Medien

Jagen für Landlust-Leser

Rezension Pauline de Bok: Beute

Pauline de Bok hat mit „Beute“ etwas geschafft, was viele für unwahrscheinlich bis unmöglich gehalten hätten. Mit einem Jagdbuch – einem Pro-Jagd-Buch, genauer gesagt – auf die Bestsellerlisten zu gelangen. Ich muss sagen, so hundertprozentig erschließt sich mir bei der Lektüre nicht, was den erstaunlichen Erfolg dieses Buchs ausmacht. Es ist ohne Frage gut geschrieben und liest sich leicht und locker, streckenweise durchaus genussvoll, weg. In fachlicher Hinsicht bietet es erfahrenen Weidmännern und -frauen wenig, das ist aber auch nicht der Anspruch des Buchs, das stellenweise erstaunlich konventionelle Jagdprosa und Naturschilderungen der sattsam belkannten Sorte – „Die Sonne versinkt hinter der doppelten Baumreihe in der Ferne, wo ein überwucherter Hohlweg verläuft…“ – aufbietet. Manche Kapitel könnten Überschriften-Klassiker tragen wie „Mein erster Rehbock“ oder „Meine erste Drückjagd“. Tun sie aber nicht, zum Glück. Jäger und Nichtjäger werden aber – möglicherweise mit einer Prise Neid – die Schilderungen der ländlichen Idylle lesen, die sich de Bok mit ihrem ausgebauten Kuhstall in Mecklenburg-Vorpommern geschaffen hat.

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„Mir leuchten die üblichen Vorbehalte gegen Jäger nicht ein.“

„Wer kein Veganer oder Vegetarier ist, hat kein Recht, Jagd zu verurteilen. Das Nutztier ist unter oft elenden Bedingungen eingesperrt, das Wildtier lebt frei und stirbt schnell und fast schmerzlos. Warum sollen Schweine oder Kälbchen, die massenhaft getötet werden, weniger wert sein als Rehe?“

In der taz ist ein sehr lesenswertes Interview mit der Regisseurin Alice Agneskirchner erschienen, deren Dokumentarfilm über die Jagd „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“ gerade in den Kinos angelaufen ist. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des Interviews mit Alice Agneskirchner in der taz (Screenshot).

„Die Natur ist eine Kulturlandschaft in der es Regeln gibt“

Am 9. Mai kommt der Dokumentarfilm „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“ bundesweit in die Kinos. Im Gespräch mit dem DJV verrät Regisseurin Alice Agneskirchner, warum sich der Film sowohl für Jäger, als auch für Zuschauer ohne Jagdschein lohnt.

Alice Agneskirchner ist keine Jägerin. Trotzdem hat sie einen Film über die Jagd gedreht, der diese Woche in über 160 Kinos in Deutschland anläuft. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat mit ihr kurz vor Kinostart über ihren neuen Film „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur“ gesprochen.

DJV: Frau Agneskirchner, wie kam es zu der Idee einen Film über die Jagd zu machen?

Agneskirchner: Als Dokumentaristin bin ich Chronistin unserer Gesellschaft und unserer Zeit. Ich war neugierig, wie die Jagd in einem Land, in dem ein hoher Wildbestand vorhanden ist, geregelt wird. Wie leben wir mit dem Wild, was es da draußen gibt?

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Filmstart: „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“

Ab 9. Mai zeigen über 160 Kinos den Dokumentarfilm „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“. Auf mehreren Kanälen verlost der DJV Kinogutscheine.

Jedes zehnte Kino in Deutschland zeigt ab 9. Mai den Film „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“. Nach Angaben des NFP-Filmverleihs sei diese Zahl für einen Dokumentarfilm außergewöhnlich hoch. Kurz vor Kinostart verlost der Deutsche Jagdverband (DJV) Kinogutscheine auf seiner Internet-Seite www.jagdverband.de und in den sozialen Medien.

Regisseurin Alice Agneskirchner nimmt den Zuschauer mit in einen faszinierenden Mikrokosmos: unseren deutschen Wald. Der Film zeigt die Jagd wirklichkeitsnah, unvoreingenommen und ist ein filmisches Erlebnis mit beeindruckenden Naturbildern. Er thematisiert Jagd als gesellschaftliches Phänomen jenseits von Pathos und Naturtümelei. Es geht um die Frage, was Natur ist, ob es sie noch gibt und wie der Mensch seinen Lebensraum mit dem Wildtier teilt.

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Räudiger Fuchs – entschwurbelt

WWW  (was in diesem Fall für Werte, Wandel, Weidgerechtigkeit) 2.01 ist im Schweizer Eichlmändli-Verlag erschienen. In den „Meditationen über den räudigen Fuchs“ setzt sich der Verleger und Autor Alexander Schwab mit der Philosophie der Tierrechtsbewegung auseinander: „Die philosophische Energie der Ethikindustrie und der Missionseifer der Tierrechtsbewegung scheinen unerschöpflich. Der politische Rückhalt der Tierrechtsbewegung wird immer stärker und die Forderungen bezüglich der Jagd und anderer Land- bzw. Tiernutzungen (Angeln, Reiten, Zoos, Forschung, Landwirtschaft, Aquarien etc.) immer radikaler“, heißt es auf der Internetseite des Eichlmändli-Verlags. Das Thema ist, wie Alexander Schwab feststellt, aktuell und wird es bleiben. WWW 2.01 ist die gekürzte, präzisere und „vollständig entschwurbelte“ [O-Ton Schwab] Neuauflage des von JAWINA lobend rezensierten WWW 2.0, das nur in einer limitierten Auflage verfügbar und deshalb bald vergriffen war. WWW 2.01 ist nicht limitiert, weshalb wir es hemmungslos empfehlen dürfen – was wir hiermit auch tun. Die Straffung ist dem Werk gut bekommen, es stellt nach wie vor eine gut geschriebene Einführung in und Darstellung der Tierrechts-Problematik dar – jetzt auch für Leute, die nicht allzu vertieft in philosophische Auseinandersetzungen einsteigen wollen. Bis zum 31. März ist WWW 2.01 zum Einführungspreis von 10 Schweizer Franken erhältlich. SE

WWW 2.01
Titel: Werte, Wandel, Weidgerechtigkeit – Meditationen über den räudigen Fuchs
Autor: Alexander Schwab
Ausstattung: Broschur, 128 Seiten s/w
ISBN: 978-3-033-06510-9

DAS (!) Buch zum Thema Wolf

Der Diplom-Politologe Frank N. Möller hat DAS Buch zum Thema Wölfe geschrieben: Denn anders als der vielleicht etwas unglücklich gewählte Titel „Zur Hölle mit den Wölfen“ vermuten lässt, handelt es sich eben nicht um eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Großraubtier in Form flammender Wutrede oder empört vorgebrachter Verwünschungen. Im Gegenteil: Möller behandelt seinen Gegenstand auf der Basis profunder Sachkenntnis, seine zwingende Argumentation belegt er mit wissenschaftlicher Akribie durch Quellennachweise und Zitatangaben. Bei all dem lässt sich das Buch auch noch flüssig und genussvoll lesen, es ist einfach gut geschrieben.

