Sachsen-Anhalt: Gefahrenabwehr und Tierschutz – Polizisten dürfen Wölfe erschießen

„Rechtssicherheit beim Schusswaffengebrauch gegen Wölfe“

Heute tritt in Sachsen-Anhalt der vom Innenministerium im Einvernehmen mit dem Umweltministerium auf den Weg gebrachte Runderlass „Umgang mit verhaltensauffälligen, verletzten oder getöteten Wölfen“ in Kraft. Der Erlass richtet sich an die Polizeibehörden und soll Beamten Rechtssicherheit beim Schusswaffengebrauch gegen Wölfe geben. Das teilt das Innenministerium Sachsen-Anhalt mit.

Im Erlass heißt es dazu: „Der polizeiliche Schusswaffengebrauch gegen Wölfe ist zulässig, wenn von ihnen entsprechend § 3 Nr. 3 Buchst. b und c des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt (SOG LSA) eine gegenwärtige erhebliche Gefahr ausgeht und diese nicht auf andere Weise zu beseitigen ist.“

Aufgefundene durch ein Unfallereignis verletzte Wölfe können durch die Polizei im Rahmen der Eilfallzuständigkeit unmittelbar getötet werden, soweit ein Handeln durch das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) – die originär zuständige Behörde – sowie die Hinzuziehung tierärztlichen Sachverstandes durch die Polizei nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint. Weiterhin wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass die Wildtiere sonst unter erheblichen Qualen verenden würden.

Innenminister Stahlknecht: „Der Schutz unserer Bevölkerung steht für mich an erster Stelle. Daher ist es nur folgerichtig, dass bei verhaltensauffälligen und verletzten Wölfen, die eine akute Gefahr für Leib und Leben von Menschen darstellen, der Schusswaffengebrauch erlaubt ist.“ PM

Beitragsbild: Pistole (Symbolbild). Quelle: Wikipedia, Autor: MoserB

Die Red. dankt JAWINA-Leser AM für den Hinweis!

3 Gedanken zu „Sachsen-Anhalt: Gefahrenabwehr und Tierschutz – Polizisten dürfen Wölfe erschießen

  1. Ronbi

    Warum geht das nicht in jedem Bundesland?

    Warum gibt es kein bundesweites Wolfmanagement?

    Vielleicht in Anlehnung an das schwedische, mit Schutzjagden, kurzen Entscheidungswegen und so?

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  2. Ralf

    Gibt’s in Niedersachsen auch- der selbe Wortlaut- ist nur weitestgehend unbekannt. Es wäre auch schizophren, wenn ein Schutzmann jedes andere schwerkranke Tier erlösen darf und den Wolf nicht. Aus meiner Sicht muss der Wolf ins Jagdrecht. Der Polizeibeamte darf ihn unter bestimmten Bedingungen erlösen (warum eigentlich nur unter bestimmten Bedingungen? Ist der Wolf anders als andere Wildtiere? Der Gesamtbestand in Europa ist gesichert, oder!?) und der Jagdpächter nicht?
    Den Luchs darf der Jagdpächter erlösen (steht im Jagdrecht ohne Jagdzeit) und den „heiligen Wolf“ nicht? Konfusion!

    @Umweltminister: Bitte schaffen Sie endlich die gesetzlichen Grundlagen, um den Wolf ins Jagdrecht zu setzen! Der Wolf ist „Wild“! Es macht sehr vieles unkomplizierter!

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