Niedersachsen: Katze angeschossen und in Maisfeld geworfen – 3500 Euro Geldstrafe

Vor dem Landgericht Oldenburg musste sich am Freitag ein 56 Jahre alter Jäger verantworten, der in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) eine Katze beschossen und noch lebend in ein Maisfeld geworfen hat. Die Katze soll „friedlich“ auf einer Böschung gegenüber der Hofeinfahrt ihrer Besitzer gesessen haben, als der Schuss abgegeben wurde. Die Besitzer der Katze konnten das weitere Vorgehen verfolgen. Einem Bericht der Nordwest-Zeitung (NWZ) zufolge, musste der Besitzer der Katze mit ansehen, wie der Jäger das krank geschossene Tier ins Maisfeld schleuderte. Er habe ihn daraufhin „ermahnt“, dass die Katze doch noch leben würde – was wohl die denkbar mildeste Reaktion auf den solcherart erfolgten Abschuss eines Haustiers darstellen dürfte. Darauf soll der Jäger laut NWZ geantwortet haben, dass sich das mit dem Noch-Leben bald erledigt habe. Womit er Recht behalten sollte: Die Familie, der die Katze gehörte, barg sie aus dem Maisfeld und brachte sie zum Tierarzt, wo sie eingeschläfert werden musste. Der Kopf des Tiers sei von 50 Schrotkugeln getroffen worden. Der Jäger war in der Vorinstanz, dem Amtsgericht Cloppenburg, zu 70 Tagessätzen à 70 Euro, also 4900 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dies hätte, da hiermit die im Waffengesetz § 2, Buchstabe c, festegelegte Grenze von 60 Tagessätzen überschritten gewesen wäre, den Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und eine Entziehung von WBK und Jagdschein für mindestens fünf Jahre zur Folge gehabt.

Die Staatsanwältin warf dem Angeklagten vor, „seiner Verantwortung als Jäger im allergrößten Maße nicht gerecht geworden“ zu sein, wie die NWZ schreibt, und lehnte eine Reduzierung des Strafmaßes ab. Da der Jäger bislang unbescholten war, verhängte das Gericht letztlich eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 70 Euro (3500 Euro). Der Jäger hatte den Katzenbesitzern zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 1300 Euro bezahlt. Nach der Herabsetzung der Strafe sei nur noch mit einer Entziehung des Jagdscheins für ein bis zwei Jahre zu rechnen, mutmaßt die Nordwest-Zeitung. SE

Beitragsbild: Katze (Symbolbild). Foto: SE

5 Gedanken zu „Niedersachsen: Katze angeschossen und in Maisfeld geworfen – 3500 Euro Geldstrafe

  1. Joe

    Für Jäger, die so etwas tun, gibt es nur eines: Waffen und Jagdschein auf Lebenszeit entziehen. Wenn möglich auch noch den Führerschein einziehen. Das würde helfen, Charakterschw…….. für immer kalt zu stellen.

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  2. JÜRGEN

    Nö!
    Führerschein behalten lassen!
    Der hat nichts mit der Tat zu tun gehabt!
    Ab 60 Tagessätze sind die Waffen weg! So ist das Gesetz!
    Und so entscheiden RICHTER! Nicht Privatpersonen!
    Sonst kommen wir ja noch in den Bereich von Selbstjustiz!
    Rechtsstaatlichkeit muss eingehalten werden! Wehret den Anfängen!
    Das Verhalten des Jägers ist für mich einfach nur unmenschlich und herzlos!

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  3. Jochen

    Traurig zu sehen, was für Ar…geigen den Jagdschein haben und ihn auch noch behalten dürfen! Das er charakterlich ungeeignet ist, die Jagd waidmännisch auszuüben, hat er ja unter Beweis gestellt. Ist mir völlig schleierhaft, wieso der den JS wieder kriegen sollte.

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  4. Anko

    Ich weiss nicht, wie das in Cloppenburg ist. Aber andernorts wäre eine Katze „auf einer Böschung gegenüber der Hofeinfahrt liegend“ schon aufgrund der Nähe zum Hof keinesfalls abschussfrei. Das ist der eine Punkt. Der zweite natürlich, ein vermeintlich berechtigt beschossenes Tier anzuflicken und dann nicht nur verletzt sich selbst zu überlassen, sondern auch noch Hand anzulegen, nur um es wo auch immer hinzuwerfen ud sich selbst zu überlassen.

    @Jochen: Die UJB ist da trotz Unterschreitung der 60 Tagessätze nicht gehindert, ein Entziehungsverfahren einzuleiten.

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    1. Lars

      Für die UWB gilt analog das selbe. Die Schussabgabe unmittelbar neben einem Wohngrundstück kann ebenfalls die Unzuverlässigkeit begründen.

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