Schlagwort-Archive: Bauern

München: Bauern protestieren gegen Wolf

+++ NRW: „Ausreichende Handlungsmöglichkeiten“ – Umweltministerin Christina Schulze-Föcking (CDU) gegen Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht +++ Schweiz: Zweites Wolfsrudel im Kanton Wallis +++

Unter dem Motto „Weidetiere statt Wolfsreviere!“ haben am Montag 250 Bauern aus Südtirol, Österreich und Bayern vor dem Münchner Prinzregententheater demonstriert und gefordert, dass die Umweltminister sich endlich für den Schutz der Weide- und Freilandhaltung vor dem Wolf einsetzen. Das teilt der Bayerische Bauernverband (BBV) mit. In der Presseerklärung des BBV heißt es: „Der Wolf ist zurück und weil der Wolf unter strengem Schutz steht und keine natürlichen Feinde hat, breitet er sich nahezu ungehindert aus. In Europa leben inzwischen schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Tiere. „Die Bauern im Alpenraum stellt diese Entwicklung vor massive Probleme. Auf den Weiden und Almen werden immer mehr Kühe oder Schafe vom Wolf getötet, die für die Alpen so typische Weidehaltung ist gefährdet. Auf der Tagesordnung des Treffens der Umweltminister des Alpenraums, das heute in München stattfindet, sucht man die Probleme von Schäfern, Berg- und Almbauern trotzdem vergebens“, kritisiert Günther Felßner, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

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Frankreich: Aufgebrachte Schäfer nehmen Behördenvertreter unter Beschuss

Andere Länder, andere Sitten: In Auzat, einer Gemeinde im Département Ariège ganz im Süden Frankreichs an der Grenze zu Andorra und Spanien, haben aufgebrachte Bauern einer Abordnung von vier Emissären der Nationalen Jagd- und Wildtierbehörde (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, ONCFS) einen unvergesslichen Empfang bereitet: Als die vier Angestellten der ONCFS in dem malerischen Ort in den Pyrenäen anrückten, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, die Bären an den Schafherden der Bauern angerichtet hatten, fanden sie sich in einer aggressionsgeladenen Atmosphäre wieder. Etwa dreißig aggressive Personen machten bedrohliche Bemerkungen und verbreiteten ein feindseliges Klima, berichten zahlreiche französische Medien, wie etwa die Tageszeitung Le Figaro. Beiläufig wurde den staatlichen Gutachtern dann mitgeteilt, dass alle vier Reifen ihres Autos zerstochen worden seien. Der Vorfall gipfelte darin, dass mehr als fünfzig Schüsse abgefeuert wurden, als die Beamten auf die Bergweiden vorrückten – verletzt wurde dabei niemand. Dies sei offensichtlich geschehen, um sie einzuschüchtern, mutmaßte die französische Oberstaatsanwältin (Procureur de la République) Karline Bouisset gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

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Österreich: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz sorgen für Diskussionen

+++ WWF: Jäger in Niederösterreich sollen „Hetze“ gegen Wolf beenden +++ NRW: Landwirte im Kreisverband Ennepe-Ruhr/Hagen entzünden Mahnfeuer gegen Wölfe +++

Die wachsende Wolfspopulation auf dem niederösterreichischen Truppenübungsplatz Allentsteig sorgt für Streit zwischen Bauern, Jägern und Naturschützern. Die zunehmende Zahl von Nutztierrissen verärgert die Bauern, die mittlerweile stark dezimierte Mufflonpopulation und die zunehmend problematische Entwicklung beim Rotwild erzürnt die Jäger. „Die Ausrottung einer Wildart, die seit Jahrzehnten im Truppenübungsplatz gelebt hat, ist anscheinend egal. Wenn nur der liebe Wolf wieder da ist“, beklagte Bezirksjägermeister Gottfried Kernecker in einer von nön.at zitierten Mail. Der österreichische WWF forderte die Jäger in Niederösterreich derweil auf, ihre angeblich „Hetze“ gegen den Wolf einzustellen: „Es ist nicht nur ein Skandal, dass Teile der Jägerschaft offen für den Abschuss von geschützten Wildtieren werben, um die sie sich stattdessen per Landesgesetzgebung zu kümmern haben. Wer den Abschuss von Wölfen bewirbt, ist mit dem Straf-, Jagd- und Naturschutzgesetz konfrontiert und bewegt sich hart an der Grenze der Legalität. Der Wolf ist eine nach EU-Recht und Landesgesetzen geschützte Art, die auf Grund von intensiven Schutzbemühungen in den Nachbarländern erst zaghaft wieder nach Österreich zurückkehrt und nicht getötet werden darf“, so Christian Pichler, Artenschutz-Experte beim WWF Österreich in einer Pressemitteilung.

