Originelle Forderung: AfD will Waffengesetze lockern

Die AfD Sachsen-Anhalt, die bei der der Landtagswahl vor gut einem Monat über 24 Prozent der Wählerstimmen erhielt, will die deutschen Waffengesetze lockern. Der Kleine Waffenschein, der zum Führen von Schreckschuss- und Tränengaswaffen berechtigt, solle abgeschafft, der Waffenbesitz „für mündige Bürger“ erleichtert werden, forderte der AfD-Landesvorsitzende André Poggenburg Medienberichten zufolge. Der Kleine Waffenschein sei ohnehin sinnlos, weil man mit den damit zugänglichen Waffen nur Schreckschusspatronen verschießen könne, soll Poggenburg dem MDR zufolge gesagt haben. Die infolge von Amokläufen bisher beschlossenen Waffenrechtsverschärfungen stellten nur „sinnlose Symbolpolitik“ und eine „Gängelung des mündigen Bürgers“ dar. Poggenburg kritisierte die „bürokratische Drangsalierung und Kriminalisierung“ von Legalwaffenbesitzern. Wäre das Waffenrecht liberaler, könnten sich gesetzestreue Bürger nach Ansicht Poggenburgs besser gegen Unrecht zur Wehr setzen.

Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt will die Forderung nach einer Lockerung der Waffengesetze in den Programmentwurf der Bundes-AfD einbringen. Im entsprechenden Änderungsantrag heißt es dem MDR zufolge: „Eine Verschärfung des Waffenrechts macht die Bürger wehrlos, an unserem Waffenrecht gibt es aber in dieser Beziehung nichts mehr zu verschärfen. Die Bürger sind schon komplett wehrlos gemacht.“

Der Innenminister Sachsen-Anhalts, Holger Stahlknecht (CDU), bezeichnete den AfD-Vorstoß als „völlig abwegig“ und „reine Stimmungsmache“. Eine Lockerung der Waffengesetze sei nicht nötig, Deutschland sei ein sicheres Land. Der Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben (SPD) erklärte, die Forderung der AfD sei gefährlich und zeuge von wenig Sachkunde. Wenn mehr Leute mit Waffen in der Öffentlichkeit herumlaufen, werde Deutschland nicht sicherer, sondern gefährlicher. Poggenburg spiele die Gefährlichkeit der betreffenden Waffen mit dem Schlagwort „Platzpatronen“ herunter. SE

Beitragsbild: Schreckschusswaffen. Copyright: SE

3 Gedanken zu „Originelle Forderung: AfD will Waffengesetze lockern

  1. Wüst Udo

    … ist es nötig, dass ihr von „Jawina“ diesen populistischen Rattenfängern vom AFD eine PLattform bietet. Oder hegt ihr etwa eine gewisse Sympathie für diesen rassistischen Verein? Wenn dem so wäre, dann gute Nacht …
    U Wüst

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    1. admin Beitragsautor

      Was soll die Unterstellung? Wir berichten über diese politische Forderung, wie wir z.B. auch über die Umtriebe militanter Jagdgegner berichten, ohne dass man uns besondere Anteilnahme o. dergl. unterstellen müsste. Im Beitrag über die AfD-Forderung kommen auch die Kritiker dieses Vorstoßes ausführlich zu Wort, die Berichterstattung stellt mithin ein Musterbeispiel an Ausgewogenheit dar.
      Das Verschweigen und die (Selbst)Zensur unliebsamer, politisch unkorrekter oder sonstwie randständiger Positionen – von strafrechtlich relevanten Äußerungen einmal abgesehen – durch angepasste Medien, die sich auf diese Weise eine Erziehung und Bevormundung ihrer Leser anmaßen, ist m.E. ein weitaus größeres Problem, als es die offene Auseinandersetzung selbst mit extremen Positionen jemals sein könnte. Zumal der weit verbreitete Eindruck, dass ein systematisches Verschweigen und Beschönigen stattfindet – Stichwort Lügenpresse – die Leute erst recht Extremisten und Verschwörungstheoretikern in die Arme treibt und Politikverdrossenheit und -verachtung fördert. SE

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  2. fritz Kruse

    Gut gebrüllt Löwe (Admin) !
    Das ist nun mal so in einer Demokratie, Die lebt von der Offenheit und der Meinungsfreiheit.
    Dazu gehört, das gewisse Leute auch Meinungen ertragen müssen, die nicht in ihr Weltbild passen.
    Die dürfen ja gerne anderer Meinung sein und auch bleiben – aber nicht wie Faschisten oder Kommunisten die freie Meinungsäußerung und -Bildung unterdrücken
    durch totschweigen, diffamieren, polemisieren oder „in die rechte Ecke stellen“ (Rechtspopulisten!“)
    Wer nur SEINE Meinung gelten läßt und abweichende Meinungen nicht zuläßt, kann nicht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Demokrat zu sein.
    Er ist ein rechthaberischer Glaubenskrieger mit selektiver Wahrnehmungsfähigkeit und missionarischen Eifer – wie ein Taliban.
    Nein – besser ist er nicht – er ist kein Gegner sondern ein Feind demokratischen Denkens und Handelns!

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