Schlagwort-Archive: Artenschutz

Elche jagen, um Karibus zu schützen?

Ein Team von Wildbiologen von der Universität Alberta in Kanada hat in einem Experiment die Wirksamkeit einer ungewöhnlichen Artenschutz-Taktik unter Beweis gestellt: In dem von Robert Serrouya​, Bruce N. McLellan, Harry van Oort, Garth Mowat, Stan Boutin im Online-Wissenschaftsjournal PeerJ veröffentlichten Aufsatz „Experimental moose reduction lowers wolf density and stops decline of endangered caribou“ geht es um die gefährdete Population von Bergkaribus (Wildren, woodland caribou, Rangifer tarandus) in der kanadischen Provinz British Columbia. Der übliche Ansatz besteht darin, die Wolfspopulation in dem Gebiet zu bekämpfen, da Wölfe, wie andere Studien zeigten, jährlich 10 bis 15 Prozent einer Karibu-Population töten. Doch diese Maßnahmen zeigten jeweils nur einen saisonal und örtlich beschränkten Erfolg, vermutlich weil es gerade in den abgelegenen Regionen im Gebirgsregenwald, in denen das Wildren beheimatet ist, nicht möglich ist, die Wolfspopulation ausreichend stark zu dezimieren. Wolfsmanagement bekämpfe das Symptom, erklärte Studienautor Dr. Robert Serrouya gegenüber der New York Times, „wir haben versucht, die Ursache anzugehen.“

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Brandenburg: Mehr als zwanzig Vogelarten durch Windkraft bedroht

Neben Schreiadler, Rotmilan und Mäusebussard sind mehr als zwanzig weitere Vogelarten durch WIndkraftanlagen in ihrem Bestand bedroht, wie eine jüngst aktualisierte Studie der Vogelschutzwarte Brandenburg belegt. Allein in Brandenburg fallen jährlich etwa 300 Rotmilane den Rotoren der Windkraftanlagen zum Opfer, ca. 1500 Rotmilane sterben jährlich in deutschen Windparks. Hinzu kommen Verluste durch Horstzerstörungen krimineller Windkraftprofiteure.  Da mehr als 50 Prozent des weltweiten Rotmilanbestands in Deutschland heimisch sind, trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für Schutz und Erhaltung dieser Art.

Den stark gefährdeten Schreiadler betreffend resümiert die Studie der Vorgelschutzwarte: „Kaum systematische Totfundsuche an problematischen Standorten. Im deutschen Verbreitungsgebiet der Art existierten Ende 2015 etwa 1.700 WEA [Windenergieanlagen], von denen die Masse noch nie systematisch untersucht wurde (LANGGEMACH 2017). Aktuell ist nur noch ein geringer Anteil der Brutplätze weiter als 6 km vom nächsten WP [Windpark] entfernt, und über 30 Brutplätze (von derzeit ca. 110) haben sogar WEA im 3-km-Radius (BELLEBAUM et al. 2016). Mit hohem Kollisionsrisiko ist zu rechnen, wodurch das Risiko eine für die Population verkraftbare Schwelle von 1 bis 2 Altvogelverlusten pro Jahr (alle Todesursachen kumulativ!) zu überschreiten, steigt.“ SE

Beitragsbild: Toter Mäusebussard vor Windrad. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Von Spatzen und Katzen

Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden an. Der DJV appelliert zum Internationalen Tag der Katze am 8. August 2017 an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.

Etwa 2 Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße. Teilweise müssen diese dann unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt: Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen mindestens 14 Millionen Singvögel in Deutschland verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus; hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien.

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Anticyon-Kampagne: Wer war das?

Wer oder was das war, wollte eine Nachbarin wissen, als Jäger kennen Sie sich doch aus mit sowas: Vorwurfsvoll zeigt sie auf ein Vogelnest, das neben dem Wacholderbaum in ihrem Garten auf dem Boden lag. „Da haben so zwei zierliche Vögel drin gebrütet, von einer Sorte, die ich hier noch nicht gesehen habe: So grau mit etwas Rosa an der Brust. Jetzt sind sie weg.“ Es ist ziemlich schnell klar, das hier nur ein Täter in Frage kommt. Um an das Vogelnest zu gelangen, hat er einen beeindruckenden Tunnel durch den stacheligen Wacholder gefräst. So kann nur einer klettern: Waschbären. „Meinen Komposthaufen und den Grasschnitt daneben haben sie auch durchwühlt“, klagt die Nachbarin.

