Genetik und Hundezucht: „Viel Unwissenheit“

JAWINA hatte den Vorsitzenden des KBGS, Reinhard Scherr, um eine Stellungnahme zu dem Interview mit dem Humangenetiker Prof. Dr. Epplen gebeten. Scherr hat einen Kommentar zu dem Beitrag verfasst, den wir hier ungekürzt und unkommentiert wiedergeben. Die Antwort Scherrs auf unsere Anfrage, in der er sich einer öffentlichen Diskussion des kritisierten Zuchtgeschehens im KBGS letztlich verweigert, haben wir im Anschluss an den Kommentar online gestellt.

Kommentar Reinhard Scherrs:

„Die Zucht des bayerischen Gebirgsschweißhundes wird gerne als Beispiel für eine kleine Population genutzt und die Fehler, die in vielen Zuchtvereinen gemacht werden, werden dann auf diese Rasse projiziert. Der Klub verwahrt sich gegen die Aussage, die Welpenzahlen künstlich gering zu halten.

Es ist viel Unwissenheit um die Zucht des bayerischen Gebirgsschweißhundes im KBGS in Umlauf, daher erlaube ich mir die Zuchtstrategien hier zu skizzieren .

Die Anfragen der Mitglieder nach Welpen können seit Jahren gedeckt werden. Wir geben in jedem Jahr mehrere Hunde an die Schweißhundführer des Auslands ab. Bei unserer Zuchtauswahl wird großer Wert auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Härte am Wild und Wesensfestigkeit gelegt. Inzucht und Linienzucht wird nachweislich seit mindestens 40 Jahren beim BGS nicht mehr betrieben. Viele unserer Würfe haben 62 unterschiedliche Vorfahren in den letzten 5 Generationen. Von 1998 bis 2015 durften nicht mehr als 18 -20 Welpen nach einem Zuchttier in seinem Leben gezüchtet werden, um die genetische Basis nicht zu verengen. Jetzt können Rüden nach einer Überprüfung der Nachkommen bei den ersten Würfen, weitere 2-3-Würfe, immer mit unterschiedlichen Hündinnen, gemacht werden. Wiederholungswürfe sind seit 1980 nach unserer Zuchtordnung verboten. Wir verfolgen das Ziel aus jedem geborenen Wurf mindestens 1 Hund wieder in die Zucht zu bringen. Seit 1994 wurde ganz bewusst mit Hunden aus der gesamten Population (knapp 5000 Hunde) des Internationalen Schweisshundverbandes gezüchtet, zur Erweiterung der genetischen Basis.

Um die Erkenntnisse aus dem Vortrag von Prof.Dr. Epplen umzusetzen, müssten wir von unseren Leistungsanforderungen Abstand nehmen .

Dazu fehlt zur Zeit die Bereitschaft.

Eine Diskussion wird im Klub zu führen sein, ob wir das Instrument Regenerationszucht, welches Anfang der 50`er Jahre in unserer Rasse angewendet wurde, um den züchterischen Flaschenhals der Kriegsjahre zu überwinden, noch einmal anwenden. Es ist nach unserer Einschätzung zur Zeit nicht erforderlich und birgt durchaus unbekannte Gefahren.
Es ist korrekt, dass wir ein Zuchtwertschätzungsprogramm anwenden. Allerdings beziehen sich die Zuchtwerte zum größten Teil auf Leistungsmerkmale, lediglich das Stockmaß fließt in die Berechnung mit ein. Die Zuchtwerte werden nicht als Grenzwerte behandelt, sondern als Orientierungswerte.

Z.B. kann man klare Zusammenhänge feststellen zwischen Zuchtwert Stockmaß und Größe der Nachkommen, ebenso ist nach meiner Erfahrung eine klare Relation zwischen dem Zuchtwert Fährtensicherheit und der Arbeitsweise des Hundes auf der Fährte abzuleiten. Dies sind keine Erkenntnisse, die ich nur von meinen Hunden ableite, sondern aus der Beobachtung der Rasse in den vergangenen 20 Jahren.

