Ausbildung

„Fakten statt Naturschwärmerei“ – der neue Pfannenstiel

In der Einleitung zu seinem neuen Buch „Heute noch jagen?“ beschreibt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel die von Wald umgebenen Felder in der Nähe des Bauernhofs im Rhein-Main-Gebiet, wo er aufwuchs: „Beschaulichkeit und Stille dort [wurden] vom allgegenwärtigen Jubilieren der Feldlerchen noch betont. Wiesen waren bunt blühende Teppiche mit darüber schwebenden Wolken von Schmetterlingen und anderen Insekten. Lief man durch eine solche Wiese, stand alle paar Meter ein Hase auf, und an den Feldrändern waren immer wieder Rebhuhnketten zu beobachten. […] Heute ist der weitaus größte Teil dieser Flächen zugebaut, und das Dröhnen der Flugzeugturbinen des nahen Flughafens hat das Jubilieren der Lerchen abgelöst. […] Und da stellt sich dann die Frage, ob man in einer solchen Situation überhaupt noch jagen darf.“

Das ist der Ausgangspunkt. Was Hans-Dieter Pfannenstiel am Beispiel jener Wiesen und Felder beschreibt, ist als Befund ja verallgemeinerbar – sowohl in Hinblick auf die tatsächliche Naturzerstörung, als auch auf die daraus abgeleitete Stimmungslage. Wir alle sind einem unablässigen Bombardement mit ökologischen Hiobsbotschaften ausgesetzt: Artensterben, Klimawandel, Abholzung der Regenwälder, Ozonloch, Versauerung der Weltmeere, Erosion, Überbevölkerung uvm. Viele können in ihrer Umgebung beobachten, wie aller schönen Lippenbekenntnisse zum Trotz, immer mehr Flächen versiegelt werden, immer mehr Natur und Kulturlandschaft für neue Autobahnen, Umgehungsstraßen, Wohn- und Gewerbegebiete verschwinden oder mit Windrädern verspargelt werden. Vor diesem Hintergrund erscheint vielen die Bejagung von Wildtieren als Frevel, als Anachronismus und Atavismus, als zusätzliche und unnötige Gefährdung einer bedrohten Natur – und Forderungen nach Käseglocken-Naturschutz und Jagdverboten oder Jagdbeschränkungen aller Art, vom Kürzen des Katalogs jagdbarer Arten bis zu Jagdruhezonen in Nationalparks, als logische Konsequenz.

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Sensation: Frau baut Leiter

Eine Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbands (DJV) erreicht soeben die JAWINA-Redaktion, die Überschrift lautet: „Ausgerechnet eine Frau baut die beste Leiter“. Da haben wir uns gedacht, für alle Leser, die auch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stehen geblieben sind, modifizieren wir die Hammer-Headline noch ein wenig. Jetzt passt es.

Das Interview mit der Revierjagdmeisterin Anja Blank ist aber trotz bescheuerter Headline ganz okay:

Seit Anfang der 1980er Jahre führt der DJV in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Berufsjäger (BDB) und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen alle zwei Jahre die Meisterlehrgänge der Berufsjäger durch. Dieses Jahr hat Anja Blank als eine der wenigen Frauen in diesem Beruf erfolgreich die Meisterprüfung abgelegt. Unter den 1000 Berufsjägern liegt die Frauenquote bei gerade einmal 1,3 Prozent.

DJV: Frau Blank, wir gratulieren noch mal ganz herzlich zur erfolgreich bestandenen Meisterprüfung. Wie kam es, dass Sie sich in die Männerdomäne der Berufsjäger gewagt haben?

Anja Blank: Ganz ehrliche Antwort? Weil Frauen einfach die besseren Jäger sind (lacht). Nein, Quatsch! Für den Beruf muss man geboren sein, muss Spaß an der Arbeit haben und vielseitig interessiert sein. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Außerdem fühle ich mich in dieser Männerwelt ganz wohl. Vielleicht bin ich da anders als andere Frauen.