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DJV und CIC kritisieren „Trophäenjägerjäger“-Kampagne des Zolls

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) würdigen die wichtige Rolle des Zolls bei der Bekämpfung von Artenschutzkriminalität. Immer wieder beschlagnahmen Behörden geschützte Tier- und Pflanzenarten, die illegal eingeführt werden. Ein neues Werbeplakat sorgt allerdings für Unverständnis.  Aktuell wirbt der Zoll um neue Nachwuchskräfte mit dem Werbeslogan: „Trophäenjägerjäger gesucht“ – und stößt damit die Jägerschaft vor den Kopf. Der Slogan pauschalisiert und bedient Jagdgegner-Klischees von der Auslandsjagd, die schlecht sei für den Artenschutz. In der Realität sind es allerdings Urlauber, die Einfuhrvergehen begehen: Mehr als 90 Prozent geschützter Tier- und Pflanzenarten, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, sind Souvenirs, die Touristen von Auslandsreisen mit nach Deutschland bringen. Gelegentliche Beanstandungen bei Jägern sind in aller Regel harmlose Formfehler, etwa wenn ein Einfuhrdokument in Kopie und nicht als Original vorgelegt wird. Darauf weisen der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hin. Im Jahr 2000 hat die Internationale Weltnaturschutzunion IUCN nachhaltige Jagd als eine Form des Natur- und Artenschutzes anerkannt.

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DeWiSt: Neues Bundesnaturschutzgesetz legalisiert Tötung von Wildtieren

Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert: Bauvorhaben und Windkraft stehen künftig über Artenschutz

Wenn Windkraftanlagen ohne Rücksicht auf geschützte Arten wie Fledermäuse und Rotmilan errichtet werden, kommen sie unter die Räder. Denn Natur- und Artenschutz stören häufig, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Mit der gestern am späten Abend beschlossenen Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat die Bundesregierung kurz vor der parlamentarischen Sommerpause Tatsachen geschaffen: Auf Betreiben des Bundesumweltministeriums wurde eine Neuregelung beschlossen, die bei Baumaßnahmen wie z.B. von Windkraftanlagen geltendes Gesetz zum Schutz von Arten aufweicht. Viele Arten stehen aufgrund der intensiven Landnutzung in Deutschland ohnehin schon enorm unter Druck – nun verschärft sich die Situation weiter. Tote Adler unter Windenergieanlagen, Feldhamster unter Beton eingeschlossen –  in Zukunft kaum mehr ein Problem.

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„Arche Noah auf Lastwagen“

Trophäenjäger finanzieren Wiederbesiedlung von Nationalpark in Mosambik mit Wildtieren

Elefanten, Kudus, Impalas, Zebras, Büffel, Eland-Antilopen und viele mehr – vollkommen zu Recht spricht die englische Tageszeitung Guardian von einer „Arche Noah auf Rädern.“ Ins Rollen gebracht hat diese Arche der deutschstämmige Unternehmer Wilfried Pabst, der in Simbabwe die Sango Wildlife Conservancy betreibt. Sango ist eine Jagdfarm, deren Naturschutz-Ziele durch nachhaltige Nutzung finanziert werden. 6000 Wildtiere wird Pabst in den kommenden sechs Jahren spenden, um damit die Wiederbesiedlung des vom Bürgerkrieg im benachbarten Simbabwe verwüsteten Zinave Nationalparks mit Wildtieren zu ermöglichen. Ein Projekt, das ohne die „big-spending hunters“, die viel Geld im Land lassenden Großwild- und Trophäenjäger nicht möglich wäre, wie der Guardian feststellt. Das Vorhaben wird unterstützt von der Peace Park Foundation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Großschutzgebiete in Afrika über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.

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„Sicherung der Biodiversität durch einen angemessenen Umgang mit Rotwild“

TU Dresden und Hegegemeinschaft entwickeln Managementkonzept für Rotwild im Erzgebirge

An der Technischen Universität Dresden läuft ein Projekt, dass sich der „Entwicklung eines integrierten Wildtiermanagementkonzeptes auf wildbiologischer Grundlage am Beispiel der Hegegemeinschaft Erzgebirge“ widmet. Das Forschungsvorhaben wird im Wesentlichen aus Mitteln der Jagdabgabe finanziert, einen großen Beitrag leisten aber auch die zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen aller Beteiligten. Am 10. Juni wurde der erste Workshop mit den Mitgliedern der Hegegemeinschaft abgeschlossen.

Mittelfristig soll  zusammen mit der Hegegemeinschaft ein Wildmanagementkonzept erarbeitet werden, welches den Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, des Tierschutzes, des Tourismus und der Jagd gerecht wird und welches in der vorliegenden Konfliktlage zwischen forstlichen, jagdlichen und Artenschutzinteressen eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung darstellt.

