Sachsen: Wolfswelpe illegal geschossen

Am Freitagmorgen, den 13.12.2013, wurde bei Hermsdorf, Landkreis Bautzen im Territorium des Milkeler Rudels ein männlicher Wolfswelpe auf einer Wiese tot aufgefunden. Bei der Begutachtung vor Ort konnten am Kadaver kleine Löcher unter anderem im Bereich des Rückens und Nackens festgestellt werden. Der Kadaver des Tieres wurde zur Klärung der Todesursache an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) gebracht. Die Untersuchung im Computertomographen ergab, dass das Tier durch Beschuss mit Schrotkugeln zu Tode gekommen ist. Bei der anschließenden Sektion konnten 31 Schrotkugeln aus dem Tierkörper sichergestellt werden.

Wölfe sind nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Ihre unerlaubte Tötung stellt eine Straftat dar. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse wird durch den Landkreis Bautzen Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei nahm bereits am Freitag erste Daten vor Ort auf.

Seit 2000 wurden damit in Sachsen vier Wölfe illegal getötet. In drei Fällen wurden die Tiere geschossen und ein Wolf absichtlich überfahren. In zwei weiteren Fällen wurde bei der Untersuchung von tot aufgefundenen Wölfen am IZW festgestellt, dass die Tiere zu Lebzeiten beschossen worden waren. (Beispiel „Einauge“ ehemalige Fähe des Nochtener Rudels und der ehemalige Milkeler Rüde, Kontaktbüro berichtete). Der Beschuss führte bei diesen Wölfen nicht zum Tod, hinterließ aber im Fall von „Einauge“ dauerhafte Schäden.

Insgesamt wurden im Jahr 2013 in Sachsen bislang fünf Wölfe tot aufgefunden. Vier Wölfe wurden bei Verkehrsunfällen getötet, einer wurde illegal geschossen. PM Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“

Foto: Klappspaten, SE

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