Brandenburg: Wolfsverordnung veröffentlicht

Im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg vom 1. Februar 2018 ist die „Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für den Wolf (Brandenburgische Wolfsverordnung – BbgWolfV)“ veröffentlicht worden. Die BbgWolfV tritt am Tag nach der Verkündigung, also heute, in Kraft. In der Verordnung wird u.a. das Verscheuchen und Vergrämen verhaltensauffälliger Wölfe (§§ 1, 2), der Umgang mit Hybriden (§ 5) und die Tötung schwer verletzter Wölfe (§ 9) aber auch die „Tötung von Wölfen mit für den Menschen problematischem oder aggressivem Verhalten“ (§ 3) geregelt.

In der Anlage (zu § 4 Absatz 2 der Wolfsverordnung) werden „Zumutbare Maßnahmen zum Schutz von Weidetierbeständen vor Wolfsübergriffen“ festgeschrieben. So sind für Schafe und Ziegen (Lamas, Alpakas) vorgeschrieben:

1. Mobile Zaunanlagen

a) Bodennah abschließende stromführende Zäune (Elektronetzzäune oder mindestens 5-litzige Elektrozäune) von mindestens 120 Zentimeter Höhe und einer Mindestspannung von 4 000 Volt (auf extrem trockenen Standorten und bei hohem, nassen Aufwuchs 2 500 Volt). Bei Litzenzäunen Bodenabstand der Litzen 20 – 40 – 60 – 90 – 120 Zentimeter.

b) Elektronetzzäune von mindestens 90 Zentimeter Höhe mit zusätzlicher Breitbandlitze (insgesamt 120 Zentimeter hoch).

c) Elektronetzzäune von mindestens 90 Zentimeter Höhe in Kombination mit Herdenschutzhunden (in der Regel mindestens zwei geprüfte erwachsene Herdenschutzhunde je Nutztierherde, abhängig von der Größe und Übersichtlichkeit der Weidefläche).
Grundsätzlich sind Schutzzäune auch wasserseitig zu stellen. Sofern dies nach Einschätzung der Fachbehörde für Naturschutz und Landschaftspflege im Einzelfall sinnvoll und zumutbar ist, sind zusätzlich einfache optische (zum Beispiel Flatterband) und akustische (zum Beispiel Glöckchen) Abschreckungsmaßnahmen durchzuführen.

Für Festzaunanlagen sind „140 Zentimeter hohe Drahtgeflechtzäune mit Untergrabungsschutz und zusätzlicher Breitbandlitze (ab Bodenoberfläche insgesamt 160 Zentimeter hoch“ vorgeschrieben, für Gehegewild „180 Zentimeter hohe Drahtgeflechtzäune mit Untergrabungsschutz.“

Grundsätzlich, so heißt es, ist die Durchführung der gleichen Schutzmaßnahmen wie bei Schafen und Ziegen erforderlich.“ SE

Beitragsbild: BbGWolfV (Screenshot)

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