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Nachhaltige Bejagung ist Artenschutz

Westliche Tier- und Naturschutzverbände verbreiten zum wiederholten Mal Unwahrheiten über legale Auslandsjagd und stellen sich damit gegen Artenschutz- und Anti-Wilderei-Konzepte in den Herkunftsländern. Die Forderung nach einem Einfuhrverbot von Trophäen bezeichnen afrikanische Umweltminister als „besonders schlimme Form des Neo-Kolonialismus“.

Gestern haben Tier- und Naturschutzverbände zum wiederholten Mal ein pauschales Importverbot von Jagdtrophäen „gefährdeter Arten“ gefordert und nach eigenen Angaben eine entsprechende Petition an Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks übergeben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) stellt klar, dass es bereits heute selbstverständlich ist, dass bedrohte Arten nur dann bejagt und die Trophäen  ein- und ausgeführt werden dürfen, wenn eine solche nachhaltige Nutzung dem Erhalt der Art dient. Die Einzelheiten legen die CITES-Vertragsstaaten fest. Die EU hat weitergehende Vorschriften erlassen, um Nachhaltigkeit zu überprüfen. Der DJV begrüßt die Position des Bundesumweltministeriums, das heute die Petitionsforderung nach einem pauschalen Importstopp für Jagdtrophäen zurückwies, da dieser „aus Sicht des Naturschutzes nicht zu rechtfertigen“ ist.

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Horstzerstörungen: „Dauerhafte Tabuzonen für Windenergieanlagen errichten“

Bettina und Norbert Kern haben zerstörte Greifvogelhorste in Windenergie-Planungsgebieten in der Umgebung der Gemeinde Ivenack (Mecklenburg-Vorpommern, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) dokumentiert. JAWINA hat mit den Naturschützern und Hobby-Ornithologen gesprochen.

Ein intakter Horst bei Ivenack Beitragsbild oben) und die Überreste des zerstörten Horsts. Fotos: B. u. N. Kern

JAWINA: Wie sind Sie auf illegale Nestzerstörungen in Ivenack aufmerksam geworden?

Bettina und Norbert Kern: Insgesamt waren es sieben verschwundene Horste in unserer Region. Diese Region wurde von einigen Leuten aus unserer Bürgerinitiative ehrenamtlich kartiert und die Horststandorte an die dementsprechenden Behörden weitergeleitet. Durch regelmäßige Kontrollen in den folgenden Jahren wurde das Fehlen der Horste bemerkt. 2015 verschwand ein Rotmilanhorst, 2016 verschwanden zwei Rotmilanhorste, ein Schreiadlerhorst, ein Bussardhorst und ein Horst ohne Zuordnung der Besetzung. 2017 verschwand ein Bussardhorst. Insgesamt also sieben Horste.

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Fallenjagd: Dem Waschbär den Krieg erklärt

„Mir reicht es jetzt“, erklärt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, „Wir haben keine Ente und keine Küken mehr auf den Kanälen. Diese Biester machen alles kaputt. Ich habe dem Waschbären den Krieg erklärt!“

Auch der Gesetzgeber hat erkannt, dass insbesondere die anpassungsfähigen Prädatoren unter den Neubürgern in Wald und Flur – Waschbären, Mink und Marderhund – eine echte Bedrohung für die Artenvielfalt darstellen und den Bestand gefährdeter Arten wie Kiebitz, Birkwild oder Schwarzstorch lokal zum Erlöschen bringen können. Die effizienteste Methode für die Bejagung insbesondere von Waschbären ist die Fallenjagd. Prof. Pfannenstiel schwört auf die Conibear-Falle: „Wenn der Waschbär an den Auslöser kommt, sitzt er mitten in der Falle, ein Bügel vorne, ein Bügel hinten. Die Falle tötet blitzschnell und tierschutzgerecht, die gefangenen Waschbären sind zu 100 Prozent tot. Brantenfänge oder ähnliches sind noch nie vorgekommen.“

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Baujagd – Artenschutz unter Tage

Ganz hoch im Norden Deutschlands haben sich passionierte Baujäger ganz und gar der Baujagd verschrieben. Wir waren mit ihnen auf Jagd und haben uns über Anliegen und Ziele des Vereins informiert. Aus aktuellem Anlass bringen wir diesen Artikel aus dem JAWINA-Archiv über die unter heftigem Beschuss von Jagdgegnern stehende Bodenjagd.

Alles ist weiß und ein regelmäßiger Piepton das einzige Geräusch. Aber wir sind nicht bei einer spannenden Folge von Emergency Room gelandet, sondern auf einer Baujagd im tief verschneiten Ostfriesland. Claas Janssen hält den Empfänger des Hundeortungsgeräts dicht über den Erdboden: Unbeeindruckt piept das Gerät vor sich hin. Janssen stapft ein paar Schritte weiter, wiederholt die Prozedur. Wieder nichts, es piept, aber nicht richtig. Also weiter. Auf einmal schlägt die regelmäßige Tonfolge in einen aufgeregten Doppelpieps um: „Dor unnen muut ween.“, verkündet Janssen im heimatlichen Plattdeutsch: Da unten muss er sein.