Jeder Jäger der sich ernsthaft der Nachsuche auf alles Schalenwild widmen möchte, kann im Klub Mitglied werden und erhält dann auch einen Welpen.“ Reinhard Scherr, 1. Vorsitzender KBGS

Aus dem Antwortschreiben Reinhard Scherrs auf unsere Anfrage:

Der KBGS arbeitet schon mindestens 12 Jahre mit den Genetikern zusammen, nur wurde diese  Zusammenarbeit nicht in der Öffentlichkeit verbreitet.

Zugegeben war es zunächst zur Information über die Herkunft unserer Rasse über die Untersuchung der maternalen Mitochondrien.

Unsere Zuchtauslese erfolgte aber schon seit mindestens 19 Jahren unter Beachtung von Inzuchtkoeffizient und genetischen Zusammenhängen.

Hierzu darf ich Ihnen einen Auszug aus meinem Artikel in unserem Jahresbericht 2014 weiter geben:

„Untersucht wurde die Anzahl der Mikrosatelliten auf den  Allelen in der DNA der Rassen  :
Boxer;      Deutscher Schäferhund;     Hovawart;    Tibet-Terrier;     Bayer.Geb.Schweißhund; Hann.Schweißhund;     Tirolerbracke.

Je mehr Hunde einer Rasse verschiedene Mikrosatelliten auf ihren Allelen vorzeigen können, desto größer ist die genetische Basis und desto geringer ist das Risiko von Leistungsdepressionen und Erkrankungen aufgrund von Inzuchteinflüssen.

Bei dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass der Bayer. Geb.Schweißhund die größte Variabilität der untersuchten Rassen aufweisen konnte, erstaunlicherweise deutlich größer als bei der Rasse Deutscher Schäferhund. Die Anzahl unterschiedlicher Allele übertraf beim BGS  mit einem Wert von 11,30+6,17 deutlich die Anzahl beim HS  8,05 + 3,27 und beim D.Schäferhund  mit 7,70+3,28. Je größer die Anzahl, umso größer ist auch die Variabilität in der Rasse genannt Heterozygotie.

Insgesamt muss  festgestellt werden, dass die Hunderassen einen hohen  Inzuchtgrad tragen, die Jagdhunderassen aber durch die permanente scharfe Selektion auf Leistungsmerkmale eine hohe genetische Variabilität aufweisen.“

[…]

Prof.Dr. Epplen hat einen Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des KBGS in Suhl gehalten. Wir haben seine Informationen zur Kenntnis genommen und werden sie selbstverständlich auch in unseren Gremien Zuchtkommission und Vorstand diskutieren; nicht aber in der Öffentlichkeit. Wir versuchen stets das Beste für die Rasse in Bezug auf die Erhaltung der Gesundheit, der Leistungsfähigkeit und des Wesens unserer Hunde zu tun, selbstverständlich auch immer unter Berücksichtigung der Erkenntnisse von Veterinären und Genetikern. Die Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat des VDH wird bei  Fragen der Zuchthygiene genutzt. Wir wollen nie Welpen züchten nur um eine Mindestzahl zu erreichen. Unsere Ansprüche an die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wesen unserer Zuchthunde werden Bestand haben.

Genetiker haben einen streng wissenschaftlichen, nüchternen Blick und Beobachtungswinkel. Dabei gibt es keinerlei „Deutungsspielraum“ nur messbare und belegbare Erkenntnisse. Zucht bedeutet aber mehr als das, in der Zucht ist 2 + 2 nicht gleich 4. Auch Dr. Epplen verweist in seinen Ausführungen darauf, dass nichts über die ehrliche , intuitive Handlungsweise des erfahrenen Züchters geht.

Nach meiner Meinung darf man nicht zu ängstlich sein mit den Verpaarungen, aber man darf auch nicht gerade darauf los züchten ohne Anspruch an die oben genannten Attribute. Man braucht ein Ziel und einen Zuchtplan, was erreicht werden soll. Um den Weg dorthin zu finden, soll, ja muss man sich der Wissenschaft bedienen.

Aber umsetzen müssen es die Züchter im Zuchtverein.

[…].

