“ – Pilotprojekt will Wildschwein-Bestände „mit unkonventionellen Mitteln“ reduzieren

Exorbitant hohe Wildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen, bedrohliche Beschädigungen von Hochwasserschutz-Deichen und eine hohes Seuchengefahr-Potenzial angesichts der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Nachbarland Polen – diese Faktoren sehen Experten und Praktiker als Folgen zu hoher Wildschwein-Bestände im Nordosten Deutschlands.
Dem will der Landkreis Vorpommern-Greifswald (VG) in Mecklenburg-Vorpommern nun auf Initiative der Jäger  mit einem Aktionsplan begegnen, an dem auch Forst und Landwirte beteiligt sind. Dies erklärte der Kreis VG in einer Pressemitteilung.

Darin heißt es: „Bereits vor Monaten war diese Problematik absehbar. Daher haben sich Weidgenossen an uns gewandt und angefragt, ob wir als Untere Jagdbehörde nicht im Schulterschluss mit Jägerschaft, Landwirten, Forst und Wissenschaft nicht auch neue Wege bei der Schwarzwildbejagung gehen könnten“, sagte Landrätin Dr. Barbara Syrbe.
Es fanden daraufhin vier Schwarzwild-Symposien statt, Rundtisch-Gespräche bei denen sich jagdliche, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Praktiker zusammenfanden und mögliche Maßnahmen diskutierten.

Weiterlesen

Das Buch zur Sau

Jawina-Lesern ist Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel als kein Blatt vor den Mund nehmender Autor von Beiträgen und Kommentaren bekannt. Jetzt hat Prof. Pfannenstiel ein Buch über seine Lieblingswildart geschrieben: Das Schwarzwild. Der Untertitel des Werks: „Biologie und Bejagung – ein Leitfaden für die Praxis“, bringt ziemlich gut auf den Punkt, worum es in dem Buch geht: Hier wird anschaulich und verständlich, aber fundiert und auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die Biologie der Sauen geschildert. Dabei kommt der jagdliche Bezug in keinem Kapitel zu kurz.

Weiterlesen

Afrikanische Schweinepest: Workshop zur ASP gibt Empfehlungen für Jäger

Verendete Wildschweine ab sofort untersuchen lassen – Jagdruhe im Fall eins Ausbruchs – Nur mäßiges Risiko durch Jagdtourismus

Am 13. März fand in Berlin ein vom Friedrich-Löffler-Institut initiierter Workshop statt, auf dem Experten erörterten, wie hoch das Risiko ist, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Deutschland eingeschleppt wird – und welche Strategien im Fall eines Ausbruchs die Verbreitung der Seuche aufhalten könnten. „Alle Teilnehmer stimmten überein, dass im Ausbruchsfall in dem betroffenen Gebiet zunächst Jagdruhe herrschen sollte“, heißt es in den vom FLI veröffentlichten Ergebnissen des Fachgesprächs: „Eine Bejagung könnte Unruhe in die dort ansässigen Rotten bringen und unter Umständen zu ausgeprägten Wanderbewegungen führen, die das Risiko einer Verschleppung des Erregers erhöhen. Dies entspricht auch den Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Außerdem sollte Fallwild etwa sechs bis zehn Tage nach Feststellung des Ausbruchs gezielt gesucht und aus dem Revier verbracht werden.“

Weiterlesen

Backhaus rudert zurück – nun doch keine Prädatorenjagd in Schutzgebieten?

Nachdem es zunächst geheißen hatte, zum Zweck der ASP-Prophylaxe werde die Jagd auf Prädatoren (z.B. Marderhunde) in Großschutzgebieten freigegeben, rudert Minister Backhaus nun eiligst zurück: Sein Ministerium veröffentlichte eine „Klarstellung“, in der es heißt:

„Im Nachgang zu der Medienberichterstattung wird klargestellt, dass es keine Änderung der Jagdverordnung gegeben hat bzw. die Nationalparkjagdverordnung weiterhin gilt und somit dürfen Prädatoren weiterhin nicht ohne Ausnahmeerlaubnis erlegt werden. Das heißt konkret, dass beispielsweise weder Rabenvögel noch Waschbären regulär bejagt werden dürfen.

Weiterlesen

„Teure Heuchelei und bürokratischer Unsinn“

DJV befragte Eric Schweizer, Präsident des Genfer Jägerverbands „La St Hubert“, zum angeblich jagdfreien Kanton Genf

Genfs Wildtiere leben gut ohne Jagd, behaupten Jagdgegner, eine professionelle Umweltpolizei betreue die Tierwelt. Die ZDF-Doku „Jäger in der Falle“ kommt zu dem Schluss, dass „sanftes Wildtiermanagement“ à la Genf pro Jahr jeden Bürger genauso viel wie eine Tasse Kaffee kostet. Was steckt hinter diesen wohlklingenden Phrasen? Der Deutsche Jagdverband hat in Genf nachgehakt und mit Eric Schweizer, Präsident des Genfer Jägerverbands „La St Hubert“, gesprochen. Einen ausführlichen Faktencheck zur ZDF-Doku „Jäger in der Falle“ gibt es unter www.jagd-fakten.de. Dort kann auch eine Petition gegen tendenziöse Berichterstattung im ZDF gezeichnet werden. Innerhalb von knapp drei Wochen haben bereits mehr als 51.000 Menschen diese Chance genutzt, um zu protestieren. Damit steht die Petition auf der Plattform www.openpetition.de auf Platz 3.

