Mecklenburg-Vorpommern: Förderbescheid über 930.000 Euro für Bibermanagement übergeben

Über einen Förderbescheid in Höhe von 930.000 Euro kann sich die UmweltPlan GmbH in Stralsund freuen: Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in McPom hat diese Mittel bis 2019 für Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit sowie Konfliktmanagement in Sachen Biber zur Verfügung gestellt. Der Förderbescheid wurde heute übergeben. Zusammen mit der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg soll die UmweltPlan GmbH das Bibermanagement in allen Landkreisen steuern und begleiten (JAWINA berichtete).

Geeignete Handlungsoptionen im Konfliktfall seien unter anderem der Einbau von Dammdrainagen („Bibertäuscher“), der Rückbau (auf definierte Höhen) oder Abtrag von Biberdämmen, der Einsatz von Verbissschutzmitteln, die Zäunung gefährdeter (Forst-)Kulturen, die Anlage/ Förderung von Gewässerrandstreifen mit Weichhölzern, der Einbau von Untergrabschutz in Deichen/ Dämmen und in Einzelfällen die Entnahme von Bibern.

Landesweit gebe es rund 100 Gewässerabschnitte mit insgesamt rund 400 km Länge, an denen kleinere oder große Konflikte auftreten. In Gebieten mit einer flächendeckenden Besiedlung, zum Beispiel an Warnow und Peene, sei bereits ein leicht rückläufiger Bestandstrend nachweisbar. Dennoch gehen unsere Experten von einem weiteren Anstieg des Gesamtbestandes aus, da immer noch Lebensräume verfügbar sind. Derzeit ist etwas mehr als die Hälfte des Landes vom Biber besiedelt, der Gesamtbestand wird auf ca. 2.300 Tiere geschätzt.

Seit 2015 gibt es etwa 40 geschulte Biberberater im Land, die vor Ort Konflikte einschätzen und Lösungsmöglichkeiten vorschlagen. Auch können schon jetzt Biber entnommen oder deren Lebensstätten aufgelöst werden, sofern Gefahr für Leib und Leben besteht und andere Maßnahmen nicht greifen.

Durch die Kombination verschiedener Förderrichtlinien sei es hierzulande nun erstmals möglich, sowohl die landesweite konzeptionelle Vorbereitung als auch die Maßnahmenumsetzung zu unterstützen. Ziel sei, ein friedliches Nebeneinander von Bibern und Landnutzern zu etablieren. SE/PM

Beitragsbild: Von Bibern geringelte Bäume. Foto: SE

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