Erstmals seit 200 Jahren: Luchs im Thüringer Wald nachgewiesen

Wissenschaftler des Forschungszentrums iDiv und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben mit Unterstützung eines ortsansässigen Naturschützers im Thüringer Wald den Luchs nachgewiesen. Nördlich von Oberschönau wurde ein erwachsenes Tier mit Hilfe einer Kamerafalle fotografiert. Damit ist die Rückkehr des scheuen Beutegreifers in den Thüringer Wald 200 Jahre nach seinem Verschwinden erneut nachgewiesen. Die Forschungseinrichtungen stellten zwanzig Fotofallen – Kameras mit Bewegungsauslösern – zur Verfügung, die in wenigen Monaten über 9.000 Fotos aufnahmen. Auf einem war ein Tier zu erkennen, das ein Luchs hätte sein können. Aber das Foto war unscharf, als Beweis reichte es nicht.

Die Fotos von Mitte Februar 2018 lassen jedoch keinen Zweifel mehr zu: Der Luchs ist wieder einmal zurück im Thüringer Wald – 200 Jahre nach seiner Ausrottung. Die Aufnahmen und zusätzliche Spuren wurden mittlerweile vom Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie bestätigt. Woher der Luchs gekommen ist, und ob er sich im Thüringer Wald ansiedelt oder nur auf der Durchreise ist – das ist noch nicht klar. Möglicherweise stammt das Tier aus dem Nationalpark Harz oder dem Bayerischen Wald, die als Kerngebiete des Luchses gelten. Falls der Luchs im Thüringer Wald sesshaft wird, könnte das Gebiet zu einem wichtigen Trittstein werden bei der weiteren Ausbreitung des Luchses. PM

Beitragsbild: Eine Kamerafalle lieferte den Beweis: Der Luchs ist in den Thüringer Wald zurückgekehrt. (Foto: Dirk Hirsch)

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