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Scherr

Beitragsbild: BGS an nachgesuchtem Rothirsch. Foto: privat

16 Gedanken zu „Genetik und Hundezucht: „Viel Unwissenheit“

  1. Joachim Orbach

    Ich glaube der KBGS und der Verein Hirschmann machen es richtig, wenn sie darauf achten, in welche Hände die Hunde gelangen, denn in der heuitigen Zeit mächte leider so mancher Jäger eines solchen Hund haben obwohl er ihn nicht führen kann. Wen verwundert es dann, wenn diese Hunde dann aus einer nicht vom JGHV/ VDH oder FCI annerkannten Zucht gekauft werden. Ich habe es selbst erlebt, dass diese Hunde mit ihrem Führer nicht in der Lage waren, die Schweißarbeit einer Brauchbarkeitsprüfung zu bestehen. Diese Hunde werden in meinen Augen als reines Statussymbol angeschaft, was nicht Sinn und Zweck der Schweißhundezucht ist und es auch nicht werden darf. Es gibt schon genügend Rassen die der aktuellen Nachfrage folgend entsprechende Fehler gemacht haben und Welpenzahlen gingen dann in die Höhe. Ob das dann immer im Sinne der Zucht von Nutzen ist, möchte ich nur als Frage vormulieren und schreibe auch nicht als Schweißhundführer – züchter?

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    1. admin Beitragsautor

      Werter Herr Orbach,
      jeder Züchter achtet darauf, dass seine Hunde in gute Hände kommen, und jeder Verein ist darum bemüht, gute und aktive Mitglieder zu gewinnen. Ich finde es unanständig und unsportlich, es ist überheblich und Vereinsmeierei übelster Sorte, zu behaupten, das täten nur die einen und die anderen nicht, oder die anderen, das wären alles nur eitle Fatzkes, die halt auch so einen schicken Angeberhund haben möchten, aber damit gar nicht umgehen können.
      Ich habe ein Nachsuchengespann mit allen Prüfungen aus einem offiziellen Schweißhundeverein gesehen, das eine Krankfährte keinen Meter voranbringen konnte, die dann von einem talentierten Mischling (!) erfolgreich beendet wurde. Das können mehrere Leute bezeugen. Immerhin war der betreffende Schweißhundeführer aufrichtig genug, nach selbstherrlichem Auftreten im Vorfeld seine Demütigung einzugestehen. Und was beweist das? Gar nichts. Außer, dass es gute und schlechte in allen Gruppen und Grüppchen gibt und vielleicht noch, dass jeder (Hund & Führer) mal einen schlechten Tag hat.
      Übrigens geht es hier um etwas anderes: Der KBGS ist in dem Interview mit Prof. Dr. Epplen als Negativbeispiel genannt worden, und schaut man sich das Zuchtgeschehen in dem einen oder anderen kleinen Spezialrassenverein an, so muss man konstatieren, dass diese aus der angeblichen Zusammenarbeit mit Genetikexperten nicht viel gelernt haben und über Jahre hinweg verhängnisvolle Fehlentscheidungen getroffen haben. Das will man natürlich in der Öffentlichkeit nicht diskutieren, denn dann müsste man Fehler einräumen und Verantwortung übernehmen – und dazu sind die Herren nicht bereit. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie armselig ich das finde.
      Der JGHV und die Rassenvereine sind Vereine wie jeder andere auch, und der angemaßte Alleinvertretungsanspruch bekommt der Sache und den Hunden m.E. offenbar eher schlecht. Es ist hier wie in so vielen anderen Bereichen: Konkurrenz belebt das Geschäft. So wie ein Hersteller akzeptieren muss, dass Kunden auch von anderen Herstellern kaufen können, sollten Vereine akzeptieren, dass es noch andere Vereine gibt, die auch gute Arbeit leisten und auf das anmaßende Getue, nur sie könnten etwas, was andere nicht können, verzichten. Das ist wie im richtigen Leben: Diese Typen, die ständig erzählen müssen, wie toll sie sind und was sie alles besser können und mehr haben als andere, sind auch nur peinlich. So peinlich, dass jeder denkt, was muss das für ein armes Würstchen sein, dass er das das nötig hat?

