Populismus: Backhaus weist Idee zur Einführung einer Katzensteuer zurück

Kein Wort über die verheerenden ökologischen Auswirkungen verwilderter Hauskatzen

Die Idee zur Einführung einer Katzensteuer weist der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns,  Till Backhaus, scharf zurück: „Mit diesem Vorschlag disqualifizieren sich die Grünen [Anmerkung der Red.: Dem DJV zufolge dementierten die Grünen, dass sie eine Katzensteuer fordern.] wieder einmal selbst“, wird Backhaus in der einer Pressemitteilung seines Hauses zitiert. Darin heißt es weiter: „Mit Geld allein ist das Problem nicht zu lösen, wir müssen an die Tierhalter appellieren. Jeder der sich eine Katze anschafft, muss sich darüber im Klaren sein, dass damit eine Verantwortung verbunden ist, die möglichweise bis zu 15 Jahre andauert. Tiere sollten deshalb niemals ein spontanes Geschenk sein und schon gar nicht über das Internet erworben werden. Mit einer generellen Katzensteuer werden hingegen all diejenigen bestraft, die verantwortungsbewusst und liebevoll mit ihren Tieren umgehen“, betont Tierschutzminister Dr. Till Backhaus und verleiht damit auch der Empfehlung seines Tierschutzbeirats Nachdruck.

Katzen haben kaum natürliche Feinde, dafür viele menschliche Freunde. Die Population vermehrt sich rasant, viele der Tiere landen am Ende im Tierheim oder streunen herrenlos durch die Straßen. „Tierschutzvereine, Bürger und Ehrenamtliche leisten bereits beachtliche Arbeit, um die unkontrollierte Vermehrung von Katzen einzudämmen. Leider fehlt es hier noch immer an finanziellen und personellen Ressourcen“, so der Minister. Sein Ressort stellt dem Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes 2017 wiederholt 20.000 € für die Kastration von freilebenden Katzen zur Verfügung.

Gleichwohl kann jeder Katzenbesitzer dazu beitragen kann, dass weniger Katzen geboren oder krank werden, oder hungrig ohne ein Zuhause leben müssen, indem er sein Tier kastrieren lässt: „Nur so können wir langfristig der unerwünschten Vermehrung der freilebenden Katzen Herr werden und die Tierheime entlasten. Vor allem in Garten- und Ferienanlagen werden im Sommer Katzen gefüttert, die sich weiter vermehren. Im Winter aber werden diese Katzen dort ungeimpft, oft krank und hungernd sich selbst überlassen. Viele der Nachkommen werden bereits krank geboren und gehen elendig zugrunde“, ergänzte er.

Die im Dezember 2015 veröffentlichte Katzenschutzgebiets-Ermächtigungslandesverordnung M-V gibt den Landkreisen und kreisfreien Städten zudem die Möglichkeit, in betroffenen Gebieten auch gegenüber Katzenhaltern zwangsweise Maßnahme wie Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflichten durchzusetzen, sofern durch freiwillige Maßnahmen absehbar keine Besserung der Situation erreicht wird. Der Minister appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: „Wenn Sie Kenntnis von Gebieten haben, in denen besonders vielen freilaufende Katzen leben, nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihrem zuständigen Veterinäramt oder dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Tierschutzbundes auf!“

Auf die schwerwiegenden ökologischen Auswirkungen, die von verwilderten Hauskatzen ausgehen, geruht der Minister nicht einzugehen. PM/SE

Beitragsbild: Bei entsprechender Haltung richten Katzen wenig Schaden an. Foto: SE

3 Gedanken zu „Populismus: Backhaus weist Idee zur Einführung einer Katzensteuer zurück

  1. Grimbart

    Natürlich ist es unpopulär als Politiker eine neue Steuer einzuführen. Ich persönlich fände sie als Steuerungselement nicht schlecht. Wozu hält sich jemand z.B. 26 Katzen?
    (Eine Lehrerin an der Schule meines Sohnes). Die sind sicherlich nicht alle im Haus. Da würde eine Steuer doch sicherlich regulierend wirken.

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  2. Paul

    und warum “ bestraft “ man ( Ausdruck im vorliegenden Beitrag) die Hundeführer; zumindest die, die Ihre Hund ausgebildet haben und NUTZEN bringen, weil sie für ihn und auch für die Allgemeinheit eingesetzt werden ? ( und das kostenlos.. ) Was wäre die Jagd wohl o h n e diese Hunde ?! Selbst das GESETZ schreibt bei bestimmten Arten der Jagd den Einsatz von Hunden direkt vor !! Aber das wissen eigentlich alle …. so s e l b s t v e r s t ä n d l i c h ist das !! Katzen dagegen kann man so einen Nutzen nicht zuordnen, egal , der soziale Effekt soll auch berücksichtigt sein. ABER wie viel Tausende ( oder mehr…) Katzen sind wirklich“ unnütz“, weil ausgesetzt , unkontrolliert vermehrt und, und.. Ausgangspunkt dafür sind (ursprünglich ) … KATZENHALTER …um diesen Effekt zumindest zu bremsen und Katzenliebhaber zu b e w u ß t e n Tierhaltern zu machen, die sich auch möglicher Folgen klar sind, wirkt eine so erhobene Steuer der Ausweitung dieses Effektes ( materiel beinträchtigend ) entgegen .Aber auch das wissen eigentlich alle: Also gleiches Recht für „alle“ egal ob mit oder ohne Steuer ( sowohl für Katzen als auch für Hunde ) !!!Damit für Hunde nicht ähnliches passiert , wie mit Katzen s o l l t e die Hundesteuer zumindest erhalten bleiben >>>>> Alles „Erkenntnisse“ , die nicht neu sind, mich aber antreiben , sie hier noch mal in ERINNERUNG und ins BEWUSSTSEIN zu bringen . Weidmannsheil !!

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  3. Grimbart

    Die Hundesteuer wird von den Gemeinden übrigens unterschiedlich erhoben. So gilt in meiner Gemeinde der halbe Steuersatz für Jagdhunde mit Jagdeignungsprüfung.

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