Möller ist Hobby-Astronom. Seinem Hobby geht er „in finsterer Nacht an irgendwelchen Feldwegen“ nach, um der Lichtverschmutzung der Städte zu entgehen. Wie ist „die Situation einzuschätzen, wenn sich jemand allein und ungeschützt in der Dunkelheit aufhält, wo sich auch frei lebende Wölfe bewegen?“ Das ist Möllers Ausgangsfrage. Um eine rational begründete Antwort zu finden, hat er die verfügbare Fachliteratur durchgearbeitet, die daraus gezogenen Erkenntnisse sind beunruhigend. In den ersten Kapiteln entkräftet Möller die unablässig wiederholten Mythen und Lügen von der „natürlichen Scheu“ und der Ungefährlichkeit des Wolfs (an die JAWINA-Leser schon lange nicht mehr glauben…) durch eine beeindruckende Fallsammlung, um dann die Auswirkungen der Wiederbesiedlung der ländlichen Gegenden durch Wölfe zu beschreiben: Während den Menschen in den Städten weisgemacht werde, dass die Bevölkerung vor Ort die Wölfe akzeptiert habe, „weil ja nichts Schlimmes geschehe“ (Möller, S. 446f.), handle es sich dabei in Wahrheit um eine Vertauschung von Ursache und Wirkung: „Es passiert eben nur deshalb nichts, weil die Menschen vorsichtig werden und sich nicht mehr frei bewegen. Sie ziehen sich zurück, d.h. sie führen ihre Hunde nicht mehr außerhalb des Dorfes aus, sie joggen nicht mehr, die Pferde werden in der Halle geritten, Kinder dürfen nicht mehr draußen spielen usw. Von Akzeptanz ist das weit entfernt – es ist schlicht das Gegenteil.“

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AAA in Afrika

Im Neumann-Neudamm-Verlag ist eine deutsche Übersetzung des Afrika-Klassikers „The Last of Old Africa“ von Brian Nicholson unter dem Titel „Großwildjagd im alten Afrika“ erschienen. In dem Buch schildert Nicholson seine Zeit als Berufsjäger und Wildhüter vor allem im Wildreservat Selous in Tansania. Es war, wie Nicholson selbst bekundet, „die große Zeit der Afrikajagd“. Monatelang war Nicholson mit Trägern in dem urwüchsigen, dünn besiedelten und kaum erschlossenen Wildparadies unterwegs. Er schoss Wild und angelte, um sich und seine Leute mit Fleisch zu versorgen, erlegte menschenfressende Löwen und Schadelefanten en masse. Dabei dienten seine Expeditionen auch der Sicherung und dem Erhalt des Selous, er erweiterte die Grenzen des Reservats, bekämpfte Wilderer, schuf eine funktionierende Verwaltung und erschloss mit der Trophäenjagd die wichtigste Geldquelle. „Zu Recht gilt er deshalb als einer der Väter dieses Reservats, das unter seiner Ägide zum größten Naturschutzgebiet in Afrika wurde“, schreibt Herausgeber Rolf Baldus in seinem Vorwort zu dem Werk. Bei allem Idealismus war natürlich auch „die Sucht nach Erleben und Abenteuer“ eine starke Motivation – und es ist ein großes Vergnügen, sich von Schreibtisch und Couch hinwegzuträumen und Nicholson und seine Mannen beim Triple A (Aimlessly Arseing Around) im Busch zu begleiten. Dass man den mit vielen Fotos und Abbildungen opulent ausgestatteten dicken Schmöker gebannt in einem Zug durchliest, dazu trägt entscheidend die hervorragende und sorgfältige Übersetzung bei, die Rolf Baldus (nach einer Arbeitsübersetzung von Gert G. von Harling) erarbeitet hat.

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Andreas Kieling bei Dunja Hayali: „Tendenziös und journalistisch unsauber“

Den Auftritt des bei Jägern umstrittenen Tierfilmers Andras Kieling in der Sendung Dunja Hayali am 9. August im ZDF hat JAWINA-Leser Jörn S. als „leider sehr tendenziös und journalistisch sehr unsauber und höchst emotional“, in einem Wort: „Furchtbar“, erlebt. Jörn S. hat „ein paar Fragen“ an die Dunja-Hayali-Redaktion gerichtet, die – ebenso wie Antwort des Senders darauf – wir den JAWINA-Lesern nicht vorenthalten wollen. S. schreibt in seiner Mail vom 11.08.: „Bisher war mir Ihre Sendung in folgender Konstellation in Erinnerung: Diskussion von zwei bis drei Themen, zumeist mit je drei Gästen. Hiervon sind Sie am Mittwoch erheblich abgewichen. Zum Ende der Sendung war Herr Andreas Kieling Ihr Gast, ein Tierfilmer und gelernter Berufsjäger. In diesem Beitrag ging es um den sich wieder ansiedelnden Wolf in Deutschland.

Hierzu möchte ich einige Fragen an Sie los werden:

  • Wo waren die sonst üblichen, weiteren Gesprächsgäste, die nicht als „Wolfsfan“ wie Herr Kieling bekannt sind, z. Bsp. Bürgermeister von Gemeinden in Niedersachsen oder Brandenburg, dort, wo Wölfe teilweise schon bei Tageslicht in Orten gesehen wurden?
  • Aus welchem Grund wurde kein Jäger/Jagdfunktionär eingeladen z. Bsp. vom Dt. Jagdverband?
  • Warum war kein Nutztierhalter zu Gast, der trotz staatlich geförderter Schutzmaßnahmen Schafe etc. nachweislich durch Wolfsrisse verloren hat?
  • Warum waren Politiker aus Land und Bund nicht zu Gast?
  • Warum lassen Sie als Journalistin eines seriösen Mediums Begrifflichkeiten zu wie z. Bsp. „Fotofalle“, „Schlaraffenland“ im Zusammenhang mit möglicherweise unzureichenden Sicherungsmaßnahmen eines Landwirtes, Wolfsbegegnungen als „Geschenk“ im Filmgespräch von Herrn Kieling, des Wolfsberaters und der Hundebesitzerin?
  • Warum ermöglichen Sie Herrn Kieling, die Jäger als „Züchter von Rehwild, Rotwild, Schwarzwild“ zu diffamieren?
  • Warum darf Herr Kieling in Ihrer Sendung Werbung für seine ZDFSendung Terra X machen?

