Dänemark: Parlament stimmt für ASP-Schutzzaun

Das dänische Parlament hat am Montag der Errichtung eines ca. 70 Kilometer langen Schutzzauns an der dänisch-deutschen Grenze zugestimmt. Der Zaun soll im Fall eines Seuchenausbruchs in Deutschland verhindern, dass mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Wildschweine die Grenze nach Dänemark überwinden und so die fleischverarbeitende Industrie Dänemarks schützen, die einen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Bisherigen Planungen zufolge soll der Schutzzaun 1,5 Meter hoch sein und, um eine Untergraben zu verhindern, einen halben Meter tief in die Erde eingelassen werden. Wasserflächen entlang des Verlaufs sollen mit Schwimmsperren gesichert werden, wie shz.de berichtet. Der Nutzen eines solchen ASP-Schutzzauns ist umstritten, da die sprunghafte Ausbreitung des ASP-Virus vor allem über illegal entsorgte Fleischreste erfolgte. Infizierte Wildschweine büßen innerhalb weniger Tage an Aktivität ein und sterben, so dass sie zunächst nur lokal den Erreger verbreiten – zumindest wenn die flächendeckende Ausbreitung z.B. durch entsprechende Ausdünnung der Wildschweinpopulation verhindert werden kann.

Ein Zaun mache allenfalls  Sinn, wenn Dänemark seine gesamte Wildschweinpopulation ausrotte, kritisierte der Schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne) gegenüber der shz. Dies sei jedoch weder möglich noch erstrebenswert.

Befürchtet wird zudem, dass der Zaun negative ökologische Auswirkungen haben wird: Hauke Götsch, jagdpolitischer Sprecher der Kieler CDU-Landtagsfraktion, erklärte, der Zaun werde zur genetischen Verarmung anderer Wildtierarten der dänischen Halbinsel führen, weil  er den  Austausch mit Mitteleuropa behindere. red.

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Die Red. dankt JAWINA-Leser JK für den Hinweis!

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