DJV fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat ein Positionspapier „Der Wolf in Deutschland“ veröffentlicht, in dem unter anderem die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert wird. Die Einstufung des Wolfes im Jahr 1992 in den Anhang IV der FFH-Richtlinie entstamme einer Zeit, als dieser über 130 Jahre auf heutigem deutschem Territorium nicht mehr regelmäßig vorkam und seine Rückkehr offenbar nicht erwartet wurde, heißt es in dem DJV-Positionspapier: „Der Wolf erfüllt heute nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in Anhang IV.“ Gefordert wird, den Wolf baldmöglichst von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie zu überführen sowie den Wolf „in den Katalog der bejagbaren Arten des Bundesjagdgesetzes aufzunehmen.“

Die Aufnahme ins Jagdrecht sei unabhängig von einer Aufnahme in Anhang V der FFH-Richtlinie, auch Arten aus Anhang IV dürften unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden, stellt der DJV fest: Die Rechte der Jagdausübungsberechtigten und Jagdrechtsinhaber seien zu wahren, die „Einrichtung von staatlichen Fang- und Entnahmetrupps als Parallelstruktur zur Jägerschaft wird abgelehnt.“ Es seien verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nach denen die fachlich qualifizierte Jägerschaft handeln kann. Gefordert wird auch eine gesetzliche Regelung für den „Ausgleich von Schäden durch Wölfe an Jagdhunden.“

Rotwildbewirtschaftungsgebiete auflösen, Schutz und Erhaltungskonzept für Muffelwild

Der DJV fordert desweiteren, die derzeit in Deutschland noch bestehenden Rotwildbewirtschaftungsgebiete aufzulösen sowie ein Schutz- und Erhaltungskonzept für das Muffelwild. Die Regulierung der Schalenwildbestände nach rein ökonomischen Gesichtspunkten der Forstwirtschaft sei in Wolfsgebieten nur unter der Einschränkung möglich, dass die Bestände nachhaltig gesichert sind, stellt der DJV klar.

Wolfs-Hybriden seien aus Gründen des Artenschutzes unerwünscht und von daher zu entnehmen. Hybriden sind vom strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes auszu-nehmen.

Weitere wichtige Forderungen des DJV sind Transparenz im Umgang mit Monitoring-Daten zum Wolf und die überfällige Veröffentlichung der „bereits vorhandenen und künftig zu erwartenden Ergebnisse der zahlreichen molekularen Analysen“ in regelmäßigen Abständen in einer Datenbank. Die Daten müssten „gemäß dem Umweltinformationsgesetz (UIG) jedermann zugänglich sein.“

Den sich mehrenden Zweifeln an Methodik und Neutralität des quasi monopolartig mit der Durchführung der DNA-Untersuchungen zum Wolf betrauten Senckenberg-Instituts trägt der DJV mit der Forderung Rechnung, für Deutschland „zusätzliche unabhängige und zertifizierte Referenzlabore auszuwählen, um einerseits Kapazitätsengpässen entgegen zu wirken, ggf. in Zweifelsfällen durch Kontrollanalytik Unsicherheiten auszuräumen und schließlich die Möglichkeit für Ringversuche im Sinne einer permanenten Qualitätskontrolle zu ermöglichen.“

Der DJV fordert von den Entscheidungsträgern eine Klarstellung, dass gemäß den Leitlinien der „Large Carnivore Initiative for Europe“ (LCIE) die Bezugsgrößen für den Erhaltungszustand des Wolfes immer für eine gesamte Population gelten und nicht etwa für Vorkommen innerhalb politisch abgegrenzter Gebiete oder biogeografischer Regionen. SE

Beitragsbild: DJV Positionspapier „Der Wolf in Deutschland“ (Screenshot)

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