„Klassisches Gammelfleisch“ – so lecker ist Wildbret vom Discounter

In einer Verbrauchersendung vom NDR wurde Wildbret aus dem Discounter getestet und der Stern berichtet darüber. Die verkosteten Proben kamen aus Neuseeland, Australien und den USA, das Zeug wird also einmal um den ganzen Erdball gekarrt. Die Erzeugnisse sind mitunter doppelt so teuer wie Wild aus heimischen Wäldern direkt vom Jäger. Dafür bekommen die Schnäppchen-Käufer aber auch wirklich etwas Feines auf den Festtagstisch: Die Hirschsteaks riechen schlecht und sehen auch so aus und wurden schon vor anderthalb Jahren eingefroren, Prädikat ungenießbar. Hmmm! Das Wildschwein aus Australien könnte auch von verwilderten Hausschweinen stammen und verwöhnt mit feinherbem Fäkaliengeschmack. Lecker! Das Rehfleisch ist nach dem Braten appetitlich grau gefärbt, der vor einem Jahr frisch eingefrorene Hase verliert beim Braten Flüssigkeit, wie man es von Industriefleisch gewohnt ist, wird dadurch schön trocken und schmeckt lebrig. Guten Appetit!

Nun könnte man natürlich alte Weisheiten zitieren – wer billigt kauft, kauft zweimal – und sagen, warum kauft ihr auch das billige Zeug. Bedauerlich ist in diesem Fall aber, dass viele der von dem Billigzeug vergraulten Käufer wahrscheinlich kein zweites Mal kaufen, sondern künftig  zu den Leuten gehören, die kein Wild mögen. SE

Beitragsbild: Auch so kann Wildbret aussehen – gibt es aber nicht beim DIscounter. Foto: SE

3 Gedanken zu „„Klassisches Gammelfleisch“ – so lecker ist Wildbret vom Discounter

  1. Ralf K.

    Wildfleisch ist echt ein Werbeschild für die Jagd in Deutschland. Mal abgesehen von der Arbeit, die es bedarf, bis das Fleisch vakumiert in Folie verpackt ist (von der Bestellung des Wildackers, des Kirrens, der etlichen Ansitze bis zum letztendlichen Vakumierens des Wildbrets):
    Auf Youtube gibt es schon das ein oder andere Kochvideo auch vom DJV (sehr gute Rezepte übrigens- habs teilweise nachgekocht)- es gibt aber noch Luft nach oben.

    Es gilt nun organisatorisch tätig zu werden. Angeschoben werden könnten z.B. die Erstellungen und Zurverfügungstellung von Zerwirkräumen etc. in Hegegemeinschaften. Dann sollte man über eine weitere Professionalisierung von Absatzmöglichkeiten (Werbung auf unterschiedlichen Wegen- örtlich, aber auch übers Internet?) reden. Hier muss mehr passieren. Wir müssen uns noch intensiver den Leuten zeigen!

    Mehr „bio“, als bei unserem Wildfleisch vorhanden ist, kann kein Biobauer bieten! Und dieses „bio“ wollen alle Gesellschaftsschichten haben. Wir liefern dieses Fleisch aus allen Gesellschaftsschichten heraus auch an alle Gesellschaftsschichten. Quasi aus der Gesellschaft für die Gesellschaft.
    Und Jagd bedeutet mehr. Viel Mehr. Das sollte den Menschen, die mit Jagd nichts zu tun haben, verdeutlicht werden. Viele Menschen sehen nicht (nicht als Vorwurf zu verstehen- sie können es nicht sehen), dass 5 Schichten der Bekleidung des Treibers bis auf die Haut nass waren (wobei sich in der Mitte der Schichten Salzwasser mit Regenwasser vereinigt) , bevor das Wild gestreckt werden konnte, dass sie jetzt essen dürfen. Auch auf Anstrengungen sollte vielleicht hingewiesen werden. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere Nichtjäger dadurch auch herausgefordert, den Jagdschein zu machen, um es selbst (vielleicht auch im Rahmen der Selbstverwirklichung) erleben zu können.
    Wir müssen die Jagd nicht verstecken! Es ist ein hohes Gut! Freiwillige vor! Schiebt was an!

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  2. Michael Huber

    Das sehe ich ebenso wie Ralf K.
    Und wer (s)einen „Zerwirkraum“ angemeldet hat, muss sich weniger um Absatzmöglichkeiten sorgen. Er kann als Erzeuger dieses gesunde Lebensmittel auch öffentlich bewerben.
    Wem es überdies in den Fingern juckt, beispielsweise mit leckeren Wildbratwürsten seine Gemeinde zu versorgen und noch mehr aus dem gesunden Lebensmittel entstehen zu lassen, sollte sich unbedingt als „Lebensmittelunternehmen“ am Veterinäramt registrieren und beraten lassen.

    Wir Jägerinnen und Jäger können uns glücklich schätzen, solch ein einzigartiges wie regionales Lebensmittel zu erzeugen.

    Hunted Meat, denn es gibt keine ehrliche Alternative zu Fleisch aus regional erzeugtem Wildbret, gewerbliche Importe erfolgen zu einem nicht unerheblichen Teil aus osteuropäischen Ländern, die andere Hygienestandards und andere ökologische Maßstäbe anlegen. Oder das Fleisch stammt von Schlachttieren aus der Tierindustrie wie JAWINA schreibt. So stehen wir Jägerinnen und Jäger hoch noch im Kurs, wenn es um Hunted Meat geht. Endlich raus aus den Negativschlagzeilen.

    Mit „unserem“ Wild können wir in der Öffentlichkeit derzeit bestens glänzen, vorausgesetzt wir erfüllen – wie beschrieben – Mindestvoraussetzungen. Heimische Wildprodukte haben, bis sie auf den Tisch kommen, einen kurzen Weg hinter sich.

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