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DJV: Jäger halten sich fit für die Jagd

Eine repräsentative DJV-Befragung zeigt: Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte jährlich dreimal und mehr. Auch sonst bilden sich Waidfrauen und -männer aktiv fort. Knapp 27.000 Verbandsmitglieder haben im vergangenen Jahr allein an Fachveranstaltungen und Schulungen der Landesjagdverbände und des DJV teilgenommen. Darunter zahlreiche Multiplikatoren.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute weitere Daten aus der aktuellen Jäger-Umfrage veröffentlicht. Demnach trainiert jeder Jäger durchschnittlich etwa siebenmal jährlich mit seiner Waffe. Neun von zehn Jägerinnen und Jägern gehen dafür regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte dreimal und mehr. Dort werden beispielsweise anhand von Videosequenzen Situationen für die herbstlichen Bewegungsjagden geübt sowie Schüsse im Stehen oder Sitzen auf Scheiben mit den Umrissen jagdbarer Tierarten. Die Wertung der Schüsse orientiert sich an den inneren Organen: Höchste Punktzahl gibt es, wenn die Region um Herz oder Lunge getroffen wird. „Für den Tierschutz ist das regelmäßige Schießtraining entscheidend. Optimale Treffer müssen immer unser Anspruch als Jäger sein“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann.

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Unter Aufsicht

Immer öfter verlangen Schießstände von Schützen die Befähigung zur Standaufsicht: Warum ist das so, wie wird man Standaufsicht und welche Konsequenzen bringt dieses „Amt“ mit sich?

 „Na, dann schießt mal schön !“ – mit diesen Worten verabschiedet sich die Standaufsicht, um im Casino in Ruhe das eine oder andere Bierchen zu trinken. Ein Szenario, das manchem vertraut vorkommen mag, doch Vorsicht: „Standaufsichten, die ihre Aufgabe derart lax handhaben, wissen gar nicht, was sie riskieren“, mahnt der ehemalige DEVA-Geschäftsführer Helmut Kinsky: „Die stehen mit einem Bein in der Ecke.“ Eshandle sich bei der Aufsichtspflicht um unerlässliche gesetzliche Vorgaben, die einzuhalten seien. „Dass der Betreiber irgendeinen benennt, der dann fünf Schießstände gleichzeitig beaufsichtigt – das geht gar nicht“, kritisiert Kinsky.

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Praxis: Gut abschneiden

Zerwirken lernen beim Profi – wieso ein Brandenburger Wildhändler Jägern die Geheimnisse seiner Zunft verrät.

Manche Kollegen haben wenig Verständnis dafür, dass Wildhändler Jürgen Griebsch aus Bardenitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) (Jung-)Jägern in vom LJV Brandenburg veranstalteten Kursen zeigt, wie professionelle Wildverarbeitung funktioniert: „Du züchtest doch deine eigene Konkurrenz heran“, unken sie. Doch Griebsch will Wildbret in Top-Qualität liefern – und ist darauf angewiesen, dass die Jäger, seine Lieferanten, ihren Job gut machen.

Jürgen Griebsch vom Wildzerlegebetrieb Griebsch & Griebsch GbR in Bardenitz (Potsdam-Mittelmark)

Dass es handwerkliche Defizite gibt, weiß jeder, der sich die versorgten Stücke auf einem Streckenplatz ansieht. Bei einigen hapert es auch an der Einstellung zum Lebensmittel Wildbret: „Wenn ich mal einen rauschigen Keiler ablehne und bei Gelegenheit frage, was aus dem geworden ist, höre ich: Den habe ich noch prima verkauft. Aber wenn Sie den jungen Leuten andrehen, die zum ersten Mal Wild gekauft haben und das Fleisch stinkt in der Pfanne, dann kaufen die nie wieder was“, gibt der Wildhändler zu bedenken und rät: „Machen Sie es nicht – wir vergraulen unsere Kunden.“ Im Zweifel entscheidet in solchen Fällen die Kochprobe: Ein Stück Fleisch kochen, den Deckel des Topfs lüften – die Gerüche geben zuverlässig Auskunft, ob das Stück verwertbar ist.

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