Weiterlesen

Berliner Stadtschweine: Gekommen, um zu bleiben

Der Berliner Wildreferent Derk Ehlert rät Bewohnern, sich an Wildschweine im Stadtgebiet besser zu gewöhnen – sie würden eher mehr, nicht weniger.

Ein Wildschwein in der Großstadt – in Berlin ist das längst keine Seltenheit mehr. Immer mehr Bachen und Keiler verschlägt es in Gärten und Sportanlagen am Stadtrand. Dabei kommt es oft zu Zusammenstößen zwischen Mensch und Tier. Erst am vergangenen Freitag erschrak ein 81-Jähriger in Berlin-Köpenick so sehr über ein Wildschwein in seinem Garten, dass er einen Herzinfarkt erlitt und starb. Doch die Tiere sind weit weniger aggressiv, als gemeinhin angenommen, sagte der Wildreferent des Landes Berlin, Derk Ehlert. Nur in zwei Fällen seien die Vierbeiner mit besonderer Vorsicht zu genießen: Wenn sie verletzt seien oder wenn die Bachen Frischlinge hätten.

Weiterlesen

Berlin: Sauenplage hausgemacht

Die ausufernde Schwarzwildpopulation verursacht im Berliner Stadtgebiet massive Schäden, die Gefahr eines Ausbruchs von Schweinepest steigt, Konfrontationen zwischen Sau und Mensch nehmen zu. Jetzt musste ein Mensch sterben, von einem Wildschwein auf seinem eigenen Grundstück angegriffen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2010 belegt: Hauptverantwortlich für die Berliner Sauenplage sind die Berliner Forsten.

Berlin ist „bezüglich seiner Wildschweindichte im urbanen Raum ohne Beispiel“, heißt es im Gutachten, das Bruno Hespeler im Auftrag des Landes Berlin erstellt hat. An Schuldzuweisungen für diese Situation herrscht kein Mangel: Mal hieß es, die übereifrigen Jäger im Umland würden die armen Borstentiere so scharf bejagen, dass sie Zuflucht in der Hauptstadt suchten. Dann wieder schossen sich die Medien auf jene – in Wahrheit wohl nicht allzu breiten – Bevölkerungsschichten ein, die aus falsch verstandener Tierliebe Wildschweine füttern. Zur Abwechslung sollten dann die Eigenheimbesitzer Schuld sein, die ihre Anwesen nicht wildschweinsicher einfrieden.

Doch Bruno Hespelers Gutachten benennt die wahren Verantwortlichen: Es sind die Berliner Forsten – oder genauer gesagt einige Berliner Forstämter – die viel zu wenig Sauen schießen, eine groteske und unverantwortliche Überhege betreiben und obendrein die Reduktion durch Begehungsscheininhaber und Stadtjäger nach Kräften hintertreiben.

Weiterlesen

Umdenken bei Rabenvögeln?

Um Rabenvögel wie Krähen, Elstern und Kolkraben wird seit Jahren eine hoch ideologisierte Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Lagern von Naturschützern geführt. Für manche sind Rabenvögel fast so etwas wie heilige Tiere, die streng zu schützen und keinesfalls zu bejagen seien, da die Natur das Verhältnis von Prädatoren und Beutetieren selbst regele. Eine kaum widerspruchsfrei durchzuhaltende Argumentation, denn oft treten die Anhänger der „Die-Natur-regelt-alles-selbst-Theorie“ für eine scharfe jagdliche Dezimierung des „verbeißenden Schalenwilds“ ein, bei dem die natürliche Regulation seltsamerweise nicht funktioniert.

Weiterlesen

Zehn Fragen zur Rehwild-Jagd

Ein Gastbeitrag von Dr. Armin Freund, Wildbiologe

1. Frage: Brauchen wir eine Jagdzeit für Rehwild?

Versuch einer Antwort:

Der Mensch ist kein Wolf. Wir jagen heute nicht nur zur Nahrungsbeschaffung. Wir jagen auch nicht nur, um den Wald wachsen zu lassen. Wir jagen nicht nur, um Wildbestände an die Landeskultur anzupassen. Wir jagen vor allem aus Freude am Jagen!

Dennoch ist Jagen nicht grenzenloses Vergnügen. Immer ist uns bewusst, dass unsere potentielle Jagdbeute ein Mitgeschöpf ist, für das wir mehr empfinden als z. B. für eine Pflanze. Aus diesen Überlegungen, die stark in den Bereich hineinspielen, den die Jäger Weidgerechtigkeit nennen, folgen gewisse Einschränkungen der Jagd.

Wir jagen nicht auf hochbeschlagene weibliche Stücke und wir erlegen keine zur Aufzucht der Jungen notwendigen Elterntiere. Aus diesen Restriktionen folgt zwangsläufig eine zeitliche Regulierung der Jagd, nämlich wann was erlegt werden darf.

Weiterlesen