Fohlen von Wölfen gerissen – Nabu zur Umsiedlung von Konik-Pferden gezwungen

In der Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt sind drei Konik-Fohlen von Wölfen gerissen worden. Die Konik-Pferde wurden als vierbeinige Landschaftspfleger in einem Beweidungsprojekt der zum Nabu Köthen gehörenden Primigenius gGmbH eingesetzt. In einer Pressemitteilung der Primigenius gGmbH heißt es dazu: „Ein weiteres Fohlen wurde so schwer verletzt, dass es trotz tierärztlicher Behandlung noch in der Folgenacht verstarb. Zwei weitere Fohlen wiesen leichte Bissverletzungen auf und sind nach der tierärztlichen Behandlung wohlauf. Zwei Tiere sind verschollen, hier kann die Ursache nicht geklärt werden.“ Nach dem Rissvorfall wurden Stuten mit bereits geborenen Fohlen und tragende Stuten aus dem Wolfsgebiet abtransportiert und anderweitig untergebracht. Es könne „nicht mehr davon ausgegangen werden, dass alle Stuten mit ihrem Herdenverband in der Lage sind, ihre Fohlen effektiv vor dem Wolf zu schützen.“ Der Nabu ist in der Vergangenheit wiederholt in Kritik geraten, weil in ähnlichen Beweidungsprojekten Heckrinder qualvoll verhungert waren.

Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) räumte die Geschäftsführerin der Primigenius gGmbh, Stephanie Caspers, ein, dass man die Verteidigungsfähigkeit der Stuten gegenüber Wolfsangriffen zu optimistisch eingeschätzt habe. Zudem sei es nicht möglich, die Flächen in der Oranienbaumer Heide „innerhalb kurzer Zeit“ wolfssicher umzäunen  zu können. Die sei „nur mit einem immens hohen finanziellen und ökologisch zweifelhaften Aufwand“ möglich.

Bleibt darauf hinzuweisen, dass jene „einen immens hohen finanziellen Aufwand erfordernde wolfssichere Einzäunung“ von allen anderen Nutztierhaltern in den Wolfsgebieten gefordert wird, wenn sie im Fall eines Wolfsrisses nicht ihren Anspruch auf Entschädigung einbüßen wollen. Überdies bleibt zu hoffen, dass sich durch den Zugriff auf die unbewachten Nabu-Koniks das Beutespektrum der Wölfe in der Oranienbaumer Heide nicht zu Lasten der Pferdehalter in der Umgebung erweitert hat. SE

Beitragsbild: Dunkler, enger, muffiger Stall – die Zukunft der Pferdehaltung in Deutschland? Foto: SE

2 Gedanken zu „Fohlen von Wölfen gerissen – Nabu zur Umsiedlung von Konik-Pferden gezwungen

  1. Joachim Orbach

    Jetzt ist auch schon die Pferdehaltung und Pferdezucht bei Koppelhaltung in Wolfsgebieten gefährdet. Wie soll das weitergehen?

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  2. Georgia M.

    Habe nichts gegen Wölfe, allerdings nur im Gehege und im Zoo. Wir lebten doch eigentlich recht gut so und seit wann sorgt man sich eigentlich mehr um ungeborene Wölfe als um ungeborene Kinder? Mir scheint es geht in Wirklichkeit gar nicht um den Wolf, sondern um die Freude am grausamen Aspekt der Natur, anders kann ich mir die Gleichgültigkeit im Hinblick auf die Todesangst von zahlreichen Menschen und auch Tieren nicht erklären. Wer kein Problem damit hat wenn Tiere schwitzend und keuchend vor Angst bei der Ankunft von Wölfen zusammenrücken oder blutüberströmt zusammengebissen auf der Koppel liegen, der ist kein Tierfreund sondern ein Sadist. Und diesen Vorwurf mache ich auch den Wichtigtuern vom Tierschutz,, die sich melden wenn die Koppel abgegrast ist,, aber sich hier komischerweise nicht rühren. Wer sowas duldet der sollte eigentlich auch kein Problem mit Hahnenkämpfen etc. haben, das ist auch nur die grausame Natur wiederbelebt, also warum nicht so was? Ich meine als „Dessert“ zum Wolfsabenteuer.
    Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs auf Menschen NOCH gering ist, wer bereitwillig in in Kauf nimmt, dass auch nur einer, von einem Wolf buchstäblich zerissen werden könnte,, den kann ich, es tut mir leid, von einem Mengele auf der Auschwitz Rampe nicht unterscheiden… Es scheint recht zahlreiche solche Leute hier zu geben, die eine geradezu pathologische Unfähigkeit zur Empathie an den Tag legen…. Einfach nur noch widerlich das ganze……

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