Ich würde mich freuen, in dieser Sache von Ihnen persönlich eine Antwort zu bekommen.

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Arsenal-Besitzer startet Outdoor-Kanal

Der amerikanische Unternehmer und Eigentümer des Fußball-Erstligs-Clubs FC Arsenal, Stan Kroenke, hat einen Outdoor-Fernsehkanal gegründet. Abonennten können auf My Outdoor TV (MOTV) tausende von Jagd-, Angel- und Schießsport-Videos sehen. Der monatliche Beitrag dafür beträgt 9,99 US-Dollar, umgerechnet ca. 8,50 Euro, das Jahresabo kostet zirka 85 Euro. Sprecher des Unternehmens verkündeten, MOTV solle das „Netflix der Jagdszene“ werden. Wie businessinsider.de berichtet, schlug dem Unternehmer heftige Kritik für sein neues Projekt entgegen. Tierschützer bezeichneten den Bezahlfernsehsender als „widerwärtige“ und ekelerregende“ Plattform für Trophäenjagd und „Blutsport“. MOTV-Sprecher Simon Barr hielt dem entgegen, dass auf MOTV ausschließlich ethische und faire ( ergo: weidgerechte) Jagd gezeigt werde – und solange das legal sei, werde man es auch tun. SE

Beitragsbild: Startseite von My Outdoor TV (MOTV). (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

„Fakten statt Naturschwärmerei“ – der neue Pfannenstiel

In der Einleitung zu seinem neuen Buch „Heute noch jagen?“ beschreibt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel die von Wald umgebenen Felder in der Nähe des Bauernhofs im Rhein-Main-Gebiet, wo er aufwuchs: „Beschaulichkeit und Stille dort [wurden] vom allgegenwärtigen Jubilieren der Feldlerchen noch betont. Wiesen waren bunt blühende Teppiche mit darüber schwebenden Wolken von Schmetterlingen und anderen Insekten. Lief man durch eine solche Wiese, stand alle paar Meter ein Hase auf, und an den Feldrändern waren immer wieder Rebhuhnketten zu beobachten. […] Heute ist der weitaus größte Teil dieser Flächen zugebaut, und das Dröhnen der Flugzeugturbinen des nahen Flughafens hat das Jubilieren der Lerchen abgelöst. […] Und da stellt sich dann die Frage, ob man in einer solchen Situation überhaupt noch jagen darf.“

Das ist der Ausgangspunkt. Was Hans-Dieter Pfannenstiel am Beispiel jener Wiesen und Felder beschreibt, ist als Befund ja verallgemeinerbar – sowohl in Hinblick auf die tatsächliche Naturzerstörung, als auch auf die daraus abgeleitete Stimmungslage. Wir alle sind einem unablässigen Bombardement mit ökologischen Hiobsbotschaften ausgesetzt: Artensterben, Klimawandel, Abholzung der Regenwälder, Ozonloch, Versauerung der Weltmeere, Erosion, Überbevölkerung uvm. Viele können in ihrer Umgebung beobachten, wie aller schönen Lippenbekenntnisse zum Trotz, immer mehr Flächen versiegelt werden, immer mehr Natur und Kulturlandschaft für neue Autobahnen, Umgehungsstraßen, Wohn- und Gewerbegebiete verschwinden oder mit Windrädern verspargelt werden. Vor diesem Hintergrund erscheint vielen die Bejagung von Wildtieren als Frevel, als Anachronismus und Atavismus, als zusätzliche und unnötige Gefährdung einer bedrohten Natur – und Forderungen nach Käseglocken-Naturschutz und Jagdverboten oder Jagdbeschränkungen aller Art, vom Kürzen des Katalogs jagdbarer Arten bis zu Jagdruhezonen in Nationalparks, als logische Konsequenz.

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FAZ-Redakteur fordert Katzensteuer

„Gewaltiger ökologischer Fußabdruck“

Der FAZ-Redakteur Jörg Albrecht fordert in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Katzensteuer. Er weist auf die durch diverse wissenschaftliche Studien hinlänglich erwiesenen katastrophalen Auswirkungen allzu vieler streunender und verwilderter Hauskatzen hin. Selbst bei vorsichtiger Interpretation der Zahlen fände „dort draußen ein beängstigendes Gemetzel“ statt, schreibt Albrecht. Doch er bietet auch Lösungsvorschläge an, die von einer Chip- und Registrierungspflicht über vorgeschriebene Sterilisation mit Eintritt der Geschlechtsreife bis zur gewagten Idee reichen, „man könnte damit aufhören, den Holocaust zu beschwören, wenn sich ein Tierheim dazu entschließt, überzählige Katzen einzuschläfern.“ Man könne sogar versuchen, wagt der den Shitstorm offenbar nicht fürchtende Journalist anzuregen, „dem Elend der verwilderten Katzen vorzubeugen, indem man die Jägerschaft ohne Anpöbeleien ihrer Aufgabe nachgehen lässt.“ Hört, hört…

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Wir müssen das Spielfeld nicht anderen überlassen

Das Potenzial neuer Medien für die jagdliche Öffentlichkeitsarbeit nutzen – ein Gastbeitrag von Joachim Orbach

Gerade im Zeitalter neuer Technologien und sozialer Netzwerke stellen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit eine große Herausforderung dar. Sie können aber auch zur Chance werden. Aus dieser Erkenntnis widmete sich bereits im Juni 2013 die 51. Internationale Jagdkonferenz. Nach eingehender Diskussion der Referenten kamen die Teilnehmer der einzelnen Jagdverbände aus Deutschland, Lichtenstein, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und Südtirol zu folgenden Erkenntnissen und Feststellungen: „ Die Internationale Jagdkonferenz fordert ihre Mitgliedsverbände auf, verstärkt die Möglichkeiten der neuen Medien – eventuell sogar gemeinsam oder in Absprache, auch mit den Partnern des ländlichen Raumes – zu nutzen und Jagdportale auch auf europäischer Ebene einzurichten und aktiv zu betreuen. Damit können die Bedeutung und Wirkung der Jagd für die Gesellschaft herausgestellt werden. Gleichzeitig müssen Jagdkultur und Tradition gelebt und weiter entwickelt sowie die Kommunikation untereinander verstärkt werden, um die hohe Emotionalität der Jagd für Jäger und Nichtjäger deutlich zu machen und zu erhalten.“

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Wilde Küche – es geht nicht um Fleisch allein

Sören Anders ist ehemaliger Sternekoch und Wildbret-Liebhaber. Das WILD Kochbuch ist im INFO-Verlag erschienen und vereint sein Talent mit einer großen Passion fürs Jagen.

