EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um „die Wahrung des Naturerbes.“ Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte „effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.“ Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

14 Gedanken zu „EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

  1. Ralf

    „Effizientere Schutzmaßnahmen“? Wie im Zoo? Sowas wäre effizient. Die Logik sagt einem jedoch, dass Wölfe vergrämt werden müssen- durch Pulver und von mir aus auch bleifreie Geschosse. Das Einzige, was wirklich auch in Zukunft mit zunehmenden (Hybrid)Beständen praktikabel ist.
    Abschuss von einzeln ziehenden (Jung)Wölfen ganzjährig und erst aus dem Rudel im sehr kurzen Zeitraum zwischen Ende der Ranzzeit und ca. einem Monat vor dem Wölfen. Koexistenz funktioniert nicht, wenn Wölfe nicht auf Distanz zu den Menschen und den menschlichen Siedlungen gehalten werden. Durch Vergrämung in Form der Jagd kann dieser Lernprozess für die Wölfe wieder stattfinden. Wölfe müssen lernen und daran „erinnert“ werden, dass der „Mensch nicht gut“ für sie ist.

    Die Debatte hätte vermutlich eine andere Wendung bekommen können (wahrscheinlich sogar bekommen müssen), wenn die Perspektive der Wolfhybriden mit eingeflossen wäre. Ist sie mit eingeflossen?
    Zu nennen wäre hier der Artenschutz und auch die Gefahrenabwehr (Wolfhybriden sind „angrifflustiger“) gewesen. Ich weiß nicht, ob bezüglich der Wolfhybridenbestände schon Zahlen erhoben wurden.
    Das Festhalten an den Schutzbestimmungen wird der jetzt schon bestehenden und sich erheblich verstärkenden Problematik aus meiner Sicht nicht gerecht.

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  2. Grimbart

    Sofortige Ansiedlung von Wölfen auf Malta. Warum entscheiden scheinbar immer nur Leute, die gar nicht betroffen sind, über das Wohl und Wehe anderer?

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  3. Anton Maas

    Und da wundert sich die EU-Polit-Elite, dass ihre Akzeptanz in der europäischen Bevölkerung auf breiter Front immer weiter bröckelt, und das nicht nur hier, sondern in sehr vielen Bereichen.
    Wie lange lässt man sich das noch gefallen??
    Der Weg zur Selbsthilfe ist nicht mehr weit!!
    Und dafür hätte ich Verständnis!!!!! Was nicht heißen soll, dass……………!!!!!

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  4. Heinz Bökamp

    Wie ist es mit den finanziellen Einbußen beim Tourismus? Sollten sich Wölfe in den teilweise einsamen Wanderregionen Tirol etablieren, würde das einen
    erheblichen Rückgang an Touristen bedeuten. Von Gämsen, Rehen, Schafen, Ziegenu.a. ganz zu schweigen.
    Diese EU ist so überflüssig wie ein Kropf.

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  5. Heinrich

    Wes Geistes Kind ist dieser Herr denn? Wer soll denn die Landwirte schulen? Irgendwelche Schreibtischtäter? Wie weit entfernt von der Realität ist das denn alles, was er vorschlägt? Mein Vorschlag: Diese Leute alle aus der Politik entfernen und das eingesparte Geld für Wolfzäune und -schäden einsetzen.

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  6. Ronbi

    Wenn in Frankreich die wilden Wölfe, lauter Wolf-Hund-Hybriden sind (Gentest durch ForGen), was wird da eigentlich geschützt?

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  7. Ralf

    Auf der genannten Seite der Tiroler Zeitung ist auch zu lesen:
    „Stefan Wenzel, früherer Umweltminister von Niedersachsen, hält indes wenig vom Abschuss. Das deutsche Bundesland hat in den vergangenen Jahren ein eigenes Wolfskonzept entwickelt und umgesetzt. Ergebnis: Gutes Herdenmanagement und guter Herdenschutz helfen. Mit Elektrozäunen, Herdenschutzhunden und der Vermeidung von Futterkonditionierung auf Menschennähe sowie Förderungen und Ausgleichszahlungen bei Schäden habe man in Niedersachsen gute Erfolge erzielt.“

    Niedersachsen hat ein eigenes Wolfkonzept? Hab‘ ich was verpasst?
    Herr Wenzel wollte besendern und vergrämen. Wollte. Dabei ist es auch geblieben, soweit ich weiß. Wurde auch effizient was umgesetzt außer der „Entnahme“ des MT6 durch wen auch immer? Nicht dass ich wüsste. Immer nur die Stellungnahme von Herrn Wenzel, dass man aufgrund des strengen Schutzes nichts machen könne – verbunden mit dem Verweis aus Bundesebene (hier Frau Hendricks in Cooperation mit ex-Nabu-Vorsitzenden und Staatssekretär Flasbarth , die die Koalitionsverhandlungen im Bund pro-Wolf bestimmen wollte und des Saales verwiesen worden sei) und dem Verweis auf die EU. Sonst nichts!
    Sollen das „gute Erfolge“ gewesen sein?
    Und wenn man nun noch betrachtet, dass im Grunde nicht nur Wölfe, sondern auch Wolfhybriden geschützt werden, dann erschließt sich mir der strenge Schutz nicht wirklich! Dieser Schutz richtet sich eher- wie sich jetzt zeigt- gegen die Wölfe. Sofern man denn noch von Wölfen überhaupt sprechen kann…