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  2. Joachim Orbach

    Es achtet halt eben nicht jeder Hundezüchter ( oder Hundevermehrer ) darauf, dass seine Hunde in gute Hände kommen. Ich kenne noch Zeiten, da wurden Hunde in Westdeutschland über den Versandhandel verkauft. Auch was da oftmals aus dem Ausland an Hunden ins Land gelangt hat oftmals eine fragwürdige Vergangenheit. Der JGHV ( etwa 123000 Jagdhundeführer als Mitglieder und über 320 Mitgliedsvereinen ) , VDH und die FCI sind halt eben auch nicht Vereine wie jeder andere auch. Aus gutem Grund wird daher den Jägern auch geraten, Hunde mit JGHV, VDH u. FCI Ahnentafel zu kaufen, wobei es auch dort nicht immer eine Garantie für Hunde mit bester Gesundheit und Leistungsfähigkeit geben kann, denn da spielen bekanntlich oftmals auch andere Faktoren eine Rolle mit. Es ist auch eine Tatsache, dass viele Jäger einen Schweißhund haben möchten, obwohl sie ihn ( aus welchen Gründen auch immer ) nicht führen können. Um einen Schweißhund gerecht führen zu können, werden daher auch entsprechende Ansprüche an den Führer gestellt. Weshalb geben denn oftmals langjährige und erfolgreiche Schweißhundfüher die Führung aus gesundheitlichen oder alters Gründen auf? Es kann auch in einigen wenigen Fällen möglich sein, dass ein Jäger zu unrecht keinen Hund von Züchtern aus diesen Vereinen bekommen hat, was man aber nicht als grundsätzlich darstellen kann. Auch was die Nasenleistung von Hundern anbelangt gibt es erwiesene wissenschaftliche Erkenntnisse. So kann u.a. aufgrund nicht erkannter Einflüsse der erste Hund auf einer Spur / Fährte versagen, die der zweite Hund erfolgreich arbeitet. Dies besagt aber nicht zwingend, dass der zweite Hund seine Nase besser zu gebrauchen weiß. Ob Herr Prof. Dr. Epplen als Mitglied des wissenschaftlichen VDH Ausschuss den KBGS als Negativbeispiel genannt sehen will, möchte er doch dann bitte von ihm selbst bestätigt sehen. Fakt ist aber, dass die überwältigende Mehrheit der Jäger und Züchter den Alleinvertretungsanspruch des JGHV, VDH und der FCI für richtig und gerechtfertigt ansehen. Um aber in einen Verein ( wie etwa den KBGS ) etwas zu bemängeln, sollte man dort auch Mitglied sein und sich mit dem Zuchtgeschehen dieses Vereins auch ausführlich auskennen.

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    1. admin Beitragsautor

      Einen Welpenversandhändler würde ich nicht als Züchter bezeichnen. Sie etwa? Den anderen pauschal zu unterstellen, dass dort solche Zustände herrschten, das ist genau die vom mir bereits gegeißelte Unredlichkeit. Ansonsten geben Sie bitte acht, dass Sie mit Ihrer Retourkutsche Ihre Pferdchen nicht zuschanden schinden. SE

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      1. Joachim Orbach

        Ich unterstelle nicht anderen Hundezüchtern das alles pauschlag, sonderen weise lediglich daruf hin, dass es auch reine Vermehrungszüchter geben kann. Wie kann es denn sonst sein, dass auch Jäger ( oftmals in Unwissenheit ) Hunde von solchen sogn. Züchtern erworben haben -schon selbst erlebt?

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    2. Epplen

      Sehr geehrter Herr Orbach,
      darf ich die Interview-Situation transkribiert hier zur Inhaltskontrolle einfügen?
      JAWINA: Manche Verbände, Schweißhundeverbände zum Beispiel, fahren die entgegengesetzte Strategie, halten die Population klein und befriedigen nicht einmal die Nachfrage nach Welpen aus den Reihen ihrer Vereinsmitglieder.
      Prof. Dr. Epplen: Ja, da brauchen wir gar nicht so weit zu gucken, nehmen Sie die bayerischen Schweißhunde, die machen das so, hört man [Nachtrag hier: habe die Tatsache auch von einem Vereinsmitglied/-Offiziellen bestätigt bekommen].
      Zu Anfang eines jeden Vortrags vor (Jagd-)Hundlern betone ich gleich nach der Begrüßung, dass ich kein Züchter bin, nur Hundeführer, und größte Hochachtung vor dem Mut un dem Können von Züchtern habe. Mit meinen Hündinnen wurde zwar auch je einmal gezüchtet, aber durch eine Person, die schon das erste Alphabet durchgearbeitet hatte. Weiterhin betone ich anfangs, dass ich mich nicht in Vereinspolitik einmischen kann und will. Wenn sich der KBGS einen letztlich nicht ganz so bequemen Theoretiker-Wissenschaftler zum Vortrag einlädt, zeigt das mir, dass Nachdenklichkeit und wahrscheinlich Konfliktfähigkeit im Klub sicher vorhanden sind. Im übrigen drehte sich die angeregte Diskussion in Suhl um m.E. viel wichtigere Dinge als Verknappung von Welpen, nämlich: Vorfahrenverlust, Mehrfachverpaarungen, Matador-Rüden, Regenerationszucht, Inzucht und Verlust der genetischen Variabilität auch durch „genetische drift“ in kleinen Populationen bzw. Rassen.