Eine Vorliebe für regionale Küche garniert mit einer guten Portion Enthusiasmus für die Jagd – Sören Anders‘ WILD Kochbuch ist voller Ideen. Es kombiniert traditionelle Kost mit moderner Kochkunst. Persönliche Geschichten oder Schmankerl zu wilder Küche und Jagdwesen tischt der ehemals jüngste Sternekoch Deutschlands dem Leser zwischen Rezeptvorschlägen für Vor- und Hauptspeisen auf. Das Buch eint Einblicke in eine Jagdphilosophie, wo der Genuss von Wild eng mit einer nachhaltigen Gewinnung von heimischen Erzeugnissen verwoben ist.

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Zwei Meisterwerke

Helen Macdonald ‚H is for Hawk‘ und T.H. White ‚The Goshawk‘

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Das hier ist ein phantastisches, großartiges Buch. Helen Macdonalds „H is for Hawk“ (H wie Habicht) gewann renommierte Preise – den Samuel Johnson Prize und den Costa Book Award), eroberte sich Top-Platzierungen auf Bestsellerlisten und erhielt hymnische Rezensionen gleich bündelweise, allein zwei davon in der New York Times: Dwight Garner schrieb, ihr Buch sei so gut, dass es geradezu schmerze, es zu lesen („Her book is so good that, at times, it hurt me to read it“), Vicki Constantine Croke vergleicht Helen Macdonalds Worte mit Federn: So unfassbar schön, dass man ihre erstaunliche Konstruktion darüber kaum bemerkt („… with words that mimic feathers, so impossibly pretty we don’t notice their astonishing engineering.“). Und nichts davon ist übertrieben. Es ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und ich meine nicht Jagdbücher, was ja eine ziemlich drastische Einschränkung wäre. Ich habe H is for Hawk dreimal hintereinander gelesen und mit Anmerkungen und Merkzetteln gespickt – eine Reverenz, die ich den wenigsten Büchern erweise…

Als Trauer und Schmerz nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters ihr den Boden unter den Füßen zu entziehen drohen, wächst in der erfahrenen Falknerin, die bisher umgänglichere Beizvögel bevorzugt hatte, der dringende Wunsch, ja, die Notwendigkeit, zum ersten Mal einen Habicht zu fliegen. Vermutlich die Wirkung der Selbstheilungskräfte einer durch massives Leid gefährdeten Psyche, ein komplizierter seelischer Prozess, für den es die eine rationale Begründung nicht gibt, Gründe aber durchaus. Da sind Erinnerungen an Ausflüge, die die Neunjährige mit ihrem Vater unternahm, um Greifvögel zu beobachten, es gibt Schilderungen der mystisch scheinenden Fähigkeit der Habichte, aus der Welt zu fallen: Über auf einer Beizjagd entflogene Habichte schreibt sie: „It seemed that the hawks couldn’t see us at all, that they’d slipped out of our world entirely and moved into another, wilder world from which humans had been utterly erased.“ (Es schien, als ob die Habichte uns überhaupt nicht sehen könnten, als seien sie unserer Welt entschlüpft und hinübergezogen in eine andere, wildere Welt, aus der der Mensch vollständig herausgelöscht wurde.“). Sie beschreibt, wie ein gefangenes Habichtsweib freigelassen wird und im Nichts verschwindet: „It was as if she’d found a rent in the damp Gloucestershire air and slipped through it. That was the moment I kept replaying, over and over. That was the recurring dream. From then on, the hawk was inevitable.“ („Es war, als ob sie einen Riss in der nasskalten Luft von Gloucestershire gefunden hätte und hindurchgeschlüpft wäre. Das war der Moment, den ich in Gedanken immer und immer wieder abspielte, der wiederkehrende Traum. Von da an war der Habicht unausweichlich.“)

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Petra Ahne: Wölfe

Eine Kurzrezension von JAWINA-Leser JS:

Liebe Redaktion,

wieder ein kleiner Hinweis auf interessante einschlägige Literatur für Ihre schöne Internetseite: „Wölfe – ein Porträt“ von Petra Ahne, (Naturkunden bei Matthes & Seiz, Berlin).

Schon wieder ein Buch über Wölfe – muss das sein?! Muss nicht, aber kann – und wenn es ein so blickreiches Porträt ist, wie es Petra Ahne zeichnet, sogar gerne. Neben dem Wort streitet hier auch das Bild für die Lektüre des Büchleins: Keine beliebigen Wolfsfotos, sondern Stiche, Grafiken, Zeichnungen und Gemälde in feiner Sortierung. Ein von Außen unauffälliges, Innen aber um so gehaltvolleres Vergnügen. Ich habe es mir schon mal gewissermaßen als Vorschuss auf Weihnachten vorab selbst geschenkt und gebe den Tip gerne weiter.JS

JAWINA dankt für die Empfehlung und das Einverständnis zur Veröffentlichung!

Bibliografische Angaben:

Petra Ahne, Judith Schalansky (Hg.)
Wölfe
Ein Portrait

Reihe: Naturkunden
144 Seiten, Hardcover (gebunden)
Illustration: Falk Nordmann

Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95757-333-9
Preis: 18,00 €

Neues vom räudigen Fuchs

Alexander Schwab: Werte, Wandel, Weidgerechtigkeit 2.0 – über die Tierrechtsbewegung und die Jagd

Werte, Wandel, Weidgerechtigkeit 2.0 (WWW 2.0) – Untertitel: Meditationen über den räudigen Fuchs – von Alexander Schwab ist die Fortsetzung des 2011 erschienenen WWW 1.0, das die Auseinandersetzung mit den Ideen der Tierrechtsbewegung aus dem Blickwinkel der Jagd unter folgender Ausgangslage begonnen hatte:

  1. Die Jagd ist in den deutschsprachigen Ländern juristisch gesicherter denn je und dennoch war sie nie so gefährdet wie heute.
  2. Nicht die Jäger allein entscheiden über die Zukunft der Jagd, sondern der gesellschaftliche Konsens über die Rolle des Menschen in der Natur und sein Verhältnis zu den Tieren.
  3. Jagdkritische und jagdfeindliche Kräfte haben in den letzten 50 Jahren in den entscheidenden Bereichen Natur, Umwelt und Ethik die Deutungshoheit erlangt.
  4. Es ist ein schwerwiegender Irrtum, zu glauben, dass von radikalen Gruppen oder Einzelpersonen keine Gefahr ausgeht.
  5. Jäger, Angler und andere Natur- und Tiernutzer sitzen im gleichen Boot. (aus: WWW 2.0, S. 11)

Von dieser grundsätzlichen Einschätzung der Sachlage aus, der viele Jäger zustimmen dürften, unternimmt es Alexander Schwab, sich mit den philosophischen Konzepten der Tierrechtsbewegung auseinanderzusetzen. Den Auftakt liefert ein Gedankenspiel zum Abschuss eines räudigen Fuchses: Ist dieser Tötungsakt statthaft? Hat der Jäger das Recht, sich über das Lebensrecht des Fuchses hinwegzusetzen? Ist er gar dazu verpflichtet, um weiteres Leid durch Ausbreitung der Räude zu verhindern? Oder hat er der Natur unbefugt ins Handwerk gepfuscht? Wie sieht es mit dem Abschuss eines gesunden Fuchses aus? Was zählt die jahrelange Freude des Jägers an der Fuchsdecke gegenüber dem Auslöschen – so schnell und schmerzlos es auch erfolgt sein mag – einer tierischen Existenz?