    Denk‘ ich an die Tendenzen zur Abschaffung der Jagd in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht. Deshalb schreibe ich jetzt auch um diese Uhrzeit…
    Jagd ist mein Leben! Das kann man wohl nur verstehen, wenn man den Jägerlehrgang (bei mir vor 20 Jahren) besucht hat und entsprechende Passion hat.

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  8. Edelmann

    Ich sehe beide Seiten.
    Erst mal sind wir an den rechtlichen Schutzstatus des Wolfes gebunden. Da muss man sich nicht einbilden, man darf sich – aus welchen Gründen auch immer – darüber hinweg setzen. Der Wolf hat ein Lebensrecht. Auch große Beutegreifer gehören zum Ökosystem und haben einen Zweck. Wenn andere Nationen so agieren würden, gäbe es schon lange keine Großkatzen und keine großen Pflanzenfresser mehr – sie richten ja Schaden an und beanspruchen Lebensraum. Wir können natürlich auch bei uns große Areale räumen und unter Schutz stellen – dann bitte ohne Jagd!
    Ich weiß aber auch, wie sichere Zaunsysteme aussehen. Hier werden nicht nur Nutztiere eingeschlossen, sondern auch Rehwild, Hasen und andere Wildtiere ausgeschlossen. Im schlimmsten Fall verfangen Wildtiere sich in den Zäunen oder werden dort „abgegriffen“, weil sie keinen Fluchtweg mehr haben. Hier muss täglich kontrolliert werden, was auch nicht thematisiert wird.
    Bleibt noch, die Herden zu reduzieren. Gemessen am zu hohen Fleischkonsum trifft es dann aber die Tiere, die mit der Weidehaltung ein erträglicheres Leben haben als auf Spaltenboden über Gülle. Zudem sind die kleinen Wiederkäuer für die Landschaftspflege immens wichtig.
    Hühnerhalter mit einem Hühnermobil und Auslauf haben das gleiche Problem mit dem Habicht, nur in einer anderen optischen Dimension (wer schaut schon nach einem zerfleddertem Huhn). Hühnerhalter bekommen hier wenig öffentliche Unterstützung, müssen ihre Hühner schützen und den Schaden selbst tragen.
    Lediglich ist der Wolf für den Menschen potentiell gefährlicher als der Habicht. Meine größte Sorge in der freien Natur gilt aber vorrangig den Zecken.
    Dennoch ist primär der Tierhalter für den Schutz seiner Tiere verantwortlich. Und wenn ich genetisch wertvolle Tiere habe, dann sollte es etwas mehr sein, als die Mindestanforderung an Zaunhöhe und Stromstärke. Man könnte auch mobile Nachtställe entwickeln, da würde es bestimmt Möglichkeiten geben.
    Ein weiterer Ansatz wäre, ob es wirklich Sinn macht, Mutterkuhherden (oder andere Weidetiere), die ganzjährig draußen oder in Offenställen untergebracht sind, zu enthornen. Das macht zwar den Umgang mit Ihnen einfacher, aber sie sind entwaffnet und haben einem Wolf nichts mehr entgegen zu setzten.
    Hier muss der Staat den Schaden, der durch geschützte Wildtiere entsteht, ersetzen und zwar nicht nur durch Ankündigungen von Programmen, sondern unbürokratisch und schnell.

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    1. Ralf

      Naturrecht ist: Recht des Stärkeren!
      So gesehen kann ich Ihre Sicht „aus welchen Gründen auch immer“ nicht teilen!
      Fest steht: überall, wo es zu Problemen kommt, behilft man sich. Auch der gewalttätige afrikanische Elefant wird getötet. Stellen Sie das eigentlich bewusst in Abrede? Und ich weiß nicht, ob Sie sich aus Wohltätergründen von einem Tier töten lassen würden. Das können Sie gerne tun. Ich würde es nicht! Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung…

      Die Zäune auf verfangene Tiere zu kontrollieren macht Sinn. Die Frage ist allerdings, warum man überhaupt Hochsicherheitszäune für seine Tiere installieren muss!? Zum Schutz von/vor Wolfhybriden?
      Und:
      Ich nenne es mal schizophren: der Staat soll für etwas (Wolfschäden) zahlen, was im Grunde nur den Angestellten von Naturschutzorganisationen (die ja den Wolf weiter schützen wollen) nützt (in Bezug auf Anstellung, Spendeneinnahmen, zur Joberhaltung, ideologisch betrachtet zur Zurückdrängung/Abschaffung der Jagd)?
      Für mich bleibt sowas schizophren!