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Kommentar: Alle Jahre wieder…

Hunderttausende Wildtiere werden vorsichtigen Schätzungen zufolge Jahr für Jahr in Deutschland bei Erntearbeiten getötet, verstümmelt, plattgewalzt, zu blutigem Brei zerhäckselt. Jahr für Jahr produziert der Deutsche Jagdverband (DJV) Broschüren, Flyer, Pressemitteilungen und Videos, in denen für die wildtierfreundliche Mahd – von innen nach außen – geworben wird. Doch dass die Tod und Tierquälerei zwar nicht ausschließende, aber wenigstens auf ein unvermeidliches Maß reduzierende Erntemethode tatsächlich angewendet wird, habe ich noch nie gesehen. Und das, obwohl es, was den Zeit- und Energieaufwand angeht, ziemlich gleichgültig ist, ob nun von innen nach außen oder umgekehrt geerntet wird. Gefordert ist lediglich ein Umdenken, eine Umgewöhnung – aber selbst das ist offenbar schon zu viel verlangt.

Viele Jagdpächter berichten über die frustrierende Verweigerung jeglicher Kooperation von Seiten der Landwirte. Da wird jedes Jahr vor der Erntesaison aufs Neue darum gebeten, doch bitteschön vor der Mahd Bescheid zu sagen, damit die Felder abgesucht, Rehkitze geborgen und das sinnlose und qualvolle Sterben minimiert werden können – um dann bei der Fahrt durchs Revier feststellen zu müssen, dass die Wiesen – über denen Krähen und Bussarde kreisen, um sich an den Kadavern zu mästen –  wieder einmal ohne Ankündigung gemäht wurden. Ein Anruf, eine SMS oder Whatsapp, die dem Landwirt im Wildschadensfall wenig Schwierigkeiten bereiten – leider zu viel verlangt, wenn es um den Schutz von Wildtieren geht.

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Sachsen: Jäger und Landwirte vereinbaren Zusammenarbeit

Freiberger Erklärung unterzeichnet.

Im Beisein von Staatsminister Frank Kupfer haben die Verbandsspitzen des Landesjagdverbandes Sachsen e. V., des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V., des Sächsischen Waldbesitzerverbandes e. V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer und der Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst heute (30. Juni 2014) in Dresden eine Erklärung mit „Gemeinsamen Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen“ unterzeichnet. „Die steigenden Wildschweinbestände und die weitere Ausbreitung dieser Wildart stellen uns vor große Herausforderungen“, sagte der Minister. „Deshalb unterstütze ich das Anliegen der Verbände. Es gilt in erster Linie, übermäßige Wildschäden zu vermeiden und die Seuchengefahr zu verringern. Dazu ist eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes durch konsequente Bejagung erforderlich.“

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Rheinland-Pfalz: Bauern unterstützen „Kämpf mit“

Hans Boes und Anton Gieraths vom Kreisbauern- und Winzerverband Ahrweiler haben die Petition der Kreisjägerschaft www.jagd-aw-kaempf-mit.de gezeichnet.

Sie unterstützen die Initiative der Kreisjägerschaft Ahrweiler „Kämpf mit“, in der die Landesregierung aufgefordert wird, das Fütterungsverbot aufzuheben.

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