Schlagwort-Archive: Artenvielfalt

Fallenjagd: Dem Waschbär den Krieg erklärt

„Mir reicht es jetzt“, erklärt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, „Wir haben keine Ente und keine Küken mehr auf den Kanälen. Diese Biester machen alles kaputt. Ich habe dem Waschbären den Krieg erklärt!“

Auch der Gesetzgeber hat erkannt, dass insbesondere die anpassungsfähigen Prädatoren unter den Neubürgern in Wald und Flur – Waschbären, Mink und Marderhund – eine echte Bedrohung für die Artenvielfalt darstellen und den Bestand gefährdeter Arten wie Kiebitz, Birkwild oder Schwarzstorch lokal zum Erlöschen bringen können. Die effizienteste Methode für die Bejagung insbesondere von Waschbären ist die Fallenjagd. Prof. Pfannenstiel schwört auf die Conibear-Falle: „Wenn der Waschbär an den Auslöser kommt, sitzt er mitten in der Falle, ein Bügel vorne, ein Bügel hinten. Die Falle tötet blitzschnell und tierschutzgerecht, die gefangenen Waschbären sind zu 100 Prozent tot. Brantenfänge oder ähnliches sind noch nie vorgekommen.“

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Selektive Wahrnehmung? Die Grünen und der Artenschwund in der Agrarlandschaft

Auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke (Beitragsbild) hin musste die Bundesregierung gravierende Verluste bei vielen Vogelarten in der Agrarlandschaft einräumen (JAWINA berichtete). Während einzelne Fragen der Kleinen Anfrage gezielt bestimmte Problem ansprechen, z.B. wie sich die Auswirkungen des Einsatzes von Pestiziden (Frage 12) oder speziell Neonikotinoiden (Frage 13) auf die Vogelbestände auswirken, hatten wir den Eindruck, dass ein wichtiges Thema mit Bezug auf die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ausgespart wird: Der zunehmende Anbau nachwachsender Rohstoffe für die Stromerzeugung in Biogasanlagen – der eine unmittelbare Folge der grünen Energiewende ist.

Nach Ansicht vieler Experten ist der Energiepflanzenanbau eines der größten, wenn nicht das größte Problem für viele Tierarten in der Agrarlandschaft: Riesige (Mais-)Monokulturen, Ernte in der Brut- und Setzzeit vieler Tierarten unabhängig von der Reife der angebauten Pflanzen, massiver Düngemittel- und Pestizideinsatz und das umstrittene Ausbringen von Gärsubstrat als Dünger wirken sich verheerend auf die Lebensraumqualität und damit die Artenvielfalt aus. Auch die Verspargelung der Landschaft mit Windrädern bedroht gefährdete Tierarten wie den Rotmilan. Wurden die Folgen der grünen Energiewende bei der Formulierung der Kleinen Anfrage bewusst ausgeblendet? Wir haben nachgefragt.

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Niedersachsen: Jäger fordern mehr Artenvielfalt in der Kulturlandschaft

Landesjägerschaft Niedersachsen sieht Politik in der Pflicht

Das Thema Artenvielfalt in der Agrarlandschaft war das Hauptthema der gestrigen Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) Die Landesjägerschaft fordert die niedersächsische Landesregierung auf, sich deutlich stärker für praxisnahe Programme für mehr Artenvielfalt in der modernen Agrarlandschaft einzusetzen. Die immer intensivere Nutzung der Agrarlandschaft, sei einer der Gründe für den Rückgang klassischer Feldbewohner wie Rebhuhn, Feldlerche oder Kiebitz. Die bisher von der Landesregierung angebotenen Agrarumweltprogramme seien häufig mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden und daher wenig praxistauglich.

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Praktikertagung „Biomasse aus Wildpflanzen“ am 09. Mai 2017 in Paderborn

Am 09. Mai 2017 veranstaltet das Netzwerk Lebensraum Feldflur eine Praktikertagung  zum Thema „Biomasse aus Wildpflanzen“ in Paderborn. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf dem Austausch von Erfahrungen mit Blick auf Anbau, Pflege und Wirtschaftlichkeit ertragreicher Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion. Neben verschiedenen Vorträgen ist eine gemeinsame Exkursion zu Praxisflächen geplant.

Der Anbau von Wildpflanzenmischungen erhöht die Artenvielfalt in den Agrarlandschaften und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit rund um die Landwirtschaft. Mittlerweile sind mehrjährige Anbausysteme aus ertragreichen Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion auch aus ökonomischer Sicht eine Alternative zum Mais:  Sie verursachen geringe Investitions- und Pflegekosten und sind in der Lage, hohe Stickstoffmengen aus dem Boden zu binden. Gleichzeitig können Wildpflanzenmischungen heute einen wettbewerbsfähigen Ertrag in der Biomassegewinnung erzielen.

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Wiedervernetzung von Lebensräumen: Barrierefreiheit für die biologische Vielfalt

Trotz Grünbrücken ist die Durchgängigkeit der Landschaft für Tiere noch nicht erreicht, die Tiermortalität an Straßen zu hoch. Die Wiedervernetzung von Lebensräumen wirkt dem entgegen und muss bundesweit Schule machen. Wie das funktionieren kann, erklären Experten während der Fachtagung „Lebensraumkorridore für Mensch und Natur“ in Berlin.