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      1. Edelmann

        „Naturrecht ist: Recht des Stärkeren!“
        Mit diesem darwinistischem Ansatz kann ich nichts anfangen.
        Ist der Mensch nun Teil der Natur oder nicht? Aus meiner Sicht ja. Gilt dann dieser Satz auch gegenüber Frauen und Kindern?
        Ist der Mensch ohne seine technischen Hilfsmittel nicht ein einfacher „Hanswurst“?
        Aus meiner Sicht funktioniert langfristig nur ein Nebeneinander, wir müssen in Kreisen denken (bezogen auf Ressourcen) und nicht als Pyramide an der oben der (bewaffnete) Mensch steht.
        Es hilft in Diskussionen auch nicht, sich an extrem-Beispielen abzuarbeiten. Ein Elefant, der in einer afkrikanischen Siedlung wütet, ist nicht vergleichbar mit einem Wolf, der in ein Schafsgehege eindringt ( bei den fast 40 toten Schafen in BaWü war übrigens die Bachseite offen).
        Man darf auch nicht bei jeder Begegnung zwischen Mensch und Tier gleich Notwehr sehen oder diese provozieren. Man kann auch schadlos aneinander vorbei kommen. Wolfshybriden und Artenschutz ist mal gerade das Top-Argument, wieviel Hybride darfs denn sein? 5. Generation?
        Auch den Orgas nur die Spendenflut zu unterstellen greift zu kurz., denn erst gabs die Missstände, dann die Schutzorganisationen.
        Und bei der Aussage über das vermeintliche Recht des Stärkeren, unterstütze auch ich jederzeit die Schwachen.

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        1. Ralf

          Was bitte soll der Zusammenhang zu Frauen und Kindern? Verharmlosen, Infragestellen, Denunzieren- das können Menschen wie Sie! Inhaltlich kommt nichts bei rum!
          SIE haben geschrieben: „Wenn andere Nationen so agieren würden, gäbe es schon lange keine Großkatzen und keine großen Pflanzenfresser mehr – sie richten ja Schaden an und beanspruchen Lebensraum…“ Oder? Der brünftige Elefant richtet Schaden an und wird getötet! Der Menschen angreifende Puma oder der Menschen angreifende Eisbär in den USA wird ebenfalls getötet… Ist das eine Frage!? Der Wolf, der den Menschen zu nah‘ kommt, hat bislang noch Narrenfreiheit!? Irgendwie unnatürlich, oder!?

          Und bezüglich Ihres Argumentes:
          „Man darf auch nicht bei jeder Begegnung zwischen Mensch und Tier gleich Notwehr sehen oder diese provozieren. Man kann auch schadlos aneinander vorbei kommen. Wolfshybriden und Artenschutz ist mal gerade das Top-Argument, wieviel Hybride darfs denn sein? 5. Generation?“
          Den Wolf im Garten ruhig die Haustiere fressen lassen, oder wie? Mir persönlich erscheint es „unnatürlich“!
          Es bleibt dabei: Verharmlosen, Infragestellen, andere denunzieren- ohne wirklichen argumentativen Inhalt. Haben Sie auch Argumente?
          Das mit den Wolfhybriden scheint mir nicht ganz unwesentlich zu sein! Können Sie das entkräften?

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  9. JK

    Liebe Mitmenschen,
    den Ball flach halten und das Richtige im richtigen Moment tun ist mMn sinnvoller als Scheißhausparolen im Netz zu verbreiten. Immer ‚dran denken: „Der Feind liest mit!”.
    Im sog. III. Reich wurde auch so Einiges per Gesetz in Beton gegossen, was sich im Nachhinein als idiotischer Schwachsinn entpuppt hat.
    Leider leben wir im Zeitalter der Information/Desinformation (was im besagten Reich erfunden wurde) und jeder kann seine Meinung im Netz verbreiten. Das kann positive und negative Auswirkungen haben. Für Jäger leider das letztere. Daher kann Schweigen nur Gold sein…
    Daher mein Tip: Lesen, aufregen, runterschlucken, besser Wählen und gewählten Politikern beim persönlichen Gespräch auf „den Schlips treten“. Vielleicht ändert das etwas. Und sich in der hier geschriebenen Wortwahl etwas mäßigen oder es einfach einmal lassen!

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  10. Ronbi

    Afrikanische Löwen haben es schwer und sind irgendwo vor dem Aussterben. Werden vergiftet, wenn sie dem Vieh zu nah kommen.
    Indische Elefanten in der Teeplantage werden mittels brennender Pechbälle angezündet.
    Wölfe in White Horse werden geschossen, wenn sie sich Hunde und Katzen greifen.
    Grizzlies selbst in Nationalparks werden geschossen, wenn sie sich an Touristen vergreifen.
    Das Gleiche gilt für Pumas, die Wanderer auf dem Weg anfallen.

    Also was spricht gegen ein aktives Wolfsmanagement.
    Und richtig ist ein Wolf-Hund-Hybride der 5. Generation noch ein Wolf?

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