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      1. Joachim Orbach

        Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Epplen,
        zunächst meinen besten Dank für Ihre Antworten. Für das Jagdgebrauchshundwesen möchte ich aber feststellen: Zuchtvereine laden immer zu Veranstaltungen oftmals auch gerne Wissenschaftler als Referenten zu Themen der Genetik, der Erbpatothologie, der Epigenetik, der Ethologie, der Molekulargenetik, der Ernährungswissenschaft usw. ein. Ob in diesen Vereinen denn Nachdenklichkeit und wahrscheinschlich Konfliktfähigkeit vorhanden ist, steht dabei aber immer auf einem anderen Blatt.

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    1. admin Beitragsautor

      Och Möönsch, Herr Scherr, jetzt sind Sie beleidigt, das tut mir leid. Natürlich habe ich erwartet und befürchtet, dass Sie sich einer ernsthaften sachlichen Diskussion entziehen würden, aber ist das nicht ein allzu bequemer Weg? Schauen Sie, alles, was ich mir gewünscht hätte, wäre, dass Fehlentwicklungen in der Vergangenheit kritisch benannt und Änderungsvorschläge und Lösungswege für die Zukunft skizziert werden. Ist das denn so schwer? Und was bringt Ihnen Ihr Rückzug in den Schmollwinkel? Die Diskussion wird doch sowieso geführt, nur dann halt ohne Sie. Sehen Sie, mir liegt hier ein Schreiben eines leider mittlerweile verstorbenen KBGS-Mitglieds vor, in dem weitaus, weitaus schwerwiegendere Vorwürfe gegen die Verbandsführung und Zuchtpolitik erhoben werden, als jemals auf diesen Seiten geschehen. Es bringt nichts, die Sachen unter den Tisch kehren zu wollen, die bleiben da einfach nicht. Und diese Scheibchen-für-Scheibchen-Kommunikationsstrategie hat schon ganz anderen geschadet. Warum es nicht einfach mal mit Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz versuchen? SE

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  3. Reinhard Scherr , 1.Vorsitzender im KBGS

    Sehr geehrter admin
    Beleidigt? , Schmollwinkel ? woher nehmen Sie diese Erkenntnis ?
    Wenn Sie Offenheit, Ehrlichkeit, und Transparenz haben möchten lesen Sie einfach meinen Artikel .
    Dort steht nachprüfbar alles wahrheitsgemäß beschrieben.
    Wenn Sie genau lesen dann werden Sie erkennen, dass wir die meisten der Forderungen von Dr. Epplen seit vielen Jahren praktizieren.
    Die Nachprüfbarkeit von dubiosen Beschuldigungen wage ich anzuzweifeln.

