Bremen: Umweltressort ernennt Nabu-„Wolfsbotschafterin“ zur Wolfsberaterin

Der Bremer Senat liefert ein weiteres Beispiel für die ungute Verquickung von rot-grüner Naturschutzpolitik mit den Interessen und dem Personal spendensammelnder Naturschutzverbände: Das Bremer Umweltressort hat eine aktive Mitarbeiterin des Nabu und Nabu-Wolfsbotschafterin zur offiziellen Wolfsberaterin ernannt. Das teilt der Bremer Senat in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es: „Das Bremer Umweltressort hat zwei Wolfsberaterinnen für das Land Bremen eingesetzt. Dr. Sonja Herrmann und Annette Siegert sind mit dieser ehrenamtlichen Bestellung berechtigt und verpflichtet, das Umweltressort als Oberste und Untere Naturschutzbehörde sowie den Bremerhavener Magistrat als Untere Naturschutzbehörde bei Wolfssichtungen oder Wolfsrissen zu unterstützen. Sie werden Dokumentationen vor Ort vornehmen. Zudem sollen sie Landwirte beraten, falls es zu einem Wolfsriss kommt oder wie Nutztiere gegen Wölfe geschützt werden können. Bei einem Wolfsriss sollen zudem DNA-Proben zur genetischen Untersuchung entnommen werden. Dabei kann sicher festgestellt werden, ob ein Wolf oder ein anderes Tier Verursacher war. Außerdem kann geklärt werden, aus welchem Rudel ein Wolf stammt.“

Dr. Sonja Herrmann ist Tierärztin und war bis zur Schließung in einem Bremer Schlachthof im Veterinärdienst beschäftigt. Als Spezialistin für Großtiere ist sie im Umgang mit Nutztieren erfahren, heißt es weiter in der Mitteilung des Bremer Umweltressorts: Annette Siegert ist Mitarbeiterin beim Naturschutzbund Bremen (Nabu) und dort in der Umweltbildung und als Wolfsbotschafterin tätig. Sie beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit dem Thema „Wolf“. Auf der Internetseite des Nabu Bremen ist über Frau Siegert desweiteren zu erfahren, dass die Diplom-Geologin „eine große Tierfreundin und Hundebesitzerin“ sei und daher „folgerichtig“ die Bremer Wolfsbotschafterin des Nabu sei.  Außerdem „bastelt und upcycelt“ sie „liebend gerne“ – eine wirklich überzeugende Qualifikation für eine offizielle Wolfsberaterin des Bremer Senats. Oder? PM/SE

Beitragsbild: PM zur Ernennung der Wolfsberaterinnen auf der Internetseite des Bremer Umweltressorts (Screenshot).

3 Gedanken zu „Bremen: Umweltressort ernennt Nabu-„Wolfsbotschafterin“ zur Wolfsberaterin

  1. Kr.-Itisch

    Wenn wir weiterhin „den Bock zum Gärtner machen“ und alles durch die rosarote Brille sehen, wird es auch hier irgendwann eskalieren.
    Die Stadt Bremen (ohnehin pleite) leistet sich zwei Wolfsberaterinnen, warum dann nicht einen davon, der nicht aus dem Streichelzoo-alles wird gut-Tierschutzlager kommt.

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  2. MH

    Von einer beratenden über eine unterstützende hin zu einer weisenden Funktion. Noch geht die Saat der NGOs an manchen Orten auf. Aber je mehr sich die Vorfälle häufen, desto weniger läßt sich unter den Teppich kehren, was uns tatsächlich blüht durch diesen Rückkehrer. Oder glaubt noch jemand an so viele unbemerkt gebliebene wildernde Hunde in Schäferhundgröße?

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  3. Jens Schnell

    Der failed Stadtstaat Bremen agiert doch nur konsequent. Im Grunde kann man diesen roten Witz im Norden, eigentlich schon zur 3. Welt zählen.

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