Dr. Ulrich Grasser ist tot

Dr. Ulrich Grasser ist tot. Der langjährige Präsident des Landesjagdverbands (LJV) Berlin verstarb vermutlich gestern, einen Tag nach seinem 72. Geburtstag. Grasser hatte sich von einer kleinen Geburtstagsrunde im Berliner Haus der Jagd mit starken Kopfschmerzen entschuldigt. Zur geplanten Nachfeier am darauf folgenden Tag erschien er nicht. Grasser war seit 2004 Präsident des LJV Berlin.

Unter Grassers Ägide hatte der LJV Berlin im Jahr 2008 die Klage eines Berliner Jägers gegen die Jagdzeitenverordnung des Landes unterstützt. Vor dem Verwaltungsgericht Berlin endete der Fall mit einer krachenden Niederlage für den Gesetzgeber. Dass Berliner Jäger z.B. die Stockente noch bejagen dürfen, ist also auch Dr. Grassers Verdienst. Die Berliner Jägerschaft wird sein Andenken in Ehren halten.

Aus gegebenem traurigen Anlass und weil diese Klage – und deren Ausgang – vorbildhaft für die bevorstehenden Klagen gegen die grünen, nur angeblich ökologischen Jagdgesetze einiger Bundesländer ist, geben wir im folgenden die Meldung über das Scheitern der Berliner JZVO vor Gericht wieder:

Berliner Jagdzeitenverordnung gekippt

Eine krachende Niederlage handelte sich die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am 27. März 2008 vor dem Berliner Verwaltungsgericht ein. Die 1. Kammer des Gerichts entschied über die Klage eines Jägers gegen die Berliner Jagdzeitenverordnung (JZVO) aus dem Jahr 2007. In dieser waren die Jagdzeiten für Steinmarder, alle Enten, Ringeltauben und Blässhühner aufgehoben worden.

Die Aufhebung der Jagdzeit für den Steinmarder begründete die Behörde damit, dass dieser nur mit der Falle effektiv zu bejagen sei. Da die Fallenjagd in Berlin aber verboten ist, sei die Festlegung einer Jagdzeit „nicht sinnvoll“. „Es ist nicht Sache des Verordnungsgebers, zu entscheiden was jagdlich sinnvoll ist und was nicht“, hielt der Vorsitzende Richter und Vizepräsident des Verwaltungsgerichts, Dr. Peter Rueß (SPD), dem entgegen.

Die Jagd auf die genannten Vogelarten wollte die Behörde verbieten, weil beim Schrotschuss angeblich viele Tiere nur krank geschossen und nicht nachgesucht würden und so qualvoll verenden müssten. Da sich die Erwägungen nur auf den Schrotschuss beziehen, aber auch andere Jagdarten wie die Beizjagd oder der Schuss mit der kleinen Kugel praktiziert würden, sei ein völliges Jagdverbot unverhältnismäßig, entschied das Gericht. SE

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