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    1. admin Beitragsautor

      Sehr geehrter Vorsitzender,
      jetzt wollen Sie also doch wieder reden, schön. Das Problem dabei ist, dass Sie offensichtlich nicht willens oder in der Lage sind, einfach zwei, drei simple Fragen zu beantworten. Stattdessen eiern Sie, salopp gesagt, nur herum: Sie beantworten Fragen, die nicht gestellt wurden, ignorieren aber die gestellten, stattdessen verfertigen Sie „Artikel“ und verweisen auf ellenlange, Jahre alte Abhandlungen, die in eher lockerem Zusammenhang mit der Thematik stehen.
      Ich hatte Sie (per Mail) gefragt: Welche Probleme sind – z.B. im Lichte des Vortrags von Prof. Dr. Epplen – in puncto Zuchtpolitik, Genetik, Welpenzahl und -vergabe im KBGS identifiziert worden, wie äußern sich diese, wie soll in Zukunft gegengesteuert, was soll anders gehandhabt werden. Bei ruhiger Betrachtung hätten Sie feststellen können, dass diese Fragen keineswegs bösartig sind, sondern vielmehr dem KBGS und seinen Verantwortlichen Gelegenheit gegeben hätten, sich als kritische und lernfähige, um das Wohl und die Leistungsfähigkeit der Rasse bemühte Rüdemänner zu präsentieren, die erkannte Probleme oder züchterische Herausforderungen beherzt angehen oder meinetwegen auch schon längst angegangen haben.
      Die Probleme, um die es geht, hat Prof. Dr. Epplen in seiner Antwort an J. Orbach klar umrissen: „Vorfahrenverlust, Mehrfachverpaarungen, Matador-Rüden, Regenerationszucht, Inzucht und Verlust der genetischen Variabilität auch durch „genetische drift“ in kleinen Populationen bzw. Rassen“
      Wenn Sie sich dazu (!) sachlich, konkret, offen, ehrlich und zur Sache äußern wollen ohne auf Nebenkriegsschauplätze auszuweichen, bitteschön, sehr gern. Für bloßes Hundeverbandsfunktionärsgeplänkel hingegen ist mir meine Zeit und der Platz auf meinem Server zu schade. SE

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  4. Joachim Orbach

    Werter Herr Ellison, nehmen Sie das Angebot von Herrn Scherr doch einfach einmal an. Wenn Sie nun auch noch in Ihrer Argumentaion ein mitlerweile verstorbenes KBGS-Mitglied aufführen so möchte ich Ihnen folgendes sagen: Zucht – und Eintragungsbestimmungen in den jeweiligen Zuchtvereinen als Mitglieder des JGHV/VDH werden nicht vom Vorstand beschlossen, sondern von einer Hauptversammlung durch Mehrheitsbeschlüsse. Diese Bestimmungen müssen sich u.a. auch im Rahmen der VDH -Zuchtordnung bewegen und der Vorstand eines dieser Vereine muss sich daher auch an diese Beschlüsse halten. Es ist auch im Vereinsleben ( gleich bei welchem Verein ) eine Tatsache, dass es in Vereinen auch Mitglieder gibt, die alles auf sich und ihre Meinung ( oder auch ggf. Hunde ) abgestimmt sehen wollen, was aber nicht unbedingt die Zustimmung der Mehrheit findet. Auch ist es nicht Aufgabe des VDH -Beirates ( bzw. durch deren Mitglieder ) Zuchtvereine als Negativbeispiele zu benennen, sonderen dieser Beirat hat eine beratende Funktion. Ich glaube kaum, dass Herr Prof.Dr. Epplen damit einverstanden ist, ein Interview mit ihm als Negativbeispiel auf den KGBS zu werten. Man könnte fast schon den Eindruck gewinnen, es geht bei dem Thema Schweißhunde und deren Zuchtvereine ( vom JGHV/VDH/FCI anerkannte und nicht anerkannte ) in Wirklichkeit um ganz andere Dinge.

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  5. Joachim Orbach

    Weter Herr Ellison,
    es verwundert mich schon, wenn Sie meinen Kommentar ( gesendet am 1.Aug., um 9.11 Uhr ) nicht freischalten, aber zuvor einen an mich gerichteten Kommentar von Herrn Prof.Dr. Epllen ( gesendet am 1.Aug. , 14.49 Uhr ) freischalten.