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FACE: Biodiversitäts-Manifest 2016 veröffentlicht

Der europäische Dachverband der Jagdorganisationen, FACE, hat den jährlichen Biodiversitäts-Bericht für 2016 veröffentlicht. Das Werk belegt den überragenden Anteil der europäischen Jäger für Natur- und Artenschutz. „Von den insgesamt 221 in diesem Bericht vorgestellten Projekten, an denen Jäger mitgewirkt haben, werden 43 Prozent in Natura-2000-Schutzgebieten durchgeführt“, erläutert FACE-Präsident Dr. Michl Ebner im Vorwort zum Biodiversitäts-Manifest 2016. „Dies ist bedeutend, da es den Mitgliedstaaten obliegt, einen günstigen Erhaltungszustan von Habitaten und Arten mit unionsweiter Bedeutung nach den Vorgaben der Naturrichtlinien zu sichern. In diesem Sinne zeigt unser Bericht Ihnen, dass Jäger in vielfältige Aktivitäten zur Finanzierung, Überwachung, Wiederherstellung und Erhaltung involviert sind.“

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Leseempfehlung: Schafe – die „ultimative jagdliche Herausforderung“

Warum Jäger die eigentlichen Naturschützer sind – Trophäenjagd als Artenschutz

In einem reich bebilderten Artikel „The Ultimate Pursuit in Hunting: Sheep“ von John Branch berichtet die New York Times über eine der exklusivsten Jagdarten: Die Jagd auf Wildschafe gilt Eingeweihten als die jagdliche Herausforderung. Zum einen, weil die Jagd auf die scheuen und wachsamen Tiere wochenlanges Pirschen in Hochgebirgslagen erfordert und dem Jäger damit physische Strapazen auferlegt und jagdliches Können verlangt wie kaum eine andere, zum anderen, weil zuvor glamouröse Summen als Eintrittsgeld zu entrichten sind. Lizenzen für den Abschuss eines Trophäenträgers – sehr alter männlicher Tiere, die an der Reproduktion oft nicht mehr teilnehmen und ohnehin bald eines natürlichen Todes sterben würden – werden für sechsstellige Dollarbeträge versteigert. Der Rekord liegt bei 480.000 Dollar für eine Lizenz auf ein Rocky Mountains Dickhornschaf, die 2013 in Montana versteigert wurde. Zu behaupten, dass die Wildschafjagd ein Sport für reiche Männer sei, sei absolut korrekt, sagt ein von der NY Times interviewter Schafjäger, der hinzufügt: „Aber wenn es die reichen Männer nicht gäbe, wären auch die Schafe nicht mehr da.“

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Windenergie im Wald: „Gefahr für Artenschutz“

Länder-Willkür beim Ausbau von Windenergie – Deutsche Wildtier Stiftung veröffentlicht wissenschaftliche Studie zur Windenergie im Lebensraum Wald

Der Ausbau der Windenergie schreitet in Deutschland ungebremst voran; Wildtiere und ihre Lebensräume bleiben dabei auf der Strecke. Wie dramatisch sich der Konflikt zwischen Windenergie und Artenschutz in Deutschland zuspitzt, belegt die gestern veröffentlichte Studie „Windenergie im Lebensraum Wald“ von Dr. Klaus Richarz, die im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung entstanden ist. Die Studie beschreibt die aktuelle Entwicklung von Windenergieanlagen (WEA) im Wald und die Gefahr für den Artenschutz. „Gerade in bisher unzerschnittenen und wenig erschlossenen Waldgebieten beeinträchtigen Bau, Betrieb und die Wartung von Windenergieanlagen das Überleben von Wildtieren ganz erheblich“, sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Autor der Studie Dr. Klaus Richarz ist ein renommierter Biologe. Richarz hat 22 Jahre die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland geleitet.

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CITES-Welt-Konferenz: Nachhaltige Jagd schützt bedrohte Tierarten!

Der Deutsche Jagdverband bewertet die Ergebnisse der 17. Weltkonferenz in Johannesburg überwiegend positiv.

