Studie der BOKU Wien: Bleifrei bei der Gebirgsjagd

Die Universität für Bodenkultur Wien hat einen Projektbericht über einen im Auftrag der Tiroler Jägerschaft erstellten Praxistest bleifreier Munition veröffentlicht. Die bleifreien Geschosse wurden unter dem besonderen Aspekt der Brauchbarkeit für die jagdlichen Verhältnisse in Tirol mit Hilfe von Abschussberichten bewertet. Das heißt, es ging vor allem um die bei der Gebirgsjagd üblichen größeren Schussdistanzen, und es wurden Kaliber verwendet, die in Tirol populär sind, dem Bericht zufolge sind das die .308 Win., die .243 Win. und die .270 Win. Die Ergebnisse überraschen insofern nicht, als dass mit vielen Geschoss-Kaliber-Kombinationen auf nahe bis mittlere Distanzen brauchbare oder bedingt brauchbare Ergebnisse erzielt wurden. Zu einer Bewertung als „nicht brauchbar“ führte meistens die Kategorie „wenig Schweiß“ – ein bekanntes Problem bleifreier Geschosse. Auch nicht erstaunlich: Bei Schussdistanzen über 200 Meter waren mit einigen Geschoss-Kaliber-Kombinationen keine brauchbaren Ergebnisse mehr zu erzielen. Teilweise war die Anzahl in die Bewertung eingeflossener Stichproben jedoch sehr klein, so dass entweder keine Beurteilung möglich war oder diese mit Vorbehalt zu betrachten ist.

Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebniss, dass  ausreichend Praxiserfahrungen und Berichte existieren, „die einen erfolgreichen Umstieg auf Alternativgeschosse für die meisten Jägerinnen und Jäger in Tirol möglich machen.“ Entscheidend bleibe die persönliche Entscheidung des Jägers: „Auf welches Wild darf ich auf welche Distanz mit meinem Kaliber und meinem Geschoss einen Schuss abgeben? Im Zweifel sollte hier im Sinne der Waidgerechtigkeit, gerade bei weiten Schüssen, immer auf eine ausreichende Restenergie geachtet werden.“ SE

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