Niedersachsen: CDU will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

„Natürliche Scheu“: Wolf in Mecklenburg-Vorpommern am hellichten Tag fünf Meter vor der Haustür fotografiert

Die designierte niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (nicht zu verwechseln mit der Künast…) plädiert dafür, Wölfe ins Jagdrecht aufzunehmen. Im Umgang mit problematischen Wölfen solle „eine neue Linie“ eingeschlagen werden, erkärte Otte-Kinast gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Die Rückkehr des Wolfes sei ein Erfolg des Artenschutzes, könne aber in ländlichen Bereichen zu Problemen führen. Deshalb sei ein Kurswechsel erforderlich. Der Wolf sei ein großartiges, aber auch ein gefährliches Tier, so die CDU-Politikerin in der HAZ. Sie sei keine Wolfshasserin, doch wer den Wolf erhalten wolle, müsse entschlossen sein, Problemwölfe zu entnehmen.

Es gebe Gegenden – Otte-Kinast nannte die „Höhenzüge des Deisters oder des Süntels“ als Beispiel – da sei es in Ordnung, wenn der Wolf dort herumlaufe – aber eben nicht zu dicht an Weiden oder Siedlungen, an Kindertagesstätten oder Bushaltestellen. Tierschutz gelte nicht nur für Wölfe, sondern auch für Nutztiere.

Otte-Kinast forderte, alle Wolfsrudel mit GPS-Sendern auszustatten, so dass man sie „besser verorten“ könne und mehr über ihr Verhalten lernen könne. Außerdem müsse die Beweislast für Wolfsrisse umgekehrt werden: Besitzer getöteter Nutztiere sollen nicht mehr umfangreiche Beweise vorlegen müssen, um darzulegen, dass ein Wolf der Verursacher war. SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser GM für den Hinweis!

Beitragsbild: Gerissenes Schaf (Archivbild) Foto: SE

5 Gedanken zu „Niedersachsen: CDU will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

  1. Rolf Martens

    Es ist ja verständlich, dass Frau Otte-Kinast sich bei den Jägern und Landwirtin profilieren und dort für die CDU noch um Stimmen buhlen will. Der Wolf gehört sowohl aus Gründen der Biodiversität als auch wegen des europäischen Artenschutzrechts definitiv nicht ins Jagdrecht. Zudem tragen Wölfe – anders als manche Jäger- als Prädatoren zur Gesunderhaltung des Wildbestandes bei. Eine solche Forderung zu erheben, ist wohl dem blanken Populismus geschuldet.

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  2. mark ahrensfeld

    man kann sehn wieviel wissen diese frau hat nähmlich null wahlkampf auf den rücken eines tieres wegen ein paar wählerstimmen den wolf ins jagdrecht überführen würde rein garnichts bringen da er weiter unter artenschutz steht und damit mit ganzjähriger schonzeit belegt ist und nicht geschossen werden darf,da ein großer teil der jägerschaft das ablehnt weil sie dann für die risse an nutztieren zahlen müssen .leere versprechungen und schmierwahlkampf .und berlin hat doch schon klipp und klar gesagt es soll mehr für den schutz getan werden von nutztiere wiviel jahre ist es bekannt das der wolf zurück kommt und alle haben nichts getan .

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  3. Ralf K.

    @Rolf Martens:
    ich habe selten einen argumentativ so schlechten Kommentar wie den von Ihnen gelesen.

    Bei Jägern und Landwirten braucht die CDU um keine Stimmen mehr zu „buhlen“. Die hat sie mit Sicherheit. Und als Landwirtschaftsministerin in spe muss sich Frau Otte-Kinast bei Landwirten und auch Jägern profilieren. Das ist schließlich ihr zukünftiges Ressort.

    Folgenden Satz habe ich nicht verstanden. Ich würde Sie bitten wollen, ihn nochmal vom Inhalt her zu erläutern:

    „Der Wolf gehört sowohl aus Gründen der Biodiversität als auch wegen des europäischen Artenschutzrechts definitiv nicht ins Jagdrecht.“
    Er darf wegen der Biodiversität nicht ins Jagdrecht? Alleine das Wort „Biodiversität“ mit dem Wort „Wolf“ in einem Satz zu erwähnen, entbehrt jeder Grundlage. Wegen der Wölfe wird es in Europa demnächst keine Mufflons mehr geben. In der Göhrde steht der letzte große Bestand vor dem aus. Und das Artenschutzrecht kann man nicht ändern?
    Seit wann kann man bestehendes Recht nicht ändern, wenn es erforderlich wird?

    Und folgenden Satz verstehe ich auch nicht. Auch hier wäre es nicht schlecht, wenn Sie Ihre Gedanken nochmal ausführen könnten:
    „Zudem tragen Wölfe – anders als manche Jäger- als Prädatoren zur Gesunderhaltung des Wildbestandes bei.“
    Bringt der Wolf Vitamine mit?

    Ich frage mich, ob es Ihnen nur darum geht, die „Geldquelle Wolf“ für Ihren Naturschutzverein weiter sprudeln zu lassen und sich der Realität der sich durch die Wölfe ergebenden zunehmenden Probleme aus ideologischen Gründen zu verschließen?!
    Sich dieser Problematik weiterhin zu verschließen soll u.a. ein Grund dafür gewesen sein, dass eine Grünen-Abgeordnete die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen vorzeitig zum Regierungsende brachte.

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  4. Ralf K.

    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Vechta-20-Schafe-und-Rinder-von-Wolf-gerissen,wolf3252.html

    Der im Video gezeigte Zaun ist derart massiv. Wie soll man denn seine Schafe noch schützen?
    Es reicht langsam. Ins Jagdrecht mit dem Wolf ohne Jagdzeit und in solchen Fällen Abschussgenehmigung vom Ordnungsamt und ohne erheblichen Aufwand erteilen lassen.
    Das wäre auch für die Jägerseelen bei Wildunfällen mit Wolfbeteiligung gut. Ich kann nicht danebenstehen und zusehen, wie ein Wolf vor sich hinleiden muss.

    Einzig die Frage der Wildschadenregulierung müsste noch möglichst bundeseinheitlich im Bundesjagdgesetz geklärt werden. Es kann nicht sein, dass bei den Naturschutzorganisationen die „Geldquelle Wolf“ weitersprudelt und die Jagdpächter in Zukunft auf den Schadenregulierungen der Wolfrisse sitzen bleiben! Hier bestünde dann dringender Handlungsbedarf. Bevor das nicht geklärt ist, kommt der Wolf bitte nicht ins Jagdrecht.

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    1. Grimbart

      Das wäre ganz einfach. Der Fuchs ist auch nicht Wildschaden pflichtig. Ginge beim Wolf auch. Für Schäden müsste oder könnte das Land weiter aufkommen.

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