Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe „unbürokratisch reguliert“ werden können.

Auch der Luchs soll nach dem Willen einiger Schweizer Politiker künftig bejagt werden. Luchse seien zwar für nur wenige Nutztierrisse (ca. 50 p.a.) verantwortlich, würden jedoch vor allem von Jägern als Konkurrenten angesehen, so die NZZ, da diese bevorzugt Rehe und Gämsen erbeuteten.

Die anwachsende Biberpopulation in der Schweiz soll reguliert werden, weil Biber durch Dammbau und Anstauen von Gewässern landwirtschaftliche Flächen fluten. Höckerschwäne können bei vermehrtem Auftritt wegen ihrer Hinterlassenschaften problematisch sein: Bei massenhaftem Auftreten kann die Verkotung von Wiesen dazu führen, dass das Gras nicht mehr an Nutztiere verfüttert werden kann.

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben verschiedene Schweizer Natur- und Tierschutzverbände die Neufassung des Jagd- und Schutzgesetzes abgelehnt, das „zu einem reinen Abschussgesetz verkommen“ sei. red.

Beitragsbild: Schafe – die zunehmende Zahl von Nutztierrissen lässt Forderungen nach einer Regulierung der Wolfspopulation auch in der Schweiz lauter werden. Foto: SE

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