Früheste Darstellungen von (Jagd)Hunden entdeckt

Forscher vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte haben in der Wüste Saudi-Arabiens die bislang ältesten Darstellungen von Menschen und Hunden entdeckt – und es sind Jagdszenen, die bei Jubbah und Shuwaymis in den Fels geritzt wurden. Die Felsenkunst in der arabischen Ha’il-Region ist Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Darstellungen sind nach Schätzungen zirka 8000 bis 9000 Jahre alt und entstanden somit, bevor der Mensch Ackerbau und Viehzucht betrieb und sesshaft wurde, wie Maria Guagnina, Angela R.Perrib, Michael D.Petragliaa in der Studie „Pre-Neolithic evidence for dog-assisted hunting strategies in Arabia“ schreiben. 147 untersuchte Szenen zeigen Menschen und Hunde in einer Vielzahl von je nach Umweltbedingungen und Topografie unterschiedlichen Jagdszenarien. Die Menschen jagen mit Pfeil und Bogen auf Gazellen und Steinböcke, unterstützt von Hunden. Erstaunlich sei, dass auf einigen der Felsbilder eindeutig Hunde an Leinen zu erkennen seien. Es sind die ersten Abbildungen von Hunden, die an der Leine geführt werden.

Dies zeige nicht nur ein hohes Maß an Kontrolle über die Jagdhunde, resümieren die Forscher, sondern auch, dass verschiedene Hunde für jeweils verschiedene jagdliche Aufgaben eingesetzt wurden. Die Hunde wiesen also bereits vor 9000 Jahren einen gewissen Grad an Spezialisierung auf. „Wir wissen jetzt, dass vor etwa 9000 Jahren Menschen bereits ihre Hunde unter Kontrolle hatten, sie an der Leine führten und sie für wirklich komplexe Jagdstrategien einsetzten“, erklärt Studienautorin Maria Guagnin gegenüber der New York Times. Überwiegend seien Muttertiere mit ihren Kälbern von den Jagdteams angegriffen worden, so Guagnin. Die abgebildeten Hunde würden dem Typus des Kanaan-Hundes entsprechen, stellten die Forscher fest. SE

Beitragsbild: Kanaan-Hunde im Vergleich zu den Darstellungen in Shuwaymis. Foto oben: Alexandra Baranova/CC (re.).

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