Müller-Schallenberg: Wolf nicht ins Jagdrecht überführen!

Nabu: Unnötige Debatte

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg hat zu einem Wolfsgutachten Stellung genommen, das der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. (WLV) und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) gestern vorgelegt haben. Die angestoßene Debatte über den Wolf in NRW sei richtig und wichtig, meinte Schallenberg. Die Position des Landesjagdverbandes NRW zum Wolf sei davon unabhängig und orientiere sich zu 100 Prozent an jener des Deutschen Jagdverbandes, die auf dem Bundesjägertag 2015 verabschiedet wurde. Ralph Müller-Schallenberg: „Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich keine Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen.“ Vielmehr seien Probleme mit Wölfen ordnungsrechtliche Probleme und müssten auch ordnungsrechtlich behandelt werden.

Von einer „unnötigen Debatte“ sprach im Zusammenhang mit dem Wolfsgutachten der Naturschutzverein Nabu. Für Wölfe könne es derzeit keine Abschussquote geben, meinte der Landesvorsitzende des Nabu-NRW, Josef Tumbrinck. Die mit dem Gutachten des WLV erneut geschürte Debatte gehe in die falsche Richtung. Denn die Frage sei nicht ob, sondern wie wir mit dem Wolf leben können. Der Wolf gehöre zu Deutschland und habe mit bundesweit 70 Rudeln und Paaren noch lange keinen stabilen Bestand erreicht. „Schon gar nicht in Nordrhein-Westfalen, wo in diesem Jahr gerade einmal sieben bestätigte Meldungen über durchwandernde Wölfe vorliegen“, so Tumbrinck weiter.

Der NABU fordere daher von der Politik und insbesondere von dem für die Jagd und die Nutztierhaltung zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, sich klar zum Schutz des Wolfes zu bekennen. Der NABU lehnt eine Herabstufung des Schutzstatus‘ sowie eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht strikt ab. Seltene große Beutegreifer müssten nicht bejagt werden, diese wissenschaftliche Realität sollten Politik, Landwirtschaft und Jäger nicht länger leugnen oder ignorieren. PM

Beitragsbild: Titel des Positionspapiers Wolf des DJV. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

3 Gedanken zu „Müller-Schallenberg: Wolf nicht ins Jagdrecht überführen!

  1. Ralf

    „Seltene große Beutegreifer müssten nicht bejagt werden, diese wissenschaftliche Realität sollten Politik, Landwirtschaft und Jäger nicht länger leugnen oder ignorieren.“

    Wenn ich einen solchen Satz lese, dann springt mir gleich der Draht aus der Mütze! Es gibt mit zunehmenden Wolfbeständen auch zunehmende Probleme. Diese „wissenschaftliche Realität“ der zunehmenden Probleme sollte man vielleicht nicht so ganz ausblenden. MT6 in Niedersachsen war der Anfang. Er wird kein Einzelfall bleiben.
    Hilft es dem Wolf, auch bezogen auf dessen Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn er „auf Teufel komm raus“ unter Vollschutz steht? Das zieht zwangsläufig den Zorn auf diese Tiere. Ist das gut?

    Und es wurde das Wort „ordnungsrechtlich“ genannt. Wie bitteschön soll das in Zukunft laufen? Werden die Politessen mit .300 Win. Mag.-Gewehren mit Schalldämpfer und Nachtsichtvorsatz ausgerüstet und bekommen eine Scharfschützen- und Jagdausbildung? Und dann laufen sie in den Revieren rum und schießen die Wölfe? Ich sehe da Probleme in der Umsetzung.
    Es wird, alleine aus Gründen der Umsetzung von Wolfabschüssen, nicht anders funktionieren können, als dass der Wolf ins Jagdrecht kommt.

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  2. Winand Jansen

    Die Aufregung um den Wolf ist groß. Warum? Meist aus Unwissenheit und/oder ideologischer Verblendung. Wer von Ausrottung spricht,, hat das Gutachten genauso wenig verstanden wie die, die ihn wie eine heilige Kuh behandelt wissen wollen. Ordnungsrechtlich und mit sog. Wolfsmanagementplänen ist die Wolfsfrage im ländlichen Raum nicht zu lösen. Ein bundeseinheitliches Vorgeben der Jäger ist hier gefragt. Mit einem Beschluss aus dem Jahre 2015 ist den Betroffenen nicht geholfen. Alles entwickelt sich weiter. So auch und insbesondere die Wolfspopulation. Auf Bundesebene hat der DJV alles dafür zu tun, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird und entsprechende Jagdzeiten erhält. Bundesländer können ja abweichende Regelungen in ihren Jagdgesetzen erlassen. Auch brauchen die Eigentümer großer Flächen, den Wolf auf ihren Eigenjagden nicht zu bejagen. Wo ist also das Problem? Das Problem ist, dass uns Leute, die von den Zusammenhängen in der Natur nichts kennen, vorschreiben wollen, wie wir uns im ländlichen Raum gegenüber dem Wolf zu verhalten haben. Andere EU-Länder haben die Wolfsfrage längst gelöst.
    Die Politik reagiert erst, wenn etwas passiert ist. Und dann mit reinem Aktionismus. Jetzt ist es Zeit, die richtigen und vernünftigen Schritte einzuleiten. So wie in dem hervorragenden Gutachten von Herrn Prof. Dr. Pfannenstiel dargelegt. Das Motto kann also nur lauten: Nicht lassen wir es liegen, sondern packen es an!

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    1. Winand Jansen

      Die Aufregung um den Wolf ist groß. Warum? Meist aus Unwissenheit und/oder ideologischer Verblendung. Wer von Ausrottung spricht,, hat das Gutachten genauso wenig verstanden wie die, die ihn wie eine heilige Kuh behandelt wissen wollen. Ordnungsrechtlich und mit sog. Wolfsmanagementplänen ist die Wolfsfrage im ländlichen Raum nicht zu lösen. Ein bundeseinheitliches Vorgeben der Jäger ist hier gefragt. Mit einem Beschluss aus dem Jahre 2015 ist den Betroffenen nicht geholfen. Alles entwickelt sich weiter. So auch und insbesondere die Wolfspopulation. Auf Bundesebene hat der DJV alles dafür zu tun, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird und entsprechende Jagdzeiten erhält. Bundesländer können ja abweichende Regelungen in ihren Jagdgesetzen erlassen. Auch brauchen die Eigentümer großer Flächen, den Wolf auf ihren Eigenjagden nicht zu bejagen. Wo ist also das Problem? Das Problem ist, dass uns Leute, die von den Zusammenhängen in der Natur nichts kennen, vorschreiben wollen, wie wir uns im ländlichen Raum gegenüber dem Wolf zu verhalten haben. Andere EU-Länder haben die Wolfsfrage längst gelöst.
      Die Politik reagiert erst, wenn etwas passiert ist. Und dann mit reinem Aktionismus. Jetzt ist es Zeit, die richtigen und vernünftigen Schritte einzuleiten. So wie in dem hervorragenden Gutachten von Herrn Prof. Dr. Pfannenstiel dargelegt. Das Motto kann also nur lauten: Nicht lassen wir es liegen, sondern packen es an!

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