Schlagwort-Archive: Auslandsjagd

DJV und CIC kritisieren „Trophäenjägerjäger“-Kampagne des Zolls

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) würdigen die wichtige Rolle des Zolls bei der Bekämpfung von Artenschutzkriminalität. Immer wieder beschlagnahmen Behörden geschützte Tier- und Pflanzenarten, die illegal eingeführt werden. Ein neues Werbeplakat sorgt allerdings für Unverständnis.  Aktuell wirbt der Zoll um neue Nachwuchskräfte mit dem Werbeslogan: „Trophäenjägerjäger gesucht“ – und stößt damit die Jägerschaft vor den Kopf. Der Slogan pauschalisiert und bedient Jagdgegner-Klischees von der Auslandsjagd, die schlecht sei für den Artenschutz. In der Realität sind es allerdings Urlauber, die Einfuhrvergehen begehen: Mehr als 90 Prozent geschützter Tier- und Pflanzenarten, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, sind Souvenirs, die Touristen von Auslandsreisen mit nach Deutschland bringen. Gelegentliche Beanstandungen bei Jägern sind in aller Regel harmlose Formfehler, etwa wenn ein Einfuhrdokument in Kopie und nicht als Original vorgelegt wird. Darauf weisen der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hin. Im Jahr 2000 hat die Internationale Weltnaturschutzunion IUCN nachhaltige Jagd als eine Form des Natur- und Artenschutzes anerkannt.

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Nachhaltige Bejagung ist Artenschutz

Westliche Tier- und Naturschutzverbände verbreiten zum wiederholten Mal Unwahrheiten über legale Auslandsjagd und stellen sich damit gegen Artenschutz- und Anti-Wilderei-Konzepte in den Herkunftsländern. Die Forderung nach einem Einfuhrverbot von Trophäen bezeichnen afrikanische Umweltminister als „besonders schlimme Form des Neo-Kolonialismus“.

Gestern haben Tier- und Naturschutzverbände zum wiederholten Mal ein pauschales Importverbot von Jagdtrophäen „gefährdeter Arten“ gefordert und nach eigenen Angaben eine entsprechende Petition an Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks übergeben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) stellt klar, dass es bereits heute selbstverständlich ist, dass bedrohte Arten nur dann bejagt und die Trophäen  ein- und ausgeführt werden dürfen, wenn eine solche nachhaltige Nutzung dem Erhalt der Art dient. Die Einzelheiten legen die CITES-Vertragsstaaten fest. Die EU hat weitergehende Vorschriften erlassen, um Nachhaltigkeit zu überprüfen. Der DJV begrüßt die Position des Bundesumweltministeriums, das heute die Petitionsforderung nach einem pauschalen Importstopp für Jagdtrophäen zurückwies, da dieser „aus Sicht des Naturschutzes nicht zu rechtfertigen“ ist.

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DJV begrüßt IUCN-Stellungnahme zu Auslandsjagd

Nachhaltiger Jagdtourismus ist Naturschutz-Instrument

Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) hat kürzlich ein Dokument veröffentlicht, das Jagdtourismus als Instrument des Naturschutzes würdigt: „Legale und gut regulierte Trophäenjagd trägt wesentlich zum Schutz des Wildes wie auch zum Lebensunterhalt und Wohl der einheimischen Bevölkerung bei, die Seite an Seite mit dem Wild lebt“. Das 19-seitige Dokument enthält zahlreiche wissenschaftliche Belege. Das Informationspapier richtet sich ausdrücklich an die europäischen Entscheidungsträger in Brüssel, die gerade weitere Restriktionen bei der Trophäeneinfuhr vorbereiten. Der DJV begrüßt die IUCN-Klarstellung zur Auslandsjagd und fordert die Politik in Europa und Deutschland auf, von einem generellen Einfuhrverbot für Trophäen abzusehen, da die Schäden für den Naturschutz immens wären. Die IUCN mit ihren 1.250 Mitgliedern, davon 90 staatliche Umwelt- oder Außenministerien und viele nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen, ist weltweit eine der wichtigsten Stimmen im Natur- und Artenschutz.