Mit einer Rekordbeteiligung von 152 Staaten und 3.500 Teilnehmern ist die 17. Weltkonferenz der Washingtoner Artenschutzübereinkunft (CITES) in Südafrika zu Ende gegangen. Der Deutsche Jagdverband bewertet die Ergebnisse als überwiegend positiv. „Vernunft und pragmatischer Naturschutz haben sich gegen Ideologie und einseitiges Denken in Kategorien des Totalschutzes durchgesetzt. Für uns Jäger ist das Bekenntnis der Konferenz zur nachhaltigen Jagd als Instrument des Wildschutzes besonders befriedigend, “ sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

Auf Vorschlag der EU und Südafrikas war eine Resolution verabschiedet worden, in der ein geordneter und nachhaltiger Jagdtourismus als hilfreich für den Schutz einzelner Tierarten bewertet wurde. Denn er trage zum Lebensunterhalt ländlicher Gemeinden bei, schaffe Anreize zum Erhalt natürlicher Lebensräume für das Wild und erwirtschafte Einkommen, die wieder in den Naturschutz investiert werden können.

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Das Verschwinden der grauen Geister

Karibus gehören zu den am meisten gefährdeten Tierarten Amerikas. Ihr größtes Problem: Der Wolf. Um die letzten Karibus zu retten, werden im Regierungsauftrag ganze Wolfsrudel abgeschossen. Ein Lehrstück über den Irrglauben, dass die Natur in von Menschen beeinflussten Habitaten alles selbst zum besten regelt.

In den Selkirk Mountains im Norden Idahos leben noch ungefähr zwölf Karibus. Sie sind hier, im Norden Idahos und im Süden der kanadischen Provinz British Columbia so selten, dass sie „graue Geister“ genannt werden. Und die Existenz der amerikanischen Rentiere könnte sehr bald wahrhaft geisterhaft werden, denn ihr Aussterben scheint kaum noch zu verhindern sein, wie die New York Times in dem hervorragenden Artikel „America’s Gray Ghosts: The Disappearing Caribou“ feststellt. Das größte Problem der Karibus ist Prädation, vor allem durch den Wolf, aber auch durch den amerikanischen Puma (Cougar), wie der für den Stamm der Kootenai tätige Biologe Norm Merz in der NYT erklärt. Die von den Wölfen ausgehende Gefahr für die schrumpfenden Karibu-Herden ist so groß, dass kanadische Regierungs-Scharfschützen von Hubschraubern aus ganze Wolfsrudel dezimieren. Mehr als tausend Wölfe wurden in den letzten zehn Jahren so abgeschossen. Für die Wölfe kein Problem, meinen Biologen: Die anpassungsfähigen Raubtiere halten der aggressiven Bejagung ohne weiteres stand.

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Streit um Vogelschredderanlagen

Um eine Studie des Schweizer Umweltbüros KohleNusbaumer zum Thema Vogelschlag durch Windkraftanlagen mit dem Titel „Windenergie und Rotmilan: Ein Scheinproblem“ ist ein heftiger Streit entbrannt. KohleNusbaumer kommen zu dem Schluss, dass das „erhöhte Tötungsrisiko für den Rotmilan durch Windenergieanlagen im Wesentlichen aus den Erhebungen des Landesumweltamtes Brandenburg (LUA)“ abgeleitet werde, wobei diese „aufgrund der geringen Zahl der Funde in der zentralen Fundkartei für Anflugopfer […] für sich alleine genommen nicht geeignet [sei], ein erhöhtes Tötungsrisiko für den Rotmilan nachzuweisen.“

Die Deutsche Wildtierstiftung erklärte dem gegenüber, dass der Bestand des Rotmilans nach Angaben des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) im Abnehmen begriffen sei. KohleNusbaumer seien „als konsequente Befürworter der Windenergie bekannt“ und verdienten ihr Geld „u.a. mit der Projektierung von Windkraftanlagen.“ Der Nabu sprach von einem „Angriff der Windenergie-Lobby auf Artenschutz“ und kritisierte „den Versuch von Teilen der Windenergie-Branche, mit unhaltbaren Aussagen den Eindruck zu erwecken, dass ein Konflikt zwischen Windenergie und dem Schutz von Greifvögeln gar nicht existiert.“

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Jäger und Naturschützer gemeinsam für den Artenschutz

 DJV-Interview mit Projektleiter Marcus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen e.V

In unserer Kulturlandschaft haben es Wiesenvögel und Niederwild schwer. Eine intensive Landnutzung und zusätzliche Verluste durch Fressfeinde führen in vielen Regionen Deutschlands zu dramatischen Bestandsrückgängen. Diese Erfahrung machten auch Jäger und Naturschützer im Bremer Blockland, einem bedeutenden EU-Vogelschutzgebiet mit seltenen Wiesenvogelarten. Die Landesjägerschaft Bremen initiierte ein Schutzprojekt in enger Abstimmung mit dem Gelege- und Kükenschutzaktivitäten des Bremer BUND. Durch ein Monitoring mit Wildkameras wurde der zunehmend negative Effekt von Beutegreifern bestätigt, allen voran des Fuchses. 2014 starteten eng verwoben ein Fangjagd-Projekt der Landesjägerschaft Bremen und ein Monitoring-Projekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Zu ersten Ergebnissen und weiteren Planungen befragte der DJV den Projektleiter des LJB-Fangjagdprojektes Marcus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen.

