Österreich: Landwirtschaftskammer fordert wolfsfreie Ostalpen

Weil die Schäden durch Wolfsrisse zunehmen, hätten einige Bauern die Weidehaltung von Schafen und Rindern auf Almen bereits aufgegeben, erklärt Franz Lanschützer, Mitarbeiter der Abteilung Forstwirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Salzburg. Die Landwirtschaftskammern sind die gesetzlichen Vertretungen der von Land- und Forstwirten in Österreich. In einer Resolution fordert die Landwirtschaftskammer Salzburg daher einen wolfsfreien Ostalpenraum, wie topagrar berichtet. Zur Begründung heißt es, der Totalschutz des Wolfs sorge dafür, dass sich die Population alle drei Jahre verdopple. Da sich Wölfe nicht unter nahen Verwandten verpaarten, sei „der Hybridisierungsgrad mit Haus- und Hofhunden bereits sehr weit fortgeschritten.“ Genetisch reine Wölfe könnten sich nur dort halten, wo sie sich unter natürlichen Bedingungen ohne Kontakt zu Menschen entwickeln könnten oder durch Bejagung von menschlichen Siedlungen ferngehalten würden. Belege und Quellen für die Behauptungen werden in dem Beitrag leider nicht genannt, Franz Lanschützer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Totalschutz von Wölfen bedinge auch, dass sie ihre Scheu verlieren und sich tagaktiv Menschen und Siedlungen näherten. Dies sei im Osten Deutschlands bereits dokumentiert.

Die Landwirtschaftskammer Salzburg kam zu der Einschätzung, dass Maschendrahtzäune für Wölfe kein Hindernis darstellten und Elektrozäune, wie sie in Deutschland eingesetzt würden, „ebenso wirkungslos“ seien. Herdenschutzhunde könnten zwar „im Einzelfall bei Schafherden wirksam sein, führten jedoch rasch zum Konflikt mit Freizeitnutzern.“ Man sei daher in Salzburg „zum logischen Schluss gekommen“, dass Herdenschutz völlig ausscheide. Begründungen und Belege für die angebliche Wirkungslosigkeit von Maschendraht- und Elektrozäunen führt Lanschützer leider ebenfalls nicht an.

Da die Etablierung von Wolfsrudeln das Aus für die Weidewirtschaft auf den Almen bedeute, was schwer wiegende Auswirkungen auf nachhaltige Lebensproduktion, Kulturlandschaft, Artenvielfalt und Tourismus zur Folge habe, trete die Landwirtschaftskammer Salzburg „kompromisslos“ für einen wolfsfreien Ostalpenraum ein. Um dies zu verwirklichen, solle der Schutzstatus des Wolfs herabgesetzt und ein wirksames Management eingeleitet werden. Es sollten Kern-, Rand- und Freizonen für Wölfe definiert werden, Wolfshybriden müssten erlegt werden. SE

Beitragsbild: Rinder auf einer Alm in den Alpen – Herdenschutzmaßnahmen sind bei der traditionellen Form der Almwirtschaft schwierig umzusetzen. Foto: SE

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