Schweiz: Deutscher Rentner vom Vorwurf der Wolfswilderei freigesprochen

Schuldsprüche jedoch wegen mehrfacher Verstöße gegen Jagd- und Waffenrecht

Am 7. März 2016 ist bei Raron im Schweizer Kanton Wallis der bereits stark verweste Kadaver eines männlichen Wolfs gefunden worden, der durch DNA-Analysen als M63 identifiziert wurde. Am Freitag musste sich ein deutscher Rentner, der seit Jahren in der Region wohnt, vor dem Bezirksgericht Brig wegen des Verdachts auf illegalen Abschuss dieses Wolfs verantworten. Das Gericht sah die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe jedoch nicht als erwiesen an. So ließ sich das in dem Kadaver gefundene Geschoss nicht eindeutig einem bestimmten Gewehr zuordnen. Außerdem sei nicht bewiesen worden, dass sich M63 zum Tatzeitpunkt tatsächlich in dem Gebiet aufgehalten habe, in dem der Beschuldigte der Fuchsjagd nachging. Das Gericht sprach den Angeklagten daher vom Vorwurf des illegalen Wolfsabschusses frei. Des weiteren wurde er auch vom Vorwurf unrechtmäßiger Abschüsse eines Wildschweins, eines Rotwildkalbs und eines Rotspießers sowie diverser weiterer Verstöße gegen das Waffengesetz freigesprochen.

Verurteilt wurde er jedoch für die unberechtigte Ausfuhr eines Militärkarabiners in einen Schengenstaat und wegen unrechtmäßigen Besitzes zweier Schalldämpfer. Weitere Schuldsprüche kassierte der Rentner für mehrfache Zuwiderhandlungen gegen das Walliser Jagdgesetz wie das unberechtigte Führen einer kombinierten Waffe auf einer Wildschweinjagd im dafür nicht zugelassenen Kaliber .22 / .222, der Verwendung einer Laserlampe, eines Bewegungsmelders und einer Wildkamera sowie wegen des Führens einer geladenen Waffe außerhalb der Jagdausübung, wie 1815.ch berichtet.

Der Rentner wurde zu einer auf zwei Jahre bedingten Geldstrafe in Höhe von 3000 Franken und einer Buße von 1000 Franken verurteilt. Die beschlagnahmten Schalldämpfer werden zur Vernichtung eingezogen, der Verurteilte muss zudem einen Anteil an den Verfahrenskosten in Höhe von 800 Franken tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtkräftig. red.

Beitragsbild: Der verlinkte Beitrag auf 1815.ch (Screenshot, Ausschnitt)

 

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