Schlagwort-Archive: Bachenabschuss

„Auslegungshilfe beim Elterntierschutz“

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt über Saufänge, Bachenabschuss Elterntierschutz

Von Minister zu Minister: Auf Anfrage von Robert Habeck, Umweltminister in Schleswig-Holstein und Bundesvorsitzender der Grünen, erläutert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem Brief „den Stand der Abwägungen in meinem Haus zwischen der Notwendigkeit einer effizienten Seuchenbekämpfung einerseits und dem hohen Gut des Tierschutzes andererseits.“ Wir dokumentieren das der Red. vorliegende Schreiben für JAWINA-Leser im Wortlaut.

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Berufsjäger gegen Saufänge und Nachtzieltechnik

Der Bundesverband der Berufsjäger (BDB) hat ein Positionspapier zur Schwarzwildbejagung veröffentlicht. Unter anderem fordern die Berufsjäger, „den tierschutzgerechten Auswahlabschuss unter Wahrung der Sozialstrukturen der Wildart“, „die strikte Einhaltung des Muttertierschutzes und der waidgerechten Bejagung“, sowie „ein Verbot des Einsatzes von Frischlings- und Saufängen.“ Sie fordern überdies „ein Aussetzen der weiteren Technisierung, zunehmend auch schon Militarisierung durch besondere Waffentechnik (z.B. Nachtzieltechnik).“ Der Einsatz dieser Techniken liege außerhalb der für eine handwerkliche Jagd notwendigen Einsatzgebiete und werde von einer zunehmend jagdkritischen Öffentlichkeit in Zeiten von Terrorgefahren ablehnend betrachtet, so der BDB. Ausnahmen hierzu seien nur in Krisenfällen und/oder unter ganz besonderen Umständen besonders qualifizierten Personengruppen zu ermöglichen. Diese Techniken verschöben lediglich die Grenzen des Möglichen, lösten aber die Probleme sicher nicht und könnten dazu zu unkalkulierbaren Gefährdungen führen. PM

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Weidgerechtigkeit – Schnee von gestern?

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Unter dem unbestimmten Rechtsbegriff Weidgerechtigkeit wird alles subsummiert, was mit Jagdethik und Tierschutz zu tun hat. Selbstverständlich hat sich das, was wir Jäger darunter verstehen, im Laufe der Zeit und mit dem Zugewinn wildökologischer und wildbiologischer Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in die jagdliche Praxis gewandelt. Die Grundidee eines pfleglichen Umgangs mit Wild, das im Brandenburger Jagdgesetz (noch) als „wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur“ bezeichnet wird, muss aber nach wie vor Grundpfeiler unseres Verständnisses von der Jagd bleiben. Man kann es auch so ausdrücken: Jagd muss ökosystemgerecht sein.

Vor allem bei verschiedenen Landesforsten und bei einigen Privatwaldbesitzern hat jedoch ein Paradigmenwechsel zu „Wald vor Wild“ stattgefunden hat, in den letzten Jahren auch und vor allem von der Notwendigkeit zur Begründung „klimastabiler Mischwälder“ motiviert. Das Credo ist eine sogenannte „ökologische Jagd“. Von Ökologie verstehen die Protagonisten dieser Lesart anscheinend wenig, von Ökonomie umso mehr. Was heißt eigentlich ökologische Jagd?
Der Zoologe Ernst Haeckel hat 1866 die Ökologie als wissenschaftliche Teildisziplin der Biologie begründet. Der Begriff Ökologie bedeutet nicht mehr und nicht weniger als „Haushalt in der Natur“, womit sämtliche Wechselwirkungen von Arten (Menschen, Tiere, Pflanzen) untereinander und mit ihrer abiotischen Umwelt gemeint sind. Haeckels Definition lautete:
„Unter Oecologie verstehen wir die gesammte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle „Existenz-Bedingungen“ rechnen können. Diese sind theils organischer, theils anorganischer Natur; sowohl diese als jene sind, wie wir vorher gezeigt haben, von der grössten Bedeutung für die Form der Organismen, weil sie dieselbe zwingen, sich ihnen anzupassen.“

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Kreis VG: Bachenabschuss und Abschussprämie für Frischlinge

„Alte jagdliche Zöpfe abschneiden“ – Pilotprojekt will Wildschwein-Bestände „mit unkonventionellen Mitteln“ reduzieren

Exorbitant hohe Wildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen, bedrohliche Beschädigungen von Hochwasserschutz-Deichen und eine hohes Seuchengefahr-Potenzial angesichts der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Nachbarland Polen – diese Faktoren sehen Experten und Praktiker als Folgen zu hoher Wildschwein-Bestände im Nordosten Deutschlands.
Dem will der Landkreis Vorpommern-Greifswald (VG) in Mecklenburg-Vorpommern nun auf Initiative der Jäger  mit einem Aktionsplan begegnen, an dem auch Forst und Landwirte beteiligt sind. Dies erklärte der Kreis VG in einer Pressemitteilung.

Darin heißt es: „Bereits vor Monaten war diese Problematik absehbar. Daher haben sich Weidgenossen an uns gewandt und angefragt, ob wir als Untere Jagdbehörde nicht im Schulterschluss mit Jägerschaft, Landwirten, Forst und Wissenschaft nicht auch neue Wege bei der Schwarzwildbejagung gehen könnten“, sagte Landrätin Dr. Barbara Syrbe.
Es fanden daraufhin vier Schwarzwild-Symposien statt, Rundtisch-Gespräche bei denen sich jagdliche, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Praktiker zusammenfanden und mögliche Maßnahmen diskutierten.

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