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Klimawandel: Große Bereiche des Great-Barrier-Riffs sind tot

Das Great Barrier Reef (Großes Barriereriff) ist eines der größten Naturwunder der Erde. Noch. Denn das mehr als 2300 Kilometer lange Korallenriff vor der Nordostküste Australiens, UNESCO Weltnaturerbe seit 1981, dessen Struktur noch auf Satellitenfotos zu erkennen ist, ist massiv bedroht. Die Erwärmung der Ozeane infolge des Klimawandels und die Übersäuerung des Meerwassers führt seit den 1980iger Jahren zu einer Folge von Korallenbleichen. Das Ausbleichen der Korallen ist eine Reaktion der Korallen auf den Hitzestress im erwärmten Meerwasser und geht dem Absterben des Korallenstocks voraus. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Terry P. Hughes, der das ARC Center für Korallenriffstudien an der James Cook University in Australien leitet, hat eine Bestandsaufnahme des Riffs durchgeführt und die Ergebnisse im Wissenschafts-Journal nature publiziert. „Im Norden sah ich hunderte von Riffen – buchstäblich zwei Drittel der Riffs – sterben, die jetzt tot sind“, berichtet Hughes in einem lesenswerten Artikel in der New York Times.

Der Zustand der Korallenriffs gilt als Indikator für den Zustand der Meere. „Der Klimawandel ist keine zukünftige Bedrohung“, warnt Hughes, „Im Korallenriff sind seine Auswirkungen seit 18 Jahren sichtbar.“ Wenn die Korallenriffe sterben, was Wissenschaftler für immer wahrscheinlicher halten, wird nicht nur eine der artenreichsten und farbenfrohesten Lebensformen für immer verloren sein, schreibt die NY Times. Australien wird riesige Summen wegen des ausbleibenden Riff-Tourismus einbüßen (der heute freilich durch Interkontinentalflüge zum Klimawandel beiträgt, Anm. d. Red.), doch in den ärmeren Gebieten Ozeaniens stehen Menschenleben auf dem Spiel, da die Riff-Fische „für Hunderte Millionen von Menschen“ die wesentliche Proteinquelle darstellen.

Als Terry Hughes Studenten eine Karte zeigte, in der die Ergebnisse der Korallenriff-Studie dargestellt sind, brachen er und seine Studenten in Tränen aus. SE

Beitragsbild: Titel der Studie „Global warming and recurrent mass bleaching of corals“ (Terry P. Hughes et. al.) auf der Internetseite nature.com (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Zum Weiterlesen: Die Berliner Morgenpost bringt eine Übersetzung des lesenswerten Artikels „Tränen beim Tauchen: Australier betrauert Great Barrier Reef“ des australischen Journalisten und Tauchers Crispin Hull zum Thema.

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