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„Das Überleben der Großtrappe steht auf dem Spiel“

 DJV-Interview mit Henrik Watzke vom Föderverein Großtrappenschutz e.V.

Der Förderverein Großtrappenschutz e.V. betreibt seit etwa 25 Jahren Großtrappenschutz in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. In den drei Siedlungsgebieten Havelländisches Luch, Belziger Landschaftswiesen und Fiener Bruch werden die seltenen Vögel von Hand aufgezogen und mithilfe spezieller Volieren ausgewildert. Im Jahr 1940 lebten noch 4100 Großtrappen in Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Heute gibt es die Großtrappe mit knapp 200 Exemplaren nur noch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Um den Bestand zu unterstützen, werden jährlich Jungtrappen aus der künstlichen Aufzucht ausgewildert. Henrik Watzke ist Diplom-Biologe und Geschäftsführer des Fördervereins. Der DJV sprach mit ihm über die Herausforderungen seiner Arbeit angesichts ausbleibender EU- und Länderförderungen.

DJV: Wie viele Jungtrappen wurden dieses Jahr in welchem Gebiet ausgewildert und ist diese finanziell und personell aufwändige Maßnahme dauerhaft nötig?

Henrik Watzke: In diesem Jahr werden in den Belziger Landschaftswiesen (Brandenburg) und im sachsen-anhaltinischen Teil des Fiener Bruchs jeweils 20 junge Großtrappen ausgewildert. Die Auswilderung befindet sich aktuell in der finalen Phase, der Integration der Jungtrappen in den Wildbestand. Der Erfolg der Auswilderung beginnt schon bei der Bergung gefährdeter Gelege (Bedrohung durch Landwirtschaft oder durch Rabenvögel, Anm. d. Red.). Die Eier müssen sorgfältig transportiert und schnell in die Brutapparate der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg gebracht werden. Nach dem Schlupf erfolgt die Betreuung der Küken bis mindestens zur achten Lebenswoche in der Vogelschutzwarte. Spätestens im Alter von zehn Wochen kommen die Jungtrappen in die Auswilderung. Während der Auswilderung werden die Jungtrappen noch einmal etwa drei Monate betreut. Dieser enorme finanzielle und vor allem personelle Aufwand wird noch solange nötig sein, bis sich die drei letzten Reproduktionsgruppen Deutschlands durch einen eigenen natürlichen Nachwuchs stabil entwickeln.

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Artenschutzprojekt: LJV BW unterstützt Fuchspelz-Marketing

Niederwild, Bodenbrüter und erst recht gefährdete Arten wie Großtrappe oder Auerhuhn haben eins gemeinsam: Ohne Prädatorenkontrolle haben sie kaum eine Chance. Ein wesentlicher Punkt des „Aktionsplans Auerhuhn“, der zum Schutz der Auerwildpopulation im Schwarzwald beschlossen wurde, ist dann auch – neben Biotopvernetzung und Vermeidung von Störungen der scheuen Vögel etwa durch Tourismus – die Intensivierung der Fuchsbejagung. Der Schwarzwald ist die Heimat des größten europäischen Auerwildvorkommens außerhalb des Alpenraums. Die Population ist jedoch im Lauf der letzten hundert Jahre von knapp 4000 auf nur noch etwa 500 Individuen zurückgegangen. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV BW) hat im Rahmen seines Auerwildprojekts ein Marketingkonzept entwickelt, das zweierlei leisten soll: Zum einen soll die Akzeptanz von heimischem Fuchspelz in der Bevölkerung erhöht werden, zum anderen sollen „passionierte Raubwildjäger wieder einen Anreiz erhalten reife Bälge zu erbeuten und zu liefern“, wie es auf der LJV-Homepage heißt.

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Rebhuhn und Fasan in der Kulturlandschaft

Ein Auswilderungsprojekt der Jägerschaft Aurich

 Rebhühner gab es bis in die siebziger Jahre überall. Heute ist das gedrungene, rund 20 Zentimeter große, rotbraun-graue Tier mit dem kastanienbrauen hufeisenförmigen Fleck auf der Brust weitgehend ausgestorben. Rund um Aurich lässt es nur noch im Tannenhauser Moor und bei Simonswolde beobachten. – Nicht auszuschließen ist, dass es dem Fasan ähnlich ergeht. Seit etwa fünf Jahren nehmen die Bestände stark und schnell ab. Vielerorts ist ein Zusammenbrechen der Population nicht mehr auszuschließen. Revieroberjäger Heinrich Janssen, Landwirt Heinz Best und Mitpächter Jan Woltzen haben deshalb im Spätsommer dieses Jahres im gemeinschaftlichen Jagdbezirk in Wiesens Fasane und Rebhühner ausgesetzt,  um die Fasanen-Population zu stärken und das Rebhuhn wieder heimisch zu machen. Das Besondere an diesem Versuch ist: Die ausgesetzten Tiere kommen nicht aus Brütereien sondern wurden von Haushühnern aufgezogen. Das soll ihre Überlebenschance erhöhen.

