Sachsen: Wolf soll Bracke getötet haben

+++ Update: Hund trug Ortungshalsband +++ Update: Besendertes Wolfsrudel in der Nähe bestätigt +++

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen soll eine Bracke von einem Wolf getötet und zu einem erheblichen Teil aufgefressen worden sein.  Der Hund war zeitweise bei seinem Züchter zur Pflege untergebracht, weil der Hundebesitzer zur Zeit im Urlaub weilt. Der Züchter, offenbar Förster von Beruf, nahm den Hund zum Auszeichnen mit und ließ ihn dabei frei laufen. Der Hund war mit einem Garmin ausgestattet und begann in der Umgebung Rotwild zu jagen. Als sich die Bracke ca. 950 Meter von seiner Bezugsperson entfernt hatte, riss der Funkkontakt ab. Als der Hund sich nach einer Stunde nicht wieder blicken ließ, begab sich der Hundesitter auf die Suche. Er fand die Überreste des stark angefressenen Hundes ca. 1500 Meter Luftlinie vom Ausgangspunkt entfernt und nur etwa 250 Meter von der B 115 entfernt. Angesichts der Verletzungen und der Fraßspuren sei ausgeschlossen, dass Füchse oder Wildschweine den Hund angefressen hätten, hieß es. Wie der zuständige Zuchtverein gegenüber JAWINA bestätigte, hat der Hundebesitzer den Verlust des Hundes beim Verband angezeigt. Auch dass der Hundebesitzer den Hergang wie oben beschrieben geschildert hat, wurde  vom Verband bestätigt. Der Kadaver des Hundes werde derzeit noch untersucht.

Update: Nach Informationen von JAWINA war der Hund während des Urlaubs des Besitzers bei seinem Züchter untergebracht. Bei der Spurenlage den Berichten zufolge deutet alles auf Wölfe hin, der Platz soll anschließend noch von einem besenderten Wolfsrudel besichtigt worden sein. Spuren wurden gesichert. Der Tatort befindet sich nur überschaubare Kilometer von dem Grundstück entfernt, auf welchen vor kurzer Zeit zwei Hunde von einem Wolf getötet wurden. SE

Beitragsbild: Die von Wölfen gerissene Deutsche Bracke. Foto: privat

Die Red. dankt JAWINA-Leser TS für den Hinweis!

10 Gedanken zu „Sachsen: Wolf soll Bracke getötet haben

  1. Helmut

    tut mir leid für den Hundebesitzer. Aber es ist nicht der erste Hund und ganz bestimmt wird es nicht der letzte Hund sein der den Wölfen zum Opfer fallen wird.

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  2. Grimbart

    Mir tut es auch für den Hundebesitzer leid, nur kann ich nicht verstehen wie man eine Bracke einfach so jagen lässt. Das Verhalten des Försters ist durchaus fragwürdig und ich kann mir Spannungen zwischen Besitzer und Züchter durchaus vorstellen. Mal ganz davon abgesehen, dass das Rotwild jetzt Ruhe braucht um nicht noch mehr Schäden im Forst zu verursachen. In Schweden kamen ja schon etliche Solojäger durch Wölfe zu Tode, bei uns ist bisher zum Glück wenig geschehen, da meist mehrere Hunde jagen.

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  3. Maik

    Dem Revierleiter ist kein Vorwurf zu machen, jeder der Bracken führt weiß das. Da wir wissen wie sehr es den Besitzer und dessen Familie, sowie den Hundesitter schmerzt, diesen Hund im zehnten Behang verloren zu haben, möchten wir auf diese Weise unser Mitgefühl und Anteilnahme an Euch senden. Kopf hoch und Brackenheil!!! Im Namen der Brackenfreunde Erzgebirge – BFE

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    1. Grimbart

      @ Maik
      Ich würde ihm schon Vorwürfe machen, da ich davon ausgehen kann, dass er als Züchter die Eigenarten der rasse kennt. Die wollen ja jagen, also muss ich im Wald Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit das unfreiwillig nicht geschieht.

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  4. Miriam

    @Grimbart

    Jeder lässt auch mal seinen Hund frei laufen. Und jeder lässt seinen Hund mal 5 min aus den Augen bei der Arbeit. Das ist einfach so.

    Die Frage ist:
    Ist der Wolf noch zeitgemäß in unserer Landschaft?!
    Ist ein Zusammenleben noch möglich?
    Reichen die Kompromisse aus?

    Der Züchter hat nicht fahrlässig gehandelt. Es geht nicht darum wer falsch gehandelt hat.
    Es geht darum ob es nicht einer Behebung der Ursachen bedarf.

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  5. Maik

    … man stelle sich einen heißen Sommertag vor und der Eismann kommt die Straße runter mit einer einprägsamen Melodie am Auto… genau das ist das Problem! Bis jetzt hat es meist Raubwildscharfe Hunde erwischt… hier ändert sich gerade die Räuber- Beutebeziehung.

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  6. Ronbi

    Nun, Hundehaltern, ohne jagdlichen Hintergrund, wird dringend empfohlen, ihren Hund im Wolfsgebiet, angeleint und bei sich zu halten.
    In den GROKO Verhandlungen wird wohl derzeit gefordert, die Ausbreitung der Wölfe zu managen.
    Da frag ich mich nur, wie soll das gehen.
    Und ich finde es besonders bemerkenswert, wenn die Lausitz, die Gegend mit der höchsten Wolfsdichte Westeuropas, sein soll.

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  7. Grimbart

    @ Miriam
    Wolf hin oder her. Eine Bracke gehört nicht unbeaufsichtigt in den Wald. Wenn die auf eine Fährte kommt, macht sie genau das, wofür sie gezüchtet wurde, sie jagt. Das alleine führt schon zu einer unnötigen Beunruhigung von Wild. Der Hund hätte auch überfahren werden können. Der Förster hat einfach fahrlässig gehandelt.

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  8. Andrä

    Als Förster sollte man wissen,dass man im Wolfsgebiet seinen Pflegling nicht einfach jagen lassen darf. Zumal er auch Wild gehetzt hat. Vielleicht hat er auch einen Wolf
    angegriffen und der hat sich nur gewehrt. Unverantwortlich. Jetzt ist wieder wie so oft der Wolf der Buhmann, für die Dummheit der Menschen.

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