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    1. admin Beitragsautor

      So, das verwundert Sie? Dann will ich es Ihnen erklären, obwohl Sie ein Vergleich zwischen der Qualität von Dr. Epplens Beitrag – sachlich, auf das Thema bezogen (das Thema ist übrigens Genetik und Hundezucht), kompetent – und der des Ihren beschämt die Gründe für die bevorzugte Freischaltung des ersteren erahnen lassen sollte:
      1) Weil ich den von Ihnen verfassten Kommentar unmöglich unkommentiert online stellen kann, ich aber
      2) noch anderes zu tun habe, Sie
      3) nicht in der Lage sind, weder meinen, noch Hrn. Dr. Epplens Namen richtig zu schreiben
      4) Ich keine Lust habe, mir von Ihnen unwidersprochen irgendwelche grotesken Vorhaltungen und wirren Unterstellungen servieren zu lassen
      5) Ihr Beitrag über JGHV-Satzungsfeinheiten etc. mir eher wenig mit dem Thema (s.o.) zu tun haben scheint
      6) Ihre zweifach wiederholten Zweifel an der Negativbeispiel-Geschichte, die Dr. Epplen mittlerweile dankenswerterweise geklärt hat, die Frage aufwirft, ob Sie das zugrunde liegende Interview nicht gelesen oder nur nicht verstanden haben
      7) Weil Sie dasselbe oder sehr ähnliches bereits in fünf anderen Kommentaren geschrieben haben
      8) Weil mir Ihr kritikloses Vasallentum gegenüber den einen in Verbindung mit den sorgsam gepflegten Vorurteilen gegenüber anderen Akteuren zunehmend sauer aufstößt.

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  6. Niederwildjäger

    Sehr geehrter Herr Admin,

    ich bin bisher regelmäßiger Besucher ihrer Internetseite. Ich finde es persönlich unsäglich, wie Sie sich teilweise in Diskussionen einmischen und teilweise auch gewisse Kommentare belächelnd abtun und manche Leute als beleidigt hinstellen. Als Betreiber dieser Seite sollten Sie sich durchaus mehr zurückhalten und nicht ständig in die Diskussionen einsteigen, das würde aus meiner Sicht eine gewisse Professionalität erzeugen. Es zeigt mir, das Sie durchaus mit dem ein oder anderen im Clinch liegen und diese Fehde hier öffentlich austragen wollen. Kein guter Stil, als unabhängiger Admin, vielleicht denken Sie mal drüber nach.

    Naja, Sie wissen schon was Sie tun, ich werde sicherlich nicht mehr zu den regelmäßigen Besuchern Ihrer Seite gehören…!

    Beste Grüße vom Niederrhein

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    1. admin Beitragsautor

      Sehr geehrter Kommentator,
      stimmt, ich weiß ziemlich genau, was ich tue: Ich habe JAWINA nämlich u.a. deshalb gegründet, weil ich bestimmte Diskussionen anstoßen und führen wollte. Überdies hatte ich es seit meiner Tätigkeit für die Jagdpresse gründlich satt, dass Anzeigenkunden, Hunde-, Bauern-, Waldbesitzer- und sonstige Vereine sowie eine überalterte und bis zur Verstocktheit traditionalistische Leserschaft in trautem Zusammenwirken mit opportunistischen und ignoranten Verlagshanseln bestimmen, welche Themen auf welche Weise aufgegriffen und diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund wäre es wirklich das Allerletzte, was ich mir gefallen ließe, dass ein Kommentarschreiber, der sich zudem noch hinter Pseudonym und anonymer Mailadresse versteckt, versucht, mir Vorschriften zu machen oder seine absonderlichen Vorstellungen aufzudrücken.

      Möglicherweise übertreibe ich es mit meiner Streit- und Angriffslust gelegentlich, aber weitaus schlimmer ist jener Journalistentypus, der es sich mit keinem verderben und sich mit allen gut stellen will, der auf möglichst vielen Empfängen möglichst viele wichtige Hände schütteln und Lachsbrötchen verdrücken möchte, um bei nächster Gelegenheit wieder durchblicken lassen zu können, dass er mit dem Hrn. Minister / Vorsitzenden / Präsidenten / Generalsekretär ja per Du ist. Glauben Sie mir: Für einen anständigen (eine winzige Minderheit) Journalisten gibt es nur ein geziemendes Motto, das da lautet: Viel Feind, viel Ehr.

      Die oben skizzierte Grundhaltung ist die Vorbedingung für das, was Sie auf dieser Seite finden: Kritischen, couragierten Qualitätsjournalismus. Wenn Ihnen das nicht zusagt – kein Problem. Sie finden da draußen ein breites Angebot in Print und Online an angepassten, oberflächlichen, kriecherischen und durch und durch käuflichen Alternativen. Werden Sie glücklich damit.
      Gruß zurück aus dem Spreewald.

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