M-V: Zahl der Nandus ging leicht zurück

Bei der diesjährigen Frühjahrszählung der Nandus am 23. März im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee wurden insgesamt 205 Nandus gezählt. Akteure der Arbeitsgruppe Nandumonitoring, des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg, der lokalen Landwirte sowie Ranger und Mitarbeiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe registrierten 144 Altvögel, 38 Jungvögel, die im vergangenen Jahr geschlüpft waren, und 23 Tiere, deren Alter und Geschlecht aus großer Distanz nicht differenziert werden konnte.

Bei der Herbstzählung im November 2017 waren insgesamt 244 Tiere bestimmt worden. Ob der kalte und lange Winter eine Rolle bei der Dezimierung der Population spielte oder ob die erfolgte Eiermanipulation Einfluss auf die Fortpflanzung hatte, wird derzeit untersucht.

Weil die Laufvögel erhebliche Schäden auf Raps und Getreideflächen verursachen und Vergrämungsversuche der Landwirte keine Erfolge zeigen, hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe für dieses Jahr wiederum einen Antrag des Kreisbauernverbandes auf eine Manipulation der Gelege genehmigt. Die frisch gelegten gelben Eier werden angebohrt und verbleiben im Nest. Diese Manipulation darf nur von namentlich festgelegten Personen vorgenommen werden; der Zeitraum ist aus Tierschutzgründen begrenzt. PM

Hintergrund:

Der Nandu ist eine von vielen Arten auf der langen Liste der „Neozoen“, übersetzt „Neue Lebewesen“. Als solche werden Arten bezeichnet, die nach dem Jahr 1492 durch direkte oder indirekte Aktivitäten der Menschen in Deutschland angesiedelt wurden. In Deutschland geht man von mehr als 1000 Neozoenarten aus, unter anderem gehören Damwild, Fasan und Regenbogenforelle dazu.

Nach einer Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz gilt der Nandu zurzeit nicht als invasiv, da bislang nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Art negative Auswirkungen auf heimische Arten hat. Der Nandu wird daher auf einer sogenannten „Grauen Liste“ geführt, was bedeutet dass die Art besonders intensiv zu beobachten ist.

Beitragsbild: Nandu. Foto. LU

Ein Gedanke zu „M-V: Zahl der Nandus ging leicht zurück

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Nandus in Deutschland – Artenschutz pervers!!!
    Versuchen wir in Deutschland auch einen Tigerbestand aufzubauen, falls mal ein Pärchen dieser streng geschützten Art aus einem Zoo ausbricht?
    Die Skala des ideologischen Tierschutzes scheint nach oben mindestens so offen zu sein wie die Richterskala der Seismologen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.