„Staatliche Erpressung“: Hornady stellte Belieferung New Yorker Behörden ein

Die Verwaltung des US-Bundesstaats New York hat Unternehmen aus dem Finanz- und Versicherungssektor dazu gedrängt, ihre geschäftlichen Beziehungen zur NRA, der amerikanischen Interessenvertretung von Legalwaffenbesitzern und der Waffen- und Munitionsindustrie zu überdenken. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (Demokratische Partei) gilt als eifriger Verfechter strengerer Waffengesetze. Cuomo hat eine Vereinigung von Bundesstaaten mit dem Zweck strengerer Reglementierung des Waffenbesitzes („States for Gun Safety“) geschmiedet und rühmt sich damit, dass unter seiner Führung „New York die strengsten Waffengesetze Amerikas“ verabschiedet habe („Under Governor Cuomo, New York has passed the strongest gun control laws in the nation.“, offizielles Statement auf der Internetseite des Staates New York). Auf Veranlassung Cuomos hat der Chef der New Yorker Pensionskasse Thomas DiNapoli ein Schreiben an Kreditkartenunternehmen verfasst, in dem diese gedrängt werden, Waffenkäufe mit Kreditkarten zu unterbinden („urging them to crack down on gun purchases“), wie New York Daily News berichtet.

Die Leiterin der höchsten New Yorker Finanzbehörde (New York State Department of Financial Services (DFS)), Maria Vullo, bedrängte in einem weiteren Schreiben Banken und Versicherer. Zwar wurden nicht unmittelbar Strafen für Unternehmen angedroht, die ihre geschäftlichen Beziehungen zur Waffen- und Munitionsindustrie aufrecht erhielten, so NY Daily News, doch warnt Vullo unüberhörbar vor möglichen, durch Waffengewalt und – missbrauch verursachten Rufschädigungen für die Unternehmen. Vullo weist unmissverständlich darauf hin, dass bereits eine Reihe von Unternehmen, darunter der staatliche Versicherer MetLife, ihre Geschäftsbeziehungen zur NRA eingeschränkt hätten und fordert im Namen der DFS „alle in New York tätigen Versicherungsunternehmen und Banken auf, sich den Firmen anzuschließen, die ihre Geschäfte mit der NRA, der Waffenindustrie und anderen Waffenbefürwortern nicht mehr fortsetzten […]. „(NY Daily News: Financial Services „urges all insurance companies and banks doing business in New York to join the companies that have already discontinued their arrangements with the NRA, the gun industry, or other promoters of guns,[…]“ Vullo said.)

Das für New York zuständige NRA-Mitglied Tom King sprach angesichts dieser Äußerungen in den NY Daily News von „Erpressung“ (extortion): Die Briefe stellten eine „versteckte Drohung“ dar. Auch das Schießsport-Magazin Accurate Shooter sprach von „staatlich geförderten Erpresserbriefen“ (state-supported blackmail).

Hornady zieht Konsequenzen

Steve Hornady in der Hornady-Fabrik in Grand Island, Nebraska. Foto: SE

Steve Hornady, Chef und Inhaber des im Bundesstaat Nebraska ansässigen Munitionsherstellers, kritisierte Cuomo in einem auf Facebook veröffentlichten Brief scharf: „Was glaubt Cuomo, wer er ist, wenn er New Yorker Banken und Versicherungsunternehmen sagt, dass sie die Waffen- und Munitionsindustrie boykottieren sollen?“

Steve Hornady Schreiben auf Facebook (Screenshot).

Der Staat New York habe eine der „verabscheuungswürdigsten, je von einem Staat begangenen Taten“ begangen, indem er die Unternehmen aufforderte, ihre Geschäftsbeziehungen mit der Waffen- und Munitionsindustrie einzustellen, so Hornady weiter. Diese Handlungen seien „ein himmelschreiender und widerwärtiger Missbrauch der Amtsgewalt.“

Und Hornady zieht die Konsequenzen: Wir wollen nicht in Verbindung zu einer Regierung stehen, die so handelt, stellt Steve Hornady klar. Deshalb stelle Hornady die Belieferung der New Yorker Regierungs- und Staatsbehörden ein. Hornady produziert unter anderem auch Munition für den Behördeneinsatz, wie die Handfeuerwaffenpatronen Critical Defense und Critical Duty. In dem von der NRA veröffentlichten Beitragsvideo erläutert Steves Sohn Jason Hornady die Gründe für den Lieferstopp und weist nochmals darauf hin, dass dieser nur für Regierungsstellen und Behörden gelte, nicht jedoch für New Yorker Bürger. Auf Facebook und anderen Portalen erfährt Hornady viel Zustimmung für das entschlossene Vorgehen. SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

 

2 Gedanken zu „„Staatliche Erpressung“: Hornady stellte Belieferung New Yorker Behörden ein

  1. Thomas Kammer

    Nehmen wir Jäger uns ein Beispiel an Hornady! Anstatt jede staatliche Maßregelung zähneknirschend zu schlucken und die Politiker durch unser Stillhalten zu ermuntern, die Daumenschrauben noch weiter anzuziehen, sollten wir bundesweit zivilen Ungehorsam üben – die Entsorgung von Tier-Kadavern nach Wildunfällen ist eine (sinnvolle) Selbstverpflichtung, die auch mal ein Jahr lang ausgesetzt werden kann.

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  2. JÜRGEN

    Hier auch demnächst weitere Repressalien?!
    So weit kommt das noch, dass meine Hausbank demnächst keine Transaktionen meiner Online- Waffenkäufe mehr durchführt!
    Es ist schon eine Frechheit, dass man Waffen und Munition teilweise nicht mehr mit Paypal bezahlen kann und dass Paketdienste nicht mehr bereit sind Munition und Waffen zu angemessenen Preisen zu transportieren! Die Beinflussung durch Politik und NROs ist da sicher auch mit im Spiel?!
    Das endet dann wahrscheinlich noch im Sterben der Schützenvereine, da diese keine Mitgliedsbeiträge mehr von ihren Mitgliedern einziehen können, oder ´mal ´n Sonderposten Murmeln erwerben können! Immer mehr Einschränkungen bei gleichzeitig immer höheren Preisen für Legalwaffenbesitzer überall!
    Ei jei jei jei jei jei!
    Demokratie, ick hör´ dir trapsen!

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