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Verbände streben Verbot der Auslandsjagd an

Die im Deutschen Naturschutzring e.V (DNR) zusammengefassten Verbände haben Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in einem Schreiben aufgefordert, die Einfuhr von Trophäen geschützter Arten zu verbieten. Die Forderungen sind so weitreichend, dass deren Umsetzung einem Verbot der Auslandsjagd gleichkäme. Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen geschützter Arten werden, wie die Autoren des Schreibens an Hendricks selbst einräumen, bislang nur erteilt, wenn

– die Einfuhr den Erhaltungszustand der Art oder das Verbreitungsgebiet der Population nicht beeinträchtigt,

– das Exemplar gemäß den geltenden Rechtsvorschriften erworben wurde,

– keine „sonstigen Belange des Artenschutzes“ entgegenstehen,

– im Falle streng geschützter Arten die Einfuhr „maßgeblich und greifbar“ zum Erhalt der Art beiträgt.

Von 2005 bis 2014 wurden dem DNR-Schreiben (das der Redaktion vorliegt) zufolge von 1614 gestellten Anträgen nur fünf Anträge abgelehnt. Die Verbände bezweifeln, dass die strenge Genehmigungspraxis „den rechtlichen Anforderungen und vor allem dem Vorsorgeprinzip“ entspräche.

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Auf Bock in Brandenburg – mit Ausländer-Jagdschein

Ein Gastbeitrag von Tomas Slesar – unser Autor ist gebürtiger Slowake, lebt und arbeitet aber in Finnland. Im ersten Teil seines Beitrags beschreibt er, was man als Auslandsjäger in Deutschland bzw. als Gastgeber beachten muss. Im zweiten Teil schildert er, was er auf seiner Jagd in Brandenburg erlebt hat.

Meine erste Einladung zur Bockjagd bekam ich von einem Bekannten vor einem Jahr. Einerseits Freude, anderseits ein Haufen Arbeit mit den Papieren. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten für Ausländer, die in Deutschland jagen möchten – den Tages-Jagdschein (gilt 14 Tage) oder – je nach Vergleichbarkeit der Prüfungen – auch den Jahresjagdschein. Zuerst habe ich den Tages-Jagdschein beantragt, da ich keine Einladungen für den Herbst hatte und eigentlich auch nicht geplant habe. Ich habe meinen (Ausländischen) Jagdschein in der Slowakei gemacht und kann sowohl den Tages- als auch Jahresjagdschein beantragen. Mein Gastgeber geht zu der Jagdbehörde und fragt nach Details. Der Beamte fragt: „Der Gute (ich) lebt in Finnland, also hat er einen Finnischen Jagdschein oder?“ „Nein“, antwortet mein Bekannter. „Er hat einen Slowakischen Jagdschein.“ „Gut“, sagt der Beamte, „weil mit dem Finnischen Jagdschein darf er nur einen Tagesjagdschein beantragen, aber der Slowakische wird in Deutschland anerkannt, und daher kann er auch den Jahresjagdschein beantragen.“ Also sollte jeder zuerst prüfen, ob sein ausländischer Jagdschein anerkannt wird oder nicht.

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Was wird der Bockansitz bringen – außer reichlich Anblick von Damwild? Fotos: Tomas Slesar

Nach dem geklärt ist, welchen Jagdschein man beantragen wird, muss der Antrag ausgefüllt werden, die Zeugnisse beglaubigt kopiert und noch ins Deutsche übersetzt werden. Da ich Deutsch kann, fiel es nicht schwer, jedoch für einige andere Gäste, kann es problematisch sein. Ein Foto muss auch beigelegt sein. Daher rate ich, schon gute zwei Wochen für diesen Papierkram einzuplanen. Alle Unterlagen wurden eingeschickt, und da dies mein erster Deutscher Jagdschein war, kostete die Erstellung des Jagdscheins 25€, 25€ der 14-tägige Tages-Jagdschein und ca. 17€ die Versicherung.

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