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Thüringer Försterin leitet Deutschlands einzige Auerwildaufzuchtanlage

Seit wenigen Tagen leitet die Forstwissenschaftlerin Luise Stephani die 2012 neu eröffnete Auerwildaufzuchtstation der Thüringer Landesforstanstalt. Die Anlage in Langenschade (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Derzeit werden dort knapp 20 Küken des vom Aussterben bedrohten größten europäischen Waldhuhnes aufgezogen, die als Jungvögel auf ihre Auswilderung Ende September diesen Jahres warten. Sollte das bislang mehrere hunderttausend Euro teure Artenschutzprojekt der Landesforstanstalt in den nächsten zehn Jahren mit dem Ziel einer freilebenden selbsterhaltenden Population nicht erfolgreich sein, muss das Auerwild, so fürchten die Experten, als in Thüringen ausgestorben bezeichnet werden.

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Invasion von Marderhund und Waschbär

Jagdstatistik: mehr als 3.000 Prozentpunkte Zuwachs seit der Wiedervereinigung

Waschbär und Marderhund sind weiter auf dem Vormarsch, das belegen die aktuellen Jagdstatistiken, die der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich der Messe Jagd und Hund veröffentlichte. Demnach wurden im Jagdjahr 2012/13 erstmals mehr als 100.000 Waschbären erlegt, 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der erlegten Tiere sogar um mehr als 3.000 Prozentpunkte gestiegen. Beim Marderhund gab es nach vier Jahren Rückgang ebenfalls wieder positive Zahlen: Knapp 18.600 Tiere wurden erlegt, das sind 29 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im 10-Jahres-Vergleich verzeichnen die Jäger eine Steigerung um knapp 4.500 Prozentpunkte.

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Thüringen: Im Auge des Shitstorms

Weil er – völlig legal – in Botswana einen Elefanten schoss, ist ein Abteilungsleiter im Thüringer Umweltministerium von einer so erwartbaren wie unreflektierten Empörungswelle überspült worden. Kommentarschreiber fordern unter dem Beifall der Mitforisten, den Beamten wahlweise „abzuknallen“ oder den Löwen zum Fraß vorzuwerfen, Petitionen mahnen berufliche Konsequenzen an (mindestens!), und die Hohenpriester der multimedialen Empörungsmaschinerie – grüne und linke Politiker – grölen mit Volkes Stimme im Entrüstungschor (der immer ungenierter altbekannte Motive wie „Hängt ihn auf!“ und „Tod den Andersdenkenden!“ anklingen lässt) und verlangen die Entlassung des „unzumutbaren“ Beamten.

Bezeichnenderweise sind es nicht die selbsternannten „Qualitätsmedien“ und schon gar nicht die zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunker, die den hochkochenden Volkszorn mit Vernunft und Mäßigung abzukühlen und der Hysterie und selbstgerechten Empörung mit Argumenten beizukommen trachten: Sondern ein Gastautor auf der Internetseite „Die Achse des Guten“, die von einem Zusammenschluss unabhängig denkender Journalisten und Schriftsteller betrieben wird. In seinem brillanten Beitrag „Elefanten-Krawall in Thüringen“ stellt Gunnar Dieling klar, dass legale Elefantenjagd weder gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, noch gegen den Artenschutz verstößt. Und erinnert daran, dass das Konzept „Schutz durch Nutzung“ nicht nur in Afrika weitaus besser funktioniert, als das konkurrierende Modell des Käseglocken-Naturschutzes.

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Vermaisung und kein Ende

Fachtagung Artenschutz, Landwirtschaft, Jagd im Thüringer Landtag

130 Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Jagd, Natur- und Artenschutz trafen sich Anfang Dezember im Thüringer Landtag zur Fachtagung “Artenschutz, Landwirtschaft und Jagd”. Eingeladen hatten das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN), die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V., der Landesjagdverband Thüringen e.V. und der Thüringer Bauernverband e.V.