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Leichen pflastern (s)einen Wald

Werner Schmitz – JAWINA-Lesern als Co-Autor des preisgekrönten Afrika-Buchs „Auf Safari“ bekannt – hat seinen sechsten Krimi geschrieben. Der Autor ist also ein Routinier, und das merkt man auch, denn „Im Wald der toten Jäger“ hat alles, was ein guter Krimi braucht: Eine erkleckliche Anzahl gewaltsam und vorzeitig ins Jenseits beförderter Opfer, ein ganzes Bündel potenzieller Täter mit plausiblem Motiv, eine Prise Sex in Gestalt einiger, in ihrer Unterschiedlichkeit durchaus attraktiver Frauengestalten, die im Leser die Frage provozieren, ob, und wenn ja welche der allein lebende Protagonist am Ende wohl abbekommen wird. Verraten wir natürlich nicht. Man ahnt bis kurz vor Schluss nicht, wer (oder welche) der Verdächtigen es denn jetzt war(en), während im Rückblick alles total plausibel, ja zwingend erscheint, weil man dieser Art von Leuten ja schon immer alles Schlechte zugetraut hat und zutrauen muss. Mental eher schwerfällige Polizisten ermitteln und können heilfroh sein, dass deutlich gewieftere Journalisten ihnen ermittlungstechnisch unter die Arme greifen. Alles so, wie es in einem ordentlichen Krimi sein soll.

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Weinende Wildbiologen

Nicolette Krebitz: Wild – eine Rezension von René Kieselmann

Neu im Kino, der Film „Wild“ von Nicolette Krebitz, in dem es nur vordergründig um die Begegnung mit einem Wolf geht. JAWINA-Leser René Kieselmann hat sich die Premiere angesehen und uns eine kleine Rezension verfasst:

Die Protagonistin Ania (famos: Lilith Stangenberg) wirkt zunächst unscheinbar, verletzlich, gelangweilt, gehemmt – sie arbeitet als IT-Spezialistin in einer Werbeagentur, in deren Kollegium sie sich nicht so recht einfügt. Das langweilige Leben in einer Plattenbausiedlung in Halle erfährt eine Zäsur, als Ania im Stadtpark einen Wolf erblickt – der Wendepunkt des Films. Von dieser Begegnung gefangen, verabschiedet sie sich nach und nach von sozialen Normen, lässt sich vom Instinkt treiben, kehrt zurück zum Ursprung. Aus Faszination wird Besessenheit.

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Neue DJV-Broschüre: Wer´s wild mag, bleibt ruhig

Die ersten jungen Wildschweine erkunden bereits den Wald, während der Nachwuchs von Reh, Hase und Stockente noch auf sich warten lässt. Oftmals liegt die Kinderstube vieler Wildtiere unentdeckt an viel genutzten Wanderrouten und in unmittelbarer Nähe zu Siedlungen. Erst freilaufende Hunde, die durch das Dickicht stöbern oder Erholungsuchende fernab von Wanderwegen verursachen großen Stress bei Nachwuchs und Elterntieren gleichermaßen. Deshalb gilt in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli: bitte auf den Wegen bleiben. Darauf weist der Deutsche Jagdverband (DJV) hin und stellt eine Broschüre mit Verhaltenstipps vor.

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LJVB wehrt sich gegen tendenziöse Berichterstattung im RBB

Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) kritisierte die einseitige Darstellung des am 19.02. gesendeten Beitrags „Zuviel Wild im Wald: Schießen Brandenburgs Jäger zu schlecht?“ Der RBB gestand daraufhin Versäumnisse ein und sagte zeitnah eine ausgewogene Berichterstattung zu, wie der LJVB in einer Pressemitteilung erkärt. Demnach wurden in den Abendsendungen „rbb aktuell“ und „zibb“ des Rundfunk Berlin Brandenburg am 19.02.2016 in dem Beitrag „Zuviel Wild im Wald: Schießen Brandenburgs Jäger zu schlecht?“ schwere Vorwürfe gegen die Brandenburger Jägerschaft erhoben. Tenor: Die Jäger schießen zu wenig und zu schlecht, deshalb könne der Wald nicht wachsen. Die Vorwürfe, auf die sich die Sendung stützt, werden vom Ökologischen Jagdverein erhoben. Hierbei handelt es sich um eine kleine Lobbyorganisation von rund 80 Mitgliedern, die den radikalen Abschuss von Rehen und Hirschen fordert und sich vor allem aus Waldbesitzern und Förstern zusammensetzt. Als Verstärker der Attacke wurde Helmut Brücher vom BUND eine Bühne geboten, der in der Vergangenheit immer wieder durch jagdfeindliche Äußerungen auffiel.

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Empfehlung & Terminhinweis: „Der Grenzbock“ am 4.2. in Luckenwalde

Am 4.2. ist Kinostart des Dokumentarfilms „Der Grenzbock“. Die Uraufführung findet am

Donnerstag, den 4.2.2016

um 18 Uhr im

Union-Theater in

Luckenwalde, Am Nuthefließ 6

statt. 

Anwesend sind bei der Uraufführung der Regisseur Hendrik Löbbert und die drei Hauptprotagonisten: Hubertus Meckelmann, Hans-Dieter Pfannenstiel und Robert Hinz.

Worum geht es?

„Ein letztes Mal lässt Hubertus Meckelmann zur großen Drückjagd in der Wildnis blasen. Im Kerngebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes soll bald gar nicht mehr gejagt werden. Für die Reviere außen herum ist das eine Zumutung. Denn die mühsam begrenzten Populationen von Rot-, Dam- und Schwarzwild werden dadurch völlig durcheinander geworfen. Daran ändert auch die Rückkehr vom Wolf nichts – und der hat aus Sicht der meisten Jäger in Brandenburg sowieso nichts verloren. GRENZBOCK begleitet drei Jäger durch ihre Wälder und lässt in langen, ruhigen Einstellungen die Weltbilder durchschimmern, die sich hinter Jägerlatein und Lodenmantel verstecken.“ (Text aus dem Flyer zum Grenzbock)

Mehr Informationen, Hintergründe und Interviews auf der Internetseite zum Film „Der Grenzbock.

