Munster: Wolfswelpen wurden wahrscheinlich tot gebissen

CDU Niedersachsen: „Grüne stellen Ausweitung des Wolfsbestands in Niedersachen über allgemeinen Tierschutz“ +++ SPD Niedersachsen fordert „wolfsfreie Zonen“, FDP will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen +++

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landebetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) liegen die Ergebnisse der Analyse der genetischen Proben der beiden am 8. August im Bereich des Truppenübungsplatz Munster Nord tot aufgefundenen Wolfswelpen (JAWINA berichtete) vor. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen kommt zu dem Ergebnis, dass die beiden Welpen Nachkommen der Fähe waren, die Anfang Juli im Landkreis Heidekreis auf der B209 bei Bispingen bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde. Auch das Vatertier der Welpen ist bekannt. Es handelt sich um einen Rüden, der zuvor sowohl auf dem Gelände des Unternehmens „Rheinmetall“ bei Unterlüß als auch auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen werden konnte.

Die beiden Kadaver wurden am 9. August 2017 zur Klärung der Todesursache an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin geschickt. Dies ist das übliche Verfahren im Rahmen des bundesweiten Totfund-Monitorings. Nach ersten Untersuchungen teilt das IZW mit, dass die Welpen vor ihrem Tod in einem guten Ernährungs- und Gesundheitszustand waren. Die Todesursache seien schwere Bissverletzungen gewesen, die von einem Wolf, aber auch von einem großen Hund stammen könnten.

Informationen über tot aufgefundene Wölfe in Niedersachsen finden Sie hier:

https://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/naturschutz/tier_und_pflanzenartenschutz/wolfsbuero/totfunde/tote-woelfe-in-niedersachsen-142406.html

CDU: 36 Wolfsübergriffe allein im Landkreis Cuxhaven – so sieht grüner Tierschutz aus

Der stellvertretende Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Frank Oesterhelweg, hat Umweltminister Wenzel vorgeworfen, die Ausweitung des Wolfsbestands in Niedersachen über den allgemeinen Tierschutz zu stellen. „Allein im Landkreis Cuxhaven hat es in diesem Jahr bislang 36 Wolfsübergriffe gegeben. Die Tierhalter sind zu Recht wütend. Die Schilderungen von den Weiden im ganzen Land klingen wie wahrgewordene Schauermärchen. Die schwer verletzten Tiere müssen oft stundenlange Qualen erleiden, bis sie endlich von einem Wolfsberater erlöst werden dürfen. So sieht offenbar die grüne Vorstellung von Tierschutz aus“, sagte Oesterhelweg im Rahmen der heutigen Aktuellen Stunde. „Inzwischen ist der Wolf von einem Symbol für den niedersächsischen Naturschutz zum Sinnbild für das klägliche Versagen des grünen Umweltministers geworden.“

Es sei naiv zu glauben, so Oesterhelweg weiter, ein Raubtier könne problemlos in einer dichtbesiedelten Kulturlandschaft angesiedelt werden – ohne jegliche Form der Regulierung. „Es sind die Tierhalter, die den Preis für diese Blauäugigkeit des Umweltministers zahlen müssen. Sie sehen sich gezwungen, ihre Tiere frühzeitig aufzustallen – vielfach mit finanziellen Konsequenzen für die Vermarktung ihrer Produkte“, kritisierte der CDU-Fraktionsvize. „Wenn der Wolf in Niedersachsen eine Zukunft haben soll – und das soll er – muss er endlich als das wahrgenommen werden, was er ist: ein Raubtier, dessen Bestand zwar gepflegt, aber mit Rücksicht auf das sensible Gleichgewicht der niedersächsischen Tierwelt auch sinnvoll reguliert werden muss. Sonst wird es Nutztierhaltung in Niedersachsen künftig nur noch im Stall oder hinter hohen Zäunen geben.“

SPD und FDP in Niedersachsen für Regulierung der Wolfspopulation

Mittlerweile fordert auch die SPD in Niedersachsen „wolfsfreie Zonen entlang der Deiche“. Es sei vernünftig, zu einer stärkeren Regulierung zu kommen“, erklärte der SPD-Agrarexperte Wiard Siebels gegenüber nwzonline.de. Er erinnerte an den Vorschlag von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), „in Schwerpunktregionen den Wolfsbestand auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen“, so die Zeitung. Die SPD nehme die „riesengroße Betroffenheit und Sorgen“ in der Bevölkerung sowie bei Weidetierhalter ernst, sagte Siebels laut NWZ.

Auch der niedersächsische FDP-Vorsitzende Stefan Birkner setzt sich für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ein. Wölfe würden durch Wohngebiete streunen, die problematischen Rudel in Cuxhaven und Goldenstedt sollten „entnommen“ werden.

Der grüne Umweltminister Stefan Wenzel betonte demgegenüber, dass der Abschuss eines Wolfs nur nach Recht und Gesetz erfolgen könne. Der Wolf werde für populistische Wahlkampfmanöver missbraucht. SE/PM

Beitragsbild: Meldung über totgebissene Wolfswelpen auf der Internetseite des NLWKN. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

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