Mecklenburg-Vorpommern: Jungrind von Wölfen gerissen

Auf einer Weide bei Niendorf an der Rögnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde gestern ein getötetes Jungrind gefunden. Der umgehend hinzugezogene Rissgutachter des Landes fand eine Reihe von Hinweisen, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher verweisen. Zur weiteren veterinärpathologischen Untersuchung wurde das Tier in das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gebracht. Zudem wurden Proben für eine genetische Untersuchung genommen. Der betroffene Tierhalter kann aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensationszahlungen für das tote Rind erhalten.

Im Gegensatz zu Schafen und Ziegen ist für Rinder kein Grundschutz definiert, dessen Einhaltung im Wolfsgebiet Voraussetzung für Kompensationszahlungen ist. Im vergangenen Herbst wurde auf einer benachbarten Weide bereits ein Jungrind von Wölfen schwer verletzt. Damit sind in Mecklenburg-Vorpommern seit 2015 bisher 3 Jungrinder bzw. Kälber nachweislich von Wölfen getötet worden, in 2 weiteren Fall konnte ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden.

Insgesamt gehen Experten davon aus, dass Wolfsübergriffe auf Rinderherden seltene Einzelfälle sind, da Rinder grundsätzlich wehrhafte Tiere sind, erklärt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern in einer Pressemitteilung zu dem Fall. Derzeit werde geprüft, ob lokal bei den betroffenen Tierhaltern zusätzliche Vorkehrungen zum Herdenschutz sinnvoll sind. PM

Beitragsbild: Rind. Foto: SE

Ein Gedanke zu „Mecklenburg-Vorpommern: Jungrind von Wölfen gerissen

  1. MH

    Was regen wir uns denn auf? Der ausgewiesene Fachmann Andreas Kieling hat zu bester Sendezeit bei Dunja Hayali unwidersprochen daruf hingewiesen, daß nur ein Prozent der Wolfsopfer Nutztiere seien. An Mensch oder Hund sei der Wolf nicht interessiert (nachzulesen auf t-online.de). Am schönsten ist der Schlußsatz des Artikels: „Aber welche Rolle spielen schon Fakten, wenn Angst die größere Triebfeder ist?“ Da bräuchte man nur „Angst“ durch „Ideologie“ zu ersetzen und der Satz paßt. Es wird furchtbar sein, wenn der erste Mensch zum Opfer wird, aber vorher wird keiner der Befürworter zurückrudern und befürchtungsweise auch dann nicht, dann ist das Opfer wahrscheinlich selbst schuld gewesen.

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