Beitragsbild: Bildschirmfoto der Internetseite www.grenzbock.de

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit verlinken!

Ein Gastbeitrag von Joachim Orbach

Gerade im Zeitalter neuer Technologien und sozialer Netzwerke stellen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit eine große Herausforderung dar. Sie können aber auch zur Chance werden. Aus dieser Erkenntnis heraus widmete sich   bereits am 20.-22- Juni 2013 die 51. Internationale Jagdkonferenz  (IJK) in Gargellen, welche auf Einladung der Vorarlberger Jägerschaft dort  statt  fand. Die IJK forderte dort u.a. ihre Mitgliedsverbände auf, verstärkt die Möglichkeiten der neuen Medien – eventuell sogar gemeinsam oder in enger Absprache, auch mit den Partnern des ländlichen  Raumes – zu nutzen und Jagdportale auch auf europäischer Ebene einzurichten und aktiv zu betreuen.

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Jagd vorbei in Hessen?

Andreas Mohr ist engagierter Pächter eines Niederwildreviers im hessischen Wetteraukreis. Zusammen mit seinen Mitstreitern hat er den ehemaligen Braunkohleabbau in ein Niederwildparadies verwandelt. Etliche bedrohte Arten vom Feldhasen bis zum Rebhuhn fühlen sich dort wohl. Auf eine Bejagung verzichtet Mohr wegen des spärlichen Besatzes weitgehend. Doch die pseudo-ökologische Jagdgesetzgebung der grünen Landesregierung wird privates Engagement dieser Art wohl zum Erliegen bringen: Die populistischen Einschränkungen z.B. bei der Fuchsbejagung werden dem Niederwild den Garaus bereiten, fürchtet Mohr, der ein Ingenieurbüro für Umweltschutz betreibt und folglich weiß, wovon er spricht. (Vermutlich sehr viel besser, als viele Grüne.) Und wer wolle schon ein Revier pachten, in dem es nichts mehr zu jagen gebe?, fragt Mohr. „Maßlos enttäuscht“ sei er von der Landesregierung, sagt der Jagdpächter in der FAZ, für deren Beitrag „Ende der Jagd“ von Sven Ebbing wir hiermit eine nachdrückliche Leseempfehlung aussprechen. „Die Schuld“, so heißt es in dem Beitrag, „sieht Mohr in erster Linie bei den Grünen, die zu dirigistisch dächten und deren Ideen realitätsfern seien.“ Wer hätte das gedacht? SE

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Ihm bleibt ein Vierteljahr zu leben…

Jawina-Autor Robert Saemann-Ischenko, Verfasser der beliebten Willi-Kolumne, hat einen spannenden Thriller geschrieben, in dem es auch um Jagd geht. Eine gute Idee für den jagdlichen Weihnachts-Gabentisch, finden wir…

Er erinnerte sich an den Moment, da ihm aufgefallen war, dass Jäger ganz offiziell nach Weißrußland einreisen durften; auch in diese Gegend, die der Wisentjäger Lukaschenko jeden Herbst besuchte. Und das samt vertrautem Gewehr und mit eigener Munition. Diese Erkenntnis hatte ihn elektrisiert; nach und nach hatte er in seinem Kopf lose Enden dazu verknüpft, bis schließlich sein Plan vollständig gewesen war. Er hatte ihn umgesetzt. Sich in einen Jäger verwandelt. Kein Gesetz gebrochen. Alles in seinem Kopf gelassen, keine Spuren hinterlassen. Niemand ahnte, dass es ihn gab und was er vorhatte.

Schön, dass alte Männer als harmlos galten. Wie hatte der Historiker Alexander Demandt in seinem Buch „Das Attentat in der Geschichte“ geschrieben? „Alte Männer begegnen uns unter den Attentätern nicht; Verwegenheit legt sich mit den Jahren.“
Dieser Theoretiker. Idealismus war keine Frage der Jahre, und die Verwegenheit wurde oft nur leiser. Einer wie er mußte nicht mal sein Leben aufs Spiel setzen, weil es sozusagen keines mehr in ihm gab.                        (Aus „So ich dir“)

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Zwangsgebührenfinanzierter Dreck

Wissenschaftssendung Quarks & Co berichtet über die Jagd – „mangelhaft und polemisch“ befindet der Deutsche Jagdverband (DJV) und ruft zu Kritik auf.

Vor Kurzem stellten die Macher der WDR-Fernsehsendung Quarks & Co die Frage „Brauchen wir noch Jäger?“ und präsentierten acht Filme, die Moderator Ranga Yogeshwar kommentierte. Der Deutsche Jagdverband hat die Sendung analysiert, die acht gröbsten inhaltlichen Fehler gegenüber der Redaktion bemängelt und eine Richtigstellung eingefordert. Besonders kritisch sieht der Dachverband der Jäger die teilweise tendenziöse Moderation, die einer seriösen Wissenschaftssendung nicht gerecht wird.

Der DJV hat im Vorfeld die Redaktion von Quarks & Co bei der Recherche unterstützt und umfangreiches Infomaterial zur Verfügung gestellt. Unter anderem auch zum Wandel in der Agrarlandschaft, der anpassungsfähige Arten wie Wildschweine begünstigt. Dadurch steigen die Gefahr von Schäden in Feldern und das Seuchenrisiko – zwei elementare Gründe für die Jagd. Der Wandel in der Kulturlandschaft sei aber kein Thema, wenn es um die Frage gehe „Brauchen wir noch Jäger?“, so die ablehnende Haltung der Redaktion. PM DJV

Prädikat „mangelhaft“, resümiert der DJV und ruft zur sachlichen Kritik per E-Mail auf: redaktion.quarks@wdr.de

Beitragsbild: Titelbilder der Quarks & Co-Sendung: Brauchen wir noch Jäger?
(Quelle: www1.wdr.de)

Peinliche Entgleisung

In einem „Offenen Brief“ greift Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller den Journalisten Stefan Aust für eine kritische Reportage zum Thema Wolf scharf und auf empörend persönliche und aggressive Weise an – ein unerträglicher Einschüchterungsversuch.

