Schweiz: Jäger im Kanton Baselland fordern Nachtzielgeräte für die Waldjagd

Im Schweizer Kanton Baselland herrscht eine ziemlich spezielle Rechtslage, was den Einsatz von Nachtzielgeräten (NZG) für die Schwarzwildbejagung angeht: Schon vor einigen Jahren hat der Kanton acht NZG angeschafft, die er mittels Ausnahmebewilligung an Jäger ausleiht (!), wie die Basellandschaftliche Zeitung (BZ) berichtet. Seit Oktober 2017 dürfen sich Jäger in dem Kanton NZG auch persönlich anschaffen – allerdings nur für die Jagd auf dem Feld, das Verbot, NZG im Wald einzusetzen blieb bestehen, so die BZ. Auf die rechtliche Situation haben sich mittlerweile anscheinend auch die Sauen eingestellt: Sie kommen, so klagt ein Jäger, mitunter über Wochen nicht aus dem Wald, weil sie wüssten, dass ihnen draußen Gefahr droht. Über 80 Prozent der Schwarzwildabschüsse im Kanton Baselland wurden im Feld durchgeführt. Im Jahresbericht des kantonalen Jagdverbands Jagd Baselland beklagen die Jäger nun, dass für „eine effiziente Bejagung in der Nacht im Wald die notwendigen Bewilligungen zum Einsatz von Nachtzielgeräten“ fehlen würden.

Der Einsatz der NZG ist auch unter Schweizer Jägern umstritten. Ein kantonaler Jagdverwalter wendet sich in der BZ gegen den unumschränkten Einsatz im Wald: Das Wild müsse eine Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen, zur Wildschadensverhütung reiche die intensive Bejagung auf dem Feld in Verbindung mit herbstlichen Bewegungsjagden.

Andere Jäger halten dem entgegen, dass das Schwarzwild auch im Wald scharf bejagt werden müsse, wenn der Bestand an Wildschweinen „auf einem erträglichen Niveau“ gehalten werden solle.

Die Verantwortlichen im Kanton Baselland haben zugesichert, den Einsatz von Nachtsichttechnik auf der Waldjagd regelmäßig neu bewerten zu wollen. red.

Beitragsbild: Bache (Symboldbild). Foto: SE

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