Entlaufene Wölfe: Massive Kritik an Nationalpark

Die Verantwortlichen des Nationalparks Bayerischer Wald werden für die Entscheidung, die aus einem Gehege entlaufenen Wölfe zum Abschuss freizugeben, massiv kritisiert. Neben dem üblichen Gegeifer von Tiefreunden in den sozialen Medien erregte vor allem die Entscheidung eines ehrenamtlichen „Waldführers“ Aufsehen, der in einem offenen Brief an die Nationalparkleitung seinem Entsetzen, seiner Enttäuschung und Wut über den Abschuss der Wölfe Ausdruck verliehen hat – und von seinem Ehrenamt zurücktrat. Verständnis für die Abschuss-Entscheidung äußerte hingegen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk der Vorsitzende des Vereins Pro Nationalpark, Volker Freimuth: Der Nationalpark handele besonnen, erklärte Freimuth, Gehegewölfe seien an Menschen gewöhnt, ihr Verhalten nicht vorhersehbar. Wenn ein Mensch zu Schaden komme, schade das der Wolfsdiskussion mehr als die Abschüsse. Sachlich berechtigt hingegen erscheint die von der Süddeutschen Zeitung an der Nationalparkverwaltung geübte Kritik – auch wenn der Tonfall des Artikels sich doch allzu sehr an den in sozialen Medien üblichen Sprachgestus annähert: Man dürfe es „Idioten nicht so einfach machen„, tadelt die Zeitung. Dies tue man aber, wenn die Sicherung eines Wolfsgeheges „im Wesentlichen aus einem Baumarktschloss“ bestehe. SE

Beitragsbild: Baumarktschloss. Foto: SE

3 Gedanken zu „Entlaufene Wölfe: Massive Kritik an Nationalpark

  1. Ralf K.

    Eine Diskussion um ein Baumarkt-Schloss. Wie surreal! Jetzt muss man Stellung dazu nehmen, dass kein Hochsicherheitstrakt um die Wölfe gebaut wurde, um es Tierrechtsaktivisten unmöglich zu machen, die Wölfe zu befreien? Es wird immer verrückter!
    Die Supermärkte sind dann wohl auch selbst Schuld, dass Ladendiebstähle bei ihnen begangen werden, weil die Ware ja frei ausliegt? In was für einer Welt leben wir eigentlich!?
    Alleine so etwas zu thematisieren, zeigt deutlich, dass es ein Werteverlust in unserer Gesellschaft gibt und dass es offensichtlich so einige Menschen bei uns zu geben scheint, die keine Erziehung genossen haben und denen keine Werte vermittelt wurden. Ist das das Ergebnis von grün-dominierter Politik? Ich folgere, dass das Fach Werte- und Normen in den Schulen stärker ausgebaut werden muss.
    Aus meiner Sicht wäre dienlich, den Religionsunterricht aller Religionen komplett aus den Schulen rauszunehmen und durch Werte und Normen-Unterricht zu ersetzen. Was ist wichtiger: das Gleichnis vom Senfkorn oder doch eher allgemeingültige Regeln?
    Das Recht zur freien Religionsausübung gemäß GG bleibt unangetastet. Das kann jeder in seiner Freizeit machen wie er möchte.

    @Politik: ich bitte um Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen! Dringend!

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    1. Jochen

      Werden deshalb keine Autos mehr geklaut und keine Wohnungseinbrüche mehr begangen, weil beide abgeschlossen werden? Nein? Also sinnloser Hinweis.
      An einem Wolfsgehege reicht ein normales Vorhängeschloss, weil man davon ausgeht, die sollen bloß nicht da raus kommen. Das sind Sicherheitsvorkehrungen für Tiergehege überall in Deutschland. Man kann nicht ständig, mit irren Tierrechtsaktivisten rechnen und überall Hochsicherheitstrakte für Tiere errichten. Das ist unrealistisch.

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