Es hat 15 Jahre gedauert, bis ein Beitrag in den Mainstream-Medien erscheinen konnte, der sich kritisch mit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland auseinandersetzt: In der Tageszeitung „Die Welt“ warnen Stefan Aust und Detlev Konnerth, dass „unser Umgang mit den Wölfen extrem gefährlich ist.“ Der Artikel ist lesenswert, auch wenn er nicht viel enthält, was etwa dem aufmerksamen Jawina-Leser neu wäre. Aber was in den Jagdmedien steht, lässt sich halt sehr bequem ignorieren, totschweigen, diskreditieren: Die blöden Jäger wollen die Wölfe ja bloß abknallen, damit sie noch mehr Hirsche und Rehböcke schießen können… Dass jetzt so langsam auch die allgemeinen Medien die verbreitete Wolfs-Euphorie zugunsten einer ausgewogenen Berichterstattung hinter sich lassen, passt dem Nabu offenbar gar nicht. Und wenn Aust in der Welt dann auch noch die lukrative „Wolfsindustrie“ auf- und angreift, ist der Lebensnerv der Spendensammler getroffen.

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Der Wolf und die Diskussionskultur

Ein Beitrag von Frank Martini

 Es scheint sich etwas zu bewegen in der Medienberichterstattung zum Thema Wolf. In den allgemeinen Publikumsmedien – sofern nicht von aktuellen Wolfsrissen getrieben – war das Tier bislang eher von einem positiven Tenor begleitet.

Das scheint sich allmählich zu drehen. Jüngstes Beispiel:  Mit einer Reportage von Reinhold Beckmann hat sich die ARD am Montag, den 07. September um 21.45 Uhr eine dreiviertel Stunde kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt, was sich bereits im Sendungstitel „Die Angst vor den Wölfen – wieviel Wildnis vertragen wir?“ niederschlug.

In dem sehenswerten Stück, dass derzeit noch in der Mediathek verfügbar ist, werden alle erdenklichen Aspekte beleuchtet. Neben betroffenen Schäfern und Landwirten kommen u. a. auch Jäger, darunter auch ein für einen Wolfsabschuss vorbestrafter, Angehörige eines wegen eines Wolfsbesuchs verunsicherten Waldkindergartens, einfache Bürger, Wolfsberater, selbst Minister und viele andere sowie selbstredend gleich zu Beginn des Beitrags die Tierpathologen des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung IZW zu Wort. Ihnen wird gleich zu Beginn schon im Beitragsvorspann ein Wolfskadaver zur Obduktion angeliefert, hautnah ist Beckmann mit seinem Kamerateam dabei.

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„Wolfshasser sind Rechtspopulisten und Pegida-Anhänger“

Über etliche Themen scheint hierzulande keine sachliche Diskussion möglich zu sein – ein Beitrag im Berliner Lokalblatt „Der Tagesspiegel“ zeigt, warum das so ist – und wie Medien dazu beitragen. In ihrem Beitrag „Der Wolf – die lebende Legende“ demonstriert die Autorin in mustergültiger Weise, wie man Meinungen abseits des Mainstream diskreditiert und Andersdenkende diffamiert. Es fängt damit an, dass Viehzüchter und Jäger umstandslos zu den „Gegnern unter denen, die sich zum umstrittensten Wildtier des Landes äußern“ erklärt werden, was so undifferenziert und in dieser Zuspitzung zwar nicht zutrifft – diverse Äußerungen von Jägern und sogar von von Wolfsrissen betroffenen Viehzüchtern auf dieser Seite beweisen das – aber zuviel Differenzierung verstehen und schätzen die Leser bekanntlich ohnehin nicht.

Es geht damit weiter, dass ungenannte Wolfsexperten sich über furchtsame Radfahrer, die sich mit Pfefferspray vor Wölfen schützen wollen, lustig machen dürfen: „Quatsch“ sei das, man könne „sich nur wundern über so wenig Wissen, so viel Unsicherheit.“ Kapiert? Wer sich vor Wölfen fürchtet, ist ein bisschen minderbemittelt, bildungsfernen Schichten entstammend. Über viele Absätze dürfen Wolfsfreunde und angebliche Wolfsexperten ihr vermeintliches Expertenwissen darlegen: Eine Tierparkmitarbeiterin füttert barfuß Wölfe, Markus Bathen referiert „mit der nimmermüden Geduld des Volksaufklärerers“ seine (!!) Fakten. Denn: „Wenn einer weiß, ob der Mensch Angst haben muss vor jenem Raubtier, dessen Population beständig wächst, dann wohl er.“ Warum eigentlich? Weil er beim Nabu ist? Oder weil er Förster ist?

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„Von Furcht weiß ich nichts“

Warum in den Märchen der Brüder Grimm Jäger als harte Burschen voller Mitgefühl gezeichnet werden – ein Text von Robert Saemann-Ischenko.

Teil 1

Von fast allem, was sich über die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm sagen läßt, trifft auch das Gegenteil zu. Sie huldigen der Tugendhaftigkeit und der Kernfamilie, die Märchen – bersten aber immer noch vor Lebens- und sonstiger Lust. Manche spielen in einer rein literarischen Mittelalterkulisse, andere schildern mit fast schon soziologischer Genauigkeit das bäuerliche Deutschland des 17. und 18. Jahrhunderts („Das Heiraten ist eine Freude und ist auch eine Qual“, heißt’s so schön in „Die drei Männlein im Walde“). Im Wald der Märchen wollen einerseits immerzu Räuber, Tiere und Hexen dem Menschen ans Leben, doch findet er genau und nur dort auch Schutz und Beschützer. Ein Berufsstand allerdings kommt bei den Grimms durchweg und fast ausnahmslos positiv weg, und das sind die Jäger.

Aus einem historischen Einzugsbereich von über 500 Jahren stammen die Märchen, die Jacob und Wilhelm Grimm zusammengestellt haben. Schwänke finden sich darin ebenso wie mündlich überlieferte Volksmärchen, von Schriftstellern verfaßte Kunstmärchen, Legenden, Ursprungsgeschichten. Eine kleine statistische Auswertung ergibt, dass in 211 Märchen der Grimms Jagd/Jagen/Jäger 31mal erwähnt wird, also in jedem siebten. Und zwar spielt die Jagd naturgemäß in den volkstümlichen Schwänken keine Rolle – eine um so größere aber in den Märchen mit mittelalterlichem Kolorit.

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Rabauken-Journaille will weiter ungestraft gegen Jäger hetzen

Ein Kommentar.

Ein Redakteur des Nordkuriers hat einen Jäger, der ein totes Reh an der Anhängerkupplung seines PKW über eine Bundesstraße schleifte, als „Rabauken-Jäger“ bezeichnet und ist dafür vom Amtsgericht Pasewalk wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt worden. So weit der Sachverhalt. Nun springen diverse Medien, darunter Qualitätszeitungen wie die FAZ, dem gemaßregelten Redakteur bei, als wäre diesem mit der Verurteilung ein entsetzliches Unrecht geschehen, lautstark beklagen sie Willkürjustiz und wähnen das Ende der Pressefreiheit gekommen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zieht den Vorgang in einer Pressemitteilung ins Lächerliche, wenn er schreibt, „man könnte meinen, im Amtsgerichtsbezirk Pasewalk näherten die Menschen einander nur in formvollendeter Hochachtung, machten bei der Begrüßung Diener und Knicks.“ Zugegeben: Auch ich habe im Verlauf meiner Adoleszenz, die mich zielstrebig die übelst beleumundeten Quartiere Berlins aufsuchen ließ, mitunter schlimmere Schimpfworte als „Rabauke“ gehört. Doch darum geht es nicht.