Minister Jürgen Reinholz und dessen Staatssekretär Roland Richwien überbrachten nicht nur Grußworte: „Zusammenarbeit ist zwingender denn je notwendig. Nur miteinander lassen sich diese Probleme lösen, nicht neben- oder gegeneinander“. Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Helmut Gumpert wies in seinem Grußwort auf die Verantwortung seiner Klientel für das Naturgut Boden hin. Er warf die Frage auf, ob Extensivierung oder doch besser Intensivierung der Landwirtschaft bei gleichzeitig anwendungsorientierter Agrarförderung der sinnvollere Weg sei. Er verwies darauf, dass trotz Ausbau des Energiepflanzensektors Thüringen keine Maiswüste werde. LJV-Präsident Steffen Liebig überbrachte Grüße des Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes und mahnte an die Verantwortung aller Naturnutzer für das immer komplex zu betrachtende Ökosystem. Er verwies darauf, dass alle Fragen zur Thematik „Nachhaltigkeit“ letzten Endes globale Angelegenheiten seien.

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DJV stellt Eckpunkte zur Fangjagd vor

AIHTS Zertifizierungsprozess gestartet

Auf dem Symposium „Artenschutz, Biotop- und Prädatorenmanagement“ im Jagdschloss Kranichstein hat der Deutsche Jagdverband (DJV) sein neues Positionspapier zur Fangjagd vorgestellt. Das vom interdisziplinären „Arbeitskreis Falle“ erstellte Papier hält den zeitgemäßen Einsatz von Fallen für Jagd, Natur- und Artenschutz sowie Wissenschaft und Schädlingsbekämpfung fest. Tierschutzgerechter Fang sowie eine nachhaltige Ausübung der Fangjagd als notwendiges Instrument in der Niederwildhege und im Arten- und Naturschutz sind die wesentlichen Eckpunkte des Papiers. „Einzelne Vertreter von Tier- und Naturschutz versuchen immer wieder, die Fangjagd einzuschränken“, erklärt Dr. Daniel Hoffmann, zuständig für die Jagd mit Fallen im DJV-Präsidium. „Dabei ist sie zum Erhalt des Niederwildes und von Bodenbrütern unerlässlich – das gilt besonders in Schutzgebieten. Fangjagd wird fachkundig und ordnungsgemäß von Jägerinnen und Jägern durchgeführt.“

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Mit Fangjagd gefährdeten Tieren helfen

Experten stellen erfolgreiche Projekte aus dem Artenschutz vor

Auf den Feldern hoppeln Feldhasen, Rebhuhnfamilien sind zahlreich zu sehen und man hört den Fasan rufen: „gock, gock, gock“. So sieht es normalerweise in einer intakten Natur aus. In Deutschland wird der Anblick dieser Arten leider immer seltener. Am Boden lebende Tiere haben es schwer, auf den großen Feldern mit der intensiven Landwirtschaft Verstecke zu finden und so ihren natürlichen Feinden wie etwa dem Fuchs zu entwischen. In eintönigen Landschaften finden die Tiere für sich selbst und ihre Jungen weniger zu fressen. Auch schlechtes Wetter macht ihnen zu schaffen. Deshalb werden bestimmte Tierarten mit sehr viel Aufwand von Naturschützern und Jägern unterstützt. Wie das erfolgreich geht, darüber sprechen Experten am heute und morgen auf dem Jagdschloss in Kranichstein.

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Lieber ohne Biber?

Wie schön für die Politik, dass es einen Schuldigen gibt, der bestens dafür taugt, von den Versäumnissen im Hochwasserschutz abzulenken. Gemeint ist der Biber, der nach dem Elbhochwasser dem Populismus geopfert werden soll. Der eigentliche Skandal indes ist, dass für Millionen Euro sanierte Deiche nicht grabesicher sind.

Wir veröffentlichen diesen nach dem Oderhochwasser 2010 geschriebenen Beitrag aus aktuellem Anlass – die Reaktionen der Politik sind nach jedem Hochwasser ohnehin die selben.

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Hochwasser: Biber zum Abschuss freigegeben

So schnell kann es gehen: Der Biber, eben noch eine der heiligen Tierarten des deutschen Naturschutzes, ist in den Hochwassergebieten Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern zum Abschuss freigegeben worden. Die Untere Jagdbehörde und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ludwigslust-Parchim haben am Freitag zwei entsprechende Ausnahmegenehmigungen im Hochwassergebiet erteilt. Doch was soll das bringen?

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Höhere Artenvielfalt im Wirtschaftswald

Forscher der Universitäten von Bern und München stellten 2012 nach Vergleichsstudien im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Hainich fest: Wirtschaftswälder weisen mitunter einen höheren Artenreichtum aus als Urwaldflächen. Nicht nur die florale Artenvielfalt ist größer, auch die Zahl der Insekten ist in Wirtschaftswäldern höher. Ursache ist die durch stete forstwirtschaftliche Eingriffe vielfältigere Waldstruktur einerseits, andererseits die durch die naturgemäße Waldwirtschaft erzielte Erhöhung alter Baum- und Totholzanteile, die speziell Insekten und seltene Reliktarten fördern.

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