Schlagwort-Archive: Alexander Just

„Schönfärberei, Unbedarftheit, Unwissenheit“

Aus aktuellen Anlass: Wolfs-Brevier von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – EU-Beamter Just versemmelte Prüfung – und zog vor Gericht

JAWINA-Leser und -Autor Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat an der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses des Potsdamer Landtags teilgenommen, in dem der hochrangige EU-Beamte Alexander Just von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission mit Unkenntnis der Fakten für Irritationen gesorgt hatte (JAWINA berichtete). „Sowohl dessen Schönfärberei als auch die Unbedarftheit und Unwissenheit mancher MdLs“ hätten ihm „einen Schrecken eingejagt“, schreibt Prof. Pfannenstiel in einer Mail an die Redaktion. Er habe „deshalb mal einiges zum Thema aufgeschrieben und […] an den Ausschussvorsitzen zur Verteilung im Ausschuss geschickt“.

Das PDF-Dokument mit dem Titel „Feststellungen und Gedanken zum Wolf (Canis lupus) nach der Sitzung des Ausschusses für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft im Landtag Brandenburg am 22.03.2017“ enthält die wichtigsten wildbiologischen Fakten zum Wolf in Brandenburg: Angefangen von Definitionen biologischer Grundbegriffe wie „Art“, Population“ oder „Biodiversität“ über  Fakten zum Wolf in Brandenburg bis zu Fragen wie „Was ist unter Obergrenze für Wölfe zu verstehen?“ oder „Warum tut man sich bei uns so schwer, die Wolfspopulation zu regulieren?“ Das alles kurz und knapp zusammengefasst auf fünf Seiten. Das ist auch für die JAWINA-Leser interessant, fanden wir: Zum Nachlesen und zur Festigung des eigenen Wissensstands, zum Weiterreichen an Jäger und Nichtjäger. JAWINA dankt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel für sein Einverständnis, das PDF an dieser Stelle zum Download bereit zu stellen.

Weiterlesen

EU-Wolfsexperte: Ahnungslos, aber ideologisch gefestigt

Die Lausitzer Rundschau (LR) berichtet über ein Treffen des Landwirtschaftsausschusses des Potsdamer Landtags mit einem Vertreter der Brüsseler Bürokratur am gestrigen Mittwoch: „Wie ein Besuch von einem anderen Stern“ habe der Auftritt von Alexander Just von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission gewirkt: Der „Experte“ wiederholte die Mär von der „natürlichen Scheu“ des Wolfs, aufgrund derer „die Möglichkeiten einer direkten Begegnung zwischen Wolf und Mensch sind sehr gering“ seien. Zumal es in Deutschland ja nur 40 Wölfe gebe… Die mangelnde Faktenkenntnis des EU-Bürokraten habe für Kopfschütteln gesorgt, berichtet die LR. Just soll seine Aussage aus Zahlen aus dem Jahr 2013 gestützt haben. Der Anfrage von Abgeordneten, ob es möglich sei, den Wolf von Anhang 4 in Anhang 5 der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH) umzugruppieren, was einen etwas geringeren Schutzstatus zur Folge hätte, erteilte der EU-Bürokrat eine klare Absage. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in der Lausitzer Rundschau. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)