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Jawina wird berühmt…

„In seinem Jagdblog „JAWINA“, den Stephan Elison seit März 2013 betreibt, vereint der Journalist gut recherchierte Geschichten mit spannenden Interviews, kulinarischen Tipps und unterhaltsamen Kolumnen“, schreibt die freie Journalistin Anna Lena Kaufmann (die sich auch schon als Jawina-Autorin betätigt hat) in ihrem Beitrag „Lesenswertes in der Nische: Jagdblogs“. Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe von wm-intern, dem  „Business-Magazin für Jagd, Outdoor, Messer Schießsport und Security“ und der Mai-Ausgabe des „Jägers in Schleswig-Holstein“, der Mitgliederzeitschrift des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein mit einer Auflage von gut 17.000 Stück erschienen. Auf der verlinkten Seite des LJV SH kann die Mai-Ausgabe als PDF heruntergeladen werden. Weiter heißt es dort: „Auch vor jagdpolitischen Themen, Recht und Wissenschaft macht der Brandenburger keinen Halt. Darüber hinaus sorgen zuweilen Gastautoren für frischen und zusätzlichen Content.“

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Jagd und Medien: Juchhe, ein Klischee!

Neulich unterhielt ich mich mit einem Journalisten-Kollegen, der für ein Berliner Revolverblatt als Lokalreporter unterwegs ist. Seine Job Description sieht ungefähr so aus: Polizeifunk abhören, vor der Rettungswache rumlungern und bei einem vielversprechendem Vorfall den Einsatzkräften hinterherbrettern, um möglichst als erster am Ort des Geschehens zu sein. Am Tat- oder Unfallort angelangt gilt es dann, sich mit Edelstahlellenbogen durch die Horden der Gaffer und Retter zu drängen (man ist nämlich nie als erster da), um schöne scharfe Farbfotos von geschockten Zeugen, blutüberströmten Opfern und rauchenden Wracks zu machen und dabei möglichst noch ein paar O-Töne einzufangen. Wobei es zunehmend zum Problem wird, dass die Gaffer die Bilder und Filmchen von ihren Smartphones dann schon längst ins Netz geladen haben.

Der Kollege erzählte von einem Unfall, den er letztens im Rahmen seiner beruflichen Pflichten dokumentiert hat: Manta-Manni war mit seiner Breiter-härter-tiefer-Karre im tiefsten Wedding unterwegs, hatte die die Wirkung von ein paar Bierchen auf seine Reaktionsfähigkeit unter-, die Straßenlage seines Opels überschätzt, und war infolgedessen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Betonpoller gerast. Die Kiste überschlug sich und blieb übelst zerknautscht mit dem hilflos eingequetschten Manta-Manni darin auf dem Dach liegen. Die Feuerwehr schnitt ein Loch in die Tür, zerrte den blutüberströmten Typen heraus, worauf der sagte: „Alles klar Jungs, ich bin okay!“ Köstlich, fanden der Kollege und ich, da weiß man gleich, welchen Fernsehsender der guckt. „Aber das ist ja so klischeemäßig, das kann man ja nicht schreiben.“, sagte der Kollege.

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„Auf Safari“ erhält CIC-Literaturpreis

Auf der 62. Generalversammlung in Bulgarien hat der Internationale Rat für die Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) seinen Literaturpreis für 2015 an Rolf D. Baldus und Werner Schmitz verliehen. Ausgezeichnet wurden die beiden Herausgeber für ihr im Kosmos-Verlag erschienenes Buch „Auf Safari – Legendäre Afrikajäger von Alvensleben bis Zwilling“. CIC-Präsident Bernard Lozé: „Auf Safari ist ein unterhaltsames und informatives Buch, gründlich recherchiert und daher nicht unkritisch. Ein Meilenstein der internationalen Jagdliteratur.“

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Auf Safari – zwischen unendlicher Wildnis und bedrohter Natur

Natürlich könnte man fragen, warum uns heute noch irgendwelche Leute interessieren sollten, die vor Jahrzehnten irgendwelche Tiere in Afrika totgeschossen haben. Der von Rolf Baldus (der Jawina-Lesern nicht unbekannt ist) und Werner Schmitz herausgegebene Band „Auf Safari“ beantwortet diese Frage auf sehr überzeugende Weise. Die in dem Buch versammelten Biografien „legendärer Afrikajäger“ sind nicht nur etwas für passionierte Afrikajäger, eignen sich nicht nur als Geschenkband für jemand, der gerade seine erste Safari gebucht hat. Das liegt zum einen daran, dass die Lebensbeschreibungen in dem Band durchweg weitaus besser geschrieben sind, als man es von der üblichen Jagdliteratur gewohnt ist. Zum anderen sind die Biografien bei allem Verständnis für die Denke der Zeitgenossen nicht geschönt, so dass zum Beispiel ein Carl Rehfus alias Oberländer (genau, der mit dem Apportierbock) als das erscheint, was er war: Ein übler Aasjäger und widerwärtiger Rassist. Einen weiteren guten Grund liefert das Sujet selbst – über die in dem Band proträtierten Abenteurer sagt Werner Schmitz in dem als Vorwort dienenden Vorgespräch: „Die trieben sich in den entlegensten Ecken herum, soffen Whisky, schwängerten Häuptlingstöchter und finanzierten ihren exzentrischen Lebensstil mit Elfenbein. Wilde Typen, wie sie heute nicht mehr hergestellt werden.“ Da liest sich eine nüchterne Lebensbeschreibung wie ein Abenteuerroman.

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Das Buch zur Sau

Jawina-Lesern ist Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel als kein Blatt vor den Mund nehmender Autor von Beiträgen und Kommentaren bekannt. Jetzt hat Prof. Pfannenstiel ein Buch über seine Lieblingswildart geschrieben: Das Schwarzwild. Der Untertitel des Werks: „Biologie und Bejagung – ein Leitfaden für die Praxis“, bringt ziemlich gut auf den Punkt, worum es in dem Buch geht: Hier wird anschaulich und verständlich, aber fundiert und auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die Biologie der Sauen geschildert. Dabei kommt der jagdliche Bezug in keinem Kapitel zu kurz.

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