Verkehrswege müssen keine Barriere für die biologische Vielfalt sein, wenn große Querungshilfen wie Grünbrücken und Ottertunnel ökologisch hochwertig an das Hinterland angebunden werden. Gleichzeitig können Verkehrsunfälle mit Wildtieren vermieden werden. Das Leuchtturmprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ zeigt, wie wichtig die richtige Gestaltung auf der Grünbrücke und deren Einbindung in die umgebende Landschaft ist: So haben sich zum Beispiel seltene Arten wie Kreuzkröte oder der Warzenbeißer, die sich nur langsam fortbewegen können, bis zur Grünbrücke bei Kiebitzholm ausgebreitet. Die Haselmaus, das Blutströpfchen – eine Schmetterlingsart – und der Kammmolch nutzen inzwischen die Grünbrücke, der Fischotter ist im benachbarten Ottertunnel nachgewiesen worden. Im an die Grünbrücke angrenzenden Naturwaldband lebt eine hohe Artenvielfalt von Brutvögeln und Fledermäusen.

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Gipfel der Dreistigkeit

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, ursprünglich veröffentlicht als Leserkommentar zum Beitrag „Nabu: Energiepflanzen-Anbau gefährdet Artenvielfalt„, der auf einer Pressemitteilung des Nabu beruht.

Das ist ja der Gipfel der Dreistigkeit!

Wer hat denn vor gut 25 Jahren dafür gesorgt, dass es ein Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt? Wer hat dieses Gesetz denn vor 16 Jahren so verändert, dass als Folge die Biogasanlagen auf Maisbasis tatsächlich wie die Pilze aus dem Boden schossen? 1960 wurden in ganz Deutschland keine 60.000 Hektar Mais angebaut, heute sind es jedes Jahr so etwa 2,5 Millionen Hektar! Dazu kommen noch ca. 1,5 Millionen Hektar Raps. Im Jahr 2012 musste Deutschland Brotgetreide importieren!!!

Damals wurden alle Bedenken, auch die lautstark von Jägerseite geäußerten, hinsichtlich der dramatisch negativen Folgen dieser riesigen Monokulturen für die Biodiversität  einfach ignoriert. Selbst ein Expertengutachten von 2007, das aus guten Gründen dafür plädiert,  Mais  nicht als Gärsubstrat zu verwenden, verschwand in den Schubladen der Ministerialbürokratie. Heute ist die Bescherung da, und nun beklagen sich die Brandstifter, weil es brennt.

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Nabu: Energiepflanzen-Anbau gefährdet Artenvielfalt

„Deutschland ist Teil des Problems“

Der Anbau von Energiepflanzen befördert den Verlust wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen nicht nur in den Regenwäldern Indonesiens, sondern auch hier in Europa. Dies zeigt das heute vom Nabu-Dachverband BirdLife International und der Umweltorganisation Transport & Environment in Brüssel vorgelegte Schwarzbuch Bioenergie, wie es in einer Pressemitteilung des Nabu heißt. Anhand von acht weltweiten Beispielen, darunter sechs aus Europa, dokumentiert das Buch das enorme Ausmaß der Zerstörung. Beispiele von gerodeten Urwäldern in Finnland oder Kahlschlägen in der Slowakei belegen, dass der Energiepflanzen-Anbau selbst vor Schutzgebieten keinen Halt macht. Auch Deutschland nimmt bei den dargestellten Negativ-Beispielen einen unrühmlichen Platz ein. Im Fokus der Kritik steht der regional dramatische Zuwachs an Maisäckern für die Biogasproduktion. Wie negativ die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland verlaufen ist, zeigen konkrete Beispiele aus Niedersachsen. Das Bundesland ist besonders reich an Mooren, Feuchtwiesen und Grünland. Mittlerweile gibt es dort Landstriche, in denen Jahr für Jahr auf 60 bis 75 Prozent der Ackerfläche Mais in Intensivkultur wächst.

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EU-Agrarreform: Ziel erreicht oder Augenwischerei?

DJV bewertet nationale Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik mit gemischten Gefühlen.

Der DJV begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung mit dem gestern verabschiedeten „Direktzahlungen-Durchführungsgesetz“ Dauergrünland durch eine Genehmigungs- und Ausgleichspflicht besser schützen will. Für Ackerland fällt die Bewertung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) dagegen gemischt aus. Positiv beurteilt der Dachverband der Jäger die Anbaudiversifizierung, nach der Landwirte bei mehr als 30 Hektar Anbaufläche künftig drei Kulturen anbauen müssen, um die volle Förderung zu erhalten. „Damit wird die Anbauvielfalt auf der Ackerfläche gesteigert“, so DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann. Positiv seien auch die Gewichtungsfaktoren für die Berechnung ökologischer Vorrangflächen, die wertvolle Pufferstreifen begünstigten.

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Naturschutz: Jäger auf Wildkräuter-Jagd

Seit unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit mit dem Ackerbau begannen, sorgen Ackerwildkräuter für Farbtupfer in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft – ohne dafür bei den Bauern auf große Gegenliebe zu stoßen. Seit einigen Jahrzehnten stehen der Landwirtschaft so hochwirksame Herbizide zur Verfügung, dass ein Großteil der Wildkräuter inzwischen als gefährdet eingestuft wird. Dem zu befürchtenden Verlust an Artenvielfalt – nicht nur bei den Kräutern sondern auch bei bestäubenden Insekten wie Wildbienen – stemmen sich im niedersächsischen Landkreis Aurich 16 Jäger um Kreisjägermeister Onno Reents entgegen.

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