Brandenburger Wolfsverordnung: „Ein bürokratisches Monster, vollkommen praxisuntauglich und ein absoluter Witz“

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – ursprünglich erschienen als Leserkommentar zum JAWINA-Beitrag über einen neuerlichen Wolfsriss in Brandenburg.

Lieber Herr Hoffmann,

wer wird denn wegen der paar Schafe gleich weinen? Unser Minister Vogelsänger wird es mit seiner in Vorbereitung befindlichen Verordnung schaffen, Ihr Problem zu lösen, oder? Sie müssten vor einer „Entnahme“ aber schon sicher sein, dass es tatsächlich immer derselbe Wolf war, der nach Ihren Schafen geschaut hat.  Und haben Sie denn auch mehrmals versucht, Isegrim zu vergrämen? Nein? Dann wird Ihnen Herr Vogelsänger auch nicht helfen können.

Die sterblichen Überreste 16 Schafe, die bei dem Wolfsriss in der Nacht zum Mittwoch getötet wurden. Fotos: privat

Die Verordnung ist ein bürokratisches Monster, vollkommen praxisuntauglich und ein absoluter Witz. Sie wird nicht zur „Entnahme“ auch nur eines einzigen Wolfs führen.

Die Penetranz, mit der uns von Regierungsseite in den Ländern und im Bund erklärt wird, der Wolf sei eine gefährdete oder gar vom Aussterben bedrohte  Art, sucht ihresgleichen. Das Gegenteil ist richtig. In Nordeurasien und Nordamerika gibt es und gab es immer großflächige Wolfshabitate mit Populationen in extrem günstigem Erhaltungszustand.

Weshalb Arten überall, auch in unserer Kulturlandschaft mit hoher Menschen- , Siedlungs- und Verkehrswegedichte ebenso streng geschützt werden müssen wie dort, verstehe wer will. Der Schutz des Nandus in Mecklenburg und Schleswig-Holstein ist ein ähnlicher Fall von Artenschutz pervers. Was muss denn noch passieren, bis die Schnarchnasen in den Regierungen aufwachen?

Ein Haufen toter Schafe – Warten auf Abdecker und Rissgutachter.

Ihre Schafe haben sich für eine große Sache geopfert, lieber Herr Hoffmann. Sie haben sie hoffentlich liegengelassen, damit Isegrim sich noch ein paar Tage daran gütlich tun konnte?

Existenzbedrohend: Dem letzten Wolfsangriff fielen 16 Schafe zum Opfer, dem davor 30. Insgesamt hat dieser Schäfer von fast 100 Schafe an den Wolf verloren. Fotos: privat

Die ländliche Bevölkerung ist auf Ihrer Seite, falls das ein gewisser Trost ist.

Mit einem mitfühlenden Gruß

Hans-Dieter Pfannenstiel

Beitragsbild: Porträt eines der bei dem jüngsten Wolfsangriff getöteten Mutterschafe. Fotos: privat

Ein Gedanke zu „Brandenburger Wolfsverordnung: „Ein bürokratisches Monster, vollkommen praxisuntauglich und ein absoluter Witz“

  1. Paul

    Brandenburgs Wolfsverordnung! Nein, was haben wir nicht alles für Blitzbirnen in der Politik! Die Sorgen und Nöte der Landnutzer gehen diesen Leuten doch am Ar… vorbei. Es ist aber in meinen Augen eine Schande, wenn solche Leute oder Parteien noch gewählt werden, die einen derartigen Unsinn verkünden bzw. verzapfen. Armes Deutschland!

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