NRW: Schonzeitaufhebung für alles Schwarzwild

Update: Kein Fake – Ministeriums-Mitarbeiter bestätigt Echtheit des Schreibens

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) hat einem der Red. vorliegenden Schreiben zufolge die Jagdbehörden des Landes aufgefordert, „die Schonzeit für alles Schwarzwild auf allen bejagbaren Flächen“ […] mit sofortiger Wirkung bis zum 31.3.2021 aufzuheben. Die Schonzeit für Schwarzwild sei damit „aus Gründen der Landeskultur i.S. von § 22 Absatz 3 BJagdG Satz 1 landesweit ganzjährig aufgehoben. Ausgenommen sind nur Bachen mit gestreiften Firschlingen unter ca. 25 kg.“ Als Begründung wird die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Polen und Tschechien angeführt. Auch wegen der durch Wildschweine verursachten Wildschäden sei „die intensive Bejagung des Schwarzwildes […] über mehrere Jahre hinweg, bis zu einer deutlichen Entspannung der Situation, fortzuführen.“

Die Forschungstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung NRW werde gebeten, heißt es weiter, „kurzfristig durch die Bereitstellung eines Bejagungskonzepts die Einhaltung einer weidgerechten Jagdausübung sicherzustellen.“

Das Schreiben ist von Umweltstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann unterzeichnet und an die Jagdbehörden, weitere Dienststellen und diverse Verbände adressiert. Der zuständige Sachbearbeiter im Ministerium hat die Echtheit des Schreibens mittlerweile gegenüber JAWINA bestätigt. SE

Beitragsbild: Schreiben des MULNV zur Schonzeitaufhebung für Schwarzwild (bearbeitet, Screenshot).

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern RB und AM für den Hinweis!

6 Gedanken zu „NRW: Schonzeitaufhebung für alles Schwarzwild

  1. Michael Sommerfeld

    Es ist schade das es nun scheinbar gar keine ethischen Grenzen mehr gibt… Nach Reh- und Rotwild soll nun auch das Schwarzwild aus deutschen Kulturlanden weggeschossen werden. Dabei sind scheinbar alle Mittel recht…, ausgedacht von „Schreibtischtätern“….

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    1. MaKoMania

      Tut mir leid, Herr Sommerfeld, aber das ist so nicht korrekt.

      Es wird nichts „aus deutschen Kulturlanden weggeschossen“, sondern es wird versucht, einen gleichbleibenden Bestand zu erreichen. D.h. also dass lediglich der darüber hinaus liegende Bestand erlegt werden soll und nicht mehr als nötig ist. Genaue Zahlen, was erlegt worden ist, gibt es natürlich auch, da über jedes Stück Wild Rechenschaft abgelegt werden muss. Diese können z.B. hier eingesehen werden:
      https://www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/PDFs/wald/jagdstrecke_2016-2017.pdf

      Kommentierter Bericht des Umweltministeriums:
      https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/news/2017-12-11-jagd-bilanz-20162017-wildschweinbestand-stark-zugenommen/

      Berichte der vergangenen Jahre: https://www.umwelt.nrw.de/naturschutz/jagd-und-fischerei/jagd/jagdstrecken-statistik/

      Also bitte erst prüfen / denken, bevor man einfach solche Sachen schreibt. Danke.

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      1. M. Sommerfeld

        Von jemandem der nicht mal seinen eigenen Namen hier benutzt, statt dessen lieber ein Pseudonym….. MaKoMania, kann ich nur müde lächelnd über ein solches Gegenkommentar hinwegsehen. Auch die Richtung aus der es kommt ist wieder typisch…

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        1. MH

          Vielleicht hat er ja nur Angst davor, daß man ihm droht, sein Haus anzuzünden und seiner Familie nachzustellen, weil er sich pro Jagd äußert. Sowas soll schonmal vorgekommen sein.

          Aber was ist die Anonymität des Kommentarschreibers für ein Problem, wenn er überprüfbare Fakten liefert?

          By the way: Die Forderung nach dem „Wegschießen“ von Reh- und Rotwild kommt aus der politischen Richtung, in der ich Sie vermuten würde. Sehen Sie sich doch die Jagdgesetzgebung nach dem Motto „Wald vor Wild“ und deren Befürworter an. Da sagen die gleichen Leute, die eine Fuchsbejagung mit der Gleichung erhöhter Abschuß=erhöhte Reproduktion kategorisch ablehnen, man würde das Verbiß-Problem mit Totschießen lösen.

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  2. Ronbi

    Aktionismus?
    Gegen gutes Futter, das muss nicht immer Mais sein, Buchen und Eichenmastjahre taugen auch und günstige Witterung, kann nicht angeschossen werden.
    Stark bejagtes Schwarzwild reagiert einfach mit mehr Nachwuchs.
    Wer die alten Keiler und Bachen abschießt, hat zudem führungslose Jungschweine und die lassen es dann krachen.
    Nur zu moderner Technik – Schalldämpfer – Restlichtverstärker – Laserzielpunktgeräte – kann sich keiner der Bürokraten so richtig durchringen.
    Abgesehen davon wird vermehrte Schwarzwildjagd das ASP Problem nicht lösen, zu viele andere Infektionsmöglichkeiten und gegen ein wärmeres Klima, hilft mehr Jagd auch wenig.

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    1. Kr.-Itisch

      Ronbi – Cave!
      Die Mär vom sich stärker vermehrendem Wild in Folge stärkerer Bejagung versucht uns die Fraktion der Streichelzoo-Tierschützer immer wieder beizubiegen. Das ist allerdings Quatsch. Im Falle des Schwarzwildes liegt es schlicht und ergreifend in erster Linie an den Umständen. Wo man hinschaut von den Grünen geforderter (Energie-)Mais, fast jährliche Eichen und Buchenmasten und natürlich die warmen Winter fördern den Wachstum der Schwarzwildpopulation. Dagegen hilft nun mal nur stärkere und zielgerichtete Bejagung. Wie und mit welchen Mitteln man das macht, darüber sollte man sich unterhalten.

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